Posts mit dem Label Jim Abrahams werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Jim Abrahams werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

25.06.2019

DIE NACKTE KANONE (1988)

Wenn man einmal "Die unglaubliche Reise in einem verrückten Flugzeug" gesehen hat, kann man kaum glauben, dass es den Autoren und Regisseuren dieses Streifens 8 Jahre später gelingen sollte eine noch bessere Komödie auf die Beine zu stellen. Aber was soll man sagen? Gagquote allein ist nun einmal nicht alles, und "Die nackte Kanone" schafft das, woran es der Flugzeugkatastrophen-Parodie fehlte: sie läuft wesentlich runder, ist nicht so episodenhaft ausgefallen und fühlt sich somit mehr wie ein gut geöltes Ganzes an. Als Zugeständnis hierfür ist man glücklicher Weise nicht in den Mainstream eingetaucht, "The Naked Gun" (Originaltitel) ist ein sich echt anfühlendes Werk des Zucker/Abraham/Zucker-Teams, ohne Eingeständnisse, diesmal allerdings jedoch David Zucker die Regie allein überlassend. Verglichen mit ihren anderen Werken dieser Art ("Die unglaubliche Entführung der verrückten Mrs. Stone" sollte sich komödiantisch anders orientieren) fällt auf, dass man weitestgehendst darauf verzichtete Filme direkt zu parodieren. Von ein paar Ausnahmen abgesehen, parodiert "Die nackte Kanone" das Genre des Polizeifilms ganz allgemein. Der Grund dafür könnte in der Vorlage liegen, setzt der Film doch die Abenteuer von Frank Drebbin fort, der als Polizist in der TV-Serie "Police Squad" für allerhand Chaos sorgte.

Die Serie wurde nach nur sechs Folgen schnell eingestellt. Und der Kinofilm kommt sechs Jahre später mit stark veränderter Besetzung daher. Stars hatte man sich eingekauft. George Kennedy übernahm die Rolle des Captains, O.J. Simpson wurde der neue Nordberg, und in einer neu eingebrachten Rolle konnte man Priscilla Presley als Darstellerin der Jane gewinnen, an namhaften Gesichtern mangelt es nicht. Weitere, wie Sexualexpertin Dr. Joyce Brothers, tauchen in kurzen Gastauftritten auf. Meiner Meinung nach wurde "Police Squad" seinerzeit zu recht abgesetzt. Nicht nur dass mit dem Konzept kein Massenpublikum zu gewinnen war (was schließlich kein Grund für ein Beenden wäre), trotz vieler guter Gags, von denen auch einige ihre Wege in die drei Kinofilme Drebbins gefunden haben, kam die Serie sehr trocken und ungelenk daher, zu sehr im drögen 70er Jahre-Stil badend, als dass es gut für jene Art Komik gewesen wäre. "Die nackte Kanone" lässt davon nichts mehr erkennen. Der Film läuft wie erwähnt rund, gönnt sich nie eine Atempause, schaut sich umwerfend komisch und flott zugleich und wird dabei trotz unglaublich flacher Witze nie plump oder zu oberflächlich. Der Film ist mit viel Herzblut umgesetzt, und das sieht man nicht nur den hervorragend wirkenden Mimen an, bereits das Drehbuch ist ein Fest brillanter Einfälle, und kaum ein Moment ruht sich auf einer einzigen Humoridee aus.

Komik wird hier zelebriert. Verschiedene Humorrichtungen, meist gern die alberne Variante, beherrschen den Bildschirm. Eine jede Mimik fließt mit ein, versteckte Hintergrund-Gags, Set-Designs, Masken, und so ziemlich jeder Witz bekommt einen erweiterten angehangen, oder besteht von Anfang an aus gleich mehreren Lachern. Auch die Regie erweist sich hier als äußerst gekonnt. Man mag es kaum glauben, aber man kann sich hier tatsächlich darüber halb tot lachen, dabei zuzusehen wie jemand die Treppe herunter fällt. Die Umsetzung macht es aus, bestehend aus kleinsten Faktoren, die am Ende eine solch simple Idee so unglaublich komisch werden lassen. Zumal der Humor die oberste Liga an Albernheiten darstellt, z.B. dann wenn ein Mordanschlag als solcher nicht begriffen wird, und man stattdessen den Gegenüber korrigiert, er möge nicht schießen während er redet. Oder wenn eine Taschenkontrolle in die falsche Tasche greift und es zu einer persönlichen Reaktion eines der Beamten kommt.

