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23.08.2025

Aliens, Geister, Psychopathen, Killerhaie und dämonisches Spielzeug - Kurzkommentare (10)

 

Demonic Toys - Jack-Attack (2023)

Jetzt sind sie scheinbar einzeln dran, die Demonic Toys aus der Charles Band-Schmiede, von denen man im Gegensatz zur hauseigenen "Puppet Master"-Konkurrenz viel zu selten etwas hört. Im Gegensatz zum zweiten Teil dieser Reihe erschien dieser Einstünder dank Wicked Vision in Deutschland, selbst finanziert synchronisiert, und da kann man die Firma nur loben, ist die Deutschvertonung doch so liebevoll und professionell ausgefallen wie die Veröffentlichungen des Labels an sich. Etwas mehr Liebe hätte man sich auch von William Butler gewünscht, der das Ding fast im Alleingang fertiggestellt hat. Zwar hochauflösend aufgenommen und überraschend überzeugend besetzt, besteht die Geschichte fast nur aus Hinhalten, um uns am Ende eine Pointe zu servieren, die in "Texas Chainsaw 3D" glaubwürdiger Verwendung fand. Der neue Zusatzclown tut dem oftmals zu penetrant wirkenden Jack hingegen gut. Stammzuschauer können einen Blick riskieren.  OFDb  

 

Science Fiction - Sind Eltern Aliens? (2002)

Auf ähnlichen Pfanden wandernd wie "Alien Teacher" ist "Science Fiction" (Originaltitel) ein Kinderfilm zu einem Thema aus dem phantastischen Kinobereich, der auch für Erwachsene erstaunlich gut zu konsumieren geeignet ist. Die Geschichte bietet ein interessantes Rätsel (sofern man nicht zufällig im Innencover die Kapitelüberschriften liest, die bereits alles im Vorfeld verraten), eine ordentliche Ohrfeige an bestimmte Eltern-Typen und einen relativ natürlichen Umgang mit der Kinderwelt. Die Jungdarsteller wirken echt, besitzen Charaktere anstatt nur im Klischee zu baden, und entsprechend anfreunden kann man sich mit ihnen, um erfahren zu wollen, wohin alles steuert. Ein unverkrampftes Drehbuch sorgt für den Rest.  OFDb  

 

Shakka - Bestie aus der Tiefe (1990)

In seiner kompletten Erscheinung hätte ich "Deep Blood" (Originaltitel) als typischen Nachahmer von Spielbergs "Der weiße Hai" Ende der 70er Jahre oder Anfang der 80er vermutet. Für sein Jahrzehnt wirkt er besonders altbacken, aber eben auch derart routiniert, dass man als Kenner solcher Werke nichts anderes erwartet und somit nicht so negativ vom Ergebnis überrascht wird wie der Laie, der sich zufällig in solch einen Film verlaufen hat. Ein echter Hai ist immer uninteressanter als ein getrickster, eine innovative Handlung bekommt man höchstens im an "Es" erinnernden übernatürlichen Teil serviert, die "Gefahr aus der Tiefe" (Alternativtitel) dabei hilft zumindest den Beginn halbwegs interessant zu gestalten. Die Co-Produktion aus den USA und Italien guckt sich typisch Billigfilm-italienisch und ist nur für das Stammpublikum dieser Niesche konsumierbar.  OFDb  

 

Mein Freund Dahmer (2017)

Einiges ist an der Vorgeschichte des berüchtigten nekrophilen und kannibalistischen Massenmörders Dahmer kaum zu glauben. Aber was man hier gezeigt bekommt, hat sich tatsächlich so zugetragen, niedergeschrieben per Comicbuch von einem ehemaligen Schulkammeraden des homosexuellen Irren. "My Friend Dahmer" (Originaltitel) schließt kurz vor dem ersten Mord, wir wohnen lediglich der Kontaktaufnahme des Opfers bei, dann entlässt uns ein Schriftzug kommender Ereignisse aus dem Film. Ein entsprechend zurückhaltendes Jugend-Drama erwartet den Zuschauer zuvor, der selbst bei belustigenden Szenen bitter schluckt mit dem Wissen um die Zukunft des Sonderlings. Wer glaubt Ross Lynch spiele unnatürlich, dem sei gesagt, dass Dahmer sich zur Schulzeit tatsächlich so verkrampft bewegt haben soll, was die Rolle des jungen Mimen um so undankbarer macht. Frei jedweder reißerischen Ader fehlt es dem nüchternen Werk manchmal an tatsächlich erzählenswerten Besonderheiten, aber um dieses scheinbar Normale geht es eigentlich, das ist so gewollt, womit der Film im Gesamten im Unterhaltungsbereich zum zweischneidigen Schwert wird.  OFDb  

 

The Resort (2021)

"The Resort" liefert uns schöne Naturaufnahmen in glasklaren Bildern, toll getrickste Flugmomente mit einem Hubschrauber und generell eine brauchbare Kulisse. Die Figuren sind oberflächlich, aber zugänglich. Und solange sie umher stolzieren stimmt auch die Stimmung (wobei es belustigend ist sich vorzustellen, wie der Polizist sich all das anhören muss, was zuvor geschah, ist der Film doch per Rückblick im Verhör aufgebaut). Beginnt der Horror, vergeht auch die seicht positive Stimmung des sich bis dahin nach Standard anfühlenden Werkes. Mit Beginn der paranormalen Ereignisse rutscht das Ergebnis in den Keller, weil man glaubt ein umher huschendes Mädchen würde bereits ausreichen, um den Gruselgehalt der dafür bekannten Horrorfilme aus Japan zu erreichen. Selbst fürs Genre übertrieben dämliche Verhaltensweisen lassen auch die Sympathie für die Charaktere verschwinden, und so ist man froh, wenn dieser gerade einmal 76 Minuten lang laufende Streifen sein Ende gefunden hat. Bitte nicht verwechseln mit dem charmanten "The Rezort"!  OFDb  

