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16.06.2025

Kurzkommentare (1)

 

Doctor Who - Flucht aus dem E-Space (1981)

Für meinen Geschmack auf der einen Seite etwas zu fantastisch in Bezug auf die Zeit/Raum-Logik erzählt, auf der anderen Seite arg monoton gehalten, so dass die Geschichte oftmals einem Stillstand gleicht, bietet der Abschluss der E-Space-Trilogie meiner Meinung nach den Tiefpunkt der mir bekannten Abenteuer des vierten Doktors - und dies so kurz vor Schluss.  Wiki


Doctor Who - Die Wächter von Traken (1981)

Dies ist eine hervorhebenswerte Episode, wenn man einmal verdeutlichen möchte, zu welch großen Aussagen auch eine recht trivial gehaltene Science Fiction-Serie in der Lage ist. Hier wird eindrucksvoll die Unterwanderung eines freiheitsliebenden Systems gezeigt, die selbst dann noch für frei und richtig gehalten wird, wenn das Böse die Grundprinzipien längst schon auf links gedreht hat unter fadenscheinigen Begründungen, die nur der blinde Mitläufer brav befolgt. Das erinnert ein wenig an die heutige Zeit, oder an den zu diesem Thema brillant erzählten "Hexenjagd" aus den 70er Jahren.  Wiki 

 

Doctor Who - Logopolis (1981)

Sein letztes Abenteuer soll dem vierten Doktor nichts weniger als das Verhindern der Zerstörung des kompletten Universums abverlangen - und dies mit dem ungewöhnlichen Erzählkniff hierfür Hand in Hand mit seinem Erzfeind, dem Master, zu arbeiten. Wie das Ganze verhindert wird, habe ich ehrlich gesagt nicht so ganz begriffen. Es ging an mir vorbei. Die Verwandlung zum 5. Doktor wird am Ende wichtig, zu einem Zeitpunkt als ich erstmals begriff, dass die Gefahr bereits gebannt ist. Ansonsten ein schön erzählter Vierteiler mit einer herrlich abgehobenen mathematischen Idee.  Wiki

 

Doctor Who - Castrovalva (1982)

Im direkten Übergang zum vorherigen Vierteiler erzählt, hat noch immer der Master beim ersten Abenteuer des fünften Doktors seine Hände in einem undurchsichtigen Spiel. Da die Regeneration des Time Lords nicht unproblematisch verlaufen ist, darf der neue Hauptdarsteller recht spielfreudig den mal verwirrten, mal cleveren Doktor mimen, dessen Zustand einfach nicht stabil werden will. Ein wenig erinnert er mich in seiner Art an Jeff Daniels, und bisher ist mir dieser neue Doktor äußerst sympathisch. Ebenso wie die hier erzählte Geschichte, in der nicht alles so ist wie es scheint.  Wiki

 

Doctor Who - Vier vor Zwölf (1982)

Erstmals ein komplettes Abenteuer des fünften Doktors bei seinem vollen Bewusstsein erlebend, bleibt er trotz, bzw. wegen seiner weit weniger schräger Art seines Vorgängers und seines eigenen ersten Auftritts sympathisch wie gehabt innerhalb eines Abenteuers, das die Körperfresser-Geschichte einmal mit einer Androiden-Thematik verbindet, so dass es nicht um Gefühlslosigkeit geht, sondern um körperliche Perfektion, wovon der Schurke die Menschheit überzeugen will - freilich mit Gewalt. Das geht natürlich nicht so tief, wie in der gegen Ende themenähnlichen Satire "The World's End", muss in seiner herrlich verspielten Art aber auch gar nicht tiefer greifen. Schön dass u.a. die Verlockung des Autokraten auf die unerfahrene Jugend nicht nur nebensächlich thematisiert wird.  Wiki

03.03.2025

DOCTOR WHO - DIE REVOLUTION DER DALEKS (2021)

Ein windiger Unternehmer erschafft mithilfe einer Politikerin aus den Überresten des Dalek, ohne zu wissen was dies war, eine Truppe Roboter zur Unterstützung der überforderten Polizei, während einer seiner wissenschaftlichen Mitarbeiter ohne sein Wissen Überreste vom biologischen Material aus der Dalekhülle klont und den Kriegstreibern damit eine Rückkehr ins Leben ermöglicht...

Reinheit steht vor Engagement...

"Die Revolution der Daleks" ist eine direkte Fortsetzung des Neujahr-Specials "Tödlicher Fund" und den Schurken betreffend zudem eine Fortführung der Spinnenepisode aus Staffel 11. Dass es generell Unsinn ist jemals von einem letzten Dalek zu sprechen, zeigt die gewagte Gegenwehr der Doktorin, denn irgendwo und irgendwann ist immer ein zu Zeitsprüngen fähiges Dalekschiff in irgendeinem Zeitstrom unterwegs. Aber egal in welcher Form oder unter welcher Ausrede sie nun eingebracht werden, freilich sind sie ein immer gern gesehener Aggressor im "Doctor Who"-Universum und dies von Beginn an. Ihre neue Fähigkeit außerhalb ihres Panzers sich auf Heinleins "Puppet Masters"-Art mit Menschen zu vernetzen, findet auch hier wieder Verwendung, ebenso wie die bereits vor längerer Zeit stattgefundenen Debatte um Dalekreinheit erneut thematisiert wird. Das actiongeladene, ereignisreiche Gemetzel innerhalb eines Dalek-internen Konflikts erweist sich trotz hoher Aufmerksamkeit dieser beliebten Kreaturen als der uninteressantere Teil eines ansonsten gekonnt erzählten Szenarios um die gefährlichste Rasse des Universums. 

Wieder einmal bestätigt sich das Sichten im Originalton, um Gefallen an der Truppe, die der Doktor seit Staffel 11 um sich scharrt, zu finden, und von einem Teil dieses Trios heißt es am Ende Abschied nehmen. Das fällt insbesondere nach ihrer Haltung in dem hier besprochenen Special nicht sonderlich schwer, geht man doch diesmal sogar selbstgerecht, egoistisch und unreflektiert gegen den Doktors vor, der sich, dank eines amüsanten Cliffhangers von Staffel 12 erst einmal aus einem Gefängnis befreien musste (mithilfe einer uns bekannten Figur aus den Anfängen des Neustars der Serie), bevor er seine Freunde wiedersehen konnte. Dass man u.a. ausgerechnet den älteren der Drei beim Aussortieren wählte, der noch am sympathischsten herüber kam, ist geradezu typisch für die Verantwortlichen dieser Seriendekade, aber zumindest wird damit Ballast abgeworfen, drei Begleiter waren schon immer zu viel. Emotional greift bei derart leeren Charakteren trotz Abschied nichts (Staffel 10 lässt grüßen), zwischenmenschlich kann "Doctor Who - Revolution of the Daleks" (Originaltitel) also noch weniger greifen als im besagten letzten Action-Drittel. 

Es bleibt also nur bei einem netten Zwischendurchverzehr, was ganz gut dem Niveau der immerhin besser gewordenen Staffel 12 nach der ollen Staffel 11 entspricht. Ich würde ja gerne mitteilen, dass der Fortgang der Serie nach dem Abschied zweier zu oberflächlich charakterisierter Begleiter für die kommende Staffel bedeuten könnte, dass diese wieder zur alten Kraft findet, aber nach drei von sechs gesichteten Folgen kann ich jetzt schon verraten, dass dies leider nicht der Fall ist. Ich berichte davon exakter, wenn ich mich mal an die letzten drei Folgen heran gewagt habe, was gar nicht so leicht ist, wenn man sich erst einmal durch die erste Hälfte gequält hat.  OFDb

22.02.2025

DOCTOR WHO - STAFFEL 12 (2020)

Der Master ist zurück und hinterlässt ein zerstörtes Gallifrey. Bevor der Doktor ihn in ein Exil verbannt, aus dem es nur schwer ein Entkommen gibt, gibt der Zerstörer der einstigen Heimat der beiden dem Time Lord zu verstehen, dass alles bisherige Wissen auf einer Lüge aufbaut. Doch der Doktor muss selbst entdecken, was der Master vor ihm erkannte, und der Weg führt über eine weitere Schlacht gegen die Cybermen...

Selbsternannte Götter, Auserwählte und Vernichter...

Ein Größenwahn durchzieht die Episoden in Staffel 12. Stets stößt der Doktor auf Irrsinn, Selbstverliebtheit und der Gier nach Macht. Weit düsterer als die Vorgängerstaffel fällt die 12. Season aus, und dieser Zustand zusammen mit meiner Entdeckung, dass sich die oberflächlichen vier Hauptfiguren dieser Dekade im Originalton weit besser gucken/anhören, macht das zweite Jahr des weiblichen Doktors nicht nur erträglicher, sondern auch richtig unterhaltsam, phasenweise gar wieder richtig gut. Die unerträgliche Moral pausiert nun öfters, und wenn sie auftaucht, wird sie selbstgefällig und möchte von oben herab das Publikum in sozialem Verhalten belehren, manchmal auch in historischen Hintergründen. Das mutet bitter an, zumal Autoren, die es nicht schaffen ihren Figuren eine Individualität einzuhauchen, die sie zu atmenden Figuren machen, wohl die letzten sind, die durch ihren Mangel an Empathie sozial zu erziehen haben, so engstirnig wie lediglich einem plump gestrickten Ideal nachgegangen wird. Aber wie erwähnt ist dies stark reduziert, und nette bis gute Geschichten lassen einen auch die charakterlichen Oberflächlichkeiten gütigst übersehen, manchmal vernimmt man gar einen Hauch Charakterzeichnung, es besteht also weiterhin Hoffnung für die einst so gelungene Serie. 

Mit der Doppelepisode zu Beginn, die aus jeweils 60 Minuten besteht, bekommt man einen starken Einstieg in das neue Serienjahr geliefert, dass mit ihrem Einfallsreichtum an alter Stärke zurückgewinnt. Was dem folgt ist eine Staffel, in der es keine missglückte Folgen gibt, sehr wohl aber schlichte Laufzeitenstrecker, zu denen leider auch die vorletzte Episode zählt, die letztendlich nur das verzögert, worauf wir sehnlichst warten: Antworten auf ein neu geschaffenes Mysterium. Auf den Weg dorthin begegnen wir ehemaligen Figuren ebenso wie einer uns erneut unbekannten Doktor-Inkarnation (so wie beim Kriegsdoktor damals, so zählt man die Doktoren trotzdem weiterhin lediglich nach jenen, die Hauptfigur waren). Warum dies so ist, und dass dies nur der erste Schritt völlig neuer Erkenntnisse ist, macht Staffel 12 zu einem recht mutigen Projekt. Auf der einen Seite entmystifiziert es zwar die Historie der Time Lords, es erschafft aber eine nicht minder interessante neue Idee, voll von Möglichkeiten, auf die man sich hier noch gar nicht konzentriert, eben weil erst die Geheimnisse Gallifreys gelüftet werden müssen. So episch, wie sich das Finale gern gucken würde, fällt es leider nicht aus, so geschwätzig wie es umgesetzt ist, und so wenig es nachvollziehbar ist, dass der Doktor in so vieles eingeweiht wird, was er selbst nicht entdeckt, obwohl dies nicht von Vorteil für den Gegner ist. 

