Dass die Ewoks in ihrer Verniedlichung etwas arg über die Strenge schlagen, mag kein völlig unberechtigter Kritikpunkt sein, er ist zumindest definitiv ein häufig geäußerter, ich persönlich habe mit ihnen jedoch keine Probleme, was auch daran liegen mag, dass "Die Rückkehr der Jedi-Ritter" eines meiner ersten Kinoerlebnisse war, und ich den Streifen folglich noch immer unbewusst parallel zum Erwachsenenblick mit kindlichen Augen gucke. Mein erwachsenes Ich mag am Einbringen dieser Waldmondbewohner aber auch die entscheidende Glaubwürdigkeit im Plot, denn diese auf Ur-Volk getrimmten Viecher hinterlassen beim Imperium nun einmal nicht den Eindruck einer Gefahr, und diese Überheblichkeit des Imperiums, zusammen mit einer anderen, sorgen erst für die entscheidenden Schritte zum Happy End. Damit wird das Herumgekasper, dass mächtige Kriegsmaschinen und folgsame Soldaten simpelsten Bekämpfungsmitteln zum Opfer fallen, zu einer tatsächlich heiteren Angelegenheit, ohne dem noch immer vorhandenen düsteren Ton der Gesamtgeschichte zu schaden. Die zeigt sich spätestens im Imperator, der eine unheimliche, wie mystische Figur ist und zusammen mit Lord Vader ein böse anmutendes Gespann abgibt. Gelegentlich wird Lucas Einfallslosigkeit vorgeworfen, weil das Imperium erneut an einem Todesstern baut. Ich hingegen habe mich gefreut, dass Filmbösewichte eine gute Idee endlich einmal wiederholen dürfen, anstatt stets auf die nächste fixe Idee zu setzen, denn diese Waffe einmal vollendet im Einsatz, ließe die Ziele des Imperators für immer Wirklichkeit werden, und keine Rebellen könnten dem noch etwas entgegen setzen. Das Aufheben des Gedankens, die dunkle Seite könne man nie mehr verlassen, finde ich einen sehr lobenswerten, menschlichen Aspekt an "Return of the Jedi" (Originaltitel) und sorgt für einen sehr bewegenden Schluss. Dieses von Richard Marquant inszenierte Werk sollte der letzte rundum gelungene "Star Wars"-Film werden. Nicht alles was danach kam war unsympathisch, aber eine derartige Professionalität, wie hier vorhanden, kehrte leider nie wieder zurück, erst recht nicht unter der Beteiligung von Schöpfer Geoge Lucas. Wiki
Von einem der daheim blieb, um die weiten Welten des Films zu entdecken...
21.01.2024
DIE RÜCKKEHR DER JEDI-RITTER (1983)
07.01.2024
DAS IMPERIUM SCHLÄGT ZURÜCK (1980)
06.01.2024
KRIEG DER STERNE (1977)
Der ist nicht immer logisch, nicht nur was physikalische Elemente betrifft, auch inhaltlich, wenn z.B. über den Mentor, der einen gefühlt zwei Tage in die Macht einführte, mehr getrauert wird, als über Onkel und Tante, die man ein Leben lang kannte und einen groß gezogen haben. Das meiste andere, worüber man diesbezüglich stolpert, ergibt sich erst über die Fortsetzungen, damalige ebenso wie heutige, so dass die Geschichte durch sie immer mehr Lücken erhält. Als Film für sich lässt sich alles andere mit der anderen Welt und dem Schwerpunkt, lediglich ein Unterhaltungsfilm sein wollen, entschuldigen. Und die vielen Stärken, Schauwerte und die Stimmung, die dieser wundervolle Film zu entfachen vermag, lassen einen an einen solch unnötigen Kritikpunkt ohnehin nicht zu lang und streng verweilen. Das Outfit Lord Vaders, die beeindruckenden Weltraumschlachten mit unterschiedlich anzusehenden Raumschiffen, der Mut die Geschichte einige Zeit über zwei Roboter zu tragen, von denen einer nur fiepsen kann, "Star Wars" (Originaltitel) lebt von vielen Schauwerten und Ideen, getragen von einer klassischen Heldengeschichte, in welcher am Ende das Feiern eben dieser zählt und nicht die bitteren Verluste.