Es sind oft die kleinen Witzchen, die unglaublich zu ziehen wissen, aber auch groß geplante Szenarien, wie das endlose, angebliche Ableben Nordbergs, oder die Autoverfolgungsjagd mit einer Fahrschülerin am Steuer. Off-Kommentare, Running Gags und das unsensible Verhalten der Hauptfigur tun ihr übriges, um aus "The Naked Gun: Fom the Files of Police Squad" (Alternativtitel) jene genial funktionierende Komödie zumachen, die sie geworden ist. Misslungene Witzchen gibt es kaum, alles greift gekonnt ineinander über, genau so muss eine Komödie aussehen, die immer wieder zum laut Loslachen animiert, selbst bei der x-ten Sichtung. Und es vergeht kaum ein Moment, indem nicht erneut ein weiterer Witz mit seiner Attacke auf die Lachmuskeln wartet. Etwas Besseres hat es in diesem speziellen Komödienbereich bislang nicht gegeben, zumal man es geschafft hat, die Gagparade nicht zu unterkühlt stattfinden zu lassen. Die Figuren fühlen sich trotz ihrer Comicpräsenz relativ echt an, die Dramaturgie verleiht ihnen Seele, obwohl sie tief im Klischee badet, um herzhaft über tragische Kino-Standards herzuziehen. Und der trockene Grundton des Hauptcharakters verleiht der Figur des versteiften Drebbins ein Humorpotential, das seinesgleichen sucht und ihr somit hilft einen großen Teil des Films zu stemmen.  OFDb

TOP SECRET! (1984)

Der Humor des Trios David Zucker, Jerry Zucker und Jim Abrahams ist legendär. Sie waren die Autoren des Kultfilms "The Kentucky Fried Movie", und mit ihrem gemeinsamen Regie-Debüt "Die unglaubliche Reise in einem verrückten Flugzeug" erschufen sie sogleich eine der lustigsten Komödien, die wohl je gedreht wurden. "Die nackte Kanone" sollte die Genialität des Streifens um eine Flugzeugkatastrophe gar noch toppen, und mittendrin entstand der Bastard "Top Secret!", von dem ich aufgrund der so perfekt umgesetzten beiden anderen Werke nicht weiß was ich von ihm halten soll. Warum ist er so ausgefallen, wie er ausgefallen ist? Mit den anderen Komödien besagten Trios kann er nicht mithalten, auch wenn er eine Menge einfallsreicher und gut funktionierender Witze präsentiert. Es haben sich aber auch allerlei nicht funktionierender humoristischer Einlagen eingefunden, die oftmals aufgrund der Inszenierung nicht zünden wollen, so als stelle "Top Secret" einen Übungsfilm dar. Als erste Regie-Arbeit des Trios hätte das Ergebnis durchaus Sinn gemacht, zwischen beiden Meisterwerken entstanden verwundert der Grund manchen Scheiterns jedoch gewaltig.

Die gute Nachricht ist jedoch, dass der Streifen derartig viel Charme zu versprühen weiß und in seinen guten Momenten auch unglaublich witzig ausgefallen ist, dass man über seine Mankos gerne großzügig hinwegsieht. Übersehen kann man sie in ihrer ruppigen, aufdringlichen Art jedoch nicht, so dominant wie uns die meisten Gags nun einmal vorgesetzt werden, und eine missglückte längere Szene kurz vor Schluss, eine Unterwasser-Western-Schlägerei, bildet den Tiefpunkt und somit den einzigen Moment, den ich mir tatsächlich gerne herausgeschnitten gewünscht hätte. Ansonsten sorgt auch das nicht so rund laufende Ergebnis für Lachanfälle, und selbst so mancher nicht zündender Moment erntet einen Restrespekt, weil es sich oftmals um gute Ideen handelt, die lediglich fehlerhaft umgesetzt wurden. Sei es im falschen Moment eingebracht, in zu aufdringlicher Art präsentiert, der Gründe des Nichtfunktionierens gibt es so einige, an Beispielen soll die so herrliche Idee reichen, wie Menschen im Hintergrund auf einer Vogelstatue landen und diese verdrecken.

Berühmt geworden ist "Top Secret!" unter Filmfreunden und Filmschaffenden aufgrund seines optischen Humors, den man als einen Schwerpunkt des Werkes bezeichnen kann. Immer wieder wird mit den Sehgewohnheiten des Publikums gespielt. Ein im Vordergrund bimmelndes Telefon wird nicht kleiner, wenn sich ihm jemand vom Hintergrund her kommend nähert, ein Auge bleibt groß wenn die Lupe herunter genommen wird, Schuhe auf einem Tisch entpuppen sich als selbstständig auf dem Tisch stehend, anstatt angezogen Teil einer gemütlichen Sitzhaltung zu sein, und ein Bahnhof entfernt sich von einem Zug, anstatt dass der Zug sich vom Bahnhof entfernen würde. Als Höhepunkt darf man wohl die einzige Szene mit Peter Cushing bezeichnen, die ohne einen Schnitt zu setzen durchgedreht wurde, und bei der man erst im Laufe der Zeit merkt, dass sie rückwärts abgespielt wird. Das erklärt auch die sich zuvor merkwürdig anfühlende Gangart der Protagonisten, die mit Rückwärtslaufen quasi ein Vorwärtslaufen vorgaukeln. Gerade Cushing schafft es die Illusion des Rückwärtsspielens fast gekonnt zu beherrschen und erlebte in dieser Szene somit selbst als erfahrener Schauspieler noch einmal eine wahre Herausforderung am Schluss seiner Karriere.