Ohnehin gehört dies zur Drehbuchschwäche vieler Episoden dieses Jahres. Zu geschwätzige Gegner verraten ohne wahre Motivation zu viel. Warum sollten Unsterbliche sich dem Doktor gegenüber erklären? Warum sollte eine minderwertige Spezies seinerzeit einen Weg gefunden haben diese aufzuhalten? Und warum erzählt man auch dies dem Doktor? Erkenntnissprünge zum Weiterkommen der Geschichten, oder zum Erreichen eines Zieles, werden oft auf diese plumpe Art erreicht, zum Laufzeitstrecken an der falschen Stelle. Temporeich erzählte und düstere Geschichten, sowie der ernsthaftere Umgang des Doktors mit seinen Begleitern, trotz herzlicherer Art, entschädigen für derartige Schwachstellen, mit denen man allein deshalb schon leben kann, weil dem voraus eine weit schwächere Staffel ging. Jodie Whittaker bleibt für mich nach wie vor der schwächste der mir bislang 10 bekannten Hauptrollen-Doktoren. Doch auch sie schafft es im Originalton auf simplerer Ebene genügend zu überzeugen, um Spaß mit ihren Abenteuern zu haben, sie ernst genug im Angesicht des Feindes zu nehmen (im Gegensatz zur Deutschvertonung) und mit der man sich genügend identifiziert bekommt, wenn neue Erkenntnisse das Serienuniversum geradezu neu ausrichten. 

Umso schöner ist es, dass man sich nach so viel Neuorientierung und veränderter Blickwinkel einen klassisch entspannten, augenzwinkernden Cliffhanger ausgedacht hat, der auch zu jedem anderen Zeitpunkt hätte stattfinden können. Er atmet jene Leichtigkeit und sanften Humor, der nun des öfteren wieder über den Dingen schwebt und die sehr pseudo-erwachsen gewordene Serie wieder ansatzweise das alte Flair atmen lässt. Besonders gefreut habe ich mich über diesen zurück entdeckten, humoristischen Ton im Umgang mit historischen Berühmtheiten.  Wiki

16.02.2025

DOCTOR WHO - TÖDLICHER FUND (2019)

Bei Ausgrabungen stößt man auf eines von drei auf der Erde verteilten Artefakten einer Kriegslegende, die besagt man habe damals völkerübergreifend vereint einen übermächtigen Gegner besiegt. Dieser ist erwacht und dem Doktor mehr als bekannt...

Versöhnung in der Supernova...

Das Neujahrsspecial krankt weiterhin an den Schwachpunkten der Phase des weiblichen Doktors. Die Mentalität der Figuren, die mehr Einheit als Individuen sind, ist moralisch, selbstgerecht und überheblich, noch bevor genügend Fakten gesammelt sind, um sich ein Urteil bilden zu können. Darunter leidet das Vater-Sohn-Drama, das am Rande der Hauptgeschichte spielt, was schade ist, da der Vater gut besetzt ist und Dialogen unter Niveau zu leisten hat. Aber zumindest sind all diese Schwachpunkte diesmal in einer packend erzählten, düsteren Geschichte eingebunden, die allerhand unschuldige Todesopfer bereit hält, wenn ein uns bekannter Gegner einmal völlig anders als bisher präsentiert wird. Das mag nicht wirklich kompatibel mit dem bisherigen Wissen dieser Spezies sein, aber bei all dem Wirrwarr durch Zeitsprünge und Erlebniskorrekturen, vom Aussterben, über Neugeburt bis hin zur Vermischung mit Menschen, gibt es ohnehin kaum noch einen Überblick über den ärgsten Feind des Doktors: den Daleks, die diesmal auf "Brain Eaters"-Art (Name der ersten Verfilmung, der Roman ist bekannter unter dem Titel der zweiten Verfilmung "Puppet Masters") fremde Körper steuern können, dies ebenso wie im berühmten Vorbild der Science Fiction-Literatur am Rücken des Menschen angeheftet und über den Nacken mit dem Gehirn des Wirtes verbunden. 

Es ist ungewohnt wie düster die Viecher reden, wenn sie sich nicht in ihrem Metallbehältnis befinden. Und in einem spannend ausgefallenen und actionreichen Finale darf man schlussendlich wieder die klassische Dalekstimme aufgrund des typischen, zurückgewonnenen Dalek-Gewands vernehmen, was, trotz x-ter Anwendung innerhalb der Serie, wieder einmal zum Highlight wird, einfach weil der Dalek als die gnadenlose Kampfmaschine eingesetzt wird, die seine Spezies nun einmal verkörpert. Am schwächsten ist "Doctor Who - Resolution" (Originaltitel) immer dann, wenn es stattdessen wieder um die vier Reisenden geht. Selten überbot ein Bösewicht derart durch Charisma den Doktor, nun ist es so, weil es Jodie Whittaker für die Titelrolle an einer derartigen Ausstrahlung mangelt. Hilfreich ist es als Deutscher zum Originalton zu wechseln, dann muss man zumindest nicht der viel zu braven Stimme beiwohnen, wenn sie rückgratlos selbstbewusste Sprüche vom Stapel lässt. Im Originalton wirkt Whittaker weit mehr. Was ihr mimisch nicht gelingt, liefert zumindest ihre Stimme. Auch die Stimmen ihrer Begleiter wirken weit authentischer, als in der unangenehmen deutschen Fassung. Es ist das Glück von "Tödlicher Fund", dass er recht ereignisreich ausgefallen ist, so dass er nach einem moralinsauren Start kaum Zeit findet die vier Gleichgeschalteten ohne Charakter, welche die Helden seit der elften Staffel "Doctor Who" sind, sie selbst sein zu lassen. Zu viel gibt es zu tun, zu wenig Zeit bleibt für selbstgerechtes Geschwafel. Frei davon liefert dieser 60-Minüter zudem manch netten Gag im klassischen Serien-Stil ab, so z.B. dann, wenn er uns eine Familie an Neujahr zeigt, die ohne Internet zurecht kommen muss.  OFDb

15.02.2025

DOCTOR WHO - HORROR IM E-SPACE (1980)

Am Rande des E-Space stößt der Doktor auf einen Erd-ähnlichen Planeten mit geringem Energie-Vorkommen. Dort gelandet, in der Hoffnungen Antworten auf die Möglichkeit zu finden das E-Space zu verlassen, stoßen sie auf eine Kultur, welche dem Mittelalter ähnelt. Doch die Herrschenden dort hüten ein düsteres Geheimnis...

K-9 im Angriffsmodus...

Mit "Horror im E-Space" erlaubt sich die Serie den Spaß uns eine Vampirgeschichte zu präsentieren, die uns zeigt dass die Blutsauger in Wirklichkeit eine Aliengattung sind, die einst Grauen über sämtliche Planeten brachte, so dass Dracula und Co sich als Wahrheit und Randerscheinung dieser entpuppen. Mit den wachsenden Erkenntnissen dieser Thematik, die erst im letzten Part des Vierteilers enden, erhalten wir zudem einen Einblick in die Vergangenheit der Time Lords. Ich sichte die alten und neuen Folgen parallel, und mit Kenntnis der 00er Jahre "Doctor Who"-Serie offenbarte sich mir im umgekehrten Sinne, anstatt chronologisch geguckt, somit erstmals, dass es bereits einen Krieg mit Beteiligung der Time Lords vor jenen gegen die Daleks gab. Jener Krieg führte diese Spezies überhaupt erst in ihre friedvolle Haltung, die von Beginn der Serie an die Zeitwächter ausmachte. Der Clou an der Erzählweise dieses Vierteilers ist jener, dass man die Vampirgeschichte zwar in eine moderne Science Fiction-Welt hinein verfrachtet, inszenatorisch in den passenden Phasen aber vollends auf klassischen, zur Entstehungszeit längst überholten Gruselfilm-Stil setzt. 

Gummifledermäuse, theatralisch und steif spielende Vampirdarsteller, das klassische Schloss am Rande des Dorfes voll von folgsamen Bauern, der Kontrast macht den Charme aus, das Augenzwinkern muss man selbst entdecken, so altbacken sich das Spiel der Adligen in Sachen Herrschaft, Vampirismus und religiöser Unterwerfung schaut. Der einzige Wermutstropfen in diesem kurzweiligen und unterhaltsamen Treiben dürfte das Einbringen der finalen Kreatur sein, die als Ur-Feind der Time Lords und aufgrund seiner gigantischen Größe neugierig macht, jedoch Fantasiegebilde für uns Zuschauer bleibt, dürfen wir doch nur einen Blick auf eine Hand dieses interessanten Wesens werfen, der Rest bleibt uns verborgen. Für eine derart mächtige Rasse und für die Methodik, mit der es unser Titelheld freilich schafft ein Happy End zu erlangen, wirkt sein Dahinscheiden plump und arg zufällig, mag aber auch über jene Eigenschaft des E-Space widerum Sinn ergeben, dass man Raum und Ort hier exakter bestimmen kann als üblicher Weise - so zumindest die TARDIS zu einem anderen Zeitpunkt betreffend. Der Weg zu all diesen Begebenheiten und Erkenntnissen ist im klassischen Stil der Serie inszeniert. Abgelenkt wird man durch die Informationen, dass alle Ansässigen einst Vorfahren von der Erde hatten, die als Weltraumreisende so wie der Doktor versehentlich im E-Space gelandet sind und dies, abgesehen von den Herrschenden, nicht wissen.

Fledermausschwärme und das düstere Schloss am Rande vermitteln eher unterschwellig welche Richtung tatsächlich auf uns zukommt. Das schöne am erreichten Ergebnis ist, dass es verspielt ist, aber nicht lächerlich. Der Mythos der Vampire und ihr aufgedeckter Hintergrund überzeugen und wecken die Fantasie, einzig die antiquierte Umsetzung bleibt absichtlich lächerlicher, da überholter Natur und soll vergangene Filmdekaden augenzwinkernd ehren. Der Junge aus dem Vorgänger "Doctor Who - Verschollen im E-Space" entpuppt sich anbei als neue Begleitung des Doktors. Mal sehen ob er im Laufe der Zeit an Sympathie dazu gewinnen kann, so neutral wie er bislang auf mich wirkt. Mit "Doctor Who - Flucht aus dem E-Space" wird der längere Zyklus um das Alternativuniversum beendet sein. "Doctor Who - State of Decay" (Originaltitel) funktioniert als Mittelteil in seiner kurzweiligen und Erkenntnis bringenden Art zwar ganz gut, zeigt aber auch, dass der Wirbel um das ominöse E-Space etwas aufgesetzt ist, so unabhängig wie die einzelnen Geschichten voneinander erzählt sind, so dass sie auch in der klassischen Raum-Zeit-Natur des Doktors hätten stattfinden können.  Wiki

CIVIL WAR (2024)

Ein Reporter-Team fährt mit dem Auto durch eine sich im Bürgerkrieg befindende USA, um pünktlich am Weißen Haus zu sein, wenn der Präsident gestürzt wird...