22.08.2025

5 völlig unterschiedliche Filme - Kurzkommentare (9)

 

Witches in the Woods (2019)

Eine brauchbare Schneekulisse, ein Mythos ominöser Hexenprozesse als aufregendes Urlaubsziel, das Ganze ruhig abgefilmt ohne Found Footage anzuwenden, das klingt doch soweit nach einem brauchbaren Horrorfilm. Aber wer schon die Keifereien der Protagonisten in "The Blair Witch Project" nervig fand, der bekommt hier die Königsübung dieser unangenehmen Unart serviert. Egoistische Menschen streiten miteinander, wirken vorher nicht als glaubwürdige Clique samt Außenseiter, und die selbstgefällige Heldin, deren Ansichten und Handlungen am fragwürdigsten sind, bekommt mit ihrer Art vom Drehbuch auch noch Recht und Verständnis zugeschrieben, so dass eine Identifikation mit ihr unmöglich wird. Ein ewiges Hinhalten bis tatsächlich mal etwas passiert in Kontrast mit heftigsten Streitereien, selbst dann noch wenn es endlich soweit ist, lassen den kanadischen Horrorbeitrag spätestens zur zweiten Hälfte hin unerträglich schauen.  OFDb 

 

Slave Dolls (2023)

Ach, was gibt man im Booklet für tolle Hintergrundinformationen über Cyberkriminalität, Menschenhandel im Darknet u.ä., so als ob den Machern des dazugehörigen Films eine Aufklärung wichtig wäre und das Drama der Betroffenen empathisch nachvollziehbar. Frei von Moral erzählt, das mag ein guter Ansatz sein, um ein derartiges Thema ernst zu nehmen, aber wie scheinbar schon verpflichtend für den Bereich des Undergroundfilms, geht es in "Slave Dolls" außerdem nur um ein dreckiges Flair, das Zeigen von Quälereien und dies alles in möglichst entfremdeter, fast unverdaulicher Optik. Zur Provokation noch viele detailreiche Bilder der Vagina einer misshandelten Frau in Großaufnahme gezeigt, und fertig ist für Minderbemittelte das Gefühl gerade Kunst zu schauen. Freilich ist das in seiner voyeuristischen, unreflektierten und rein der Provokation wegen abgelichteten Art stattdessen lediglich Schund. Schade um die wirklich schöne Mediabook-Aufmachung!  OFDb 

 

Vertraute Fremde (2010) 

Man stelle sich "Peggy Sue hat geheiratet" als Arthouse-Drama mit leichter Dosis Humor vor, dann hat man zur selben Idee einen völlig andersartigen, meiner Meinung nach noch besseren Film. In die Heimat nach etlichen Jahren zurückkehren, das was im Kopf vergangen ist nun in der Gegenwart zu erleben, allein dieser Einstieg wird nur wenigen Menschen keinen Zugang gewähren. Wenn dann noch im Bewusstsein des Erwachsenen entscheidend tragische Tage der Kindheit wiederholt werden, ist der Film in seiner unaufgeregten Art unbezahlbar. Sich seines Alters bewusst um keine Teenie-Romanze mit einer 15jährigen bemüht, die man einst aus der Ferne bewunderte, sein Wissen der Zukunft nicht ausnutzend: der Protagonist bleibt persönlich, geht keiner fixen Kino-Idee nach, erlebt die Dinge im Kleinen, die einem als Kind nicht bewusst waren oder durch die vielen Jahre vergessen und verdrängt wurden. Und so gnadenlos und verletzend die Methode der finalen Entscheidung des Vaters auch sein mag, am Ende geht es um das Verstehen fremder Entscheidungen und Empfindungen, und darum dass jeder Erwachsene seinen eigenen Weg geht. Der Weg zu diesem Bewusstsein ist äußerst berührend und empathischer, wie sachlicher Natur. Ein großartiges, sich authentisch anfühlendes Werk!  OFDb 

 

Timer (2009)

Man versucht gar nicht erst einen sachlichen Bezug herzustellen, wie das Messen des Idealpartners funktionieren soll. Zwar bleibt die im Mittelpunkt der Geschichte stehende Erfindung damit unglaubwürdig, für einen naiven Romantikfilm ist es aber wahrscheinlich besser, dass man darauf verzichtete, um sich voll und ganz jenem seichten Stoff hinzugeben, nach dem das Stammpublikum derartiger Thematik lechzt. Und da gab es schon plumpere und banalere Ergebnisse. "Timer" guckt sich eigentlich recht nett mit den beiden unterschiedlichen Frauenrollen und ihren tatsächlichen Gefühlswirrungen, zumal er gegen Ende erwachsenere Wege als erwartet geht. Dass das Tabuthema um einen jüngeren Freund einer Frau nie aufgesetzt oder moralisch als übertrieben korrekt eingebaut wird, sondern stattdessen als Selbstverständlichkeit, tut dem trivialen Werk zusätzlich gut.  OFDb  

 

Ausnahmezustand (1998)

Die muslemische Gemeinschaft interessiert in den USA und ihren Filmen kaum wen, da leistete "Ausnahmezustand" bereits drei Jahre vor dem Anschlag auf das World Trade Center fast schon Pioniersarbeit. Umso schöner ist es, dass der Respekt dieser unbeachteten Bevölkerung in Form von Popkornkino stattfindet, anstatt in einem schwermütig verkopften Drama. Der Titel bezieht sich lediglich auf die letzte halbe Stunde der Handlung. Eigentlich geht es jedoch um Terrorbekämpfung, den Wandel von Terror, und was es bedeuten würde, wenn die Angst das Handeln bestimmt und man schwer erkämpfte Freiheiten opfert um angebliche Freiheit zu erhalten. Wenige Jahre darauf zeigte die Wirklichkeit dass es dafür keines Militärs bedarf, sondern einer Regierung, die den Patriot Act durchwinkt. So oder so ist "The Siege" (Originaltitel) ein engagierter Action-Thriller, der im Gesamtergebnis allerdings doch "nur" unterhaltsam, anstatt bedeutend ausfällt.  Wiki  

