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28.10.2023

STAR TREK - THE NEXT GENERATION - STAFFEL 5 (1991)

Hurra, die kreativ schwächere Staffel 4 bildet scheinbar nun doch die Ausnahme, denn das fünfte Jahr kehrt zur alten Stärke zurück und bietet uns allerhand interessanter Geschichten, häufig emotional geprägte, so sensibel wie man sich diesmal mancher Thematik nähert. Immer empathischer werdend und nur selten nervig, wie in jener Folge, in welcher wieder einmal Trois Mutter zum Tiefpunkt wird, entführt uns die Enterprise weiterhin in fantasievolle Welten und setzt dabei das Element der Wiederholung nicht derart überlastend ein, wie im Jahr zuvor. Die Doppelfolge rund um die Romulaner und Klingonen findet in der ersten Episode einen würdigen Abschluss, inklusive des Plots um Worfs Entehrung. Auf die Borgs muss man hingegen lange warten, und wenn sie auftauchen, dann völlig anders als erwartet, sicherlich einige bisherige Vorstellungen der Spezies sprengend, aber genau deshalb eine gute Geschichte erzählend. 

Dementsprechend fehlt Staffel 5 diesmal zu einem guten Teil das düstere Element, das sich sonst stets mit Komik, Abenteuer und Dramaturgie abwechselte. Mit die böseste Episode dürfte u.a. jene sein, in welcher zwei Crewmitglieder für tot gehalten werden, während Romulaner ihre Dankbarkeit mit verlogener Hinterhältigkeit während einer Rettungsaktion zeigen, und das ist weit weniger düster erzählt, als es klingen mag. Was das Einfühlen in andere Kulturen betrifft, so bietet Staffel 5 so einige Episoden, teilweise diskussionswürdige, so sehr wie sich Geister bei bestimmten Themen scheiden werden (so geschehen in jener Folge, in welcher eine Frau als Friedensgeschenk zwischen zwei seit Jahrhunderten verfeindeter Völker überreicht werden soll, und in jener, in welcher sexuelle Neigungen operativ korrigiert werden müssen). Manchmal fällt die Empathie auch ein wenig naiver aus, wie in der Folge "Darmok" geschehen, was einem guten Unterhaltungswert aber nicht im Weg steht. Hin und wieder findet das soziale Feingefühl nur im kleinen Rahmen als Nebensächlichkeit getarnt statt, wie in jener Episode, in welcher eine Wissenschaftlerin jenes Kristallwesen zerstören möchte, welches einst ihren Sohn tötete. Die bittere Pointe dieser Story gehört zu den erzählerischen Trümpfen des fünften Jahres, meiner Meinung nach. 

Als Gast darf hin und wieder Wil Wheaton in seiner Rolle als Wesley Crusher auftauchen. Wiedersehen macht Freude, und es ist schön dass zumindest eine Episode mit Crusher zu den erzählenswerten gehört, und das ist jene um ein süchtig machendes Spiel, dem nach und nach jedes Crew-Mitglied sektenartig verfällt. Diese Geschichte gehört zu den ungewöhnlichsten Folgen der Staffel, ebenso wie jene, in welcher die Crew auf "Und täglich grüßt das Murmeltier"-Art in einer Zeitschleife festsitzt, mit der Ausnahme zu den mir bekannten Vergleichsstoffen, dass die Mitglieder nach und nach intuitiv das Gefühl eines Deja Vus erhalten. Den bedeutendsten Gastauftritt erhält jedoch Leonard Nimoy in seiner Kultrolle des Mr. Spock, dessen Geschichte sich zwei Folgen lang Zeit nimmt einen möglichen Frieden mit den Romulanern zu thematisieren. 

Wie gesagt mangelt es auch sonst nicht an unterhaltsamen Ideen. In einer Episode, wird die Crew von einem Historiker aus der Zukunft aufgesucht, in einer anderen Einzelpersonen von einem Gedanken lesenden Individuum mental vergewaltigt. Klone, die sich für die bessere Rasse halten, ein Massen-Gedächtnisverlust, der die Crew in den Glauben versetzt einem Kriegseinsatz beizuwohnen, Energiewesen, die Körper fremdbesetzen, um die Enterprise in ihre Gewalt zu bringen, oder eine imaginäre Freundin, die plötzlich Wirklichkeit wird, an verspielten Momenten mangelt es nicht. Und wenn Picard innerhalb von 25 Minuten das komplette Familienleben eines anderen lebt, erfährt die Serie eine ihrer emotionalsten Folgen, die wahrlich zu bewegen weiß. 