Weniger vereint...

Wenn man streng ist, kann man sagen, dass "Civil War" eigentlich für jene US-Amerikaner gedacht ist, denen es nie in den Sinn kommen würde, dass ihr eigener Wohlfühlort auch einmal zum Kriegsschauplatz werden könnte. Dann wird er geschockt sein, wenn Szenarien, die er ansonsten aus den Nachrichten und Dokus, sowie aus Kriegsfilmen kennt, mit einem Mal an ihm bekannten Schauplätzen innerhalb seines eigenen Landes stattfinden. Der nicht derart träumende Part des Publikums staunt lediglich über die realistischen Bilder an diesen ihm auf andere Art bekannten Orten, die Regisseur Alex Garland zum Leben erweckt. Zwar hatte ich ein etwas politischeres Szenario erwartet, die Hintergründe lässt man offen, lediglich kurze Rand-Dialoge deuten an was das Land spaltet, aber die an sich dünne Geschichte um ein Reporter-Team, das durch diese zerstörte Kultur fährt, weiß zu packen, zumal sie uns Protagonisten vor die Nase setzt, die recht kühl mit der Situation umgehen. Kritik am Beruf Reporter wird deutlich, der sich für neutral hält und deshalb glaubt sich in etwas Unnatürliches verwandeln zu müssen, während er auf reißerische, medienwirksame Bilder hofft, die er als Betroffenheitsmaterial verkaufen kann. 

Kritik an der Propaganda des vierten Standbeines der Freiheit bezüglich von Journalismus wird nicht geäußert, schade, dann würde "Civil War" in Zeiten, in denen Trump das Land spaltet und zur Filmidee führte, nicht nur Mainstream-Gedanken verarbeiten. Für einen packend erzählten Film reicht aber auch das aus, getragen von einer herrlich unterkühlt spielenden Kirsten Dunst, die diesen Zustand immer nur angedeutet verlässt, so dass subtil auch ihr innerer Kampf Teil der Erzählung wird. Einer ihrer Begleiter ist eine junge Frau, die Neuling im journalistischem Beruf ist und in diesen traurigen Zeiten Erfahrungen sammelt. Das was sie von ihren unfreiwilligen Mentoren lernt ist dabei oft schockierender, als das Kriegsszenario selbst. Mit seinen relativ offen bleibenden Hintergründen bleibt der Streifen halbwegs unparteiisch, der Präsident der Vereinigten Staaten gegen Ende besitzt aber doch etwas zu viele Parallelen zu Trump, als dass man die Haltung des Filmes tatsächlich komplett als neutral bezeichnen könnte. Insgesamt wäre deutlich mehr möglich gewesen, dennoch empfinde ich das Ergebnis als überdurchschnittlich aufgrund seiner dokumentatorisch anmutenden Art, der Kühle, die der Beruf des Journalisten, gelebt auf diese Art, offenbart, sowie jene, die sich über den kompletten Film hüllt, schockt es doch, dass er weit weniger emotional ausgefallen ist, als man bei einer Großproduktion zu diesem Thema aus diesem Land meinen sollte. Umso stärker wirken die tatsächlich aufwühlenden, persönlichen Szenen der wichtigsten Figuren.  Wiki

14.02.2025

DOCTOR WHO - VERSCHOLLEN IM E-SPACE (1980)

Eigentlich sollte der Doktor zu den Time Lords reisen, stattdessen findet er sich auf einem fremden Planeten wieder, obwohl die Bildübertragung Gallifrey als Ort anzeigt. Die Bewohner des Planeten lassen sich unterdessen in ihrem Raumschiff nieder, da eine prophezeite Zeitwende beginnt, die vor dem Nebel und der darin wandelnden Kreaturen warnt...

Spinnen, Kiemenatmer, Humanoide...

"Verschollen im E-Space" ist innerhalb der letzten Staffel des vierten Doktors der Beginn eines Zyklus, der aus drei Vierteilern besteht, die innerhalb des E-Spaces spielen, von dem wir im ersten Drittel relativ wenig erfahren. Er gehört nicht zur Raum-Zeit-Welt, aus welcher der Doktor und seine Begleiterin stammen. Dem Rätsel nachgehen können sie nicht, da sich die Ereignisse am angekommenen Ort überschlagen. Reptilien-artige Kreaturen entsteigen dem Moor innerhalb eines Nebels, Kinder sind auf sich allein gestellt, da sie den Worten der Anführer nicht glaubten, dass derartiges existiert, die im Mutterschiff geflüchteten und sich auf eine lange Anwesenheit dort einstellenden Erwachsenen erfahren hingegen Schritt für Schritt die Wahrheit über etwas, das ihre Vorfahren verschwiegen haben und eigentlich zu einer recht oft variierten Geschichte innerhalb der Serie führt. Innovativ sieht anders aus, wenn der Time Lord einer Spezies erklären muss wer und was ihr Ursprung ist. Aber "Doctor Who - Full Circle" (Originaltitel) ist flott und unterhaltsam erzählt, also stört das nicht wirklich, ebenso nicht einmal die dominant ins Geschehen eingebundenen Kinder, bzw. das zentrale Wunderkind, eine Gattung Filmcharakter, die gerne zu nerven weiß, es hier aber, trotz arg braver Besetzung, nicht tut. 

Die Menschen in Gummianzügen, welche die Moorkreaturen spielen dürfen, verleihen der Chose den nötigen Anteil Pulp, der Doktor schwankt zwischen Unwissenheit und dem perfekten Durchblick, kurzum ist wieder einmal ein weit trivialer ausgefallener Stoff aus der ganzen Sache geworden, als man sich zunächst eingestehen will, aber ich mag das, verleiht es der ohnehin in den 80er Jahren etwas peppiger ausgefallenen Serie doch den nötigen lockeren Touch, um nicht zu engstirnig mit etwas umzugehen, das mittlerweile etwas professioneller produziert ist, trotzdem aber noch Meilen weit vom Anspruch der Serienphase ab der 00er Jahre entfernt ist. Ich bin immer noch gespannt, ob dieser Zustand bereits irgendwann in der Ur-Serie erreicht wird, oder erst im neuen Jahrtausend angekommen. Dank meines liebsten Doktors, dem herrlichen Roboterhund und einer Erzählung, die sich nicht zu schade ist künstlich aussehende Spinnen mit leuchtenden Augen als organisch gemeinte Kreaturen einzusetzen, funktioniert der Einstieg in den E-Space trotz der x-ten Wiederholung ein und der selben Geschichte innerhalb der langlebigen Serie recht gut. Erst recht wenn man bedenkt, dass dies bereits die 18. Staffel von "Doctor Who" ist. Nur wenige Serien schaffen es so weit, und wenn besitzen sie meist nicht mehr die ursprüngliche Qualität. Warum sollte man sich also über eine derart sympathisch umgesetzte Geschichte kritisch äußern?  Wiki

DOCTOR WHO - STAFFEL 11 (2018)

Überraschend in seiner 13. Daseinsform (den Kriegsdoktor ignoriert) in eine Frau transformiert, gewinnt der Doktor schnell drei neue Freunde, die ihn von nun an auf seinen Abenteuern begleiten...

Das Fehlen atmender Individuen...

Zum ersten Mal in meinen Reisen durch das "Doctor Who"-Universum der alten und der neuen Phase bin ich unzufrieden mit einer kompletten Dekade, sogar regelrecht enttäuscht, so schwach wie sich die Serie mit einem Mal präsentiert. Das hat nichts mit einem weiblichen Doktor Who zu tun, der freilich umstritten war und ist. Meiner Meinung nach hätte diese Idee reizvoll ausfallen können, wie jüngst zuvor bereits das Spiel mit einer weiblichen Variante des Erzgegners, dem Master, gezeigt hat. Der war aber auch Teil eines verspielten, geistreichen Umfeldes, während mit Staffel 11 ein intellektueller Rückgang zu verzeichnen ist, dessen Reflexionsvermögen starrer und plumper ausgefallen ist, während er, entsprechend dem Zeitgeist seiner Entstehung, glaubt im sozialen Sinne fortschrittlich zu sein. Dass wir es hier mit einer unangenehmen Form der an sich lobenswert gemeinten politischen Korrektheit zu tun haben, lässt bereits die Figurenkonstellation erahnen, die sich in den drei Begleitern des Doktors manifestiert. Mal davon abgesehen, dass ich für die Übersicht der Serie drei Begleiter schlichtweg zu viel finde, verkörpern sie insgesamt drei verschiedene Ethnien, Jung und Alt, Hetero und Homo, gesund und beeinträchtigt, sowie Mann und Frau. Das wirkt konzeptionell schon arg gewollt.

Damit könnte ich letztendlich aber leben, wo die Serie doch oft für Vielfalt stand und dem Hineindenken in verschiedene Mentalitäten. Doch exakt dies findet mit dem so bunt gemischt scheinenden Team nicht statt, dessen eben aufgezählte Präsenzen gleichzeitig zu ihren gleichgeschalteten Charakteren werden und jedwede Eingenschaften außerhalb der gewünschten Ideologie nicht besitzen - außer wenn eine solche zum Wandel zum anvisierten Ideal führen soll. Besonders deutlich wird diese Gleichschaltung in der dominant gewordenen Moral, die über allem schwebt und nicht nur für einzelne Figuren als Charakterisierung gedacht ist, sondern für die komplette Serienmentalität der elften Staffel steht. Es ist nicht so, dass Moral nicht schon früher Einzug ins Who-Universum gehalten hätte. Gerade der 10. Doktor war diesbezüglich recht stark charakterisiert. Aber es war für ihn eine Orientierung in der Verzweiflung einen Kompass für sein Tun zu finden, während die hier gelebte Moral selbstgerecht daher kommt, unabhängig vom Zeit und Ort, in dem die jeweiligen Abenteuer spielen. Da kann es noch so fremde, andersartige Spezies geben, mit eigener Vergangenheit, Motivation und Lebensbedingungen, da kann es Zeiten geben, in denen die Lebewesen (noch) nicht die Chance hatten sich empathisch zu entwickeln oder weit größere Probleme zu bewältigen haben, als die Überwindung von Egoismus, was richtig und falsch ist, wird im neuen Who-Team überregional und als unanfechtbar angesehen, nicht einmal als Zeichen der aktuellen Zeit, und damit in Bewegung bleibend, sondern als Erkenntnis, die immer zu gelten hat, auch in Zukunft, und deren Zuwiderhandeln bereits kritisiert und verachtet wird, noch bevor man sich den Alltag in der Fremde verinnerlicht hat. 

