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24.09.2022

COBRA KAI - STAFFEL 5 (2022)

Also wenn keine 6. Staffel angekündigt wäre, würde ich sagen dass Staffel 5 ein rundum gelungener Schluss ist, der alle wichtigen Handlungsstränge zusammen führt und selbst mit seinem Cliffhanger eher eine zusätzliche Schluss-Pointe bereithält, anstatt damit eine neue Dynamik zu entfachen. Zumindest ist es nun wie seinerzeit in "The Walking Dead - Staffel 8": sollte alles was danach kommt misslingen, hat man trotzdem einen guten Schluss der Serie. Klar bin ich neugierig was noch kommen mag, aber ich bin zufrieden. Wer da meckern mag, dass vieles in der fünften Runde zu versöhnlich stattfindet (immerhin finden hier pausenlos Rivalisierungen ihr Ende), der darf nicht vergessen auf welchen Filmen die auf You Tube begonnene und auf Netflix fortgesetzte Reihe beruht. Denn diese atmeten reine Kinoluft, inklusive Blauäugigkeit und Happy End, und so will man klassisches Popkorn-Entertainment erleben. 

Zwar kocht nun auch mit härteren Cobra Kai-Schülern der Härtegrad nicht über, ganz im Gegenteil bleibt vieles heiße Luft, inklusive der Pläne Silvers, die nicht halb so groß sind wie die Erwartungshaltung aufbauschte. Inmitten des gut funktionierenden Gefühlsprogramms mit liebgewonnenen Figuren reicht es jedoch stets aus, um den Zuschauer zufrieden zu stellen. Außerdem bekommt er in vielen Bereichen das erzählt, was er sich an vielen Stellen der Vorgänger-Staffeln gewünscht hat und dessen masochistisches Ich, welches jeder Serienjunkie besitzt, sich seinerzeit trotzdem über Hindernisse und unglückliche Umstände gefreut hat. Aber irgendwann ist einfach Schluss mit endlosen Verstrickungen, Missverständnissen und mangelnder Kommunikation. Irgendwann ist es an der Zeit die Probleme zu entknoten und auf ein Happy End zuzusteuern, und das hat man im fünften Zyklus "Cobra Kai" begriffen. 

Zudem kommt dieses Ergebnis nicht über Nacht daher, erneut darf man erstaunt sein wie viel innerhalb von 10 Folgen passiert, wie viele Entwicklungen Situationen und Personen verändern. Und trotz meist sanftem Fortgangs der Ereignisse seit Staffel 3 bangt man auch in Staffel 5 an mancher Stelle, was die Autoren einem mit manch böser Idee antun werden, aber eben auch weil man im Hinterkopf mit der angekündigten sechsten Staffel rechnet. Aber auch im hier fortgeführten Schonmodus der letzten Staffeln ist das Ergebnis aufregend ausgefallen, stets will man wissen wie es weiter geht, stets wissen einen die Schicksale zu beschäftigen und zu bewegen. Diesbezüglich steuert das fünfte Jahr immer deutlicher in die Fußstapfen von "Die Welle" mit seiner Sektenthematik um manipulierte Teenager, wenn den politischen Bereich auch dabei außer Acht lassend. Das weiß zu gefallen, gerade in der letzten Episode. Und dass es das psychologisch eigentlich gar nicht so raffinierte Drehbuch schafft, mentale Fragwürdigkeiten der Vergangenheit auszuloten (und damit meine ich welche aus der Serienphase, nicht die gewohnten Wiedergutmachungen von Fehlern der drei Kinofilme), lässt das sich wie ein Schluss anfühlende Ergebnis umso gelungener, da sich runder anfühlend, erscheinen. 

Das Niveau der ersten beiden Staffeln wird nach wie vor nicht erreicht, dafür wird die Ironie zu oft an falschen Stellen angesetzt, vieles zu ernst genommen, was nicht ernst genommen gehört und zu verstärkt auf die Dramatik, anstatt auf Komik gesetzt. Aber als Zuschauer, der es bis hier her geschafft hat, hat man sich längst mit der anderen Tonlage der Serie arrangiert und kann deswegen das Ergebnis so versöhnlich annehmen, zumal es einen trotzdem rundum gut unterhält. Von daher freut es mich, dass mich die fünfte Runde ohne Ärgernisse ans Ziel geführt hat, wissentlich dass es nicht das Ziel ist. Von daher, bezogen auf meinen ersten Satz dieser Besprechung, sage ich: Was soll's! Ich sage es trotzdem: Staffel 5 ist ein rundum gelungener Schluss.  OFDb

30.01.2022

COBRA KAI - STAFFEL 4 (2021)