21.08.2025

Von schmerzenden, doppelten und aufgepeppten Körpern - Kurzkommentare (7)

 

Shark Bait (2022) 

Hier haben wir es mit der plumpen Art Hai-Horror zu tun, die durch nichts Erzählenswertes auffällt. Nun erwartet man in diesem Bereich kaum etwas Innovatives, aber Werke wie "Great White" retten sich zumindest mit funktionierendem Zwischenmenschlichen. Ein paar flache Teen-Charaktere, die sich schon vor der Notsituation austauschbar anfühlen und kaputte Jet Skies, anstatt der üblichen Gegenstände, mit denen man in Alternativstoffen auf dem Meer treibt, können in einem spannungsarm inszenierten Standardszenario nichts ausrichten. Auch die Hai-Attacken selbst wissen nicht zu begeistern. Als Schlaftablette brauchbar!  OFDb

 

Black Widow (2021) 

Ohne tatsächlich phantastische Zusatzelemente aus dem Fantasy- oder Science Fiction-Bereich zu liefern, wird uns hier eine actiongeladene, nicht unsympathische Superheldengeschichte aus dem Marvel-Universum serviert, die zumindest ein wenig auf Charaktere baut, zumindest auf deren verwobenes Schicksal. Ohne gleich zu etwas Weltbewegenden zu werden, funktioniert "Black Widow" auf simpler Unterhaltungsebene u.a. durch die gute Besetzung, in der Florence Pugh der stets vorbildlich agierenden Scarlett Johansson die Show in einer Rolle stiehlt, die man wenige Jahre zuvor noch mit Chloë Grace Moretz besetzt hätte. Auch die Eingangssequenz, die zu bitteren Erkenntnissen führt, gehört zu den Highlights des Films. Theoretisch unüberwindbare Versöhnungen werden auf Comic-Art charmant gemeistert.  Wiki

 

Der 6 Millionen Dollar Mann (1973)  

Der Pilotfilm zur darauf folgenden erfolgreichen Serie lässt sich viel Zeit für die Entwicklung seiner Situation, die später interessanter mit "RoboCop" variiert wurde. Selbst mit der Langsamkeit von 70er Jahre-Filmen betrachtet, die ich für einen Vorteil dieser Dekade halte, schleicht die Geschichte hier zu lahm voran, gerade wenn die Vorgeschichte bis zum Unfall des Protagonisten zu Ende erzählt wurde. Sie bildet aufgrund dieser zähen Umsetzung den unterhaltsameren Teil der Geschichte, der bereits dort vor Klischees nur so strotzt. Ist der Zustand des Superhelden endlich erreicht, bekleckert man sich auch hier nicht wirklich mit Ruhm, bleibt der Plot doch unaufgeregter als erwartet, und folgt er doch, in einem Werk das sich eher wie konzipiertes Produkt anfühlt, den schon damals üblichen Klischees und Pfaden dieser Art Handlung.  Wiki  

 

Enemy (2013) 

Aus seinem reizvoll ungewöhnlichen Ausgangsszenario holt "Enemy" in seiner intellektuellen Art ganz andere Sachen heraus, als man vermuten würde, teilweise unsichtbar für den für solche Stoffe weniger gemachten Zuschauer, so subtil und nüchtern, wie der nicht spannungsarme Stoff voranschreitet. Sein ominöser Schluss, anstatt einer deutlichen Erklärung für alles, wird manch einem den Rest geben. Ich persönlich fand "Enemy" nicht uninteressant, begeistert hat er mich aber auch nicht. Die Leistung seiner Darsteller und die sehenswerte Kameraarbeit tröstet über manch zu schlicht geratene Phase jedoch hinweg. Die rätselhafte erste Hälfte ist meiner Meinung nach besser ausgefallen als jener Part der Geschichte, in dem beide Gyllenhaal-Rollen eingeweiht sind.  Wiki  

 

Cabin of the Dead (2012)

Seinen besten Moment hat "Wither" (Originaltitel) wenn sich eine der Figuren, der jungen Gruppe, um die es hier geht, als eher unfreiwillige Teilnehmerin eines Streiches alleine durch das düstere Haus stolpert, was zum Auslöser der Geschehnisse führen wird. Die folgen brav dem Weg der ansteckenden Zombie-Thematik mit einem Hauch "Cabin Fever" und driftet trotz schwedischem Produktionsland schnell in den Routinebereich dieser Art Film ab. Eine ordentliche Portion Blut kann nicht über den zu dünnen Plot mit zu austauschbaren Charakteren hinweg täuschen, auch wenn man sichtlich bemüht ist das Ganze gut aussehen zu lassen.  OFDb

07.08.2025

Größenwahn, Rivalitäten, Geiz und Eitelkeit - Kurzkommentare (6)

 

Hitler - Aufstieg des Bösen (2003)

Man bekommt in diesem Zweiteiler aus je 90 Minuten zwar den Eindruck, dass die Privatperson Hitler etwas arg dämonisch interpretiert wird, gerade zu Anfang, wenn man eine Art Damien aus den "Das Omen"-Filmen vorgesetzt bekommt, das schleichende Erobern der Macht, die Intrigen, der Werdegang, das Zusteuern Deutschlands auf eine Katastrophe, die Redegewandtheit des Verführers, die kranke Weltsicht, all das wirkt derart bedrohlich, warnend (auch für heutige Probleme) und frustrierend, dass man dem chronologisch korrekt recherchierten Werk diese Schwäche verzeiht, zumal "Der Untergang" diesbezüglich Korrekturarbeit leistete und die hier aufgezeigten, oftmals selbstverschuldeten Schicksale während Hitlers Aufstieg, einen wahrlich nicht kalt lassen.  Wiki