Entsprechend brav fallen die Abenteuer aus, da die Reisenden und kaum noch Forschenden von den Autoren freilich Zustimmung für ihre Haltung erhalten, und entsprechend eintönig fühlt sich das alles an, wenn es nicht mehr zu ungesühnten Gemeinheiten kommt, Vielfältigkeit gelebt wird und keine intellektuellen Diskurse mehr stattfinden, während die arg brave und gefühlvolle Doktorin gleichzeitig des öfteren betont wie clever ihr Team und sie doch wären. Passend zur verkrampften Mentalität, die stets um Korrektheit bemüht ist, fällt erstmals auch das Einbringen einer historischen Figur unangenehm auf. Brach man die Erwartungen von diesen stets ironisch und verspielt auf, um sie letztendlich dennoch zu ehren, so ist der "Gastauftritt" von Rosa Parks leider nur von Respekt und Demut geprägt, ohne belustigende, überraschende, oder zum Ruf widersprüchliche Elemente einzubinden, schade. Ihre Episode ist jedoch nur ein Beispiel vieler magerer Abenteuer. Nur wenige Folgen bilden eine Ausnahme. So ist beispielsweise eine Geschichte um Riesenspinnen nett ausgefallen, atmet sie doch zumindest im Ansatz jene verspielte Luft, die der zu ernst gewordenen Serie nun meist fehlt. Eine Geschichte rund um Riesenspinnen nicht in den Sand zu setzen, ist jedoch keine Königsübung, und selbst hier schafft man es eine ordentliche Dosis Moral vom Stapel zu lassen. 

Dass die Finalfolge sich nicht vom Rest abhebt, quasi als besonderer Schlussmoment einer Staffel, passt zum nüchternen Restergebnis. Scheinbar glaubte man die Wiederkehr des Auslösers von der ersten Folge des weiblichen Doktors würde bereits reichen, etwas Hervorhebenswertes zu erzählen. Dass die Geschichte um die Wiederkehr eines neuen Bösewichts allein deswegen frei von wahrer Empathie ausfällt, weil man uns im zügig voranschreitenden Plot glauben lassen will, dass sich ein Jahrhunderte gelebter Fehlglaube zu einem falschen Gott durch das Einreden ins Gewissen von Eindringlingen in nur wenigen Augenblicken zu einem Überdenken bisher praktizierter Genozide führt, zeigt wie naiv und plump die Serie mittlerweile ausgefallen ist, die im bunten, oft trivial scheinenden Treiben weit geistreicher, erwachsener und sozialer ausfiel, als die Ignoranz, die hier als lebenswerte Mentalität verkauft wird. "Doctor Who" ist mit diesem Weltbild nicht mehr weit von der Scientology-ähnlichen Ethik von "Star Trek - The Next Generation" entfernt. Zwei Jahre bleibt die blass wirkende Jodie Whittaker Doktor, keine Ahnung ob man sich bereits zu ihrer Zeit wieder der bisher gelebten Serienmentalität zuwendet. Fotos im Internet von ihrem Nachfolger Ncuti Gatwa lassen zumindest ebenso auf eine Verbesserung hoffen, wie das Zwischenspiel dreier Specials, die vor dessen Auftauchen spielen und für kurze Zeit David Tennant noch einmal in der Rolle des Doktors zurückkehren lassen. Ich bleibe selbstverständlich dran, um Antworten darauf zu bekommen. Aber wenn die Geschichten rund um den dreizehnten Doktor so trostlos bleiben wie bisher, wird es ein langsamen Voranschreiten. Noch nie habe ich für eine Staffel so viel Zeit benötigt, wie für Staffel 11 - und das obwohl sie lediglich 10 Episoden enthält.  Wiki

02.02.2025

THE VVITCH - A NEW-ENGLAND FOLKTALE (2015)

Eine streng christliche Familie verlässt das Dorf, in dem sie bislang wohnte, aufgrund von Differenzen im Glauben. An einem Waldrand lässt man sich hoffnungsvoll nieder, doch schon wenige Jahre nach der Ankunft ist die Ernte vertrocknet und das Geld knapp. Als das Neugeborene spurlos verschwindet, macht man einen Wolf dafür verantwortlich. Doch als das Unglück der Familie kein Ende nehmen will, scheint eher eine Hexe für all das Übel verantwortlich zu sein...

Lüge Apfel...

Ebenso wie in seinem Nachfolgefilm "Der Leuchtturm", so ist auch "The VVitch - Eine Volkssage aus Neuengland" von "Nosferatu"-Regisseur Robert Eggers nah an der Lebenswelt seiner Protagonisten angelehnt. Hier wird gesprochen wie einst, gelebt wie einst, geglaubt wie einst. Und während dieser Pluspunkt die "Shining"-Variante eines Leuchtturms nicht retten konnte, da das thematisierte Mysterium zu gewollt daher kam, da besitzt der auf Märchen und Tatsachenreporten basierende Grusler diese Vorteile auf beiden Seiten, ist es doch hoch interessant in die Lebenswelt einer völlig anders denkenden Mentalität einzusteigen, als auch dem düsteren Horrorgehalt der Geschichte zu folgen, der mit dem Zeigen der Hexe während der Babyentführung keinerlei Geheimnis aus der Existenz dieser macht. Und das ist wichtig für das Funktionieren der Disfunktion der Familie, die nach und nach immer mehr Misstrauen untereinander entwickelt, hochgekocht, wie zu erwarten mit einer Teenagerin im Zentrum, mit dem Verdacht die Tochter könne gar die Hexe sein. Dass sich Eggers darauf nicht allein versteift, diesen Aspekt sogar erst spät thematisiert, ist ein guter Kniff, würde es die Thematik des Stoffes doch zu sehr einengen und den langsamen Ablauf stören, mit dem das Grauen schleichend eingefangen wird, so sehr sogar, dass man manchmal vergisst einem Horrorfilm beizuwohnen. 

Das Drama ist hervorragend thematisiert, untermalt von künstlerisch wertvollen Bildern und besetzt mit herausragenden Mimen, egal ob im Erwachsenen- oder Kinderbereich. Hier geht jeder in seinem Spiel an seine Grenzen, und in jeglicher Phase weiß "The Witch" (Alternativtitel) zu überzeugen, dank psychologischer Raffinessen, seiner intellektuellen Art, dem authentisch anmutendem Szenario und den gelegentlichen Gruselmomenten, welche den Film nicht komplett durchziehen, aber zu wirken wissen, sobald Eggers darauf setzt. Die Überraschung am Schluss kommt unverhofft und führt zu einem konsequenten (Ent-)Schluss. "The VVitch" (Alternativtitel) ist in seiner Langsamkeit, der Konzentration auf Drama und den anders klingenden Dialogen sicherlich nicht jedermanns Sache, aber dieses Entführen in eine andere Zeit und eine andere Mentalität ist letztendlich das wofür Kino unter anderem existiert. So gekonnt umgesetzt, wie hier geschehen, wird aus diesem Anliegen ein Leckerbissen, der den Horroraspekt fast schon gar nicht mehr benötigt hätte. Es ist schön zu sehen, dass das unheilvolle Übernatürliche, bzw. das Spiel mit diesem solange es nicht in Erscheinung bzw. in den Vordergrund rückt, so viel besser zu funktionieren weiß als im diesbezüglich zu bemühten Nachfolger, der ebenfalls hervorragend fotografiert war. Kunst allein ist nicht alles, das hier besprochene Werk von Eggers vereint Unterhaltung und Kunst jedoch vorbildlich. Jetzt kann ich nur hoffen, dass seine Neuverfilmung von Murnaus "Nosferatu" eher wie sein erster Langfilm, anstatt wie sein zweiter ausgefallen ist.  Wiki

11.01.2025

JESUS SHOWS YOU THE WAY TO THE HIGHWAY (2019)

Ein Virus hat sich in der virtuellen Realität des Psychobooks breit gemacht und gefährdet die Sicherheit der ganzen Welt. Eine Agentin stirbt eingeloggt in der realen Welt, obwohl dies als unmöglich galt. Als auch Agent Gagano in der Realität einen Hirntod erleidet, während sein Geist online ist, erfährt er innerhalb des Cyberspace nach und nach die Wahrheit über Psychobook, seine Mission und sich selbst...

Wiederkehr mit Wackelpudding...

Der mit Crowdfunding finanzierte Ausnahmefilm "Jesus Shows You the Way to the Highway" ist ein visuell beeindruckender Film, nicht obwohl er recht kostengünstig entstand, sondern weil. Weit entfernt von den Spezialeffekten einer großen Hollywood-Produktion zeigt er wie mittels simpel gestrickter Entfremdungen eine fremde Welt kreiert werden kann, ein ganzer Film gestützt werden kann, ein hohes Budget überhaupt nicht nötig ist. Zwar setzt der Streifen, bei dem man inhaltlich wie handwerklich mit allem rechnen muss, bewusst auf einen absichtlich anvisierten Trash-Charme, aber hier wird professionell mit Amateurfilm-Methoden gearbeitet. Das mag widersprüchlich klingen, passt aber hervorragend zu einem Werk der Gegensätzlichkeiten. Wir erleben eine Zukunftswelt in der Vergangenheit, einen intellektuellen Stoff im Trash, Moderne trifft auf Retro, Kommunisten tragen Nike-Schuhe, Kriegstreiber wählen den friedlichen Weg, Schwarze werden für Kung Fu-Szenen in ein chinesisches Gewandt gesteckt, religiöse Phantastereien behalten Recht, ein Kleinwüchsiger kann ein professioneller CIA-Agent sein, Fremdgehen ist mit Liebe kompatibel, Orte wie eine Schiffskajüte und ein Hochhausdach vermischen sich. Hier wird alles verdreht, vereint und entfremdet, ebenso die Genres, die neben dem Hauptaspekt der Science Fiction auch Kampfsportfilm-Passagen enthält, Abenteuer-Feeling der 60er Jahre Filme, wie man sie z.B. mit Joachim Fuchsberger besetzt kennt, Film Noir, Daily Soap und Actionfilm, gefilmt an den verschiedensten Orten der Welt, angereichert mit kurz eingebetteten, eingekauften Fremdaufnahmen.