Dachte ich bei Staffel 3 noch, man hätte es dort mit einer Übergangsstaffel zu tun, die deshalb nicht ganz die Kraft der ersten beiden Jahre erreicht, so muss ich mit Sichten der vierten Staffel nun feststellen, dass das dahin plätschernde, weit unaufgeregtere Geschehen auch hier dominiert und der Cliffhanger des Vorgängerjahres somit nicht die große Wendung vorbereitet. Zwar geht man viele Fortsetzungen einzelner Bereiche wieder recht überlegt an und oftmals anders als erwartet, die manchmal fehlende ironische Distanz und der kaum noch vorhandene Humoranteil lassen einen die Chose jedoch nicht mehr all zu ernst nehmen. Zumindest gelingt den Beteiligten aber das kleine Wunder den Gegner aus "Karate Kid 3" interessant neu auszulegen, sein Affentheater aus dem Kinofilm halbwegs glatt zu bügeln und sein Erscheinen zu einem wichtigen Punkt in der Gesamtgeschichte zu machen. Seine schwer einzuordnende Motivation hilft es die an sich eher auf schlichte Teenie-Soap ausgerichtete Geschichte interessanter und schwieriger vorhersehbar zu gestalten. Zwar verschiebt Staffel 4 das Ergebnis des dritten Jahres bezüglich der beiden Hauptfiguren lediglich, ansonsten kann sich der Schluss aber sehen lassen, der auf ein Neues Neugierde für die weiteren Ereignisse zu wecken weiß. 

Dass man hierfür auf eine in Staffel 3 vernachlässigte Figur zurückgreift, weiß zu gefallen. Und am Rande dürfen immer wieder weitere Ehemalige auftauchen, mit deren Wiedersehen wohl die wenigsten gerechnet haben. Dass das anvisierte Turnier nicht erneut auf die nächste Staffel verschoben wird, tut der ansonsten auf der Stelle tretenden Geschichte gut, umso mehr da es überraschender Weise bereits in der vorletzten Folge startet. Zudem ist es schön zu sehen, dass der uninteressant gewordene Robbie nun wieder zur alten Stärke zurück findet. Etwas mehr Energie hätte ich mir dennoch bei der mittlerweile zu ernsten und psychologisch simpler geschriebenen Art der Erzählung gewünscht, gerade was die Aggressionen der Cobra Kais betrifft. Sicherlich ist es lobenswert, dass hier keine reißerischen Erwartungen erfüllt werden, die mit dem Schluss von Staffel 3 ermöglicht worden wären (manche Charakterentwicklungen gehen den zu erwartenden Aggressionsbereich sogar in die andere Richtung), aber etwas zu brav und ereignislos dümpelt die Geschichte dann doch vor sich hin. Sie unterbricht lediglich mit etlichen Kampfsequenzen das mittlerweile emotional nicht mehr so stark mitzureißende Gefühlsleben der Figuren, die man glücklicher Weise noch immer gut genug kennt und mag, um zumindest bei netter Unterhaltung, anstatt bei aufregendem Seherlebnis, dran zu bleiben. Staffel 4 ist jedoch unübersehbar die bislang schwächste Staffel von allen. Es wäre für die Zukunft wünschenswert, wenn man zumindest das Niveau der dritten Staffel wieder erreicht bekäme, wenn man schon nichts Großes mehr auf die Beine gestellt bekommt, wie in den Prä-Netflix-Folgen der hier besprochenen Serie.  OFDb

Nachtrag:
 

Die zweite Sichtung dieser Staffel hat mir besser gefallen, lag es doch mehr an meiner Tagesform, anstatt an der Umsetzung, dass ich mich für die Schicksale der Figuren diesmal nicht so stark interessieren konnte. Silvers Sinneswandel zu Beginn wirkte weniger aufgesetzt auf mich, die Figurenentwicklungen fand ich interessant und oftmals bewegend, kurzum hat mir Staffel 4 sogar etwas besser gefallen als das Vorgängerjahr, auch wenn ihr solch besondere Momente wie die Okinawa-Folgen der dritten Staffel fehlen.

13.11.2021

COBRA KAI - STAFFEL 3 (2021)

