"Der Couch-Trip" ist weder in dem Tempo glaubwürdig, in welchem der falsche Beard die Beliebtheit erreicht, noch geht es ihm um mehr als Aykroyd charmant kriminell in Szene zu setzen. Der nutzt die Chance für improvisierte Komik, womit er auf die Anfänge seiner Karriere zurückgreifen kann, und er zusammen mit der Restbesetzung ist genau jener Punkt, weshalb man einem theoretisch austauschbarem Werk nicht bös sein kann, weiß es doch zu unterhalten und die erhoffte Sympathie der Figuren auch tatsächlich treffsicher einzusetzen. Zwar wird es nie so comic-artig wie es möglich wäre (das Finale ist diesem Ziel diesbezüglich am nächsten), und der rechte Biss, um den Bereich psychiatrischer Behandlungen satirisch treffsicher zu erfassen, fehlt auch, aber manchmal reicht eben einfach ein geglücktes Feeling und der Spaß der Mimen am Spiel, um einen unterhaltsamen Film fertigzustellen. Ob das Publikum etwas mit der sehr ungewöhnlich ausgefallenen Rolle Walter Matthaus anfangen kann, obwohl er wieder einmal mürrisch agieren darf, steht auf einem anderen Blatt Papier. Der spielt die Ausnahme in dem ansonsten für den damaligen Mainstream konstruierten Streifen, und wird erstaunlicher Weise trotzdem im Laufe der Zeit zu mehr als dem üblichen, schrulligen Sidekick. Man mag nicht wirklich nachvollziehen können, warum Burns sich ihm gen Ende so verbunden fühlt, aber das bleibt der einzige tatsächliche Schwachpunkt in einer ansonsten nett erzählten und professionell gespielten Komödie. Wer Matthaus Rolle nicht versteht oder nicht ausstehen kann, wird nicht viel Zugang zum "Couch Trip" finden, wer diese jedoch mindestens halb gegriffen bekommt, wird mindestens die Schlussszene lieben, in welcher geradezu herzlich thematisiert Burns das Happy End in Liebesfragen verwehrt wird. Nach so viel Schadenfreude anderen gegenüber, weiß diese Entscheidung zu gefallen. OFDb
Von einem der daheim blieb, um die weiten Welten des Films zu entdecken...
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20.05.2021
DER COUCH TRIP (1988)
Zwar ist "The Couch Trip" (Originaltitel) eine jener typischen Komödien, in denen sich jemand für wen anders ausgibt, allerdings nicht um damit allerhand Verwirrung zu stiften, sondern eher den Charme der Hauptfigur zu unterstützen. Ohnehin ist Michael Ritchie, der auch für die beiden "Fletch"-Filme und den viel zu unbekannten "Cops und Robbersons" verwantwortlich war, eher eine Komödie der Charaktere geglückt, anstatt eine mit nennenswerter Geschichte. Man soll es genießen, wie die unverschämte, aber sympathische Figur Burns, sich mit Betrug die Herzen seines Umfelds erschleicht. Und es funktioniert. Das liegt aber auch daran, dass das Drehbuch nicht einzig auf diese eine Figur setzt, sondern in Nebenrollen auf anderer Ebene arbeitende Charaktere zielsicher einsetzt. Charles Grodin darf einen mental kaputten Psychiater mimen, der im Laufe der Zeit, zur Freude des Zuschauers, immer irrer wird, Ayre Gross spielt das unverschämte Anwalts-Klischee, David Clennon den herrlich unqualifizierten echten Dr. Beard, der in seinem schönsten Moment für eine halbe Sekunde selbst an seiner Identität zweifelt und auf sein eigenes Namensschild blickt, um sich sicher zu sein, und auch manch andere Figur weiß diesen Film, der eigentlich gewohntes Terrain abgrast, positiv zu stützen.
09.04.2017
CHARADE (1963)
Stanley Donen war mit seinen 30 Spielfilmen die er schuf in diversen Genres zu Hause. Ob Kinderfilm, Komödie, Romantik, Science Fiction oder Musikfilm, Donen schuf allerhand Klassiker, darunter „Arabeske“, „Saturn City“, „Du sollst mein Glücksstern sein“ und den hier besprochenen „Charade“. Der ist ein kunterbunter Genre-Mix, so dass Donen der richtige Mann für den Job war, vernachlässigt er doch keine der Filmrichtungen, die in „Charade“ enthalten sind, als da wären Thriller, Komödie, Romantik und Kriminalfilm. Stets schwankt das Werk zwischen Spannungsbogen und Komik, während parallel die sich anbahnende Liebesgeschichte zu interessieren weiß.
Sie hat es am schwersten inmitten all der Zweifel und Verdächtigungen, weiß der Zuschauer doch nicht wem er trauen darf, noch mehr als es die Rolle Audrey Hepburns tut, schließlich könnte auch sie der überraschend verräterische Trumpf am Schluss sein. Dementsprechend verspielt irrational findet die Liebesgeschichte inmitten des mörderischen Plots statt, entwickelt der Love Interesst mit jedem Auffliegen einer Lüge doch einen weiteren angeblichen Charakter und ist Regina trotz dieses pflegelhaften, vielleicht sogar mordsgefährlichen, Verhaltens doch unglaublich in den älteren Herren verschossen, der öfter seine Namen als seine Hemden wechselt und trotzdem noch am ehesten das Vertrauen der verwirrten Witwe gewinnen kann.