Es findet sich allerhand wieder was man kennt, um letztendlich etwas Eigenes zu werden, etwas das was zu erzählen hat. Hier wird sich nicht bockig den Hollywood-Regeln widersetzt, sondern gekonnt gezeigt zu was Kino alternativ in der Lage ist, wie man Themen wie Behinderung, sexuelle Orientierung und Patriotismus würdevoll und für ein mündiges Publikum konzipiert auch ohne Propaganda oder politisch korrektem Getue geradezu selbstverständlich in eine erzählenswerte Geschichte integriert bekommt, so dass der billig und infantil anmutende Stoff zu einem wesentlich erwachsenerem wird, als die Heuchelei vieler Großproduktionen je sein könnte. Wenn man nun noch die Zeiten des C64 kennt, wird man zudem Gefallen am Bild und Sound vom Vor- und Abspann finden, sowie an mancher Anspielung aus der Computerwelt innerhalb der Geschichte selbst. Die orientiert sich zu einem guten Teil an "Welt am Draht", vermischt aber auch hier Eigenes wie weiteres Entliehenes, so z.B. aus "Die totale Erinnerung" oder "Max Headroom". Der sogenannte Stoff, um den es zunächst nur nebensächlich geht, entpuppt sich als Metapher für alles was außerhalb von Regierungen Macht auf das Miteinander in der Welt ausübt. Festlegen tut man sich diesbezüglich nicht, was ganz gut zum schwer durchschaubaren Gesamten passt, das aber, dank nur einem Autor, dem Regisseur Miguel Llansó, dennoch durchdacht einen roten Faden besitzt, inklusive Hintertürchen, das an den Schluss vom ersten Teil des Zweiteilers "Welt am Draht" erinnert, um uns aufgeklärt, aber dennoch rätselhaft aus dem Film zu entlassen. 

Wer es geistreich, trashig und völlig alternativ als das populäre Kino mag, der entdeckt in dieser wundervoll kreativen Perle ein Liebhaberstück, dem man sich verspielt und intellektuell gleichermaßen nähern sollte, um es im völligen Umfang genießen und inhalieren zu können. Eine Mehrsichtung macht bei derart viel Wahnsinn freilich Sinn. Es ist lobenswert anzumerken, dass der Streifen trotz seiner intensiv schrägen und eigensinnigen Art immer wieder Momente der Ruhe besitzt und seine Figuren durchaus ernst nimmt. Mein Lieblings Running Gag war anbei die Idee, dass der Protagonist stets Pizza isst, aber immer nur einmal in sie rein beißt. Diese Aussagen wirken gerade wild zusammen gewürfelt? Nun, "Jesus Shows You the Way to the Highway" auch.  OFDb

DOCTOR WHO - MEGLOS (1980)

Ein Volk, das wegen aggressiver Pflanzen auf der Planetenoberfläche unterirdisch lebt, bekommt Probleme mit seiner Energiequelle, die von den Alteingesessenen wie eine Gottheit angebetet wird. Ein Freund des Doktors bittet um dessen Hilfe. Doch eine feindliche Pflanze, die jüngst auf dem Nachbarplaneten von einer Gruppe Plünderer nach zwei Jahrtausenden wiedererweckt wurde, nimmt die Gestalt des Doktors an und gibt sich als diesen aus, um an die Energiequelle zu kommen, deren wahres Potential die Humanoiden nie entdeckt haben. Entsprechend wird der verspätet ankommende Doktor für den Dieb dieser gehalten und von den religiösen Fanatikern des Volkes zum Tode verurteilt...

Mein böser grüner Kaktus...

Es sieht schon putzig aus, wenn eine Gruppe Klischee-Barbaren von einer schimpfenden Pflanze zusammengeschissen wird, oder wenn die wahre Gestalt der Pflanze halb hindurch bricht und wir einen grünen Doktor mit Stacheln im Gesicht betrachten dürfen. Solche Momente zeigen wieder einmal die Kreativität hinter der Serie, und dass man sich für keine Idee zu feige war, das unterhaltsame Ergebnis dankt es dem Autor, der sich wie die anderen des Teams für nichts zu cool war, herrlich. Entsprechend darf man auch lange vor "12:01" und "Und täglich grüßt das Murmeltier" einer Zeitschleife beiwohnen, die weit kürzer geraten ist, als in den Vergleichsfilmen, weswegen ich nicht bös drum war, dass der Zeitreisende sich dafür, dass es sich um ein bekanntes, aber unlösbares Phänomen handelte, doch recht schnell aus dieser lösen könnte, wenn auch, das muss ich zugeben, mit einer gar nicht mal schlechten Idee. Lobte ich etwas selbstgönnerhaft in der Vorepisode "Doctor Who - Leisure Hive" noch das Spiel mit dem mangelnden Respekt der Jungen vor den Alten mit Verweis auf heutige Zeiten, so geht "Meglos" umgekehrten Weg, dass das starre, unreflektierte Verhalten der Alten zurecht von der jungen Generation, der frischen Ideen, bekämpft wird. Allerdings geht es hierbei auch um Glauben gegen Wissen, um unreflektierte Moral gegen Denken, und damit bleibt mein Vorwurf standhaft, obwohl der Spieß diesmal umgedreht scheint. Schön dass wieder einmal das Wissen siegen darf, und ich bewundere in dieser Phase der Serie auch den Einfluss der Begleiterin, die als Mitdenkerin entscheidend am Happy End beteiligt ist, was ja sonst auch traurig wäre, wo sie doch der selben intellektuellen Gattung wie der Doktor angehört. "Meglos" ist, wie typisch zur Entstehungszeit, auf 4 Folgen begrenzt, benötigt in seiner Finalfolge sogar nur noch 20 Minuten, statt der üblichen 25, schaut sich entsprechend entspannt, nicht gedehnt, aber auch nicht gehetzt.  Wiki

05.01.2025

LIFEFORCE - DIE TÖDLICHE BEDROHUNG (1985)

Eine Weltraum-Crew entdeckt im Inneren des Halleyschen Kometen ein Raumschiff. Neben allerhand Fledermauskreaturen stößt man dort auch auf drei humane, tadellose Körper in gläsernen Särgen. Man lädt sie an Bord. Als das Erdenschiff nach langer Zeit ohne Funkkontakt geborgen werden kann, lebt nur noch ein einziges Crew-Mitglied. Die geborgenen Wesen erweisen sich als lebendig. Sie können dem Forschungsinstitut entfliehen und werden zu einer Gefahr für die Menschheit, da es sich um Außerirdische handelt, welche die Lebensenergien ganzer Welten abzapfen können...

Seelenfresser in der Kirche...

"Lifeforce" (Originaltitel) verfügt über allerhand Schauwerte, angefangen bei der wunderhübschen Nackten, deren schönen Körper man nicht nur kurzfristig erhascht bekommt, weiter zu entdecken im Bereich der Effekte, insbesondere was die ausgesaugten Menschen betrifft, sowie bezüglich der Krawalle, die sich im Laufe der Geschichte in der Bevölkerung bis hin zum Kriegszustand zuspitzen. Trotz lautem Getöse strahlt der Film immer eine gewisse Ruhe, ja sogar Nüchternheit aus, was im Widerspruch dazu steht, dass man eigentlich stets auf mehr, mehr und mehr setzt. Es scheint sich um ein Werk zu handeln, bei dem Produzenten viel mitreden wollten, das ließe zumindest das bunt zusammengewürfelte Szenario vermuten, das stets auf zur Entstehungszeit beliebte Kriterien setzt, auch wenn manche davon, wie der unübersehbare Zombieaspekt, auch gerade zu den abebbenden Modewellen der Kinowelt dieser Dekade gehörten. Ich habe gelesen, dass es Probleme mit den Kosten während der Produktion gab. Das würde auch erklären, warum der Streifen trotz seines immensen Einsatzes von Spezialeffekten immer dann Sprünge in der Geschichte wagt, wenn eine optische Umsetzung besonders aufwändig geworden wäre. 

Besonders auffällig ist dieser Verzichten beim Verladen der drei nackten Körper auf das Erdenschiff. In Zeiten handgemachter Effekte war ich neugierig auf die Umsetzung dieser Prozedur, sie wurde jedoch einfach übersprungen. Zum Mehrwert wird diese Herangehensweise eigentlich nur in jenem Szenario, in welchem wir mit dem zeitlichen Sprung auf der Erde, aufgrund der Auslassung von Informationen während des Fluges, einer wundervoll rätselhaften Situation beiwohnen, wenn wir erst so nach und nach erfahren, was auf dem Schiff bis zur Landung los war. Die Ähnlichkeit zum klassischen, literarischen  "Dracula"-Stoff, der auf der Schiffsreise nach England ebenfalls etliche Seefahrer aussaugte, kommt nicht von ungefähr, denn Horrorregie-Legende Tobe Hooper liefert hier einen Stoff über Weltraumvampire ab, und geht dabei sehr direkt die Verwandtschaft zu den klassischen Blutsaugern dieses Genres an. Doch während die Sprunghaftigkeit im besagten Beispiel förderlich für das Wecken der Neugierde beim Zuschauer ist (obwohl dieser zu diesem Zeitpunkt ohnehin nach mehr Informationen lechzt), wirkt die ruppige Erzählweise des Gesamtwerkes eher schroff. 

Hier wird dann doch deutlich, wie die finanziellen Zustände der Produktion ausgesehen haben mögen und was aus "Space Vampires" hätte werden können, wenn er alle Möglichkeiten gehabt hätte, die ursprüngliche Vision umzusetzen. Ob dann auch die eigentliche Geschichte, in ihrem Drang sämtliche Zuschauerinteressen zu integrieren, weniger zerfahren ausgefallen wäre, bleibt jedoch fraglich, denn die etwas wirre Natur der Sachlage, mit sich gegenseitig Energie abziehenden Opfern, zwei Vampirwesen die parallel zueinander abgestimmt sein müssen, sowie der, meiner Meinung nach, unnötige Part, dass es ein Hauptopfer gibt, das in geistiger Verbindung mit dem Wesen stehen muss, verkomplizieren das reizvolle Geschehen zu sehr, bzw. vereinfacht es auch an anderer Stelle, ist die geistige Verbundenheit, die ich für diese Geschichte als so unattraktiv empfinde, doch gleichzeitig Ausrede des Drehbuchs möglichst schnell möglichst viel über die Außerirdischen zu begreifen, sowie zügig ihren jeweiligen Standort zu erfahren, um der Menschheit doch noch womöglich ein glückliches Ende zu bescheren. Dabei wäre es gerade der Forschungsaspekt gewesen, der dem Stoff gut getan hätte. Das beweist die Vorgeschichte im All ebenso wie die ersten Untersuchungen und Ermittlungen auf der Erde. 