An die neue Synchronisation kann man sich als jener Zuschauertyp, der mit den DVDs begonnen hat, glücklicher Weise schnell gewöhnen. Dennoch guckt sich das dritte Jahr der Serie, die auf "Karate Kid" aufbaut, nicht so rund wie zuvor. Das liegt zum einen daran, dass man mit den Aufräumarbeiten der Ereignisse aus Staffel 2 zu lang beschäftigt ist, aber auch daran, dass es qualitativ in kleinen Bereichen Rückschritte zu vermelden gibt. Choreographien fallen schwächer aus, Neumischungen von Zusammenkünften und Charakterveränderungen finden recht ruppig statt, ohne psychologische Rückendeckung zu erhalten. Zudem atmet "Cobra Kai" von nun an die Kinowelt jener Filme, auf denen sie aufbaut, so dass das ironische Aufbrechen der ersten Staffeln damit zu einem gut Stück zunichte gemacht wird. Mit einer gut funktionierenden Dramatik, der nötigen Priese Humor und dank lieb gewonnener Figuren bereitet freilich auch Staffel 3 genügend Freude, um den Stammzuschauer zufrieden genug zu stellen. Aber es ist nicht zu übersehen, dass es sich hierbei nur um eine Übergangsstaffel handelt, welche die Karten neu mischt, um erst mit Staffel 4 tatsächlich die eigentliche Geschichte weiter zu erzählen. Zumindest endet es hier wie von vielen schon lange ersehnt, so dass man wahrlich neugierig auf das vierte Jahr wird. Da in diesem aber die unsinnigen Gegner aus "Karate Kid 3" zurück kehren werden, darf man aufgrund der sich in der hier besprochenen Staffel abzeichnenden psychologischen Ignoranz dennoch etwas misstrauisch werden. Andererseits war ich dies im Vorfeld bereits hier, aufgrund der Rückkehrer aus den ersten beiden "Karate Kid"-Filmen, und die wurden, anstatt der Serie zu schaden, zu Pluspunkten der dritten Staffel, gerade auch was den jugendlichen Gegner aus "Karate Kid 2" betrifft. Hingegen fällt der Storystrang rund um Robbie, auf den ich besonders gespannt war, um so erbärmlicher aus. So oder so habe ich mich jedoch weiterhin gut unterhalten gefühlt, wenn auch nicht mehr auf selbigem Niveau, welches "Cobra Kai" in den ersten beiden Staffeln bot.  OFDb

28.02.2021

COBRA KAI - STAFFEL 2 (2019)

Die Staffel 1 der Serie "Cobra Kai", welche die drei "Karate Kid"-Filme fortsetzte, war eine runde Sache, die gekonnt an den Kinoerfolgen anknüpfte und manche Ungereimtheiten aus diesen ausbügelte, während sie augenzwinkernd, aber nie Kompromisse machend, die Geschichte interessant und intelligent fortsetzte, Blickwinkel erweiterte und alten wie neuen Figuren Chancen zur Entfaltung bot. Während es dort keine strickte Gut- und Böse-Trennung mehr gab, bietet die Rückkehr von Krees der Geschichte einen wahren Schurken. Interessanter Weise schadet dies der Serie nicht, seine Rückkehr bereichert die zweite Staffel geradezu, da die Autoren die vielen Möglichkeiten erkannten, die mit der Wiedereinführung dieser Figur möglich sind. Durch seinen Einfluss entsteht im Laufe der Zeit eine Energie, die sich gegen Ende wuchtiger denn je entlädt. Man ahnt nicht zu welch extremen Höhen die Geschichte hoch schlagen wird, die zunächst erst einmal wieder ruhig und besonnen beginnt, und damit nach den aufwühlenden Ereignissen des ersten Jahres wieder einen Schritt zurück setzt. Der Humor der in der ersten Staffel sehr dominant den Ton bestimmte, verrückt in den Hintergrund. Er ist immer noch präsent, aber die Dramatik und der Thrill des Stoffes stehen diesmal mehr denn je im Vordergrund, und vielschichtige Blickwinkel sorgen stets dafür, dass all das Erzählte nie zu plump anmutet.

Ganz im Gegenteil wird uns eine hoch interessante Geschichte serviert, die weiterhin die einzelnen Figuren stets da abholt, wo sie sich jeweils befinden und manch eine wahrlich überraschende Entwicklungen durchmachen lässt. Dabei bleiben die Figuren stets psychologisch glaubwürdig. Den einzig unglaubwürdigen, derbst comic-artigen Aspekt der ersten Staffel, das übertrieben schnelle Erlernen von Karatetechniken und das Anwenden dieser auf überdurchschnittlichem Niveau, wird in Staffel 2 zu einem Pluspunkt der Geschichte. Denn unterschwellig arbeitet man stets mit der Frage, ob es wohl ratsam ist eine Altersgruppe, die stark emotional und unreflektiert reagiert, mittels Karate zur eigenen Waffe heranzuerziehen. Wohin das führt, sowohl aufgrund von Daniels Halbwissen, Johnnys Naivität und Krees Einmischen, zeigen die Geschehnisse des zweiten Jahres auf schockierende Weise, so dass am Ende aufgewühlte Zuschauer zurück bleiben, die gar nicht anders kann, als dran zu bleiben, um in Staffel 3 all ihre Fragen beantwortet zu bekommen. Gleichzeitig bietet die Serie erneut angenehme Retro-Gefühle, erwachsene und reflektierte Blickwinkel (hier sei die Folge um Johnnys ehemalige Freunde als einer der Höhepunkte der zweiten Staffel lobenswert zu erwähnen), wundervolle Seifenoper-Momente, Annäherungen und Entfremdungen, und eine überzeugende Weiterführung von Geschichte und Charakteren, sowie eine interessante Erweiterung der Figurenschar, die das Geschehen der Serie beherrscht. Manch einer tritt in den Hintergrund, mancher aus zweiter Reihe in den Vordergrund, jeder bekommt je nach Phase genügend Beachtung, an vielfältigen Ideen mangelt es den Autoren nicht. So bleibt nur zu wünschen, dass sich mit der Übernahme der Serie durch Netflix gerade an diesem bedeutenden Aspekt nichts ändern wird. Eine zu übertriebene Anzahl an Figuren-Rückkehrern aus den 80er Jahre-Filmen, von denen ich bezüglich Staffel 3 und 4 bereits gelesen habe,  lässt mich eher Negatives befürchten. Zudem bleibt es fraglich, ob "Cobra Kai" als Netflix-Serie auf DVD fortgeführt wird. Die ersten beiden Staffeln haben es mit guter alternativer Synchronisation glücklicher Weise auf dieses Medium geschafft.  OFDb