 

Was geschah wirklich mit Baby Jane? (1962)

Die geniale Bette Davis überzeugt mit ihrem Mut zur Hässlichkeit ebenso wie durch ihr reflektiertes Spiel einer komplexen Rolle. Das Drehbuch geht schleichende, nicht immer subtile Wege, überrascht ab und an mit einem Hauch Komik inmitten einer ohnehin grotesken Darbietung der Ereignisse und hält sich die größte Überraschung in diesem nicht an Dramatik mangelnden Thriller für den Schluss auf, so dass alles einen anderen Blickwinkel erhält. "Was geschah wirklich mit Baby Jane?" ist große Kinokunst zum immer wieder neu Entdecken und gehört für Cineasten meiner Meinung nach zum Pflichtprogramm.  Wiki  

 

Vater der Braut (1991)

Die Erstverfilmung ist mir unbekannt, unabhängig von dieser funktioniert die Steve Martin-Version trotz frontal angesteuertem Kitsch jedoch erstaunlich gut, vielleicht weil dieser so süß das Vatersein widerspiegelt/persifliert, vielleicht weil er nicht zu penetrant aufbauschend unter die andere Rezeptur gemischt wurde, die Familienkomik und Albernheiten wunderbar vereint und Steve Martin innerhalb eines Mainstreamproduktes genügend Freiraum für seine Kunst lässt. Der heimliche Star ist jedoch Martin Short, so dass es nicht verwundern darf, dass dessen Rolle für die ebenfalls gelungene Fortsetzung vergrößert wurde. Ein herrlicher Gastauftritt von Eugene Levy rundet das Ganze als Revue talentierter US-Komiker wunderbar ab. Von Kieran Culkins Talent bemerkt man hier hingegen noch nichts.  Wiki  

 

Death Proof - Todsicher (2007)

Er ist dafür bekannt und ich mag sie eigentlich auch, die langen Dialogszenen in Tarantino-Filmen. Diesmal wirkt diese Pflichtzutat jedoch nicht immer, wird sie in der ersten Hälfte doch schlichtweg zu penetrant zum Zeitvertrödeln eingesetzt, wenn auch nicht frei von Charaktervermittlung und Pointenstärke. Die Actionmomente funktionieren hingegen umso mehr, zumal sie auf kranken Ideen fußen. Ob ins wahre Antlitz des Schurken und seiner perversen Neigung blickend, oder sich psychologisch simpel am Racheakt vergnügend, der überraschend ausgeflippt inszeniert wurde, hier besitzt "Death Proof" seine Stärke und beweist mit einer schnellen Beendigung des Films nach erfolgreichem Durchziehen von Punkt 2, dass er sich seines eher oberflächlichen Stoffes definitiv bewusst ist. Wie soll es auch anders sein, bei einer Liebeserklärung an die schnell abgedrehten Autokino-Reißer?  Wiki

 

FCK 2020 - Zweieinhalb Jahre mit Scooter (2022)

Man muss kein Scooter-Fan sein, um Gefallen an einer Doku zu finden, die sich im späteren Verlauf zwar etwas arg auf eine Konzert-Tour konzentriert, vorher aber authentisch ungeschönte Einblicke ins Privatleben des Frontmannes H.P. Baxxter wagt, den Werdegang der Band aufzeigt, sowie Einblicke in die Studioarbeit gewährt und außerdem zum Corona-Zeitzeugnis wird. Zwischen arrogant und lustig pendelt das Ganze hin und her, mal herrlich menschlich subjektiv reflektiert, mal eine Szene voll von Selbstüberschätzung und falscher Schwerpunkte präsentierend. Ob gewollt oder nicht, dieser Mix sorgt für die nötige Unterhaltung und bildet damit eine Brücke zur Musik der Band, die auf ähnliche Art funktioniert, sofern man sich ihr nähern kann.  Wiki  

26.06.2025

Kurzkommentare (3)

 

Reine Nervensache (1999)

DeNiro parodiert seine Paraderolle comicmäßig herrlich übertrieben und könnte dies wahrscheinlich im Schlaf, und das Drehbuch liefert wundervolle, alberne Pointen und Dialoge dazu ab. Es ist die Verspieltheit, die kindliche Freude die Sichtweise eines Kriminellen, eines Gewalttäters auf die Welt eines Analysten stoßen zu lassen, was den Film zum funktionierenden Selbstläufer werden lässt. DeNiros Gegenpol ist zu brav und steif gespielt von Billy Crystal, wie man ihn kennt, aber umringt von spielfreudigen weiteren Akteuren. Lediglich den Frauenrollen wurde keine Bemerkung geschenkt, deswegen sind sie wohl auch so austauschbar besetzt.  Wiki

 

Doctor Who - Die Heimsuchung (1982)

Böse Reptilien in der Vergangenheit der Erde, der Doktor inmitten des letzten Pestausbruchs, ferngesteuerte Einwohner und ein schelmischer Helfer aus der dort gerade stattfindenden Gegenwart, das alles ergibt im Mix einen unterhaltsamen Vierteiler, der nicht wirklich aus der Masse herausragt, aber keinerlei Längen besitzt. Der fünfte Doktor beweist sich ein weiteres Mal als sympathische Neubesetzung, lediglich die hohe Anzahl an Begleitern schadet den Abenteuern in dieser Phase ein wenig, ähnlich wie in den Anfängen des 13. Doktors, in dem sich selbige Fehlentscheidung einschlich.  Wiki

 

We Are Zombies (2023)