Der bittere Beigeschmack einer unangenehmen Zukunft, die uns als höchst erstrebenswert verkauft wird, wird einem immer weniger bewusst, liegt aber sicher eher an der Gewöhnung, wenn man sich in solch kurzer Zeit so viele Abenteuer der Enterprise angeguckt hat, wie ich es zur Zeit tue, anstatt daran, dass die Autoren besagte Zukunft nicht mehr intensiv genug ins Auge fassen.  Wiki

19.10.2019

STAR TREK - THE ANIMATED SERIES (1973)

Für viele war das Einstellen der Serie "Raumschiff Enterprise", trotz schwächer werdender Episoden, ein kleiner Schock, so dass sich manch treuer Fan vielleicht auf das Trostpflaster gefreut hat, welches den Zuschauern ein paar Jahre danach zugeworfen wurde: eine Zeichentrickserie. Nach der ersten Vorfreude dieses Restpublikums, dürfte Ernüchterung nach einem Blick auf den Animationsstil aufgekommen sein, ist "Die Enterprise" (Alternativtitel) doch arg hölzern, schlicht und lieblos gezeichnet. Scheinbar wollte man mit der ernsten Ausrichtung, die nah am Aussehen der Original-Crew angelehnt ist, deutlich machen keine reine Kindersendung zu sein. Allerdings kommen die bekannten Gesichter und Orte derart lieblos und billigst umgesetzt daher, dass es nichts mehr schön zu reden gibt an der Optik der Serie. Wie kostengünstig und schluderig hier vorgegangen wurde, lässt sich in jeder Episode an den wandernden Schmutzflecken der Folie beobachten, wenn das Raumschiff von außen, fliegend durchs Weltall gezeigt wird, wie wir es von der Originalserie her kennen.

Schlichte, kindliche Gemüter können, wenn ihnen der Animationsstil nicht so wichtig ist, dennoch Freude mit "Star Trek" (Alternativtitel) haben, kommen die Abenteuer doch noch so verspielt daher, wie man es von der Ur-Serie her kennt, teilweise allerdings geistloser und noch verspielter ausgefallen, als dort ohnehin schon. Aber das ist noch immer besser als der viel zu ernste Ansatz, den das Markenzeichen "Star Trek" seit "Deep Space Nine" im TV erleiden musste, der aus einer verspielten Fantasie einen unsinnig pseudo-erwachsenen, pseudo-wissenschaftlichen und pseudo-gesellschaftskritischen Mix aus Seifenoper und Science Fiction ablieferte. In der hier besprochenen TV-Serie nimmt man alles noch immer nicht zu ernst, experimentiert ungehemmt und frei von Zwängen mit der Grundthematik und geht man augenzwinkernd mit den Bezügen zur Originalserie um. So kehren beispielsweise für eine Folge die beliebten Tribbles zurück. Und um sich schneller heimisch zu fühlen, kehrten auch die wichtigsten Darsteller aus "Raumschiff Enterprise" für die Stimmgebung ihrer dort gespielten Rollen zurück. Glücklicher Weise wurde diese Idee auch für die Deutschfassung beherzigt, die uns ebenfalls die uns gewohnten Stimmen serviert.

Aus den zusätzlichen Möglichkeiten, welche der Animationsansatz gegeben hätte, wird so gut wie nichts heraus geholt. Man will sich an der Originalserie orientieren, also werdenen Kreaturen und Situationen nicht zu fantastisch angelegt, nur selten erblickt man monströse Kreaturen, und bei der mies angegangenen Animation reißen auch die selbstverständlich nicht vom Hocker. "Star Trek Animated" (Alternativtitel) kann durchaus Spaß machen, wenn man sich nicht am plumpen Zeichenstil und an den kindlicheren Einfällen aufhängt. Auf simple, verspielte Art machen die herrlich sinnloser ausgefallenen Abenteuer zumindest ein paar Folgen lang genügend Freude, um sie sich als Freund der eingestellten Serie geben zu können. So sichtlich plump und kostengünstig auch vorgegangen wurde, gerade mit Blick auf das was im Fernsehen ab der 90er Jahre der Marke "Star Trek" angetan wurde, kann man froh sein noch einmal jene Luft zu atmen, mit welcher "Raumschiff Enterprise" einst für ein tatsächlich erwachsenes Publikum trivial gedacht war.  OFDb