17.01.2021

COBRA KAI - STAFFEL 1 (2018)

Man ist nie wirklich gut mit der Marke "Karate Kid" umgegangen. Nach zwei sympathisch empathischen Dramen rückte mit "Karate Kid 3" ein ignoranter Action-Trasher nach, im selben Jahr folgte eine durchschnittlich geartete Zeichentrickserie mit einem viel zu phantastischen Ansatz versehen, in den 90er Jahren schob man mit Pat Morita besetzt einen vierten Teil mit einer weiblichen Schülerin nach, der unter etlichen typischen Mainstream-Krankheiten seines Jahrzehnts litt. Und als man 2010 eine Neuverfilmung der ganzen Chose veröffentlichte, verärgerte dieses bereits aufgrund der Fehlentscheidungen in der Konzeption mit einem viel zu jungen Schüler und einer anderen Kampfsportart als im Franchise betitelt. Will Smith war damals einer der führenden Köpfe dieses Remakes, und dass er als Produzent der Webserie "Cobra Kai" fungiert, klingt nicht gerade so, als könne man mit einer Verbesserung der Situation rechnen. Das ist aber auch das einzige, was sich im Vorfeld negativ anfühlte. Denn mit der Besetzung der original Darsteller und dem aus "Creed 2" bekannten Kniff einem Gegenspieler aus einem 80er Jahre-Film mehr Hintergrund zu bescheren, und diesen Aspekt sogar auf die Hauptrolle auszuweiten, klang soweit reizvoll. Und was soll man sagen? Das Projekt ist tatsächlich geglückt. Hier waren Menschen am Werk, denen die alten Filme und ihre Mentalität wichtig waren und die gleichzeitig den Mut besaßen andere Wege zu gehen und nicht einzig ein Nostalgie-Wiederkäuen entstehen zu lassen.

Ebenso wie die Original-Filme, so schafft es auch die Serie aus Stereotypen sympathische und sich im Laufe der Zeit immer echter anfühlende Figuren zu gestalten. Selbiges gilt für das Szenario, das stets (und gerade zu Beginn) typischen Klischees folgt, mit der Zeit aber immer individueller wird, für Überraschungen sorgt und den Zuschauer herauszufordern weiß, mal mit kreativen Ideen, mal mit dem augenzwinkernden Aushebeln von Erwartungen von Klischees und manchmal sogar durch das Verwenden eben dieser. Eine aufgrund des sozialen minimalen Zufalls-Radius zu konstruierte Ausgangssituation wird zu einem Selbstläufer, der dadurch entfacht wird, dass man das Schwarz-Weiß-Denken von Gut und Böse aufbricht, indem man Positionen aus dem Original vertauscht, so dass aus einem ehrbaren Bürger aufgrund von Vorurteilen und Halbwissen ein Mann wird, der seinen ehemaligen Rivalen daran hindert seiner Arbeit nachgehen zu können, die unglücklichen Kindern hilft Selbstbewusstsein zu entwickeln. Dank eines durchdachten Drehbuches handelt dabei jegliche Figur aufgrund ihres jeweiligen Wissensstandes, ihrer derzeitigen Entwicklung und individuellen Wahrnehmung, was immer zu Fortschritten, Rückschritten, Missverständnissen und schönen wie unschönen zwischenmenschliche Situationen führt. Die Geschichte der Jugend und der altbekannten erwachsenen Charaktere sind dabei im verwobenen Teil miteinander kompatibel und im getrennten Part gleichermaßen interessant erzählt. Die aufeinander treffenden Mentalitäten werden satirisch verarbeitet, ebenso wie der unausweichliche Generationenkonflikt.

