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20.03.2020

BATMAN (1989)

Mit Blick von heute mag einem Burtons "Batman" etwas schlicht erscheinen, sind doch z.B. die Bauten im Gesamten keineswegs so wuchtig ausgefallen, wie man es beim Kult-Regisseur erwarten würde. Die simple Terroraktion Jokers per Kosmetika, die Vereinfachung, dass er zudem der Mörder von Waynes Eltern ist, und ganz besonders die plump abgearbeitete Liebesgeschichte, die aufgrund ihrer Sprunghaftigkeit nicht wirklich glaubwürdig herüber kommt, sind Elemente, die man heutzutage komplexer ausgearbeitet erwarten würde. Aber seinerzeit war man einfach froh endlich einmal eine professionelle und ernste Umsetzung des "Batman"-Themas auf der Leinwand erleben zu dürfen, nachdem es ansonsten nur billig heruntergedrehte Serials in den 40er Jahren und die klamaukige TV-Serie aus den 60er Jahren zu entdecken gab, inklusive der Kinoauswertung von Letztgenanntem namens "Batman hält die Welt in Atem". Burton brachte den legendären Helden erstmals ernstzunehmend auf die große Leinwand, und dafür war man ihm dankbar. Eine große Werbewelle ging seinerzeit dem Kinostart voraus, aber ich wage zu behaupten, dass der Film auch ohne dieses Puschen ein Erfolg geworden wäre, eben weil Batman doch einfach zu den interessantesten Figuren des Superhelden-Bereiches gehört.

Mit Jack Nicholson hatte man zudem einen Star mit an Bord, und auch Western-Legende Jack Palance ist in einer kleineren Rolle mit am Start. Michael Keaton erwies sich als gute Wahl in der Rolle Bruce Waynes, setzte er doch gekonnt täuschend seinen naiven Blick ein. Nicholson hingegen wirkt heutzutage, durch so grandiose Interpretationen des Erzfeindes aus "Joker" und "The Dark Knight", etwas zu einfach dargeboten, zumal er in lockerflockig anvisierten Momenten doch etwas arg steif spielt. Mimisch trumpft er jedoch, innerhalb seiner Möglichkeiten in sperriger Maskerade, und allein das Drehbuch beschert ihm bereits wundervolle Szenen und Monologe. Einzelne Gebäude geben einen ersten Einblick in später in anderen Werken professioneller eingefangene Bilder Gotham Citys, das Batmobil und der Flieger des selbsternannten Gesetzeshüter wissen zu wirken, werden aber geradezu selbstverständlich eingesetzt. Das ist einer der Gründe, warum "Batman" trotz erwachsenem Grundton immer eine Spur zu naiv daher kommt, ebenso wenn man den Helden abseits von Actionszenen im Kostüm agieren sieht. Diesbezüglich tat es gut, dass Burton dem Ganzen in der Fortsetzung "Batmans Rückkehr" einen Mythos durch einen psychologisch interessanten Fetisch bescherte, um den Helden ernsthafter und glaubwürdiger verkleidet erscheinen zu lassen.

Dennoch ist das alles Jammern auf hohem Niveau. Burtons erster Beitrag zur Filmreihe ist stimmig und kurzweilig erzählt, in wundervoll düsteren Bildern gehalten und bot damals somit endlich das, was auf der Leinwand längst fällig war. Mag das Drehbuch auch keine besonderen Kniffe beinhalten, allein das Servieren der Basis dessen, was mit dem Stoff möglich ist, weiß zu gefallen. Und besonders gut hat mir persönlich die Sichtweise zu Beginn des Streifens gefallen, die uns Batman noch nicht offiziell als den Helden präsentiert, sondern als in der Gesellschaft unbestätigten Mythos, den man ab und an aus der Distanz als wahrhaftig erleben darf, so dass es lange Zeit dauert, bis wir Batman aus Heldensicht und Bruce Wayne persönlich kennen lernen. Dafür dass mit diesem ersten Teil die sonst mittlerweile übliche Entstehungsgeschichte übersprungen wird, ist dies eine hervorragende Alternative, um einen mystischen Einstieg ins Geschehen entstehen zu lassen. Auch heute noch ist "Batman" eine sehenswerte Comicverfilmung, allein schon weil er erste Schritte vorbereitete, an denen andere Werke kreativ ausgereifter anknüpfen konnten. Dies gelingt Burton hauptsächlich durch den von Miller in den Comics kreierten düsteren Stil, was ihn glücklicher Weise nicht davon abhielt der Figur des Joker trotzdem schwarzhumorige und teilweise flapsige Momente zu bescheren.  OFDb