In „Charade“ wimmeltes nur so vor Schurken und möglichen Mördern. Tote gibt es reichlich, falsche Fährten noch mehr. Manche davon ahnt der geschulte Zuschauer von heute sicherlich bereits bevor sie offiziell aufgedeckt werden, letztendlich kann man dem Streifen diesbezüglich aber einen einfallsreich wendungsreichen Plot athestieren, dessen Schlussauflösung zu gefallen weiß. Von einem großen Filmereignis würde ich persönlich trotzdem nicht sprechen. Ich fand „Charade“ lediglich amüsant und kurzweilig, und empfand ihn als ein angenehmes Vergnügen für zwischendurch.
Überrascht war ich vom oftmals schwachen Spiel Audrey Hepburns, die teilweise eher Grimassen schneidet anstatt tatsächliche Gefühlsregungen zu simulieren. Da kommt es ihrer schwachen Darbietung sehr gelegen, dass der Stoff humoristisch angereichert wurde. Andererseits schien Donen viel von ihr zu halten, war „Charade“ doch schließlich nicht das einzige Werk welches beide zusammen drehten. Im Gegensatz dazu spielt der in „Arsen und Spitzenhäubschen“ von mir noch kritisch beäugelte Cary Grant sowohl die humoristischen Seiten, als auch die bösartigen recht gekonnt. Gealtert weiß er meiner Meinung nach ohnehin mehr Charisma zu versprühen als 20 Jahre zuvor, das kommt ihm in dieser Rolle freilich zugute.
Mit George Kennedy und Walter Matthau sind noch zwei weitere bekannte Gesichter mit an Bord. Zwar liefert keiner von ihnen eine Glanzleistung ab (Grant anbei trotz allem Lobes auch nicht), aber das ist nicht weiter wild, da „Charade“ hauptsächlich von seinem guten Plot lebt und von der flotten Umsetzung, die das Geschehen nie auf der Stelle treten lässt. „Charade“, der bislang noch drei mal unter anderen Titeln neu verfilmt wurde, ist die typisch sympathische Sonntagnachmittagsunterhaltung für zwischendurch, nicht mehr und nicht weniger. OFDb
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Walter Matthau
30.07.2014
I.Q. - LIEBE IST RELATIV (1994)
Tim Robbins ist ein großartiger Schauspieler, den ich aufgrund so einiger großer Darbietungen („Human Nature“, „High Fidelity“, „Code 46“...) regelrecht bewundere. Meg Ryan hat in Filmen wie „French Kiss“ schon des öfteren bewiesen, dass sie eine treffsichere Besetzung für den Bereich der romantischen Komödien ist. Und Regisseur Fred Schepisi hat mit Hilfe von Steve Martins Drehbuch seinerzeit in „Roxanne“ bewiesen, dass auch er dieses Fach beherrscht.
Doch trotz all dieser theoretisch so gut klingenden Chemie funktioniert „I.Q.“ (Originaltitel) nur halbwegs aufgrund der im Film aufflammenden Liebe. Eigentlich ist es nur ein Mann mit dem diese Komödie steht und fällt, und das ist Walter Matthau in der Rolle des Albert Einstein, allein wegen seines Aussehens schon die Idealbesetzung für diese Rolle, durch die schrulligen Vorgaben des Drehbuchs jedoch endgültig als Einstein glänzend.
Dieser wunderbare Charakter wird nun in eine ziemlich unfaire Geschichte gepackt, in welcher der Verlobte der Angebeteten extremst negativ gezeichnet wird, damit man ihn auch bloß nicht mag. Mir tat er dennoch leid, auch wenn seine Negativseiten wirklich humoristisch gut herausgearbeitet wurden. Nicht leid genug um nicht zum Automechaniker zu halten, aber warum Einsteins Nichte sich nun wirklich in diesen verliebt bleibt mit Abstand betrachtet fraglich, kennt sie doch fast nur die Lüge die er lebt. Die sensible Seite des Mannes ist echt, aber könnte sich eine Frau nach Aufdeckung der Lüge darauf verlassen?
Nun gut, eine Rom-Com sollte man nie mit zu viel Abstand betrachten und sich einfach der Magie hingeben, aber die will nur teilweise funktionieren, wird doch etwas zu viel auf das niedliche Aussehen Meg Ryans gesetzt, und diese niedlich lächelnd in Großaufnahme allein reicht nicht um sie sympathisch zu finden. Und da es ihr an wahrer Herzlichkeit im Wesen fehlt, kommt einem das Verliebtsein des Mechanikers eher wie ein kurzes infantiles Schwärmen vor.
Dank eines wirklich gelungenen Drehbuchs und der gut aufgelegten Stars funktioniert „I.Q. - Liebe ist relativ“ glücklicher Weise trotzdem. Die Schrulligkeiten von Einstein und seinen Wissenschaftsfreunden, die Verkettungen die aus einer so simpel klingenden Lüge entstehen und die Schadenfreude mit der aus der Enttäuschung eines anderen etwas Wunderbares für zwei für einander bestimmte Seelen wächst, weiß zu überzeugen. Letzteres aber auch nur weil das Drehbuch nie Zweifel an der Richtigkeit der Mission aufkommen lässt. Wie erwähnt: leid tat mir der Verlobte trotzdem.
„I.Q.“ fehlt die Größe von „Harry und Sally“, „Während Du schliefst“ und „E-Mail für Dich“, aber er schaut sich trotzdem noch immer über Durchschnitt, wenn auch eher wegen der amüsanten Wissenschaftler und dem leidenden Verlobten. Wirklich romantisch wird die Komödie nur selten, einmal jedoch im wichtigsten Moment. Wie die Rolle der Ryan erkennt, dass sie den Mechaniker tatsächlich liebt ist schön herausgearbeitet und wirkt psychologisch gesehen sogar recht glaubwürdig. Aber auch diese Szene funktioniert nicht komplett ohne Matthaus herrlich lustigen Zutuns. OFDb
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