Posts mit dem Label Richard Gere werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Richard Gere werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

04.08.2025

Ein böser Affe, Gefühle in Dorf, Stadt und Weltall - Kurzkommentare (5)

 

The Monkey (2025)

Die zweite Hälfte ist pointiert schwarzhumorig, mit herrlich skurrilen und toll getricksten Splattermomenten versehen. Leider kommt die erste Hälfte dank Drehbuchschwächen umso weniger überzeugend daher, am schlimmsten wohl in seiner Art, wie es die Hauptperson das Geheimnis des Affen entdecken lässt. Auch der Zugang zu den Figuren ist zunächst äußerst sperriger Natur. Zumindest könnte eine mögliche Fortsetzung überzeugen, so rund wie sich die letzte Hälfte dieser Verfilmung einer Stephen King-Kurzgeschichte guckt. Da gab es weit zäheres in der Vergangenheit.  Wiki

 

Doc Hollywood (1991)

Klar handelt es sich um eine direkte Manipulierung den Zuschauer von der Romantik und den sympathischen Tücken des Dorflebens zu überzeugen, aber wenn das Erzählen einer gar nicht so neuen Geschichte derart sympathisch ausfällt wie hier, angehäuft mit charmanten Charakteren, gespielt von gut aufgelegten Profis, dann herzlich Willkommen, lieber Doc Hollywood! Fox als unreifer Erwachsener wurde nicht ohne Grund seine persönliche Marke, die Romantik springt auf den Zuschauer über, die Pointierung funktioniert, lediglich das Titellied ist völlig fehl am Platz und spiegelt nicht die Stimmung des Streifens wieder. Dass sich Disneys "Cars"etliche Jahre später so dreist am Stoff bedient hat, ist zwar traurig, aber deren mageres Ergebnis spricht für sich.  Wiki 

 

Pretty Woman (1990)

Manch einer mag nörgeln, dass das Bild der Frau hier als ziemlich oberflächlich dargestellt wird, also von heutigen Wahrnehmungen überholt ist. Letztendlich handelt diese Komödie jedoch von der Romantik zwischen zwei oberflächlichen Menschen, die charakterlich keine Vorzeigemenschen sind, sowohl der Mann, als auch die Frau. Und dass man mit diesen Zwei dennoch so wunderbar mitfiebert und ihre Gesellschaft bei Nichtigkeiten genießt, spricht schlichtweg für Drehbuch, Regie und die treffende Besetzung in großen und kleinen Rollen, so gekonnt wie hier alles ineinander greift. Der Soundtrack, ob mittels eingekaufter Hits oder Film-eigener Hintergrundkomposition, sorgt für den Rest in einem Film, der einen bei jedem Sichten immer wieder zu verzaubern weiß.  Wiki  

 

Star Trek Beyond (2016)

Ein letztes Mal die vollständige Besetzung der neuen Crew aufgrund eines Trauerfalls zu sichten, ein bewegender Verweis auf Spock und die alte Mannschaft aufgrund eines weiteren Trauerfalls, das lässt einen durch kurze, bewegende Momente nicht zu streng mit einer Fortsetzung ins Gericht gehen, die definitiv schwächer ausgefallen ist als die zwei Filme, denen sie folgt. Dennoch ist unübersehbar wie sehr das von Simon Pegg mitgeschriebene Drehbuch seine arg actiongeladene Geschichte zu geradeaus erzählt, was umso mehr auffällt, da es sich keineswegs um eine innovative handelt. Was hätte man mit dem mystischen Nebel für ein Abenteuer ins Unbekannte schaffen können. Was hätte man echte Gefahren, die ungewohnt gemeistert werden müssen, einbringen können durch die ungewollte Trennung der Mannschaft. In seiner zu ideenlosen und blauäugigen Art schafft es der Streifen durch das Grundrezept der Marke und der mittlerweile ins Herz geschlossenen neuen Mannschaft, dennoch zu unterhalten. Aber eben nur schlicht, kein großes Abenteuer zum Mitfiebern bietend wie die Teile 1 und 2.  Wiki  

 

Synecdoche, New York (2008)