"We Are Zombies" ist durchaus eine amüsante Angelegenheit und kurzweilig zu konsumieren. Die Treffsicherheit eines "Turbo Kid" und die Brillanz eines "Summer of 84" ist in der erneuten Zusammenarbeit des Regie- und Drehbuch-Teams Simard und der beiden Whissells jedoch nicht zu bemerken, dafür fällt das Ergebnis trotz einiger weniger Besonderheiten dann doch zu austauschbar aus. Die Verspieltheit mit den Vorbildern und ihren Klischees wirkt aufgesetzter als üblicher Weise von diesem Trio zu erwarten war. Aber interessant genug ist die Horror-Komödie durchaus ausgefallen, es fehlt lediglich am Charme der Vorgänger.  Wiki

 

Saturday Night Fever (1977)

Es ist erstaunlich, wie neutral der Film über eine Figur berichtet, die sich für unglaublich toll und talentiert hält, während um sie herum die Tristheit des restlichen Alltags außerhalb der Disco trotz allerhand Klischees recht realistisch anmutend beleuchtet wird. Travoltas Rolle soll nur Identifikationsfigur sein, niemand mit Sympathie. Meiner Meinung nach hätte die Geschichte jedoch jemanden mit diesem Attribut benötigt, so arrogant und selbstverliebt der Held hier eine plumpe Modewelle zelebriert. Soziale Fragwürdigkeiten, wie eine Vergewaltigungsszene, die als zu verzeihende Selbstverständlichkeit eingebaut wurde, machen den Zugang für Menschen, denen die Tanzmaterie fremd ist, nicht gerade leichter.  Wiki  

 

Perfide (2014)

Müder Horrorfilm, der trotz des reizvollen Herkunftlandes Chile keinerlei fremdartige Atmosphäre aufweisen kann, geschweige denn eine dem Horrorfilm geschulte düstere. Uninteressant plätschert das sich auf wenige Figuren konzentrierende Geschehen dahin, welches durch das Auftauchen bedrohlicher Fremder nicht an Fahrt oder wohligem Unbehagen gewinnt. Ich konnte diesem dünnen Plot immer uninteressanter und unsympathischer werdender Figuren tatsächlich so gar nichts abgewinnen.  OFDb  

06.04.2025

Filmtagebuch - Zuletzt gesichtet (8)

Da mir zur Zeit die Motivation üblicher Besprechungen fehlt, möchte ich die letzten Sichtungen zumindest mal mit Kurzkommentaren versehen:

 

Monsters of Man (2020)

"Terminator" trifft auf "Predator" mit einem Hauch "Nummer 5 lebt" in einer actionreichen Chose, die sich dennoch Zeit für die Entwicklung der Geschichte und der Figuren lässt und mit politischen Aussagen zudem vielschichtiger daher kommt, als das Hauptaugenmerk auf Action und Unterhaltung nötig gehabt hätte. Eine überraschende Figurenentwicklung, tolle Effekte und ein reizvolles Roboterdesign unterstützen die Wirkung dieses treu dem üblichen Handlungsmuster folgenden Sehvergnügen.  Wiki

 

Land of Smiles (2016)

Ich fand die Idee eines Found Footage mit einem Horror-Clown im Vorfeld recht reizvoll, weswegen es direkt zu Beginn enttäuschte, es hier lediglich mit einem öden Folterer zu tun zu haben, der zudem ein unsinniges Spiel treibt, dessen Fehlinterpretation der Spieler so idiotisch ist wie der komplette Plot. Der besteht fast nur aus Hinhalten, ohne nennenswerte Sehwerte versehen. Die schlechte Synchro ruiniert nicht viel in diesem uninteressanten Stück Horrorfilm.  OFDb

 

A Cure for Wellness (2016)

Dem später entstandenen "Cuckoo" nicht unähnlich mixt dieser deutsche Horror Kunstkino mit fast schon trashiger Horrorthematik, liefert dabei tolle Bilder und eine handvoll extremer Szenarien, weiß auch in Sachen Figurenzeichnung und Dramaturgie zu gefallen, ist letztendlich aber zu lange in seiner Vorphase zelebriert für einen Film, der das Genre inhaltlich nicht neu erfindet. Man muss also etwas Geduld mitbringen, um diesen liebevoll umgesetzten Streifen entsprechend genießen zu können.  Wiki   


Vanishing Waves (2012)

Eine Art sinnliche Variante von "Project Brainstorm", der sich zwar stark auf den Erotikaspekt seiner Geschichte konzentriert, aber gerade wegen dieser das Abhängigkeitsgefühl einer Person thematisiert bekommt, und dies innerhalb einer bizarren und dennoch wissenschaftlich interessanten Geschichte. Mit der ersten Hälfte habe ich mich ein wenig schwer getan, da sich die Tiefgründigkeit des Stoffes dort noch nicht offen zeigt. Großartige Bilder gibt es hingegen den kompletten Film über zu sehen, und den Rausch, den er entfacht, ist ein Hingucken definitiv trotzdem wert.  Wiki

 

Cobra Kai - Staffel 6 (2024)

Das erste Drittel bietet zu viele dramaturgische Wiederholungen zum Laufzeitstrecken, arbeitet aber charmant mit den bereits bekannten Figuren. Das zweite Drittel kümmert sich zu sehr um das Kinderpublikum, weiß sich aber halbwegs mit interessanten neuen Gegnern und den Tournierwettkämpfen zu retten. Erst im letzten Drittel gewinnt die Serie wieder das Potential der ersten Staffeln und führt die Serie mit jeder Menge Happy Ends zu einem würdigen Schluss, wenn meist auch auf einem simpel gestrickten Drehbuch beruhend.  Wiki  

30.03.2025

Filmtagebuch - Zuletzt gesichtet (7)

Da mir zur Zeit die Motivation üblicher Besprechungen fehlt, möchte ich die letzten Sichtungen zumindest mal mit Kurzkommentaren versehen:

 

Wenn Louis eine Reise tut (1958)