Hätte es nie eine Fortsetzung gegeben, würde auch umso mehr auffallen wie mutig es gerade in einem Film für ein großes Publikum zu nennen ist, den Oberbösewicht überleben zu lassen. Nun ja, angeblich hatte George Lucas schon immer einen Mehrteiler im Sinn, auch zur Entstehung von "Star Wars IV - Eine neue Hoffnung" (Alternativtitel), aber der Mann schwätzt viel, und eben jene Ungereimtheiten, welche der hier besprochene Science Fiction erst durch die Fortsetzungen erhält (z.B. alles was mit dem Nichtwissen Vaders über seine Kinder zu tun hat), zeigen dass er die Geschichte, wenn seine Aussage stimmen sollte, zumindest noch nicht weit durchdacht hatte. Dennoch sei gesagt, dass auch die komplette Trilogie, trotz anwachsender Widersprüche, ein wundervolles Filmerlebnis der besonderen Art bleibt, damals wie heute, Episode 4 ebenso wie 5 und 6. Wiki
09.12.2023
STAR WARS - EPISODE 9 - DER AUFSTIEG SKYWALKERS (2019)
Bedeutungsschwanger kommt auch der Abschluss der im Mittelteil schwächelnden, bislang letzten Trilogie daher. Aber wer sich dem Ergebnis nicht völlig verkopft nähert, das Kind im Manne in sich trägt und seit vielen Jahren in Berührung zur Ur-Trilogie steht, der kann manch zu hochgepeitschte Emotion dennoch mitempfinden, wenn Familienwahrheiten und Schicksale sich erfüllen und alle entscheidenden Gesichter, mit denen es einst los ging, noch einmal die Figuren entscheidend beeinflussen dürfen. Mich hat es bewegt, freilich auf ganz naiver Popkorn-Kino-Ebene, und mir hat es gefallen, dass J.J. Abrams dies trotz des zu oft kopierenden und zu innovationslosen Konzeptkinos, das volle Kasse bescheren soll, bei mir geschafft hat. Gekonnt täuscht er mit allerhand Action und Menschlichkeit darüber hinweg, dass wir lange Zeit eigentlich nur einer Schatzsuche beiwohnen, sowie einem Familienkonflikt, der wie eine mutierte Form von "Romeo und Julia" anmutet, wenn man den romantischen Aspekt der Vorlage einmal außer Acht lässt. Dass Tote nicht zwingend tot bleiben müssen, Böse zu Guten werden können, Freunde im entscheidenden Moment zur Hilfe eilen, und all die anderen hochgradig naiven Elemente, gab es in der mit "Krieg der Sterne" begonnenen Reihe schon immer, soll man "Star Wars: Episode IX - The Rise of Skywalker" (Originaltitel) also nicht zu streng ankreiden, zumindest wenn man es bis zu diesem Abschlussteil geschafft hat. Unangenehm im aktuellen Zeitkontext stößt lediglich die gelogene Wahrheit am Schluss auf, die mich an manch linksgrüne Idee heutiger Zeiten erinnert hat.