Aus einer Geschichte, die zu Beginn stark humoristisch geprägt ist, entwickelt sich ein zunehmend dramatischer Plot (ohne dabei je völlig den belustigenden Aspekt abzustreifen), der dermaßen interessant erzählt ist, dass man nicht anders kann als Neugierde daran zu entwickeln, wie es weiter geht. Manches Mal kommt es wie man es erahnt, ein andermal überrascht das Drehbuch mit unerwarteten Wendungen. Cliffhanger lassen einen mehr als einmal schockiert zurück, und am Ende der Staffel darf man erstaunt feststellen wie viel innerhalb einer Laufzeit von 270 Minuten erzählt werden kann und an welch völlig anderer Stelle die Geschichte sich im Vergleich zum Beginn befindet. Nur so viel sei verraten, diese ruht sich nicht auf dem anfänglichen Aspekt der verdrehten Positionierung der Hauptfiguren aus, und Charakterentwicklungen sei Dank gibt es nie nur eine Seite die Fehler macht und eine die richtige Entscheidungen trifft, beides trifft auf jeden zu. Und der Dominoeffekt, den die Ausgangssituation aufgrund veränderter Situationen zu einer sehenswerten Geschichte macht, reißt einen emotional hin und her und lässt einen manches Mal darüber staunen, zu welch erzählenswerten Höhen es die simpel scheinende Geschichte immer wieder schafft. Das wird in Staffel 2 sogar derart (auf positive Art) auf die Spitze getrieben, dass Staffel 1 im  Nachhinein dagegen schon wieder arg simpel wirkt. Aber davon erzähle ich ein andermal.  OFDb

22.11.2012

I AM LEGEND (2007)

Nach einer weltweiten Katastrophe ist Robert Neville der letzte Mensch auf Erden. Andere Überlebende sind mutiert und machen Jagd auf ihn. Neville sucht verzweifelt ein Gegenmittel um die Mutation rückgängig zu machen...

Produzentenregel Nummer 1: Meide jeden Anspruch...
 
Die dritte Version der Verfilmung des Romans „I Am Legend“ fällt hinter den beiden Vorgängern „The Last Man On Earth“ und „Der Omega-Mann“ weit zurück. Es ist das Glück dieser Neuverfilmung, dass die erzählte Geschichte eine enorme Wirkung hat. Die Vorstellung, man sei allein auf der Erde, ist erschreckend, und man erwicht sich selbst dabei zu grübeln was man machen würde und wie man versuchen würde allein zu überleben. In der Nacht nicht sicher zu sein, weil Mutanten umherstreifen, gibt der pfiffigen Story den restlichen Schwung für spannende Momente.

„I am Legend“ schafft es durch verschiedene Fehler diese hervorragende Geschichte bröckeln zu lassen, so dass man am Schluss nur noch einen durchschnittlichen Film sichtet (was aber auch bedeutet, dass nicht komplett Schwachsinn produziert wurde). Ich gehe diese Punkte nun einmal durch:

1) Will Smith war keine gute Hauptrollen-Wahl. Der Mann mag ein lustiger Sprücheklopfer sein, der auch nicht ganz ohne schauspielerisches Talent gesegnet ist, ein Charakterdarsteller ist er allerdings nicht. Es reicht nicht einfach traurig zu gucken, hin und wieder den Mundwinkel zu bewegen und den Kopf zu senken. Man kauft Smith weder den Wissenschaftler in den Rückblicken noch den psychisch erkrankten letzten Menschen auf Erden ab. Seine Schuld allein ist das nicht, da die Psychologie des Filmes Schrott ist. Dies erklärt auch, warum der olle Haudegen Charlton Heston in der 2. Verfilmung trotz ähnlicher schauspielerischer Defizite dennoch wirkt. Man bekommt das Gefühl Will Smith sei nur ausgesucht worden, weil er ein Publikumsmagnet ist und ein Schwarzer als letzter Mensch besonders politisch korrekt wirken müsste.

2) Punkt zwei ist wie gerade erwähnt die Psychologie. Hier werden die meisten Fehler gemacht. Die Selbstgespräche wirken zu gekünstelt, das Szenario in der Videothek zu vorbereitet, die Furcht die weibliche Puppe anzusprechen zu unglaubwürdig. Wenn Heston mit seinem Spielpartner schimpfte war dies nachvollziehbar, wenn Smith mit den Puppen redet wirkt es albern.

Zudem wird der tragischste Moment, das Verlieren Nevilles Wegbegleiters, viel zu kurz gehalten. Das einzige liebenswerte Lebewesen an seiner Seite stirbt. Der letzte soziale Kontakt ist dahin. Und Regisseur und Drehbuchautor verpassen es die daraus entstehenden tragischen Möglichkeiten aufzugreifen, inklusive dem möglichen weiteren Schritt des Herabrutschens in die bereits vorhandene psychische Krankheit. Neville wird viel zu flott vom Trauern abgelenkt, in dem ihm zwei neue menschliche Partner an die Seite geschrieben werden. Das passiert alles viel zu schnell.

Ist sein großer Wunsch einen nicht mutierten Menschen zu sichten dann endlich erfüllt, fällt Neville nichts anderes ein, als erst einmal allein sein zu wollen. Anders begründet hätte dies durchaus seinen psychologischen Reiz haben können, wie hier präsentiert ist es nicht nachvollziehbar.