Da ist der gute Louis in den schwarz/weißen Klassikern nicht so hibbelig wie in den deswegen manchmal leicht nervig ausgefallenen Werken seiner Promi-Zeit, da nervt stattdessen sein Filmsohn, der in der deutschen Fassung zudem eine penetrante Synchronstimme erhalten hat. Aber ohnehin fällt zu wenig Licht auf Louis und sind Plot und Pointen doch zu austauschbar, um etwas Nennenswertes zu zaubern. Zumindest die Altherrenwitze funktionieren mit einem lüstern fremdflirtenden de Funès-Ehemann mit strenger Ehe-Frau im Anhang recht gut.  OFDb

 

War Inc. - Sie bestellen Krieg: Wir liefern (2008)  

John Cusack als Auftragskiller funktioniert erneut wunderbar, diesmal eingebettet in eine bissige Satire um die Haltung der USA zum Thema Krieg und sämtlichen weiteren in den Medien zu beobachtenden Abarten in solchen Zeiten. Auch die Musikindustrie bekommt ihr Fett weg, und dem Drehbuch gelingt es mit Hilfe der wundervollen Darsteller Charme und Liebe inmitten von schwarzem Humor aufkommen zu lassen, ganz ohne mit Gefühlsduselei und Kitsch das alles zu verwässern.  Wiki

 

American Psycho 2 (2002)

Aus einer echten Gesellschafts-Satire wird ein lockeres Teeniefilmchen, welches eher verspielt mit der Serienkiller-Thematik umgeht, anstatt durchdacht. Da das Original für meinen Geschmack immer eine Spur zu verkrampft umgesetzt war, finde ich persönlich diesen eher plumpen Ansatz lockerer an die Sache heranzugehen gar nicht verkehrt. Mila Kunis ist süß wie immer, die Ironie, das zu verkörpern was man später bekämpfen will, wirkt was aufgesetzt, der Gesamtplot ist aber ohnehin nicht durchdacht. Aber durch seine leichtfüßige Art funktioniert der schlicht heruntergekurbelte Trivial-Streifen für einen schnell vergessenen Film eigentlich recht gut.  Wiki

 

Monk - Staffel 8 (2009)

Selbstverständlich wird in der finalen Staffel das Geheimnis um Trudy gelüftet, wenn auch mit banalerem Hintergrund als erhofft. Randy erfährt von allen Hauptfiguren das schönste Happy End, und es gibt zudem ein Wiedersehen mit Sharona. Zu den Highlights zählen Monk in der Rolle eines Gangsters zu sehen, eine Folge in welcher man sich mit Monks Lieblinsserie damit austobt die Brady Family zu parodieren und der Kriminalfall in welchem Monk von Ufo-Freaks für ein Alien gehalten wird. Es ist schön zu sehen, dass die Reihe bis zum Schluss auf einem Niveau blieb und nicht, wie in anderen Serien so oft der Fall, gegen Ende schwächelte.  Wiki

 

Mr. Monks letzter Fall (2023)

14 Jahre nach Serienende buddelte man den berühmten Meisterdetektiv mit der Originalbesetzung der vier wichtigsten Rollen wieder aus. Der Ansatz, dass die Welt seit Corona mehr Richtung Monk tendiert, ist wundervoller Natur, wird aber kaum genutzt. Stattdessen widmet sich die durch einen Streamingdienst finanzierte Film-Fortsetzung der Serie einem klassischen Fall, wie er auch in der damaligen Reihe hätte stattfinden können. Trotz Retrogefühle und Wiedersehensfreude im Gepäck wirkt das alles etwas zu langgezogen und auch etwas unnötig. Verkehrt ist ein Blick auf den sympathisch seichten Stoff trotzdem nicht zu nennen.  Wiki

Filmtagebuch - Zuletzt gesichtet (6)

Da mir zur Zeit die Motivation üblicher Besprechungen fehlt, möchte ich die letzten Sichtungen zumindest mal mit Kurzkommentaren versehen:

 

Monk - Staffel 7 (2008)

Es geht mit seichter Unterhaltung im klassischen Erzählmuster weiter, ganz ohne Experimente, eben so wie es der Freund der Reihe haben möchte. Qualitativ gibt es nach wie vor keinen Abstieg zu erkennen, auch wenn manche Ideen, wie Natalie zur populären Lotto-Fee zu machen, etwas arg über das Ziel hinausschießen. Eine Episode großteils im Doku-Stil umzusetzen, bietet wunderbar mediensatirische Möglichkeiten, und wenn der von Ängsten beherrschte Monk unfreiwillig mit einem U-Boot untergeht, bleibt kein Auge trocken. Bewegend ist eine Geschichte um einen Mutterersatz ausgefallen, sowie die letzte Episode, die sich wieder einmal Trudy zuwendet.  Wiki


Spiders - Ihr Biss ist der Tod (2023)

Effektiver Spinnen-Horror, der es mit der Evolution in solch kurz spielendem Zeitraum übertreiben mag, ansonsten aber gekonnt erzählt ist und mit dem Hauptspielort im Ghetto keine billigen Klischees abliefert. Auch schafft man es die Gefühlswelt der Figuren gekonnt einzufangen, ohne dass "Vermines" (Originaltitel) zum tatsächlichen Drama wird. Stattdessen ist er unglaublich spannend inszeniert, liefert manchen Schocker selbst dann, wenn man schon x Horrorfilme zu diesem Thema gesichtet hat und bremst sich in seiner packenden Umsetzung nie aus. Definitiv ein Tipp meinerseits!  OFDb


Knives Out - Mord ist Familiensache (2019)

Vom Spielort, Budget, sowie Genre und Mentalität an "Das krumme Haus" erinnernd, kommt der Star-besetzte Kriminalfilm zwar nie an dessen Genialität heran, bietet aber ebenso überdurchschnittliche Unterhaltung. Ein nicht uncleverer Plot, die Überraschung in die Umstände des "Mordes" früher eingeweiht zu sein, als man meinen sollte, und der Kniff dennoch oft mit Wendungen überrascht zu werden, sind wichtige Elemente, die inmitten eines augenzwinkernden Plots, voll von spielfreudigen Darstellern, zu überzeugen wissen und auf Comic-Art einen unausgesprochenen Gruß an Agatha Christie richten.  Wiki