Aber Zeitgeist in einem für das aktuelle Massenpublikum konzipierten Filmes, lässt sich wohl kaum verhindern, also was soll's. Da das Ergebnis nicht moralinsauer daher kommt, was bei all den Ereignissen, denen wir beiwohnen durften, auch arg heuchlerisch gewesen wäre, stört derartiges nicht so stark, wie in manch anderem Werk. Ich habe mich auf Trivialfilmebene über zwei Stunden gut unterhalten gefühlt, frei von Leerlauf, trotz dünner Alibi-Handlung und Nonstop-Action, und ein derartiges Stück visuelles Wucht-Kino ist manchmal einfach genau das richtige. Wiki
27.06.2021
BATMAN OF THE FUTURE - DER JOKER KOMMT ZURÜCK (2000)
Dies betrifft zumindest die Langfassung, war die ursprünglich in Deutschland erschienene Version des Streifens doch um einige Minuten gekürzt. Das ist schade, erst recht wenn man erst einmal die ungekürzte Version genießen durfte, erklärt sich aber wieder einmal durch den Umstand, dass derartige Projekte als Kinderunterhaltung abgestempelt werden und damit der Sache nicht wirklich gerecht werden. Zugegeben, die Serie, auf welcher der hier besprochene Animationsfilm beruht, ist durchaus stark jugendorientiert ausgefallen, aber auch diesem Zielpublikum kann man die härteren Momente psychisch zutrauen, die "Batman Beyond - Return of the Joker" (Originaltitel) zu bieten hat. Diese Momente sind eingeflochten in einen ohnehin überraschend komplexer geratenen Plot als erwartet und damit in einen Stoff, der nicht einzig für ein Jugendpublikum gedacht ist. Überraschend clever wird ein Rätsel um die mögliche Wiederkehr des Jokers aufgebaut, versehen mit Finten, die darauf abzielen, dass wir auf sie hereinfallen, weil wir mitdenken.
Es sei verraten, dass die Auflösung tatsächlich zu gefallen weiß und nicht vorausgeahnt werden kann. Und der Weg dorthin ist nicht nur in gewohnt gekonnter Animation mit allerhand Actionmomenten versehen, die Dramaturgie vergangener Ereignisse besitzt ebensolch besondere Drehbuchmomente, wie besagte Auflösung. Gekonnt nutzt man das ursprüngliche Batman-Universum mit der Möglichkeit des Zukunftsszenarios, bewusst spielt man mit Parallelen um Terry und Robin. Das Szenario lässt den Fan der Materie wahrlich nicht kalt, "Return of the Joker" (Alternativtitel) weiß zu packen und damit nicht nur oberflächlich zu unterhalten, sondern auch reflektiert. Die Größe eines "Batman - The Dark Knight Returns" bleibt zwar aus, auch in seinem guten Gewand bleibt "Batman of the Future - Return of the Joker" (Alternativtitel) lediglich ein kleiner Leckerbissen in Zeichentrickform, verglichen mit Routine-Produkten wie "Batman vs. Dracula" ragt der hier besprochene Film jedoch definitiv heraus, zumal er sich wie die besseren Folgen seiner Serie guckt, zu der er gehört. OFDb
08.10.2020
MUTRONICS - INVASION DER SUPERMUTANTEN (1991)
Weichgespült, zu brav, und doch nur gehaltlos auf Kämpfe und Monster aus, das ist in der hier billig heruntergeschluderten Variante ein schlechtes Rezept, welches sich bereits in der Orientierung des Handlungsaufbaus zeigt. Der interessanteste Part einer Superhelden-Geschichte besteht in der Entdeckung des neuen Helden, dass er einer ist und wie die Fähigkeiten genau ausschauen, sowie die Frage nach welchem moralischen Kodex sie eingesetzt werden. "Mutronics - Invasion der Supermutanten" überspringt dies fast gänzlich. Nur kurz muss der Held um die Aktivierung seines Anzugs kämpfen. Zu dumm dass er zunächst den Feind verärgerte und nun erst versucht aus dem Gegenstand schlau zu werden, der ihn kurz vorher zur Kampfmaschine machte. Aber dies nach kurzen Humormomenten doch noch herausgefunden und vorbei ist die Vorphase. Von nun an darf nur noch gekämpft werden, die Identifikation zum Helden ist vollendet. Nun darf man gegen meist peinlich anzusehende Gummimasken-Mutanten kämpfen, denen der Reiz von Kaiju-Film-Monstren fehlt und die mich etwas zu sehr an die "Gremlins" und das Vieh aus dem dritten Kapitel des Episoden-Horrors "Geschichten aus der Schattenwelt" erinnerten, dargeboten in billigst Latex-Masken und somit nicht so liebevoll ausgefallen wie die Vergleichskreaturen beider Filmprojekte.