Die Partnerin ist unclever gewählt. Sie ist eine schlichte Frau, zart und nett. Im Schutze des Tages könnte man mittels Ausreden noch irgendwie erklären, wie sie in der Mutantenwelt überlebte. Aber als heldenhafte Retterin Nevilles in der Nacht, umzingelt von Mutanten, kann ich mir diese Frau nicht vorstellen. Die Macher des Films wohl auch nicht, weil die Rettung komplett ausgeblendet wird. Zum Vergleich sollte man auch hier den „Omega-Mann“ erwähnen. Heston bekam eine starke Frau an seine Seite gestellt, eine Frau, die eine Kämpferin ist (ähnlich wie die weibliche Hauptrolle in „28 Days Later“). Die Frau an der Seite von Will Smith ist nicht stark. Sie soll nur hübsch sein für das männliche Publikum. Darauf sollte man auf Kosten der Glaubwürdigkeit der Geschichte allerdings nicht achten.

Es gibt viele weitere psychologische Fehler, die man erwähnen könnte. Um zu verstehen was ich meine, denke ich aber dass die genannten Beispiele reichen müssten.

3) Die Mutanten sind extremst schlecht animiert. Sie huschen durchs Bild wie in einem Computerspiel und sind auch viel zu stark entmenschlicht worden. Sie sehen eher wie eine andere Lebensform aus (sollen ja auch vampirangelehnt sein), aber mutierte Menschen sind das nicht. Es ist schon traurig genug, dass eine Großproduktion Geld einsparen will, in dem man in diesen Rollen keine Menschen verwendet. Aber dann auch noch so weit zu gehen an der Computeranimation zu sparen ist das Unding überhaupt.

4) VORSICHT SPOILER! Der Schluss ist zu brav gehalten. Das Ableben Nevilles ist nicht tragisch genug. Zudem nervt die olle Amerikafahne im letzten menschenbevölkerten Ort. Mich würde interessieren, warum die dort Überlebenden nie Kontakt zu Neville aufgebaut haben, funkte dieser seine Botschaft doch schließlich täglich auf allen Frequenzen per Radio. Vielleicht meidete man ihn als Mitauslöser der Katastrophe. Oder man wollte Kontakt herstellen und musste bemerken, dass man einen sinnlos umherballernden Idioten aufsuchte. Da wären viele interessante Erklärungen möglich gewesen. Erklärt wird allerdings nichts.

5) Den 5. Punkt könnte man auch zum 2. zählen: Will Smith will cool wirken. Sein Spiel ist selbstverliebt, cool sein ist in. Dies passt nicht zum Elend eines letzten Menschen. Heston bekommt eine gewisse Coolness durch seinen Kampf und die Härte die er dazu benötigt. Smiths Coolness richtet sich nur an sich selbst und an sein Publikum. Es ist kaum vorstellbar dass der letzte Mensch auf Erden sich selbst beeindrucken will. Hinzu kommt, dass er in all den Jahren fleißig auf sein Aussehen achtet (insbesondere das Rasieren des Kopfes). Sein deprimierendes Leben müsste zumindest phasenweise dafür sorgen, dass er schlampig herumläuft, weil er kurz vor dem Aufgeben ist oder sich zumindest mal denkt: Wofür denn noch aufdonnern? Dieser Punkt trifft allerdings auf alle drei Kinoverfilmungen zu.

6) Mein kleinlichster Punkt ist der etwas zu aufgesetzte Aufhänger mit dem Krebsmedikament. Die schlichtere, fast ungeklärte, Variante der Vorgänger fand ich wesentlich effektiver.

7) Wie Neville sein Leben meistert hätte man ruhig vertiefen können. Die Jagd ist gut ausgeleuchtet, das Anbauen von Lebensmitteln, das Erschaffen der Elektrizität und viele andere alltägliche Punkte werden allerdings nur kurz angerissen, einigen wird gar keine Zeit gewidmet. Wie lange reichen z.B. die Vorräte? Ist es so einfach den Radiosender in Gang zu halten? Wieso will Neville unbedingt in der Stadt wohnen bleiben? Wie weit waren seine längsten Ausflüge außerhalb der Stadt, falls es diese gab? Wenn Neville schon behauptet die Mutanten würden Schritt für Schritt mehr Menschlichkeit verlieren, wie war das Zusammenleben mit ihnen dann zu Beginn, als die Mutation noch nicht so weit fortgeschritten war? Und wieso kommt er nie auf die Idee, dass mit diesem Wandel auch die Möglichkeit gegeben ist, dass die Mutanten wieder intelligenter werden könnten? „I Am Legend“ hat zu viele offene Fragen. Antworten hätten ihn interessanter gemacht und ihm vielleicht etwas mehr Tiefe beschert.