Stattdessen wird noch unnötig ein wenig Körpersprungthematik mit in den wilden Cocktail gepackt, und fertig ist das etwas zu gewollte, inhaltlich, wie finanziell überfrachtete Etwas, das auch unter dem Alternativtitel "Vampires from Outer Space" erschienen ist. Obwohl vieles gegen ihn spricht, funktioniert er rein zum Unterhaltungszweck eigentlich ganz gut, zumal er ,wie erwähnt, trotz dem vielen Brimborium genügend ruhige Phasen besitzt. Aber ein gut strukturierter Film sieht freilich anders aus. Und gerade der ruppige Wandel von der uns gewohnten Welt zu England im Chaos, vergeigt was an Intensität mit diesem Stoff möglich gewesen wäre, wenn man den Zuschauer empathischer an den Beginn der Endzeit herangeführt hätte, wenn dieser hätte dabei zusehen müssen, wie die bisherige Realität in Angst, Tod und Hysterie versinkt. Das doch recht leichte Aufhalten der Außerirdischen, lässt ihre bislang Welten verschlingende Erfolgsquote final nicht gerade glaubwürdig erscheinen. Nichtsdestotrotz schließt "Lifeforce - Die tödliche Bedrohung" nicht gerade mit einem Happy End. Das hätte auch nicht zum düsteren und pessimistischen Grundton gepasst, den Hooper konsequent aufrecht erhält. Der Autor der Buchvorlage äußerte sich nur negativ über das Ergebnis dieser Verfilmung. Das kann ich verstehen, auch wenn ich mit diesem Flickenteppich an Science Fiction-Horror als Trivialunterhaltung durchaus zufrieden war. Statt auf drei Autoren hätte man einfach einzig auf Dan O'Bannon setzen sollen, der wusste wie man gute Drehbücher schreibt.   Wiki

ZOMBIE UNDEAD (2010)

Eine Frau fährt ihren Vater in die Notaufnahme, die zu ihrer Überraschung überfüllt ist mit Menschen, die ähnliche Symptome wie er aufweisen. Als er während der Untersuchung Blut spuckt, wird sie ohnmächtig. Als sie erwacht wirkt das Hospital wie verlassen. Doch die Kranken sind zu menschenfressenden Wesen mutiert und bevölkern nun diesen Ort. Die Frau stößt auf andere Überlebende, die alle, wie sie, Angehörige retten wollen, bevor man einen Weg finden kann das von Infizierten überflutete Krankenhaus zu verlassen...

Dem Fremden mit der Axt vertrauen...

"Zombie Undead", bereits der Titel ist so kreativ, wie es der komplette Film ist, sprich gar nicht, so sehr wie er die im Zombiebereich schon oft erzählte Chose einer Gruppe Überlebender, deren Mitglieder weiterhin überleben wollen, es aufgrund zwischenmenschlicher Differenzen aber meist nicht schaffen, in schlechter umgesetzt nur ein weiteres Mal erzählt. Es sind nicht einmal die schlichten Mimen, die zum Störfaktor werden, die geben sich Mühe und würden solch ein billig inszeniertes Filmchen halbwegs stützen können, wenn es eines der charmanten Art wäre. Aber diese nicht in den Amateurfilmbereich und dem Undergroundsektor dazu gehörende C-Movie-Produktion bietet uns eine uninspirierte Optik, so stumpf wie alles abgefilmt ist, ärgerlicher Weise zudem mit einem störenden, verwaschenen Bild versehen, das verhindert irgendwie in das vorhersehbare Treiben einsteigen zu können. Die vorhandenen Goreeffekte sind für einen Film dieser Preislage solide inszeniert, und auch die Zombies fallen durchaus okay aus, so einfallslos wie sie oft in vergleichbaren Werken zurecht gemacht werden. Aber der Mangel an interessanten Figuren und Situationen aufgrund der zu bekannten Wiedererzählung ohne individuelle Ansätze, die lustlose Optik und der mangelnde Charme lassen diesen Film austauschbarem Gequassels einfach nur unangenehm erscheinen, so dass er sich wie Kaugummi zieht in seiner völlig uninteressanten, sich nach Auftragsarbeit anfühlenden, Art.  OFDb

30.12.2024

INBRED (2011)

Es sollte in der Einöde ein Sozialprojekt für straffällig gewordene Jugendliche werden. Doch die zwei Sozialarbeiter und ihre vier Schützlinge sind auf dem Land nicht gern gesehen. Und als es durch ein Versehen zu Reibereien mit den Einheimischen kommt, beweisen die zu welch üblen Schandtaten sie fähig sind...

Scheiße begeistert das Publikum...

Städter, von der Außenwelt abgeschottet allein unter Rednecks, von denen selbst der gastfreundliche und am meisten zivilisiert wirkende einen unangenehmen Eindruck hinterlässt, so fangen allerhand Backwood-Horrorfilme und Slasher an, und "Inbred" ist lange Zeit nicht anders. Interessiert folgt man der kleinen Truppe "Eindringlinge", von denen man weiß, dass weder der schmalschultrige Besserwisser, noch die taffe Schlagfertige als einzige Erwachsene etwas ausrichten könnten, gegen die herrlich schräg anzusehenden, kräftigen und debilen Hinterwäldler, und das hinterlässt ein ungutes Gefühl. Und während viele andere Genre-Beiträge mir auf den Senkel gehen, wenn es lauter, brutaler und bizarr zugleich zugeht, so hat mir Alex Chandons Werk nach einem angenehmen Einstieg doch auch in dieser wilderen Phase gefallen, die nach bedrohlichen Zwischenspielen durch eine schockierend plötzliche Bluttat ins rollen gebracht wird. 

Obwohl manches zu gewollt wirkt, wie der nackte Klavierspieler, und manches zu vulgär, wie die mit Kot ausgeführte Attraktion inmitten eines grotesken Zirkus von und für Einheimische, liegt eine gewisse Sympathie in der Handschrift, die der Film, trotz Einhalt gerade beliebter Elemente im alternativen, radikaleren Horror-Genre, an den Tag legt. Mit fortschreitender Laufzeit verlagert sich die Perspektive mehr auf die Hinterwäldler, ohne jedoch die Überlebenden der einst sechsköpfigen Truppe lediglich an den Rand zu schieben. Dieser Blickwinkel ist interessant gewählt, suggeriert er doch einerseits die Möglichkeit, dass die Fremden, trotz ihrer Unterlegenheit in jedem Bezug, außer der Intelligenz, eine Möglichkeit auf ein Happy End haben, eben wegen der Intelligenz, die überraschend organisierte Truppe vor Ort aber ebenso als Sieger in Frage kommen könnte. Deren Anteil wird zwar auch dezimiert, aber das macht die Kopf an Kopf-Möglichkeit beider Parteien umso gleichwertiger. 

Zudem gefällt es, dass man uns die Sozialstruktur dieser eingeschworenen Gemeinschaft nicht vorenthält, obwohl sie theoretisch gesehen nicht nötig gewesen wäre. Es gibt Anführer, Ausgestoßene, und auf Idioten-Niveau auch Künstler und Gewinner, und jeder für sich ist Abschaum, da wird nichts schön geredet, "Inbred" ist diesbezüglich in seiner Comic-Art konsequent unkorrekt. Entsprechend gefällt das Ende, das uns nach einem Finale voller Überraschungen ein lustiges Schlussbild zum Beginn des Abspanns, untermalt mit Hillbilly-Musik, als letzten Eindruck vor die Nase setzt. Der Film beweist: auch schlechter Geschmack kann Spaß bereiten, ganz ohne versteckten Intellekt, aber auch ohne penetrante Verwendung von Albernheiten. Der mit Gewalttaten und Provokationen angereicherte Streifen ist humoristisch untermalt, verkommt aber nie zur reinen Komödie. Die Komik wird aus dem Absurden und der Übertreibung geerntet, manches Mal mittels Ironie und dem Spiel von Vorurteilen, ebenso mit dem Vortäuschen von Filmklischees, geistlos sieht anders aus. 

Und doch will "Inbred" nichts weiter, als die fröhliche Schlachtplatte für den Splatter-Fan sein. Und auch wenn ich für mich feststelle, dass ich eigentlich aus dem Alter raus bin, in dem mich derartiges noch so richtig begeistert hätte, ich fand "Inbred" kurzweilig und interessant erzählt.  Wiki

24.12.2024

DOCTOR WHO - LEISURE HIVE (1980)

Als Urlaubsziel für den Doktor und seine Begleitung ausgesucht, stellt sich eine neue Touristenattraktion im Freizeitpark eines sterbenden Volkes als fehlerhaft heraus und führt inmitten einer politischen und wirtschaftlichen Krisensituation zu einem Toten. Der Doktor wird als Schuldiger auserkoren, um von einer Manipulation abzulenken...

Alt sein nervt...

Frisch in den 80er Jahren angekommen, empfängt uns eine peppigere Version des klassischen Titelsongs, begleitet von zu viel Funkeln im Vorspann und einer moderneren Schrift. Diese gewöhnungsbedürftige Verschlechterung passt ironischer Weise zu einer Handlung, die junge Generationen mahnt Traditionen und die Weisheit der Älteren ernst zu nehmen, anstatt große Umbrüche im Schnellverfahren zu wagen (warum erinnert mich dies nur an die hitzköpfigen Grünen von heute?), sowie vorschnelle Urteile zu fällen. Mit der politischen Thematik weit mehr als Trivialunterhaltung bietend, sind es u.a. trotzdem die verspielten Aspekte, die den Vierteiler "The Leisure Hive" (Originaltitel) der letzten Staffel des vierten Doktors (Staffel 18) so angenehm schauen lassen. Ein gealterter Doktor, eine gelungene Schlusspointe, herrlich anzusehende, insektenartige Außerirdische, das weiß alles rundum zu gefallen, während die lobenswerte, gar nicht unclevere Politgeschichte ein wenig an den Umständen krankt, dass sich alles eine Spur zu billig produziert anfühlt, spätestens mit dem Aussehen der aussterbenden Rasse zu sehr an "Raumschiff Enterprise" erinnernd, auch wenn die Geschichte, typisch "Doctor Who", geistreicher ausfällt, als es die zu diesem Zeitpunkt abgesetzte US-Konkurrenz meist nicht zu leisten im Stande war. An Ideen mangelt es in besagtem Abenteuer nicht, gerade aufgrund der Geschehnisse in der Abschlussepisode, hätte ich mir mindestens 5 Teile für diese Geschichte gewünscht, so spannend sich der Aspekt einer Klonarmee zum Zwecke eines Kriegsbeginns anfühlt. Hier wird durch die beschleunigten Ereignisse, um den Vierteiler pünktlich zum Schluss zu führen, einiges an Potential verschwendet, und dies in einer Produktion, die ohnehin viel Laufzeit in der Wiederholung zu Beginn einer jeden Fortsetzungsepisode opfert, in Teil 4 gar 2 Minuten. So viel Rückblick benötige ich nicht als Erinnerung, diese künstlich gestreckte Laufzeit hätte die Hauptgeschichte bei all ihren Möglichkeiten nicht nötig gehabt. Nichtsdestotrotz erleben wir mit "Leisure Hive" ein gewohnt angenehmes Stück Science Fiction-Abenteuer mit meinem bislang liebsten Doktor.