03.01.2017

STAR TREK 2 - INTO DARKNESS (2013)

Nachdem J.J. Abrams der alten Mannschaft vom „Raumschiff Enterprise“ neu besetzt erfolgreich einen frischen Anstrich verlieh, wurde er auch für die Fortsetzung „Star Trek 2 - Into Darkness“ verpflichtet, der sich, ebenso wie der damalige zweite Kinofilm, mit der unter Fans legendären Geschichte von Khan beschäftigt. Ich, der sich trotz Freude der klassischen Enterprise-Stoffe nicht als Trekkie oder Fan bezeichnen würde, konnte weder mit der TV-Episode, noch mit ihrer Kinofortsetzung viel anfangen, empfand ich doch gerade den Film als schwächsten Beitrag der sechs Kinofilme, wohingegen die Fan-Gemeinde ihn zu einem der besten schlechthin erklärte. Dementsprechend lag ein erneuter Druck auf Abrams, aber auch diesmal gelang ihm die Modernisierung, so dass auch ich diesmal zur Khan-Thematik bestens unterhalten wurde.

Ebenso wie die neuen Gesichter der alten Mannschaft, so ist auch Khan hervorragend besetzt. Allerdings ging man bei ihm auch auf Nummer Sicher, gilt Benedict Cumberbatch seit der britischen Neuauflage des „Sherlock“-Themas doch als Star, und dass er einen Bösewicht mimen kann, hätte ich nie angezweifelt. So steht der eher charismatisch gelungenen Besetzung nun ein wahrer Schauspieler gegenüber, und der spielt gleich auch jeden an die Wand, egal wer mit ihm die Szenen teilen muss. Letztendlich ist es egal, Stoffe dieser Art leben ohnehin weit mehr von ihren Gegnern oder dem zu behebenden Problem als vom Heldentum der Stammmanschaft, dennoch wird einem beim Sichten des Filmes noch einmal bewusst wie sehr sich europäisch ausgebildete Schauspieler vom Star-Ruhm der amerikanischen Schauspielerei qualitativ unterscheiden.

Kirk, Spock und Pille wissen dennoch zu wirken, sind meiner Meinung nach wahrlich toll besetzt, Simon Pegg in der Rolle des Scotty spielt okay, drängt sich weder in den Vordergrund wie man es eigentlich von ihm gewohnt ist, noch spielt er mit vollem Elan. Einzig Chekov hat mich genervt, das kann aber auch an der Synchronstimme gelegen haben, habe ich mir die Fortsetzung vom 2009er „Star Trek“ doch in der deutschen Version angeschaut.

So oder so, „Star Trek - Into Darkness“ ist ein erstaunlich kurzweiliger Film geworden, dem man seine zwei Stunden Laufzeit nicht ansieht. 45 Minuten vor Schluss dachte ich, dass die Vorgeschichte nun beendet sei, dabei folgte dem nur noch ein längeres Finale, so flott guckte sich der Film für mich. Zwar muss man gerade im letzten Drittel einiges an Unsinnigkeiten erdulden, die Autoren dachten wohl wenn ordentlich die Post abgeht muss man nicht mehr auf Logik achten, aber zumindest verdanken wir einer ihrer Unsinnigkeiten auch eine faszinierende Idee, die dementsprechend im Fantasy- anstatt im Science Fiction-Bereich angesiedelt ist. Es handelt sich um jene Szene, in der sich zwei Raumschiffe bei Warp-Geschwindigkeit eine Verfolgungsjagd liefern. Zwar vermisst man bei dieser das naheliegend logisch leichte Entkommen aus einer solchen Situation, aber das Unterhaltungshoch gibt Abrams Recht, also was soll man da auf hohem Niveau meckern.