Unerträglich ist jener Gegner mitzuerleben, der als Schwarzer stets rappen muss, was in der Deutschvertonung einem albernen Sprechgesang gleicht, so als habe man zur Erscheinungszeit nicht gewusst, was es mit Rap-Musik überhaupt auf sich hat. Wenn sich eben jener Gegner in einen Mutant verwandelt, erleben wir dadurch einen Vorgeschmack auf Jar Jar Bings, nur dass dieser Tiefpunkt von Lucas "Krieg der Sterne"-Saga erträglicher ausfiel als die Nervensäge hier. Aufgrund des zu infantilen Grundtons, dem pausenlosen, hirnlosen Herumgebalge und der uninspirierten Umsetzung ist aber auch er nur ein Bruchteil dessen was schief ging. Und wo ich gerade bei Lucas Sternenkrieg-Saga bin, Mark Hamill hat sich anbei auch in den Guyver-Realfilm verlaufen, aber der hatte ja ohnehin kein Gespür mehr für gute Filmprojekte. Ob es sich bei der Fortsetzung "Guyver - Dark Hero" drei Jahre später um einen besseren Versuch handelt, der aus den Fehlern des Erstlings gelernt hat, kann ich nicht beurteilen. Ich weiß nur, dass ich ihn seinerzeit nicht gut fand. Warum das so war, daran erinnere ich mich nicht. Wirklich neugierig bin ich nach der extremst ernüchternden Begegnung mit dem ersten Teil jedoch ohnehin nicht auf ihn geworden. Die Anime-Serien hingegen, sowohl alt wie neu, würden mich weiterhin interessieren, allein schon um dort die Gewissheit zu erhalten, dass die Fehlentscheidungen der hier besprochenen Version bei den Amis lagen und nicht im Konzept der ursprünglichen Idee. OFDb
25.11.2019
CHILD'S PLAY (2019)
Wirklich unangenehm wird "Child's Play" jedoch erst mit der Einführung Chuckys, der im Deutschton zudem eine nervige Stimme beschert bekommen hat, wohingegen im Original zumindest Mark Hamill der Puppe seine Stimme lieh. Die Versuche des Autors uns den Leidensweg und das Verständnis Chuckys nahezubringen, um uns aufzuzeigen warum er wurde, wie er wurde, sind erbärmlich zu nennen, das ist billigste Psychologie ohne das Verständnis für Ursache und Wirkung, eingebettet in Sozialkitsch das Umfeld Andys betreffend. Der per CGI integrierte Chucky wirkt weder als harmlose Puppe, noch psychisch entgleitend und erst recht nicht im wütenden Zustand. Sequenzen mit ihm in Großaufnahme schauen sich wie ein computeranimierter Zeichentrick, um ein realistisches, plastisches Aussehen wurde sich nicht bemüht. Und wenn Chucky recht bald zu morden beginnt, ist man als Zuschauer eigentlich schon zu abgefuckt, um an den eigentlich ordentlich inszenierten Mordsequenzen noch seine Freude zu finden. Mal ganz davon abgesehen, dass die Motivation der Puppe nervt und den Zuschauer nicht anzustecken vermag. An "Child's Play" wurde so ziemlich alles falsch gemacht, was man machen konnte, fortgeführt bei zu brav besetzten Nebenrollen und Chuckys weiterer Fehlentwicklung. Es will keine düstere Stimmung entstehen, und den einzig brauchbaren satirischen Ansatz sehe ich darin, Chuckys Mordlust im Medienkonsum zu