Denn in einem Bereich ist „I Am Legend“ besonders schlecht im Vergleich zu seinen Vorgängern: im Bereich der Gesellschaftskritik. Da hat man die Möglichkeit eine so geniale Geschichte zu modernisieren und macht fast nur einen ollen Popkornfilm daraus, der nur zwangsweise einen gewissen tieferen Gehalt bekommt, weil die Geschichte ohne ihn gar nicht erst möglich zu erzählen gewesen wäre. Aber warum umgeht man so krampfhaft niveauvollere Erzählstränge? Haben nicht gerade die 70er uns gezeigt, dass man Tiefsinn auch in kurzweiliges Popkornkino packen kann? „I Am Legend“ ist schlichtweg zu oberflächlich.

Es ist hauptsächlich die Geschichte selbst, die den Film vor dem Untergang in die Belanglosigkeit rettet. Es fällt mir schwer mir vorzustellen, was man anstellen müsste um die geniale Geschichte komplett zu ruinieren. Da wäre schon ein besonderes Talent nötig. Immerhin schafft es Francis Lawrence häufig Spannung aufzubauen, allerdings eher in Form von Schockmomenten. Suspense ist weniger sein Gebiet. Die leere Großstadt, die recht gut in Szene gesetzt wird, verleiht dem Werk allerdings die nötige Dichte in der Atmosphäre und die ein oder andere spannende Sequenz.

Eine sehr geglückte Szene ist jene, in der Neville bemerkt, dass er seinem Hund nicht helfen kann. Das Tier beginnt zu mutieren und er muss handeln. Schade nur dass sich das Gute dieser Szene nicht auch talentiert in Smiths Spiel bemerken lässt. Bedenkt man allerdings dass dieser Film vor einigen Jahren noch mit Schwarzenegger geplant war, kann man sich glücklich schätzen das kleinere Übel vorgesetzt bekommen zu haben.

„I Am Legend“ ist kein totaler Reinfall. Das ist mit dieser tollen Geschichte auch kaum möglich. Aber er ist ein oberflächlicher, fehlbesetzter Film geworden, der eine Menge Möglichkeiten verschenkt. Wenn wenigstens die Psychologie stimmen würde könnte man über viele andere Dinge locker hinwegsehen. So bleibt nur nüchterne, routinierte Unterhaltung, die ab und an durch spannende Szenen aufgewertet wird. Dem anspruchslosen Publikum von heute mag eine derart halbgare Sache vielleicht gefallen, ich hingegen bin enttäuscht. Immerhin haben zwei andere Verfilmungen gezeigt wie man es richtig macht. Und Michael Bay zeigte mit „Die Insel“ wie man auch heute noch einen Popkornfilm mit etwas Anspruch anreichern kann.

PS: Dass in den Vergleichen stets Charlton Heston statt Vincent Price genannt wurde, zeigt übrigens deutlich, dass bei Price die im Review genannten Mankos erst gar nicht angeklungen sind. Wo Heston durch eine gute Umsetzung nicht negativ auffiel, schafft es Price durch sein geglücktes Spiel.  OFDb

17.08.2012

HANCOCK (2008)

Ein heruntergekommener Superheld rettet einem PR-Berater das Leben, so dass dieser sich revanchiert, in dem er den von der Allgemeinheit gehassten mit Superkräften ausgestatteten Asozialen dazu verhilft wieder beliebt zu werden...

Kommt ein Egomane geflogen...
 
Gleich vorweg: lustiger und vor allen Dingen satirischer wäre der Film geworden, wenn Hancock sich nur nach außen bessern würde, einfach um die Luft der Beliebtheit zu schnuppern. Aber für solche Ideen ist „Hancock“ viel zu sehr Blockbuster-Kino, was bereits seine Besetzung mit Will Smith zeigt, der es zwar schafft eine gewisse Sympathie auszustrahlen, aus der Figur die er spielt aber viel zu wenig herausholt.

Ob das inmitten eines eher mäßigen Drehbuchs viel genützt hätte, ist nicht sicher, aber einen Versuch wäre es wert gewesen. Wieder einmal beherrscht es Smith nicht glaubwürdig emotional zu spielen, dafür ist er viel zu sehr Darsteller anstatt Schauspieler, aber es hätte bereits gereicht auf schlichte „Men In Black“-Art einfach comichaft eine Spur dicker aufzutragen, schließlich ist dies hier Popkorn-Kino, und das soll einfach nur Spaß machen.

Das macht es auf schlichte Art auch, im ersten Drittel jedoch mehr als danach. Aufgegriffen wird im Grunde eine Randidee aus „Superman 3“, die erweitert wird durch das Zusammentreffen mit einem PR-Berater. Eine solche Idee hätte eine gute Umsetzung verdient, schafft es aber freilich, eben weil es so eine hervorragende Idee ist, auch noch in der hier vorliegenden Lightversion zu unterhalten. Aber der Spaß bröckelt, wenn Hancock rehabilitiert in die Welt zurückkehrt, um ein gefeierter Held zu werden.