Von daher freue ich mich schon auf die bereits erschienene Fortsetzung „Star Trek 3 - Beyond“, hat der hier besprochene Film doch bewiesen, dass der Anspruch und die Qualität des ersten Teils keine Eintagsfliege war. Aufgrund der Verjüngung der Mannschaft hatte ich tatsächlich meine Zweifel, was auch erklärt warum ich mich so lange nicht an Teil 2 herangetraut habe. Erst Abrams ebenfalls gelungene Wiedererweckung des Konkurrenzproduktes mit „Star Wars 7 - Das Erwachen der Macht“ machte mir Mut einzuschalten, und nach der längeren Pause zu Teil 1 merkte ich auch erst, wie sehr ich vergessen hatte wie gut die neue Mannschaft besetzt ist, gerade mit Zachari Quinto als Spock, in dem man immer einen Hauch Jesse Eisenberg zu sehen glaubt. Also von meiner Seite aus gibt es für den höchst kurzweiligen „Star Trek 2 - Into Darkness“ ganz klar einen Daumen nach oben. Hier könnten sogar Fremde des Star Trek-Universums einen glücklichen Einstieg finden.  OFDb

16.09.2012

DIE KÖRPERFRESSER KOMMEN (1978)

Ein Mitarbeiter des Gesundheitsamtes von San Francisco findet heraus, dass außerirdische Pflanzen emotionslose Doppelgänger von Menschen produzieren...

Der Klon-Effekt...
 
Kennt man das US-Kino der 70er Jahre in seinem stilvollen, tiefsinnigeren und ruhigem Stil, in welchem stets mehr auf Psychologie, Geschichte und Charaktere und weniger auf äußere Schaueffekte geachtet wurde, dann kann man von der zweiten Version des mit "Die Dämonischen" begonnenen Body Snatcher-Themas schon überrascht sein. Auf dem Weg in die Richtung der 80er Jahre, welche diese Pluspunkte nicht mehr besaß, schien sich das so wundervolle Rezept eines Unterhaltungsfilmes mit gehobenen Ansprüchen langsam aufzulösen. So wie ein Jahr später im stilprägenden "Alien", so tauchen auch bereits in Kaufmans Film Modernisierungen auf, die im Falle des hier besprochenen Filmes das Werk auf ein Niveau unter solch großer 70er Jahre Science Fiction-Filme wie "Westworld", "Rollerball", "Phase IV" und "Der Omega Mann" hievte.

Sie ging langsam vorbei, die Zeit in welcher der Spezialeffekt sich der Geschichte unterzuordnen hatte und Figuren individuell geprägt waren anstatt einem Klischee folgend. "Die Körperfresser kommen" erweist sich bei näherer Betrachtung als eine Art Bastard, 1978 lebend zwischen dem niveauvollerem Stil des 70er Jahre Kinos und dem simpleren Unterhaltungskino der 80er Jahre. Denn bis auf bessere Spezialeffekte und einer Versimpelung der eigentlichen Grundidee von "Die Dämonischen" hat Kaufman der ersten Verfilmung nichts hinzuzufügen.

Ich möchte über die Spezialeffekte gar nicht meckern, das sind wundervolle handgemachte Momente ihres Genres. Aber wenn man sie inmitten eines sich immer nur wiederholenden Szenarios zu sichten bekommt in einer Geschichte in welchem einem die Figuren halbwegs egal sind, dann bleibt bis auf das Staunen nicht mehr viel übrig. Dann wird auch der letzte übrig gebliebene Pluspunkt des 70er Jahre-Kinos, die ruhige Erzählweise, zu einem eher ungeliebten Begleiter der Geschichte, so dass man verstehen kann, dass in den 80er Jahren für die neuen Schwerpunkte ein flotterer Stil zum Standard werden musste.

Toll und gleichzeitig schade ist die Veränderung in der Verhaltensweise der Klone. Die Doppelgänger in Don Siegels Original, welches auf einer Romanreihe einer Zeitschrift basierte, tarnten sich innerhalb der menschlichen Gesellschaft perfekt. Außenstehende konnten selbst in Gesprächen mit ihnen keinen Unterschied ausmachen. Erst die nahestehenden Personen, welche ihr Gegenüber in- und auswendig kannten, konnten Aufgrund von Eigenarten und Ritualen eine Emotionslosigkeit feststellen um zu dem Schluss zu kommen, dass ihr Gegenüber ein Fremder anstatt der geliebte Mensch war.

