Posts mit dem Label Elizabeth Perkins werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Elizabeth Perkins werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

27.04.2015

FRAU MIT HUND SUCHT... MANN MIT HERZ (2005)

Sicherlich besitzen die meisten romantischen Komödien keine großartig tiefgehenden Geschichten. Sie leben meist von ihrem Witz und der prickelnden Romantik. Aber selten kamen mir Ereignisse in diesem leichten Genre so belanglos vor wie die aus „Frau mit Hund... sucht Mann mit Herz“, der lediglich die Frage nach Mr. Richtig stellt und erst mithilfe eines Buhmanns unter den beiden Favouriten zu einer Lösung kommt. Das wäre sicherlich nicht nötig gewesen, im Prinzip sogar interessanter und raffinierter ausgefallen, wenn dies nicht der Fall gewesen wäre, insgesamt ist einem die ewig jammernde Hauptfigur aber dann doch zu egal um wirklich wissen zu wollen für wen sie sich entscheidet.

Es ist nicht so, dass „Must Love Dogs“ (Originaltitel) teilweise nicht luftig leicht daher kommen würde und hin und wieder Sympathie versprühen würde, aber das sind Phasen in einem Film, der von seinen großartigen Darstellern zwar getragen aber nicht gerettet wird. Erstaunlich wie viel Mühe sich alle geben, wie angenehm Cusack daher kommt, wie kitschig aber nachvollziehbar die Beweggründe des Vaters dargestellt werden und wie dessen neue zwielichtige Freundin eine positive Wirkung im Laufe der Zeit beim Publikum erzielt. Letztendlich kommt der Streifen aber einfach eine Spur zu soft daher und suggeriert dem Zuschauer pausenlos dass ein Mensch ohne Partner nicht komplett wäre.

Wenn sich das finale Paar gegen Ende schwer damit tut endlich zueinander zu finden, dann ergibt das endlich einmal so starke Momente wie jene aus Cusacks geglückter Romantik-Komödie „Weil es Dich gibt“. Erfrischende Szenen, wie die verzweifelte Suche nach einer geöffneten Apotheke in der Nacht, oder solch frustrierende wie der von John mitbekommene Kuss eines nächtlichen Besuchers, sind einsame Höhepunkte in einer Geschichte die zwar nicht wirklich langweilt, aber doch im Laufe der Spielzeit immer wieder die Frage aufwirft: wen interessiert das nun wirklich?

Sicherlich würde es einigen Love Storys wie dieser hier ergehen, wenn sie sich nicht in irgendeinem unglaublich toll geschrieben Punkt hervorheben würden. In „Während Du schliefst“ wird die Sehnsucht von Pullmans Rolle hervorgehoben und auf den Zuschauer übertragen. „French Kiss" lebt von der frechen Art eines Kevin Klines. „So was wie Liebe" von den komplizierten Umständen der Moderne. Wo es an wahrem Wortwitz fehlt oder an intensiven Gefühlen, da schleicht sich eben einach ein gewisses Desinteresse ein, zumindest wenn die Figur im Blickpunkt zu austauschbar ist.

Sarah lernen wir eigentlich nur als jemand Einsames kennen, der gerne einen Freund hätte. Ihre Persönlichkeit, und damit die Antwort darauf ob ihre Probleme mit dem Finden von Mr. Richtig auch wirklich gelöst sind, lernen wir nicht wirklich kennen. Nur den bangenden, hoffenden und winselnden Part - überschattet von einer Familie, die zwingend möchte, dass Sarah endlich in einer Partnerschaft lebt. Fast schon will man die Heldin als Single erleben, um diesem hier vorgelebten Weltbild zuzurufen: es ist nicht schlimm allein lebend zu sein. Du bist auch etwas wert ohne einen Partner zu besitzen. Leider gibt sich der von Gary David Goldberg inszenierte Film im Abspann diesbezüglich lieber selber Recht, während er viel zu dreist von „Harry und Sally“ klaut, der durch seine Raffinesse und tiefgehenden Charaktere das exakte Gegenteil zum zu routinierten und oberflächlich ausgefallenen „Frau mit Hund... sucht Mann mit Herz“ ist.  OFDb