Staffel 18 ist anbei die erste komplett in Deutschland erschienene. Ich belasse es aus Gewohnheit dennoch dabei die einzelnen Abenteuer zu besprechen, anstatt, wie bei anderen Serien, eine Review zur Komplettstaffel abzuliefern.  Wiki

01.12.2024

DOCTOR WHO - SHADA (2017)

Der Doktor und seine Begleiter jagen einem mächtigen Buch hinterher, welches ein sehr alter Time Lord vor vielen Jahren, entgegen der Gesetze, mit auf die Erde gebracht hat, und welches ihm jetzt von einem Fremden entwendet wurde, der damit den heimlichen Ort aufspüren möchte, an dem die Time Lords einst ihre Verbrecher eingesperrt haben...

Vereinigung anstatt Unterwerfung...

Man ist es aus älteren Folgen der Originalserie "Doctor Who" gewohnt, dass es immer mal Zeichentrickepisoden gibt, da das Originalmaterial von einst zerstört wurde. "Shada" besitzt innerhalb der einzelnen Folgen des Sechsteilers immer wieder gezeichnete Sequenzen, und dies hat einen anderen Grund. Als Schlussabenteuer der 17. Staffel im Jahre 1980 gedacht, wurden die Dreharbeiten aufgrund eines Streiks seinerzeit unterbrochen und das vorhandene Material nie im TV ausgestrahlt. 1992 bekam der Stoff auf VHS zwar eine Veröffentlichung, aber er war weiterhin unkomplett wie eh und je und wurde von Tom Baker, dem Darsteller des vierten Doktors, per Kommentare um die inhaltlichen Lücken seiner fehlenden Sequenzen ergänzt. 2017 bot man wahren Fan-Service, indem man das Gerüst an vorhandenen Szenen mit Animationssequenzen vervollständigte, die mit den noch lebenden Darstellern von damals synchronisiert wurden, sodass das Abenteuer nun komplett zu bewundern ist. Das erfreut nicht nur, da es sich um eine richtig gut erzählte Geschichte handelt, sondern auch weil man durch diese Vorgehensweise einmal genau beobachten kann, wie durcheinander solch ein Abenteuer tatsächlich gedreht wird, verstärkt sich zwar die Anzahl an Animationsszenen von Folge zu Folge, aber echt gedrehtes Material ist bis zum Schluss vorhanden, ebenso wie gezeichnete Sequenzen von der ersten Folge an verwendet werden mussten.

Ich weiß nicht warum es in der Phase des vierten Doktors so viele Time Lords und Ladys auf die Erde verschlagen hat (er selbst benannte uns einmal als Lieblingsspezies und fand dies selbst sehr unprofessionell) und ob dies in einer der vielen Episoden, die es nicht nach Deutschland schafften, thematisiert wird, aber von dieser wackeligen Grundlage einmal abgesehen ist "Doctor Who - Shada" eine wundervolle Geschichte, voll von fantasiereichen Einfällen, tollen Wendungen und sympathischen Randideen. Ob es das unsichtbare Ufo ist, die Idee ein Buch in seiner Existenz rückwärts durch die Zeit reisen zu lassen, ob es die alternative TARDIS ist, der Plan des Bösewichts, der "Biomüll" seiner Pläne, die Wahrheit eines Oberkriminellen und damit wieder einmal die Unfehlbarkeit der Time Lords widerlegend (inklusive ihrem fragwürdigen Bestrafungsmodell), das 150minütige Abenteuer besteht aus allerhand (weiteren) interessanten Zutaten innerhalb einer flott erzählten Geschichte, die von Anfang an funktioniert und schnell interessiert und fasziniert. Schön auch dass man als Deutscher erstmals so richtig in vollem Umfang K-9, den Roboterhund des vierten Doktors, erleben darf. Und freilich freue ich mich auch für all die Beteiligten vor und hinter der Kamera, dass ihr Arbeitseinsatz derart spät doch noch bewundert werden kann, es wäre echt schade, wenn es nie dazu gekommen wäre. Gleiches gilt für die Geschichte an sich, die nicht einfach ein Füllabenteuer ist, und aufgrund ihrer Größe sicher informierte Freunde der Serie damals enttäuscht haben dürfte, als diese erfahren mussten, dass es nicht zu einer Ausstrahlung kommt. Wiki

24.11.2024

AUSLÖSCHUNG (2018)

Ein Fremdkörper auf der Erde aufgeschlagen verursachte am Berührungspunkt ein sich ausdehnendes Feld, das von der Restwelt der Erde durch einen ominösen Schimmer getrennt ist. Da diese Zone wächst und wächst, wurden Forscher-Teams und Militär-Einheiten eingesetzt, um die Zone, durch die kein Signal hindurch reicht, zu erforschen. Niemand außer Lenas Mann kehrte jemals von dort zurück. Dieser ist nicht ansprechbar. Lena gelingt es Teil des nächsten Expeditionsteams zu werden...

Die Höhle im Leuchtturm...

Alex Garland ist ein hervorragender Autor. Er bescherte uns die Drehbücher für "28 Days Later", "Alles was wir geben mussten" und "Dredd", und seine erste Regie-Arbeit zu einem selbstverfassten Science Fiction wurde gar sein kreativer Höhepunkt. "Ex-Machina" schaut sich vom Intellekt her wie ein Genre-Beitrag aus den 70er Jahren, dem wohl besten Jahrzehnt für Science Fiction, ohne jedoch auf Retro-Film getrimmt zu sein und somit dennoch die moderne Luft des 10er Jahre-Kinos atmend. Entsprechend hoch waren meine Erwartungen an das Nachfolge-Werk "Auslöschung", das mit einem ebenfalls interessanten Plot beginnt. Leider ist man diesmal mehr um optische Reize bemüht und um den langen Erhalt eines scheinbar unergründlichen Rätsels, anstatt um reflektierte Antworten, und so wird aus dem zunächst reizvollen "Annihilation" (Originaltitel) eher ein verträumtes, düsteres Werk für Esoterik-Begeisterte, anstatt für mitdenkende Zuschauer. Zwar verweigert man uns nicht wirklich Antworten, und sie sind wissenschaftlicher Natur, aber ihr Berührungspunkt zum Unerklärlichen lässt ihn doch viel zu verspielt, verträumt und lückenhaft erscheinen, als dass er auch nur im Ansatz das Niveau der eingangs erwähnten Werke erreichen könnte. 

Kaum durch den Schimmer hindurch getreten, wird alles absichtlich in ein hypnotisch anmutendes, entrücktes Farbflair getaucht, das seinen Effekt der Desorientierung und den Eindruck einer fremden Welt gekonnt wiedergibt, aber auch eine bleierne Schwere, wie bei den Protagonisten, bei mir als Zuschauer verursachte. Deren erste Entdeckungen sind sachlicher Natur, bevor die Gesetzmäßigkeiten der uns bekannten Physik immer mehr auf den Kopf gestellt werden, um daraus eine Welt, in der alles möglich ist, zu machen, anstatt uns einen roten Faden zu servieren, der uns eine Alternative zum bereits Bekannten serviert (wie sprachlich z.B. bei "Arrival" geschehen). Wie erwähnt existiert dennoch tatsächlich eine Auflösung, und manch offen scheinende Lücke wird versteckt beantwortet. Geistreich erscheint "Auslöschung" dennoch nur bedingt. Diese wackelige Mentalität gepaart mit der Schwere seiner Atmosphäre entfachte in mir eine Anstrengung darin interessiert dran zu bleiben. Das Ergebnis war das Dranbleiben leider nicht wert. "Auslöschung" mag zwischendurch immer wieder reizvolle Ideen und Szenen aufweisen, und sein Anfang ist tatsächlich gut erzählt, da die Neugierde gekonnt gekitzelt wird, aber er ist mir zu verträumt surreal ausgefallen. Das hätte mich bereits ohne die qualitativen Vorgänger intellektuell wie unterhaltungstechnisch ausgebremst. Allein schon weil das Forscherteam hier von Beginn an völlig unprofessionell vorgeht und entsprechend nicht wissenschaftlich geschult wirkt, obwohl das Drehbuch gegenteiliges von den meisten der Figuren behauptet, konnte ich mit "Auslöschung" nie richtig warm werden.  Wiki

DOCTOR WHO - DIE BESTIMMUNG DER DALEKS (1979)

Auf ihrem Heimatplaneten halten sich die Daleks Sklaven, um Ausgrabungen auszuführen. Der zufällig anwesende Doktor fragt sich warum sie dies tun, immerhin haben sie diese Welt nach ihrer kompletten Ausplünderung eigentlich verlassen. Auch eine weitere Spezies landet auf dem Planeten um die Daleks aufzuhalten. Dem Doktor ist sie bislang fremd...

Schere, Stein, Papier...

Man hat die Daleks tatsächlich in Ruhe gelassen, sie ihren Siegeszug im Weltall angehen lassen, nun spielt "Die Bestimmung der Daleks" Jahrhunderte nach "Genesis des Daleks", und er schließt direkt an diesem an, da Davros zurückkehrt. Als Kenner der späten Phase ab der 00er Jahre interessierte es mich, wie er wieder eingeführt wird, fand er vier Jahre zuvor in besagter Vorgeschichte doch ein klassisches Ende, getötet von den eigenen Kreaturen. Befriedigend fällt die Antwort nicht aus, warum der Fiesling doch nicht tot ist, erst recht weil dies hier dem Zuschauer als eine Art Teilplan verkauft wird, obwohl Davros überrumpelt wurde, nicht der Spezies der Daleks angehörend und deswegen vernichten gehörend, so dass der Gehorsam urplötzlich schwand. Nun heißt es ihm gegenüber wieder "Ich gehorche", und auch dies mutet ziemlich plump an, auch wenn die Begründung den Erschaffer aufzusuchen nicht ohne Reiz zu nennen ist. Denn die Daleks haben Konkurrenz bekommen von einer ebenfalls völlig emotionslosen Spezies, entsprechend befindet man sich seit langer Zeit mit ihnen in einer Patt-Situation, die nicht zu überwinden ist. 