begründen, was ein guter Seitenhieb auf Verfechter dieser Theorie ist, begründete man mit "Chucky 3" damals doch auch die Taten eines Mörders in den USA, was zur siebenjährigen Einstellung der Horrorreihe führte und der Filmfirma sicherlich ordentlich Geld gekostet hat. Andererseits weiß man in der undurchdachten Mainstream-Art der Neuverfilmung nicht, ob sich der Film tatsächlich direkt darauf bezieht, oder nur gedankenlos einen Weg suchte, Chuckys Mörderpersönlichkeit zu erklären. Wie auch immer, da gebe ich mir lieber zum x-ten Mal das Original und die ersten Fortsetzungen, die wussten noch wie man es richtig macht. OFDb
06.10.2019
STAR WARS - EPISODE 8 - DIE LETZTEN JEDI (2017)
Zwischendurch gibt es immer wieder geglückte Szenarien mitzuerleben, welche die unterhaltsame Luft der guten Teile der Reihe atmen. Interessanter Weise taucht dieses Feeling meist in den simpleren Momenten auf, in den Actionszenen beispielsweise, während tiefer gehende und wichtige Ereignisse zu bedeutungsschwanger aufgeblasen werden, oder unmotiviert als Blaupause umgesetzt werden. Lobenswert ist die Entscheidung sich vom Sith Lord zu verabschieden, der fehlerhafter Weise ohnehin immer wie eine Comicfigur in der ansonsten plastisch kreierten CGI-Optik der Star Wars-Welt wirkte. Zudem weiß das Drehbuch den Zuschauer mehr als einmal die lange Nase zu zeigen, wenn Erwartungen nicht erfüllt werden, und Täuschungen zu überraschenden Wendungen führen. Das Potential für ein besseres Ergebnis war also durchaus vorhanden. Bei wenig Erwartungen wäre das was "Looper"-Regisseur Rian Johnson uns vorwirft auch okay gewesen, langweilig wird es in Episode 8 nie. Aber nachdem Episode 7 trotz aller Recycling-Zutaten so gut zu funktionieren wusste, habe ich einfach mehr erwartet. Und je mehr sich die Geschichte weiterentwickelt, desto mehr bemerkt man, dass sie sich um sich selbst dreht und einfach nicht von den Vorgängern loslassen kann. So wie "Terminator" zu sehr an den Ur-Figuren gebunden ist, um sich heutzutage erzählenswert fortsetzen lassen zu können, so klammert man sich hier zu sehr an den Erlebnissen der Ur-Trilogie um "Krieg der Sterne" fest, so als sei man in einer Murmeltier-artigen Wiederholungsschleife alternativer Ereignisse gefangen. Und das reizt auf Dauer nicht wirklich. OFDb
25.12.2016
STAR WARS: EPISODE 7 - DAS ERWACHEN DER MACHT (2015)
Unter solchen Voraussetzungen durfte man trotz des tollen Ergebnisses des 2009er „Star Trek“ kritisch sein, ob Abrams es erneut schaffen würde eine totgerittene Science Fiction-Reihe wiederzubeleben. Wie die Einspielergebnisse und die fleißige Weiterproduktion der Reihe samt Nebenprodukten zeigt, ist ihm dies wirtschaftlich gelungen, solch ein großes Ergebnis wie die Wiederbelebung um Spock und Co ist ihm meiner Meinung nach allerdings nicht geglückt, was, wie das Ergebnis von „Star Wars: Episode 7 - Das Erwachen der Macht“ zeigt, auch gar nicht nötig ist.