Meiner Meinung nach hätte der Film erst mit diesem Szenario schließen dürfen. Aus einem Asi einen Vorzeige-Promi zu machen, hätte für einen Stoff von 90 Minuten Laufzeit ausgereicht. Nicht nur dass mehr nicht nötig gewesen wäre, die Geschichte wäre auch um einiges glaubwürdiger ausgefallen, da man dem Wandel damit mehr Zeit gewidmet hätte. Hancocks Wandel kommt jedoch über Nacht, so als hätte er längst auf diese Chance gewartet. Mit diesem Ansatz könnte ich noch leben, wenn die Tricks des PR-Beraters raffiniert gewesen wären. Aber Hancock hätte mit solch simplen Grundlektionen der Höflichkeit längst von allein ein besserer Held werden können, erst recht wenn man beobachten darf wie unschwer es ihm fällt dem Alkohol abzusagen, mit dem er zuvor bereits den Morgen begonnen hat.

In dieser ersten zu kurz kommenden Phase macht es Laune dabei zuzusehen, wie klassische Superhelden-Bilder parodiert werden, in dem sie auf den Kopf gestellt werden. Ohne ein familientaugliches Ergebnis und somit mit weniger Bravheit versehen, hätte dies auch einen ganzen Film so bleiben können. Doch tritt erst einmal der gewandelte Hancock auf, ist es vorbei mit dem rechten Biss, und der Film wird zu dem, was er zuvor parodierte.

Da ist es schon lobenswert, dass er emotional in dieser Phase etwas tiefer geht. Man erfährt warum Hancock geworden ist was er wurde, man erfährt den Hintergrund seiner Herkunft, und es wird die klassische Superhelden-Tragik geschaffen, die jedem Helden einen Tiefe hinzuzaubert. Leider will man aber jegliches aufgegriffenes Thema ziemlich schnell abarbeiten, so dass der von mir als zu kurz kommende kritisierte Einstieg nur der Beginn einer Reihe nicht zu Ende gedachter Ideen ist.

Da wirkt einiges bisweilen lückenhaft und unlogisch. Sicherlich kann man über alltäglichen Superhelden-Nonsens hinwegschauen, so z.B. bei der Frage, warum ein Superhelden-Kostüm, welches Hancock von einem Menschen geschenkt bekommt, keinerlei Einschusslöcher im Kugelhagel beschert bekommt. Nimmt es durch Körperkontakt automatisch Hancocks Fähigkeiten ein? Es wäre kleinlich sich in einem Film wie diesen an solchen Nichtigkeiten aufzuhängen. Aber was ist mit den großen Fragen und Widersprüchen, z.B. in der Vergangenheit Hancocks in Bezug auf eine Frau in seinem Leben, die er mal enttäuschte, dann aber kurz vor dem Blackout wieder überglücklich machte? Und ist, auch wenn versucht wurde hierfür einen Grund abzuliefern, das Zusammentreffen der beiden nicht doch eine Spur zu zufällig? Was ist mit der aktuellen Beziehung dieser Frau, die keine Zukunft haben kann und sich scheinbar gegen das Schicksal auflehnt?

Und was ist mit der größten Lücke, dem Finale? Wieso rotten sich ein paar Verbrecher zusammen, die eines Hancocks nicht würdig sind und scheinbar von seiner Schwäche wissen, obwohl es hierfür keinerlei Grund gibt? Arbeitete man so stark an einer 90 Minuten-Laufzeit, dass kein Platz mehr für einen Superschurken war? Hätte man es nicht konsequenter Weise einfach bei der Tragik Hancocks in Bezug zu seinem Gegenstück als finalen, eher inneren, Kampf belassen können? Musste es zwingend ein Krawumm-Ende geben? Immerhin hatte der Film zu Beginn den Freischein actionmäßig ordentlich in die Kacke zu hauen, um zu demonstrieren wie teuer Hancock dem Steuerzahler kommt. Da hätte man doch auch mit Würde ein actionfreies Ende kreieren können zum Wohle der erzählten Geschichte. So etwas müsste doch selbst in einem Blockbuster möglich sein, oder vergrault man tatsächlich damit bereits ein ganzes Publikum?

Wie auch immer! Glücklicher Weise bekommt „Hancock“ immer gerade noch den Bogen um wenigstens durchschnittlich zu unterhalten. Bedenkt man jedoch auf welch starker Grundidee die Regie-Arbeit von Peter Berg („Very Bad Things“) aufbaut, darf man schon ein wenig enttäuscht sein. Hollywood sollte sich wieder mehr auf seine Drehbuch-Autoren verlassen und weniger auf seine Stars. Immerhin schaffen US-Autoren selbst große Würfe im TV, wie intelligente Serien wie „Dexter“ beweisen. Ein großes Ergebnis müsste doch auch mal wieder im massentauglichen Kino möglich sein, so wie früher!  OFDb