14.11.2014

BIG (1988)

Diese Ähnlichkeit mit welcher der junge und der alte Josh gecastet wurden, ist erstaunlich groß - und mögen die Make Up-Verantwortlichen noch so dolle dabei mitgewirkt haben. Das macht die Sache optisch so glaubwürdig wie die eigentliche Geschichte kaum sein kann, geht sie doch vom Idealgeschehen aus, dass der Chef Joshs ein besonders warmherziger Mensch ist und ihm nach nur wenigen Tagen ein Spitzengehalt zum Testen von Spielzeug anbietet. Auch in vielen anderen Bereichen wird die Realität gerne ausgeblendet. Bei „big“ konzentriert man sich auf die schönen Aspekte des Lebens, und das ist auch gut so, denn letztendlich soll er nur ein Märchen für Erwachsene sein und ein Plädoyer dafür das Kind im Manne nicht zu vergessen. Es ist ein Teil von uns.

Für einen Familienfilm aus den USA erstaunt es schon für die damalige, lockerere Zeit, dass das Thema Sex nicht verbannt wird. Josh ist immerhin 13 Jahre alt. In wie weit er im Kinderzustand schon mit seiner Sexualität vertraut ist, wird nicht verraten, und als Erwachsenen sehen wir ihn auch nie den Beischlaf ausüben. Aber die Situationen im Alltag verraten schon so einiges was nachts passiert, und man kann es als Talent Marshalls sehen, dass ihr das Kunststück gelungen ist die Magie eines Märchens nicht durch Sexualprovokationen zu verraten, einen solchen Aspekt aus heuchlerisch moralischen Gründen aber auch nicht zu ignorieren oder zu verteufeln.

Gäbe es je eine Fortsetzung, man wäre sicher am weiteren Lebensverlauf Susans interessiert, die von Elizabeth Perkins verkörperte Freundin des „erwachsenen“ Joshs. Sie muss verarbeiten was passiert ist, sie muss sich damit auseinandersetzen warum sie auf solch verspielte Kindsköpfe abzufahren scheint. Mag „big“ im Stillen schon manche Antwort bereit legen, immerhin ist er rein psychologisch betrachtet kein verkehrter Film, interessant wäre es trotzdem zu wissen wie es Susan später erging. Ob sie doch noch mal Jahre später heimlich gucken geht, wie groß Josh schon geworden ist? Würde sie ihn im Erwachsenenalter kontaktieren? Oder würde sie das Thema komplett resetten, aus Gründen der Reife, der Scham oder aus Angstgefühlen heraus? Man weiß es nicht. Fakt ist aber nun einmal, dass die Realität den erwachsenen Menschen immer irgendwann einzuholen weiß, egal wie verliebt oder ethisch geläutert man sich auch manches Mal fühlen mag.

„Big" ist herzerfrischend erzählt, lustig, wenn an mancher Stelle auch etwas arg auf Nummer Sicher mit seinem Humor gesetzt, aber inmitten der schöngemalten Märchenrealität ist es Tom Hanks, der die ganze Chose glaubwürdig und erheiternd erscheinen lässt. Sein kindliches Gesicht und noch mehr seine verspielte Art, fern jeglicher Anwesenheit einer Spießer-Mentalität, lassen einen glauben, dass der Mann den wir sehen tatsächlich ein 13jähriger ist. Sein Wandel zum echten Erwachsenen wird vom Drehbuch zwar etwas ruppig angegangen, der Film durfte immerhin nicht die damals obligatorischen 90 Pflichtminuten all zu sehr sprengen, aber auch als Gereifter auf dem Weg zu einer konservativen Charakterentwicklung bleibt Hanks immer glaubwürdig.