Der Retro-Charme, den „Star Wars - Das Erwachen der Macht“ (Alternativtitel) ausstrahlt, ist das Einschalten bereits wert. Endlich wird die Geschichte der Ur-Reihe weiter erzählt, so dass man nebenbei erfährt was aus den drei Helden wurde und welchen Einfluss sie auf die aktuellen Geschehnisse haben. Die alten Mimen sind wieder mit an Bord, die neuen Charaktere sind sympathisch ausgefallen, und an allen Ecken und Enden gibt es Wiedersehwerte die einem ein Lächeln ins Gesicht zaubern.
Einfallsreich sieht anders aus, dafür kopiert die Geschichte viel zu sehr ihr Vorbild und dafür fehlt es an innovativen Momenten, welche die Figuren aus ihren Stereotypen herausreißen, so wie es die Müllpresse-Szene im allerersten „Krieg der Sterne“ vorgemacht hat. Allerdings funktioniert die Kopie einer bereits bekannten Geschichte besser als ich vermutete, allein schon weil Abrams mit allerhand Ablenkung alles versucht die Geschichte nicht wie eine Blaupause aussehen zu lassen.
Etwas ärgerlich ist der Handlungsablauf an sich ausgefallen, lebt die Zusammenkunft der Helden doch von zu vielen Zufällen, als dass sie zu gefallen wüsste, was dann am meisten nervt, wenn eine ausweglose Situation mehr als einmal dadurch gelöst wird, dass sie mit der Einführung eines Charakters aus der Ur-Serie blauäugig gelöst wird. Und dass es das ganze Universum interessiert Luke Skywalker wiederzufinden, ist schon ein etwas schwacher Auslöser eines kompletten Filmes um Rebellion, Verrat, Sternenschlachten und zerstörte Planeten. Zumal man sich unweigerlich fragt ob Luke entdeckt werden möchte, wenn er doch freiwillig ins Exil gegangen ist.
Diese Frage muss zwar erst die Fortsetzung beantworten, aber da das Schicksal der „Star Wars“-Reihe nicht mehr bei George Lucas liegt, kann die Antwort auf diese Frage nicht ganz so plump ausfallen wie die Mittel-Trilogie. Was die Frage um den CGI-Overkill betrifft, den Abrams im hier besprochenen Film hätte wiederholen können: hier kann man Entwarnung geben. Trotz etlicher Computereffekte und unzähligen Schlachten sind die Actionszenen und Fights nie überfrachtet ausgefallen. Das geübte Auge kann zuschauen, die Effekte sind erste Sahne, und so manches Mal fühlt es sich so an, als ob man sich tatsächlich mitten in einer Sternenschlacht befindet.
Der einzige Minuspunkt in Sachen Optik besteht leider im Aussehen des neuen Anführers des Bösen. Zwar versuchte man nicht den Imperator zu immitieren, aber leider setzt man uns als Master des Bösen diesmal ein komplett am Computer entstandenes CGI-Wesen vor, welches Echtheit nicht vorgaukeln kann und somit wie ein Zeichentrickelement inmitten eines Realfilmes wirkt. Seine Wirkung ist weder mystisch noch unheimlich, letztendlich ist er das einzige Element in Episode 7, welches das Werk kurzfristig zu einem Kinderfilm degradiert. Da seine Auftritte noch höchst rar gesät sind, schaden diese Ausrutscher dem Film nur minimal. Schnell ist man mit einem neuen Retro-Aspekt wieder wohlgestimmt.