Ich bin ja jedes Mal fasziniert von dem Einfallsreichtum eines Charlie Kaufman, und auch die Idee, die mit "Synecdoche, New York" erzählt wird, ist nicht von schlechten Eltern. Mit der Umsetzung wurde ich jedoch nicht warm. Nicht nur dass die eigentliche Idee einer Stadt in der Stadt erst viel zu spät Fuß im Hauptplot fasst, auch der Hauptcharakter blieb mir unnahbar, soll ein selbstverschuldeter Versager sein, dem böse mitgespielt wird und der sich aufgrund mangelnder Reflexion nicht zum Sympathiecharakter wandelt, das hab ich verstanden, aber er wird nicht zur Identifikationsfigur. Es gibt keine emotionale oder intellektuelle Motivation sich für sein Schicksal zu interessieren. Kurzum: ich bekam keinen Zugang zu einem einfallsreichen Film, der handwerklich professionell umgesetzt war - wieder mal. Liegt wahrscheinlich an mir...  Wiki

09.05.2020

DIE BRAUT, DIE SICH NICHT TRAUT (1999)

Dass Richard Gere und Julia Roberts eine knisternde, wirkungsreiche Chemie für den Bereich der Liebes-Komödie sind, bewiesen sie im Kassenerfolg "Pretty Woman". Der Regisseur dieses modernen Klassikers vereinte das Paar neun Jahre später in "Die Braut, die sich nicht traut" erneut, und glücklicher Weise tat er dies für eine Geschichte, die nicht versucht inhaltlich die erste Zusammenkunft zu kopieren. "Runaway Bride" (Originaltitel) kommt eigenständig daher, gehorcht freilich den Regeln des RomCom-Genres, arbeitet die beiden Hauptcharaktere aber derart intensiv aus, dass man sich tatsächlich in einer erzählenswerten Geschichte wiederfindet. Zudem ist diese in ihrer herzensguten Kabbelei ein charmantes Stück Emotionskino geworden, in welchem man den beiden Liebenden ein Happy End geradezu herbei sehnt. Der Weg zu diesem ist holprig, dank eines gelungenen Drehbuchs auch ausgesprochen amüsant ausgefallen, innerhalb eines Plots, der nicht immer den leichtesten Weg geht. Allein für die Vorgeschichte wird sich allerhand Zeit genommen, was schließlich zum Hauptszenario führt, welches sich nicht wie eine Alibi-Handlung anfühlt, um den Kitsch rund um Liebe zum x-ten Mal zu verbraten, sondern tatsächlich neugierig auf die bevorstehenden Erlebnisse macht.

Julia Roberts wird charmant eingefangen, Richard Gere ebenso, und beide bekommen dennoch zusätzlich die Chance Schauspieltalent zu zeigen, auch wenn das Mitwirken in diesem Streifen nicht ansatzweise zu ihren härtesten Herausforderungen wird. Mit genügend Engagement werden sie den weit tiefer als fürs Genre üblich charakterisierten Figuren, die sie verkörpern, gerecht. "Runaway Bride - Die Braut, die sich nicht traut" (Alternativtitel) ist ein Feel Good-Movie, der es wagt inmitten der Heiterkeit auch Platz für ernstzunehmende Momente zu schaffen, die dem im Mittelpunkt stehenden Paar nicht nur dabei helfen zusammen zu finden, sondern ebenfalls erzählenswertes Engagement und einen gewissen Grad Tiefgründigkeit aufweisen, beispielsweise dann wenn Ike den üblen Scherzen Maggies Familie zum Thema Hochzeitsflucht den Spiegel vorhält, oder die beste Freundin Maggies mit ihr über ein Problem reden muss, welches seit der Kindheit an der Freundschaft nagt. Gerade weil "Die Braut, die sich nicht traut" innerhalb des Liebesfilms ein wenig tiefer greift als üblich, fällt lediglich die Finalversöhnung etwas sauer auf, die beweist, dass Maggie in Sachen Imitieren eigentlich nichts dazu gelernt hat. Da das Ganze dennoch die Geschichte auf angenehm süße Art zu einem Ende führt, verzeiht man dieses Manko aber all zu gerne.  OFDb