16.11.2014

ZWEI VOM ALTEN SCHLAG (2013)

Machen wir uns nichts vor. Ohne die legendären Boxerfilme „Wie ein wilder Stier“ und „Rocky“ würde „Zwei vom alten Schlag“ nicht existieren. Und würde wer anders die Hauptrollen spielen als Robert DeNiro und Sylvester Stallone, die Originalbesetzungen beider Filme, würden sich nur die wenigsten für einen Film über zwei verfeindete Boxlegenden, die viel zu alt noch einmal gemeinsam in den Ring steigen, interessieren. Ernst umgesetzt würde man nur den Trash-Fan hinter den Ofen hervor locken, von daher war es gut, dass man erkannte, dass ein solches Projekt als Komödie umgesetzt werden muss. Und so sehr das Projekt auch jegliche Innovationen ausblendet, so sehr muss man doch trotzdem sagen: gelungen.

Letztendlich weiß „Grudge Match“ (Original) nur aufgrund der guten Leistungen seiner Stars und der Chemie zwischen den beiden zu gefallen. Stallone spiel was er immer spielt, weiß dabei aber neben den schauspielerisch stärkeren DeNiro zu bestehen, der eine herrlich infantile Rolle beschert bekommen hat und in dieser Unreife eine großartige Performance abliefert, locker aus der Hüfte gespielt, ohne sich groß abmühen zu müssen. Profi halt! Das Gekabbel zwischen den beiden Hauptfiguren weiß zu belustigen. Beide Charaktere sind interessant vertieft, ihr Zwist weiß einige kleine Überraschungen inmitten einer vorhersehbaren Handlung zu offenbaren, und der kleine Schuss Dramatik, der zu jeder gefühlsechten Komödie dazugehört, ist auch nicht von schlechten Eltern.

Glücklicher Weise setzt man bei „Zwei vom alten Schlag“ nicht auf die Klamaukebene. Der Humor kommt herzlich daher, der Film ist trotz des Zwists im Mittelpunkt friedfertig ausgelegt, und am Ende ist alles freilich arg heile Welt. Aber vom Feeling her soll Nostalgie umher wehen, wenn auch nicht so stark wie im überraschend geglückten „Rocky 6“. Genau wie dort soll es auch ums Alter gehen. Um den Sinn im Alter, um verpasste Chancen und ganz besonders um Fehlentscheidungen, von denen nicht jede wieder gerade zu biegen ist. Es geht ums Zwischenmenschliche, um Annäherung sich fremder Charaktere und um Geld in einer Welt, in der du an Altersarmut leiden kannst, obwohl Du eine Legende bist. Wirklich gesellschaftskritisch kommt Peter Segals Werk diesbezüglich jedoch nicht daher.

Der hat mit „Tommy Boy“, „Die nackte Kanone 33 1/3“ und diversen Adam Sandler-Filmen sonst einen ganz anderen Ton drauf. Da darf man schon erleichtert sein mit „Zwei vom alten Schlag“ eine so liebevolle Komödie sichten zu dürfen, mit in Würde gealterten Stars (diesbezüglich sei mal Kim Basinger hervorgehoben) und einem Respekt vor dem Alter, selbst dann wenn absichtlich die Trainingsszenen ins Lächerliche abrutschen. Zu den beiden legendären Boxfilmen, aus denen man sich die Stars entlieh, gibt es freilich auch die ein oder andere Anspielung, am deutlichsten wohl jene die in einem Schlachthaus stattfindet. Und so kann man sagen, dass man so köstlich wie innovationsfrei mit hier besprochenem Film unterhalten wird. „Zwei vom alten Schlag“ ist leichte Kost in gemütlichem Tempo, und da fern jeglichem Holzhammers präsentiert ein wohltuender, ur-sympathischer und treffsicherer Film, den ich mir mit Sicherheit noch des öfteren ansehen werde.  OFDb