The Taint (2010)

Eine witzige Idee in den Händen von Troma, da sind Geschmacklosigkeiten vorprogrammiert, und da habe ich diesbezüglich schon Schlechteres von diesem Ausnahmestudio gesichtet. Aber auch besseres, denn der vulgäre Humor weiß mal schön unter der Gürtellinie herrlich infantil zu funktionieren, und doch ist er zu extrem eingebaut und verwässert die guten Ideen um einen Plot, in welchen Männer durch verseuchtes Wasser zu Frauenhassern werden. Sämtliche Klischees rund um Frau, Mann, Vorurteilen und Film werden abgegrast, die episodische Erzählart mit Rückblicken erweise sich als kurzweilig, damit keine Figur zu sehr mit ihrer Monotonie nerven kann, aber wirklich geglückte Kost ist "The Taint" in meinen Augen nicht geworden.  OFDb


Cinderella - Abenteuer im Wilden Westen (2012)

Die Idee das klassische Märchen ins Western-Genre zu transferieren, um es damit zu entfremden und aufzupeppen, klingt so gewollt, wie das Ergebnis letztendlich auch ausgefallen ist. Aber hier nervt nicht nur ein lieblos gestalteter Plot, sondern auch unangenehm steif und unsentimental animierte Figuren, die den Billig-Look des Films, der sich zwischendurch zudem um nervige Actionsequenzen bemüht, immer im Bewusstsein des enttäuschten Zuschauers bleiben lässt. Warum Trickfilmfiguren zudem in ihren Rundungen und Ausbeulungen derart auf sexy getrimmt sein müssen, während alles andere klassisch bieder auf Kinderfilm-Niveau erzählt ist, muss ich auch nicht verstehen.  OFDb

Filmtagebuch - Zuletzt gesichtet (5)

Da mir zur Zeit die Motivation üblicher Besprechungen fehlt, möchte ich die letzten Sichtungen zumindest mal mit Kurzkommentaren versehen:

 

Terrifier 3 (2024)

Nicht mehr ganz so lang ausgefallen wie der Vorgänger, aber immer noch 120 Minuten laufend, merkt man wieder nichts von der Länge, so kurzweilig wie das Ergebnis wieder einmal ausgefallen ist, diesmal versehen mit mehr Hintergründen und einem Cliffhanger, so dass der dünne rote Faden etwas mehr Inhalt suggeriert. Ob nötig oder nicht, Arts Gemeinheiten sind nach wie vor brutal, und doch kann man "Terrifier 3", ebenso wie die ersten beiden Teile, nicht darauf reduzieren. Zu verspielt kommt das Gesamtszenario daher, das mit der Unberechenbarkeit des Clowns zu schocken weiß und uns nah genug an die Protagonistin heranführt, um ihr als Zuschauer mental beizustehen.  Wiki

 

Monk - Staffel 6 (2007)

Nach zweijähriger Pause schaut sich Monk auch in dieser späten Phase noch so unterhaltsam wie eh und je. Nathalie bekommt etwas mehr Profil, Randy schön blöde Macken pro Folge zugeschrieben, und auch die Fälle bleiben interessant genug. Die erste Folge wird zugleich zu einem Highlight, wenn eine Frau sich als fanatischer Monk-Fan entpuppt und als Metaebenen-Gag seinen Fällen immer jene Titel zuschreibt, welche die einzelnen Folgen in der Serie tatsächlich tragen. Auch ein Fall in der Rapszene, einer mit Nudisten, oder jener um ein Fehlurteil Monks heben sich interessant hervor, ebenso wie jene Episode, in welcher Schlaflosigkeit Monk durch das Nachtleben in der Stadt führt oder der Detektiv zum begehrten Kunstmaler wird. Dass eine Folge um eine Sekte definitiv bei einem solch labilen Charakter nur funktionieren kann, macht auch diesen Kriminalfall zu etwas Besonderem.  Wiki 

 

He's Out There (2018)

Der Publikumsliebling aus der späten "Dexter"-Phase und "The Handmaid's Tale" ist wie immer hübsch anzusehen und spielt solide genug, aber ein Werk tragen, dass fast ausschließlich von ihrer Performance lebt, ist dann doch so wenig sinnvoll, wie das zu dominante Einbinden ängstlicher Kinder, von denen eins zudem noch krank ist, um das Dilemma zu verstärken. Somit setzt man mehr auf Drama, anstatt auf Thrill, und bei so menschlichem Handeln des Killers, wäre eine düstere Umsetzung umso wichtiger gewesen, eben weil er nicht wie die (übernatürliche) Horrorfilmbedrohung daher kommt. Letztendlich interessiert es bei derartiger Routine kaum, wie es die Heldin schaffen wird, während das Schicksal ihres Ehemannes bereits viel zu früh für solch dünnen Plot verraten wird. Nett abgefilmt, okay gespielt, aber weder wirklich unterhaltsam, noch durch irgendetwas auffällig.  Wiki

 

Der Test des Piloten Pirx (1978)

Auch wenn ich von der Testphase persönlich gerne mehr gesehen hätte, so ist dieser polnisch-sowjetische Science Fiction doch auch in den anderen Phasen nicht uninteressant, da ein Großteil der Handlung philosophischer Natur ist. Das Spiel mit dem Unwissen um Kunstmensch oder nicht, verzuckert das Gedankenexperiment. Und man kann es dem Autor nur sehr anrechnen, dass sich der finale Kniff tatsächlich als cleverer Trick entpuppt, um eine dringend benötigte Antwort auf die Kernfrage des Experiments zu erhalten. Sicherlich fällt "Testflug zum Saturn" (Alternativtitel) an manchen Stellen zu redefreudig und in die Länge gezogen heraus, da habe ich mich oft gefragt warum man sich für manch weniger wichtigen Moment mehr Zeit gelassen hat, anstatt für den Testflug an sich, aber das Ergebnist ist mehr als längst überholtes Retro-Kino, es bleibt eine eher nüchtern vorgetragene, interessante Geschichte mit einfallsreichen Gedankengängen.  Wiki   