Dass dieser Wandel ins Erwachsenenleben eher ein Vergessen der Kindheit als ein wahrliches Reifen ist, wie es sich der Konservative gerne einredet, wird im letzten Drittel sehr deutlich thematisiert und mit diesem Schwerpunkt verstärkt „big“ die Grundposition seiner Geschichte, die er eigentlich schon eine Stunde lang zuvor versuchte an den Mann zu bringen. Sie wird hier nur deutlicher denn je. Wir werden älter, wir bekommen mehr Lebenserfahrung, damit reifen wir. Das ist alles richtig. Aber den Spaß am Leben, an Unnötigkeiten, am necken, am experimentieren und sich trotz aller Erlebnisse einen naiven Blick auf die Dinge beizubehalten, das sind alles Dinge die man nicht aufgeben muss, um erwachsen zu werden. Eine soziale Verantwortung und Selbstdisziplin in den richtigen Momenten kommt der Wahrheit schon näher - ausgerechnet jene Eigenschaften, die so vielen Menschen, die sich für unglaublich erwachsen halten, fehlen.

Josh merkt dass er ins Kinderleben zurückkehren muss, um nicht kaputt zu gehen oder seine kindliche Art gar für immer zu verlieren. Das macht Josh so fiktiv. Er ist nur ein Sinnbild dessen was manche Erwachsene tun sollten. Nach „big“ hat es der ein oder andere sicher auch getan, und wenn es nur kurzfristig war. Denn „big“ ist magisch. Er weiß einen zu unterhalten, zu umgarnen und zu verzaubern. Er weiß wie man das Kind im Manne weckt.  OFDb

15.11.2012

KARRIERE MIT LINKS (1987)

Robin Weathers ist ein Frischling unter den Anwälten. Der übliche Weg an die interessanten Fälle zu geraten ist ihm zu langsam, also mogelt er sich in einen mittelklassigen Prozess und schaukelt diesen zum Medienzirkus auf. Er gewinnt den Fall und erlangt durch seine unkonventionellen Methoden Berühmtheit. Zu dumm, dass er sich mit dem Gegenanwalt abgesprochen hatte, denn sein nächster Klient war von dem Jüngling derart beeindruckt, dass er nur von ihm vertreten werden will. Douglas Benoit wird Mord vorgeworfen. Der Fall ist nicht zu gewinnen, denn jeder hält Benoit für den Täter eingeschlossen Weathers. Mit Tricks kommt der diesmal nicht weiter...

Vom Nachsitzen in den Gerichtssaal...
 
Wenn es einer vom "Frühstücksclub" so gar nicht geschafft hat, noch nicht einmal kurzfristig, dann ist dies ausgerechnet der talentierteste und sympathischste der dort spielenden Teendarsteller gewesen: Judd Nelson. Seine Filmauswahl war einfach selten dämlich und in Deutschland meist direkt in den Videothekenregalen zu entdecken. "Karriere mit links" dürfte einer seiner brauchbarsten Folgefilme gewesen sein.

Grob gesehen ist der Film spaßig, erzählt auch eine recht interessante Geschichte und ist auch gut besetzt. Nelsons Arbeitskollegen (ob über oder unter ihm) sind ebenso überzeugend gespielt wie seine Gegner und Klienten. Die Partnerschaft in welcher die Hauptfigur lebt ist nicht einfach die 08-15-Sache aus dem Lehrbuch fürs richtige Drehbuchschreiben, und die Geschichte ist dafür, dass sie gerade in einer Kino-Pro-Yuppie-Zeit entstand auch recht innovativ. Während der direkteste Konkurrent "Das Geheimnis meines Erfolges" heute noch vielen ein Begriff ist, ist der vom Niveau her auf ähnlicher Ebene angesiedelte "Karriere mit links" schon zu seiner Zeit untergegangen.

Richtig publikumswirksam ist sein Konzept auch nicht zu nennen. Was wie eine flotte kleine Komödie anfängt, wird mit der Zeit auf Komödienniveau relativ ernst und bekommt leichte Thrillerzüge (ähnlich wie "Mord in der Highschool"). John Hurt wird nach ca. 30 Minuten als neuer schwieriger Klient in die Story eingebracht, spielt dabei alle an die Wand und hat sichtlich Spaß mit seiner recht anspruchsvollen Rolle. Er verkörpert jemanden dem man nicht traut und von dem man auch sofort weiß, dass man ihm zu recht nicht traut. Daraus wird gar kein Geheimnis gemacht. Wenn er sich am Ende des Films als der Killer entpuppt ist das keine Überraschung.