Bis es zu diesem Punkt der Geschichte kommt, vergeht einiges an Zeit in diesem Vierteiler. Und für den Zuschauer der deutschsprachigen Folgen heißt es ohnehin wieder umgewöhnen, denn drei Staffeln wurden uns komplett vorenthalten, und nun ist der vierte Doktor mit einer anderen Begleitung unterwegs, einer von seinem Heimatplaneten, und ein Roboterhund gehört nun auch zur Crew. Sarah Jane, die bis 1983 mitspielte, scheint im Gegensatz zu dem was ich dachte also keine durchgehende, langjährige Begleitung zu sein, ich bin mal gespannt, ob es mit ihr spätere Episoden gibt, die in Deutschland erschienen sind. Die Daleks scheinen zumindest in der Zwischenzeit nicht mehr aufgetaucht zu sein, zumindest befasste sich kein englischsprachiger Titel einer Episode mehr mit ihrer Spezies. Die neuen Aliens, die wir kennenlernen, wissen aufgrund ihrer Andersartigkeit, trotz der gewissen Parallele zum Feind, zu gefallen. "Doctor Who - Destiny of the Daleks" (Originaltitel) lebt viel vom Rätsel ihrer Anwesenheit, eben auch weil man nicht weiß, wie sie dem Doktor gesonnen sind. 

Vom berühmten metallenen Vierbeiner des vierten Doktors bekommt man hier wenig mit, da er repariert werden muss und deswegen nicht in die Hauptgeschichte integriert wurde. Ich habe keine Ahnung, ob ich ihn auch mal im Einsatz erleben werde, denn "Die Bestimmung der Daleks" ist der einzige Handlungsstrang der 17. Staffel, der es nach Deutschland schaffte, abgesehen von einem erst Jahrzehnte später vollendeten Abenteuer, von dem ich ein andermal erzählen werde. Das hier erlebte mag nicht das Gelbe vom Ei sein, so viel Zeit wie es schindet, um zu den entscheidenden Aspekten der Geschichte zu kommen, aber es ist unterhaltsamer Natur, die neue Begleitung ist sympathisch, und die Daleks enttäuschen ohnehin nie. Die zweite Hälfte dieses 100-Minüters hat mir jedoch besser gefallen, als die erste.  Wiki

18.11.2024

DOCTOR WHO - DIE RACHE DER CYBERMEN (1975)

Eine Seuche, welche fast die gesamte Besatzung einer Raumstation dezimierte, entpuppt sich nach Untersuchungen des Doktors in Wirklichkeit als Vergiftung durch Cybermaten, was bedeutet, dass es zu einer Konfrontation mit den Cybermen kommen wird...

Goldstaub...

Sich scheinbar direkt auf einem vorangegangenen Abenteuer rund um die Cybermen beziehend, welches bislang nicht den Weg nach Deutschland fand, wird man glücklicher Weise mit allerhand Hintergründen gefüttert, um sich ungefähr vorzustellen, was zuvor geschah. Die Episode selbst erweist sich als direkte Fortsetzung von "Genesis der Daleks", denn nun kehrt man auf die Raumstation Nerva zurück, jedoch hunderte Jahre bevor sie zur Arche wurde, und der kommende Feuersturm noch nicht existent war. Entsprechend ist die TARDIS noch nicht vor Ort, so dass diese als Hilfsmittel nicht zur Stelle ist. Ob es sich bei den Cybermen, die sich erst in der zweiten Folge dieses Vierteilers aktiv zur Geschichte hinzugesellen, um die letzten ihrer Art handelt, verrät man uns leider nicht, lässt der Schluss jedoch vermuten. Auf dem Weg zum Sieg gegen sie geht es in "Doctor Who - Revenge of the Cybermen" (Originaltitel), welcher die zwölfte Staffel beendet, um einen Doppelagent, verschiedene Ansichten des Überlebens, menschliche Bomben und einiges mehr. 

Eine dritte Spezies spielt einen wichtigen Teil innerhalb der Handlung und scheint bereits im Vorabenteuer, wann auch immer die Cybermen zuletzt auftauchten, relevant gewesen zu sein. Innerhalb dieser geht es um Hochverrat, jedoch in einem interessant gehaltenen Meinungsduell, von welchem man beide Seiten in ihrer Rechtfertigung verstehen kann. Die Aggressoren selbst wissen als eiskalte, furchteinflößende Gegner zu überzeugen, weit mehr als die stets zu niedlichen Daleks. Und es ist schön, dass ein Sieg über sie eigentlich über einen Fehler ihrer kühlen Kalkulation möglich wurde, und dies ohne dass das Drehbuch diesen Fakt ins Zentrum setzt. Wie es mit der dritten Spezies weitergeht, die anatomisch im Gesicht seitlich Ähnlichkeiten mit Faultieren aufweist, spielt für unsere Helden keine Rolle. Falsch und richtig vermischen sich in deren Happy End, wie sie damit umgehen, werden wir nicht erfahren. Aufgrund der vielen nicht in Deutschland erschienenen Folgen geht es mit "Doctor Who" leider erst vier Jahre später mit "Die Bestimmung der Daleks" weiter, der einzigen hier veröffentlichten Folge der 17. Staffel.  Wiki

CLUB ZERO (2023)

Auf einer Privatschule wird eine Ernährungsexpertin als Lehrerin für den Kurs bewussten Essens eingesetzt. Ihrer handvoll Schüler bringt sie nach und nach den Verzicht auf Nahrung bei, für einen gesünderen Körper und Geist, zum Kampf gegen den Konsum und zur Rettung der Umwelt...

Politischer Sprengstoff...

Wenn man als Student der Universität zu Köln im Bereich der Pädagogik in seinen schriftlichen Arbeiten nicht gendert, gibt dies Punkteabzug. Die Position von Lehrämtern zu nutzen, um eigene Ideologien zu verbreiten, ist nicht selten, wie fragwürdige Jugendbewegungen zeigen, und längst nicht mehr nur im religiösen und politischen Bereich zu beobachten. Regisseurin und Mitautorin Jessica Hausner wählte den Bereich der Ernährung, der in Zeiten, in welchen die eigene charakterliche Idealisierung zur Mode geworden ist, gerne für den Bereich Gesundheit und Umweltschutz thematisiert wird und zeigt in ihrer ungeschönten Satire, wie leicht es ist an lernwilligen, noch formbaren Schülern eine Gehirnwäsche vorzunehmen, freilich indem man die Allgemeinheit als gehirngewaschen von Konzernen, Politik und Medien bezeichnet. Diese bitterböse und wundervoll zu schauende Kritik an ganz viele Bereiche unserer Gesellschaft ist flüssiger erzählt als ihr ungewöhnlicher "Hotel" und funktioniert umso besser durch Verzicht phantastischer Elemente, wie hauchzart noch dort und in "Little Joe" eingebaut. 

Das Gleichnis einer Sekte bleibt nicht nur Metapher, mit tieferem Einblick in die Motivation der Lehrerin handelt es sich definitiv um eine Sektenbildung, was auch den entscheidenden Unterschied zum populäreren "Die Welle" ausmacht. Außerdem ist "Club Zero", typisch Hausner, völlig unaufgeregt erzählt, punktet durch Sachlichkeit, perfekte Optik und hervorragender Mimen und setzt, gut reflektiert, nicht erst beim Problem des Unterrichts an, sondern bei den Mentalitäten von Elternhaus und Schule, teilweise als unbewusste Vorstufe der charakterlichen Bildung zur Sektenabhängigkeit, aber auch als von den Schülern bewusst wahrgenommene Fragwürdigkeit, so dass sie die neue, die sie erlernen, automatisch als richtige Alternative annehmen. Bereits Erwachsene glauben die Gegenbewegung etwas erkannt Fragwürdigen würde die richtige Lösung sein, dass nutzen blaue, wie grüne Parteien ebenso für sich aus, wie extremistische Mentalitäten in solch anfänglich gerechtfertigten Bereichen wie Emanzipation, Umweltschutz, Ernährung, Unterstützung von Minderheiten, Bekämpfung von Rassismus und dem Erhalt von gesellschaftlichen Freiheiten. 

Im Zentrum steht eigentlich immer die Idealisierung von sich selbst, ein Punkt den Vereinigungen wie Scientology lukrativ für sich einzunehmen wissen. Und obwohl wir in Deutschland mit unserer Geschichte brutalste Erfahrungen mit Extremismus gemacht haben, fallen viele von uns noch immer auf ihn herein, wenn er aus einer anderen Richtung kommt. Wie das funktioniert entlarvt "Club Zero" in seinem Mikrokosmos wunderbar und zeigt uns ab einem gewissen Zeitpunkt, an dem bereits alles zu weit gegangen ist, die Wehrlosigkeit bei den Eltern, eine Ohnmacht, da die bisherigen, eher amateurhaften Methoden nichts bringen. Dass es dazu nur kommen konnte, weil man Fremde die Erziehung übernehmen ließ, und speziell die besagte Lehrerin viel persönlicher auf die Kinder einging, als es die Eltern je taten, die zu sehr mit ihrer eigenen Lebenswelt, ihren Idealen und ihren Problemen beschäftigt waren und lediglich auf Leistung und Erfolg achteten, bringt Hauner auf den Punkt. Ebenso die fragwürdige Mentalität vieler Bildungsstätten, wo die Schüler angeblich frei von Druck, wie die Rektorin betont, motiviert werden, während unterschwellig tatsächlich stetig Druck ausgeübt wird, selbst vom menschlich sympathisch anmutenden Tanzlehrer, der ehrlich um seinen Schüler besorgt ist. 

Die Ernährungsexpertin ist nur die Spitze des satirischen Eisbergs dieses Ansatzes, kann man doch gar nicht wissen, wem genau man seine Kinder anvertraut, und doch geschieht dies stets recht blind. Der Gruppendruck tut sein restliches, wie die Figur des Ben zeigt, der aus einem Elternhaus ohne großen Leistungsdruck stammt. Das Spiel mit dem Bereich der Esoterik weiß ebenfalls zu gefallen, eben weil die Lehrerin in anderen Extremen Esoterik wahrnimmt, ihre eigene Methode jedoch nicht als derartiges betrachtet. Und eben weil das Einbringen dieses Aspekts kritisch einhergeht, ist das Anwenden dieser Mitthematik so unentbehrlich für den Film, eben weil wir in Zeiten leben, in welchem Homöopathie und andere Zaubereien unsere Schulweisheiten mittlerweile wieder bei großen Teilen der Gesellschaft ersetzen. Es geht um den Glauben, wie es uns final auch noch einmal deutlich zum Schluss des Streifens mitgeteilt wird. Dass das Ende entsprechend rätselhaft ausfällt und von uns erwartet uns selbst vorzustellen, worin die finale Konsequenz der Kurs-Teilnehmer liegt, aber auch dessen was die Eltern von nun an tun, weiß zu gefallen, wird aber nicht jedem Zuschauer schmecken. Angesprochen werden aber ohnehin nur die, die auch etwas mit geistreichen Werken anfangen können, welche den Zuschauer mündig behandeln und ihm nicht jede Information überdeutlich vor die Nase setzen. Meiner Meinung nach weht gegen Ende gar ein kleiner Hauch "Picknick am Valentinstag" mit.  Wiki