Blade - The Iron Cross (2020)

Mit Blade als beliebteste Puppe erhält die "Puppet Master"-Reihe dessen ersten Solo-Film (ich hätte da andere Favoriten gehabt). Und das Ergebnis entpuppt sich als einer der flotter zu guckenden Fortsetzungen, wird doch dank des Zusatzelementes um aggressive Zombies genug Spielerei integriert, um der dünnen Alibihandlung genügend Zunder zu bescheren. Da stört es dann wenig, dass Blade gar nicht so oft auftaucht, wie man meinen sollte. Und auch dass erneut ein Abenteuer zur Zeit des dritten Reiches spielt, geht damit in Ordnung. Ein gut aufgelegter Darsteller des irren Wissenschaftlers sorgt für den Rest inmitten von typischen Charles Band-Skurrilitäten, wie das auf Ed Wood-Art besetzte Muskelpaket in der Rolle des Helfers.  OFDb

24.03.2025

Filmtagebuch - Zuletzt gesichtet (4)

Da mir zur Zeit die Motivation üblicher Besprechungen fehlt, möchte ich die letzten Sichtungen zumindest mal mit Kurzkommentaren versehen:

 

What Keeps You Alive (2018)

Die lange Vorphase, gerade mit dem Wissen um was es später gehen wird, ist gelungen, wenn uns zwei Figuren nahe gebracht werden, wenn auch eine nur, und wir wissen nicht wer von beiden, in ihrer Täuschung. Das zu schnelle Einweihens des Warums und die Positionierung des Bösewichts zur eiskalten Routine-Killerin lassen den Streifen jedoch in eine Richtung tendieren, der ihm Potential raubt. Wenn aus dem reinen Kampf zweier Frauen nun noch eine Geiselnahmesituation wird, wird "What Keeps You Alive" endgültig austauschbar, wenn auch mit spannenden Momenten versehen.  OFDb 

 

Bloodbath (2013)

Wenn es lediglich um harte Momente geht, um Provokation und dem Ausreizen von Grenzen, dann hauen Horrorfilme in meinen Augen nicht hin. Und dass "Bloodbath" mit seiner brasilianischen Herkunft eine andere Mentalität bietet, als all jene, an die wir uns im Filmbereich bereits gewöhnt haben, ändert leider auch nichts daran wie stumpf und emotionslos das Ganze ausgefallen ist. Der dreckige Touch im Sumpf an Armut, Geilheit und Brutalitäten mag gelungen sein, eine Motivation dem stumpfen Treiben folgen zu wollen, habe ich nicht entwickelt - zumal nicht wirklich etwas erzählt wird und "Bloodbath" sich mit nichts Nennenswertem von Fließbandprodukten wie diesen abhebt.  OFDb 


Cuckoo (2024)

Stilistisch atmet der Film das gehobene Niveau eines "Raw" oder "Hatching", und sein Mut etwas zu thematisieren, das üblicher Weise im Trashbereich zu Hause ist, spricht ebenfalls für den gut besetzten Streifen. Der Spannungsaufbau und die Erwartungshaltung in der ersten Hälfte bieten einen sehenswerten Film, aber der Mangel an wahrem Tiefgang, wenn schließlich mitten im gewöhnungsbedürftigen "Trash"-Bereich gebadet wird, samt Schießerei zweier feindlich gesonnener Gegner der Heldin, lässt dann doch erkennen, dass "Cuckoo" nicht in einer Liga mit den Vergleichswerken spielt - abgesehen vielleicht von der finalen, empathischen Entscheidung zweier Figuren.  Wiki

 

Eine Faust geht nach Westen (1981)

Eine kurzweilige Geschichte, ein gut aufgelegter Bud Spencer und eine Synchro, die wundervolle Momente zaubert, ohne eine Dauerberieselung an Sprüchen vorzunehmen, sind die klaren Pluspunkte dieser sympathischen Western-Komödie. Einzig mit der Figur des Indianers wurde übertrieben, dessen Darsteller hätte man besser in Schranken weisen müssen, so derbe wie er pausenlos Klamauk zelebriert. Aber auch er hat seine gelungenen Momente. "Eine Faust geht nach Westen" schafft den Drahtseilakt aus herzenswarm und familientauglich, aber nicht anbiedernd lieb oder kitschig. Genau so muss ein Zwischendurch-Spencer-Film zwischen seinen großen Werken ausfallen.  Wiki  

 

The Last Spark of Hope (2023)

Ob man in derartig üblen Endzeit-Zeiten tatsächlich den Wechsel des neuen Passworts verpasst, sei einmal dahin gestellt, zeigt aber erste Schwächen in dem, was dem an sich reizvollen Szenario generell fehlt: das tiefer gehende Denken, eine wahre Auseinandersetzung mit der kreierten Welt. "2001" und die Parodie "Dark Star" zeigten wie wunderbar die Diskussion mit einer Maschine ausfallen kann, das hier besprochene polnische Werk belässt es bei Ansätzen den Roboter zum Umdenken zu bringen, mit einer Hauptfigur im Zentrum, die immer naiv hofft auf etwas Menschliches im Gegner zu suchen, anstatt ihn mit Logik zu überlisten. Das hätte einen intelligenten Autor benötigt. Das Fehlen eines solchen ist so ärgerlich, wie die Entscheidung ein professionelles Programm, anstatt eine K.I., als Gegner zu wählen. Viel Potential, kaum etwas davon erreicht!  Wiki