Dies schaut sich besonders unheimlich und wäre verglichen mit dem eher schlichten Kino der 50er Jahre genau der Anreiz gewesen wo das tiefer greifende 70er Jahre-Kino hätte ansetzen müssen, um näher am Gefühl des Zuschauers zu arbeiten, als es das Original fest sitzend in seiner Zeit überhaupt konnte. Stattdessen wird nun eine ähnlich unheimliche, aber auch simplere Idee aufgegriffen, in welcher die Doppelgänger noch emotionsloser sind, so sehr, dass selbst ein Außenstehender die Fremdartigkeit der Wesen bemerken kann. Das ist sicherlich nicht ohne Reiz, verstärkt es doch die Paranoia der Protagonisten und führt zu dem wundervollen Erzählkniff sich schauspielerisch unter den Invasoren tarnen zu müssen.

Damit entsteht zudem ein Spannungspotential, welches seine Stärken auch im viel späteren "Equilibrium" fand, nämlich die Idee, dass man aufgrund unmenschlicher Beobachtungen die emotionslose Fassade nicht mehr aufrecht erhalten kann und sich somit selbst verrät. Eine vollwertige Beachtung bekommt diese Idee innerhalb des Body Snatchers-Universum erst in der 00er Jahre-Version "Invasion" beschert, eine Verfilmung die wesentlich besser ausgefallen ist als ihr Ruf. Solche Ideen bleiben in "Die Körperfresser kommen" aufgrund ihrer Neuartigkeit noch im Ansatz stecken.

Darf man bemerken wie sehr sich gerade in der zweiten Hälfte des Streifens die Geschichte im Erzählen der Flucht und des entdeckt werden sich zu sehr in einer Wiederholungsschleife befindet, kann man es schon als schade empfinden, dass man manch gute im Ansatz steckende Idee nicht schon seinerzeit als etwas erkannt hat, was man tiefer hätte thematisieren können. Aber ein Film ist nun einmal immer nur ein Kind seiner Zeit, und allein schon das Bereichern solcher Zusatzideen im Vergleich zu einem Original sind freilich bereits als Pluspunkt zu bewerten.

Als Kind seiner Zeit hat "Die Körperfresser kommen" auch andere Beweggründe eine solche Geschichte zu erzählen, als es der 50er Jahre-Film "Die Dämonischen" hatte. Spielte dieser noch mit der politischen Kommunisten-Paranoia geht es in den 70er Jahren viel mehr um die persönliche Entfremdung. Die Anonymität der in immer größeren Städten lebenden Menschen schien dem damaligen Publikum genügend Angst zu bescheren, sich für eine solche Thematik zu interessieren. Gerade das Science Fiction-Genre seiner Zeit spielte sehr häufig mit der Idee ausgetauschter Menschen ("Futureworld", "Die Frauen von Stepford", ...). Während die 90er Jahre-Verfilmung "Body Snatchers" in einer Zeit entstand, in welcher eine neue, kühlere Moral in der Gesellschaft aufkam, scheinen die Beweggründe der 70er Jahre mit Blick von heute schlichter, um mit einer derartigen Thematik aktuelle Ängste zu verarbeiten. Andererseits sind wir es heute gewohnt isolierter miteinander zu leben, gerade in Zeiten des Internets. In wie weit wir uns da überhaupt noch in die Ängste der damaligen Bevölkerung hineinversetzen können, sei einmal dahin gestellt.

"Die Körperfresser kommen" ist kein schlechter Film. Er besitzt eine wundervolle Pointe, ist stellenweise spannend erzählt, er besitzt tolle Spezialeffekte und verbeugt sich würdevoll vor seinem Vorgänger, was am deutlichsten in der Anfangssequenz zu sehen ist, welche mit dem Schluss des Originals spielt (gibt es einen tolleren Cameo-Auftritt von Stars der Originale im Remake?). Verglichen mit der bereits so geglückten ersten Verfilmung und mit Blick der sich zu sehr wiederholenden zweiten Hälfte und solch mittelmäßigen bis nervigen Nebenfiguren wie jene gespielt von Leonard Nimoy und Jeff Goldblum darf man trotzdem etwas enttäuscht vom Ergebnis sein. "Invasion Of The Body Snatchers" (Originaltitel) ist sympathisches Unterhaltungskino, aber eines mit Schwächen, welche die großen, vorangegangenen Genrebeiträge dieses Jahrzehnts nicht besaßen.  OFDb