Mit solchen allein wird sich eine Episode 8 jedoch nicht gucken lassen, so dass man für den Weiterverlauf der Story nur hoffen kann, dass nicht weiterhin nur noch die bewährte Kuh per Ideendiebstahl aus eigenen Reihen gemolken wird. Das funktionierte einmal, eben weil es den Zuschauer, ähnlich wie bei „Rocky 6“ nach einem Wiedersehen dürstete. Die Mitteltrilogie riss große Wunden in das Fanherz mit seiner leblosen, kindischen Art. Da ist „Das Erwachen der Macht“ eine wundervolle Medizin, um den enttäuschten Fan wieder glücklich zu machen. Aber nun muss es mutig weitergehen, und da bin ich trotz des sympathischen Ergebnisses des hier besprochenen Filmes bei Episode 8 wieder ebenso kritisch, wie ich es vor der Sichtung von Episode 7 war. Aber ich lasse mich gerne erneut eines Besseren belehren. OFDb
09.02.2013
THE STAR WARS HOLIDAY SPECIAL (1978)
Man mag es sich nicht vorstellen, aber diese Aneinanderreihung von Lächerlichkeiten kann nur in den wenigstens Szenen belustigen (dies geschah bei erster Wookiefamilien-Sichtung, bei der Szene wo ein Typ sich Trinken in den Kopf schüttete, bei Sichtung der schlichten Animation in der Zeichentricksequenz und beim Gesang Carrie Fishers). Meist guckt man nur entgeistert den Fernseher und seine Mitgucker an. Was hatte das alles mit „Star Wars“ zu tun? Und wer um Himmels Willen sollte das Zielpublikum sein? Kinder? Privatfernsehverstrahlte? Das fertige Werk hätte sogar die anspruchsloseren Freunde von „Kampfstern Galactica“ verschreckt. Ich weiß nicht für wen das Holiday Special gedreht wurde, aber nicht für den Freund des Sternenkrieges.
Man muss bedenken, dass das Holiday Special einst als ernstes Produkt gedacht war. Ich habe zwar gelesen, dass George Lucas eine Zeit lang behauptet hat, dieses Special habe es nie gegeben, aber da gab es ja immerhin andere Zeiten, bevor klar wurde welcher Flop da produziert wurde. Irgendwer muss irgendwann diese Produktion doch mal so gut gefunden haben, dass er sie finanziert hat.
Immerhin machen bis auf Alec Guinness und Peter Cushing auch alle wichtigen Figuren des ersten Teils mit, erstgenannter wird über Szenen des Originalfilmes hin und wieder kurz eingeblendet. Dass Harrison Ford besonders gelangweilt agiert kann ich nicht bestätigen, dafür sieht Mark Hamill noch mehr wie ein Bauerntrottel aus als im Original, und nur Carrie Fisher ist mit vollem Einsatz dabei, singt zum Schluss auch noch ein irre schnulziges Lied, wohl in der Hoffnung dass man ihr bis dahin noch unbekanntes Zusatztalent nun endlich anerkennen würde. Aber Fehlanzeige! Ihr Lied ist grausam wie der komplette Soundtrack des Specials, ausgenommen Williams großartige „Star Wars“-Musik, die für diese Zuschauervergewaltigung ebenfalls verwendet wurde.
Die meist schmalzige Musik passt sich der unpassend schnulzigen Geschichte an, die nur hauchdünn ist, und eher als Ausrede für dieses Special dient. Dies erinnert an den ersten „Cube“, wenn in einem Denkversuch der Würfel begründet wurde: Er wird genutzt weil es ihn gibt. Das „Star Wars Holiday Special“ musste dieser Theorie nach sein, damit es existiert, nicht aber weil es etwas erzählen will.
Die unangenehme Hauptstory wird immer wieder von Zwischensequenzen unterbrochen. Manche sollen visuell interessante Experimente sein, wie man sie auf anspruchsvoller und künstlerisch wertvoller Ebene immer wieder in der „Muppet Show“ zu sehen bekam (und als Kind auch gelangweilt erduldete). Das Niveau dieser für Erwachsenenaugen gedachten visuellen Spiele mit Puppen, Licht und Musik erreicht das „Star Wars Holiday Special“ aus gleicher TV-Zeit nicht, ja nicht mal ansatzweise. Wäre ja noch schöner wenn auch nur irgend etwas nach einem Deu Mühe aussehen würde.