„Karriere mit links“ spielt damit, dass man sich dieser Tatsache bewusst ist. Anfangs sorgt dieser psychologische Trick für die Hilflosigkeit, die sich vom Protagonisten auf den Zuschauer überträgt und einen somit aus der Leichtigkeit reist, die der Film einen zuvor vorgelebt hat. Erst bestätigt er uns in der Spaßgesellschaft, um uns schließlich den Stinkefinger zu zeigen, dass man ohne den nötigen Ernst und Respekt vor einer Sache doch nicht sehr weit kommt.

Ist diese Phase überwunden, begleitet man Weathers dabei, wie er, ähnlich Tom Cruise in „Eine Frage der Ehre“, die selbstverständliche Wahrheit aus seinem Klienten herauskitzelt. Hurts schauspielerischen Höhepunkt in dieser Rolle erlebt man, wenn er in einer Unterredung mit seinem Anwalt bis ins kleinste Detail veranschaulicht wie der kaltblütige Mord an einer hilflosen Person vollzogen wird, ohne dass Weathers ihn damit überführen könnte. Hilflos lauscht er den Worten des überheblichen Psychopathen.

Ab einem gewissen Punkt in der Geschichte weicht die Komik der ernsten Lage, freilich ohne komplett abzudanken. Allerdings ist das Verarbeiten des Filmthemas mit der Methode von seichtem bis hin zum albernen Humor für die breite Masse sicherlich eine Spur zu geschmacklos. Ich selbst habe keine Probleme damit, sehe den Fehler dieses Filmes eher auf einer anderen Seite: Nelson spielt einen Sympathiecharakter.
 
Man soll ihn mögen, trotz all seiner Schelmereien. Bis zu einem gewissen Grad geht das auch. Mein privates Problem mit seiner Rolle ist die schlichte Tatsache, dass er ein Yuppie ist, eine Gruppe Menschen denen ich nicht gerade wohlgesonnen bin. Aber das ist mein Problem und wäre für einen solchen Kritikpunkt nicht relevant. Gravierender ist da schon, dass die lümmelhafte Figur positiv dargestellt wird, obwohl sie das Paradebeispiel des Verfalls vergangener Werte ist. Die Rolle des Nelson bringt die Spaßgesellschaft in einen Lebensbereich ein, in dem diese nichts zu suchen hat. Und er bringt sie zusätzlich durch illegale Mittel an diesen Ort.

Das ist für den Moment witzig, und dass dies nicht unbewusst so angegangen wird zeigt der oben näher erläuterte psychologische Kniff in der Wende der Geschichte. Man hat jedoch nicht den Eindruck eines „Uhrwerk Orange“, dass man eine unsympathische Figur begleitet, die einem über seine Erlebnisse dennoch ans Herz wächst. Weathers soll von Anfang an Charme versprühen, so dass man sich fragt was Bob Clark oder der Verantwortliche fürs Drehbuch sich bei dieser Herangehensweise gedacht hat.

Sieht man einmal über diesen sehr strengen Kritikpunkt hinweg, bleibt eine Komödie, die zwar bis zum Schluss zu unterhalten weiß, von der man aber nicht so ganz weiß, was sie nun soll. Damit wird sie relativ belanglos und trotz all ihrer Qualität auch schnell wieder vergessen. Um in Erinnerung zu bleiben hätte es entweder einen anderen Umgang mit der Hauptfigur oder schlichtweg mehr Gags geben müssen. Letzterer Vorschlag hätte jedoch den Thriller-Momenten geschadet, die dem Werk eine gewisse Klasse verleihen.

Hurts Spiel macht einiges wieder wett, einige Lacher gibt es auch (gerade in dem Abschnitt mit dem ersten Klienten vor Gericht) und zum öfter schauen ist "Karriere mit links" auch tauglich. Aber er ist Trivialunterhaltung und neben "Zoff in der Hoover Academy" und dem sehr mittelmäßigen "Sunset Killer" ein typischer Grund dafür, warum nur den wenigsten der Name des talentierten Judd Nelson heute noch etwas sagt.  OFDb