Als ideales Beispiel dient die Zeichentricksequenz, die erbärmlich animiert ist. So viel mehr hätte eine etwas bessere Animation (musste ja keine perfekte sein) wirklich nicht kosten können. Aber wozu Mühe geben? „Krieg der Sterne“ war 1 Jahr her. Damals liefen schon weniger beliebte Filme Monate im Kino, „Krieg der Sterne“ also sicherlich auch nach einem Jahr noch (zum Vergleich: „Didi und die Rache der Enterbten“ lief laut Audiokommentar 14 oder 16 Monate). Man hatte also einen festen Fankreis, ein hoher Einschaltquoten-Erfolg war sicher. Also noch mal: Wozu Mühe geben?
Dreist! Mehr kann man dazu nicht sagen. Mal davon abgesehen würde es mich brennend interessieren wie hoch die Einschaltquoten in der letzten halben Stunde waren im Vergleich zum Anfang der Sendung. Der Unterschied dieser Zahlen müsste erschreckend hoch sein.
George Lucas selbst taucht in den Credits nicht auf. Selbst wenn er komplett unbeteiligt war, und das würde mich doch stark wundern (hat er nicht schon damals die Rechte gehabt?), so hätte er wenigstens aus dieser Peinlichkeit lernen können. Aber nein, Lucas ist ein Sturschädel. Ebenso wie er in der späten Trilogie behauptete er hätte Jar Jar Binks schon immer so eingeplant und seine Reduzierung von Folge zu Folge wäre nicht das Ergebnis der Zuschauerproteste (kann der Kerl denn nicht einfach mal Fehler zugeben?), akzeptierte er hier nicht die Gründe des Totalreinfalls und kopierte das Wookie-Outfit des Jünglings und änderte die Lebensumgebung ein wenig ab, um daraus in Episode 6 die Ewoks zu erschaffen.
Aus dem modernen Leben der Wookies mache man noch schnell den Stamm eines primitiven Volkes und schon wird es keiner mehr bemerken. Der Zuschauerprotest der Ewoks betreffend war ähnlich stark wie jener Jar Jar Binks betreffend, zeitlich verglichen versteht sich, damals gab es schließlich kein Internet.
Man muss das „Star Wars Holiday Special“ ernsthaft gesehen haben um zu begreifen was dies für ein Murks ist. Gelungen ist hier nichts, aber auch rein gar nichts. Das Mitwirken der original Stars ist verblüffend, wahrscheinlich wollten sie die Fans nicht enttäuschend und fanden es spannend eine Zeit lang im Rampenlicht zu stehen. Mit „Star Wars“ hatte das ganze nur in kleinen Elementen zu tun, so dass die Freunde des Filmes überhaupt keine Freude erlebten.
Ein anderes Zielpublikum will mir nach Sichtung aber auch nicht in den Sinn kommen. Und ich persönlich war in meiner Position als Trashfan auch sehr enttäuscht. So belustigend einzelne Dinge auch waren, im traurigen, schockierenden Gesamtbild und auf die ewige Lauflänge gesehen waren das einfach zu wenig unfreiwillig komische Highlights. Zu Beginn schmunzelt man noch viel, aber da vergehen keine 15 Minuten, und es stellt sich nur noch Langeweile ein (die sich mit dem Gefühl des Entsetzens paart, welches von Beginn an aufkam). Spätestens ab der halben Laufzeit erscheinen die Stop-Taste und die Bildvorspultaste immer attraktiver.
Für Soziologen ist die Wookie-Familie als Abbild der amerikanischen Durchschnittsfamilie sicherlich interessant, da schockierend, wenn man bedenkt wie viel Glotze dort geguckt wird, an einem für Wookies immerhin bedeutsamen Tag. Auch wenn es widersprüchlich klingt: Das Reinschalten lohnt in jedem Fall, einfach um mal einen Einblick in diese Katastrophe zu erhaschen. Das vorzeitige Ausschalten lohnt aber ebenso. OFDb