Aber auch Val Kilmer entpuppt sich hier (erstmals in einer Hauptrolle besetzt) als unglaublich talentierter Mime. Sein Schauspiel geht weit über ein Herumalbern hinaus, auch wenn ein Großteil seiner Leistung auch darin liegt. Aber was der gute Mann an Mimik, Körpereinsatz, Humorverständnis und anderweitigen schauspielerischen Leistungen vollbringt, ist einen Blick wert, erst recht für Leute wie mich, die diesen Mann bislang unterschätzt, bzw. nicht im Visier gehabt haben. Großteils dank ihm werden auch die Gesangseinlagen zu Höhepunkten anstatt zu Geduldsproben für den Zuschauer, wobei bei dem gelungensten dieser Auftritte wiederum die Regie trumpft, die es schafft das Anhimmeln des Stars durch fanatische, weibliche Zuhörer so perfekt den Kitsch verarschend umzusetzen, dass kein Auge trocken bleiben dürfte. Zu weiteren Highlights zählt der Einsatz eines Kuhkostüms gemixt mit den echten Aufnahmen einer Kuh in Gummistiefeln, das nebensächliche Einfangen eines kleinen, alten Mannes, der in einem Restaurant zwischen einer Gruppe großer junger Männer sitzt, der an "Die unglaubliche Reise in einem verrückten Flugzeug" erinnernde Rückblick, in welchem "Die blaue Lagune" selbst für jene Zuschauer hervorragend parodiert wird, die den Film nicht gesehen haben und viele weitere Momente, wie die Hinrichtungsszene, in welcher ein Pfarrer eine wichtige Rolle spielt, der nebensächliche Einsatz des sogenannten Analintruders und vieles mehr.

"Top Secret!" mag nicht der beste Streifen besagten Humor-Trios sein, an Einfallsreichtum mangelt es ihm jedoch nicht, und er bietet allerhand Szenen, die einen wahrlich laut auflachen lassen. Ob die unausgegorene Umsetzung dazu führte, dass bei "Die nackte Kanone" nur noch David Zucker Regie führte, weiß ich nicht, wäre aber möglich, ist "Die unglaubliche Reise in einem verrückten Flugzeug" doch noch deutlicher in den einzelnen "Sketchen" gefangen, umringt von einer äußerst dünnen durchgehenden Handlung, und sind die beiden anderen Werke doch schon viel mehr einheitliche Handlungen mit richtigem roten Faden versehen, in welchen die Episodenhaftigkeit der Gags nur noch einen Nebeneffekt darstellt. Vielleicht hat es das eine Mal deswegen so hervorragend geklappt, und das andere mal nicht mehr. Das wäre zumindest ein Erklärungsansatz dafür, warum die Qualität des hier besprochenen Streifens so sehr von jener der Werke vor und nach ihm abweicht.  OFDb

22.01.2017

THE KENTUCKY FRIED MOVIE (1977)

John Landis war damals noch ein junger Filmemacher, der einige Jahre zuvor mit „Schlock - Das Bananenmonster“ das Kino seiner Zeit parodierte und dem bekannteren „Angriff der Killertomaten“ von John DeBello damit den Weg ebnete. Kino und Fernsehen kann mit all seiner unfreiwilligen Komik nicht oft genug parodiert werden, und so kann man es als glückliche Fügung bezeichnen, dass Landis für sein darauffolgendes Projekt auf Jim Abrahams und die beiden Zucker-Brüder stieß, die uns später, selbst Regie führend, so wundervolle Komödien wie „Die nackte Kanone“ oder „Die unglaubliche Reise in einem verrückten Flugzeug“ bescheren sollten. In „The Kentucky Fried Movie“ sind sie lediglich noch „nur“ die Autoren, und ebenso wie Landis schlüpfen sie in die ein oder andere Rolle des auf Sketche ausgelegten Filmes.

Ob es um den (heute noch immer vorhandenen) Hang geht Filme nicht mehr rein als Filme zu sehen, sondern mit Events wie 3D zu verwursten (parodiert als gefühlsechtes Kino), ob es um reißerische und theatralische Umgänge mit emotionalen Themen geht (Filmvorschau zum fiktiven „That‘s Armageddon“) oder einfach nur um die sinnlose Geschwätzigkeit der Medien (Abenteuer heute), die scheinbare Anonymität vor dem Fernseher (der Sketch um das Liebespaar vor den Nachrichten) oder die Schwächen von Werbungen (die Kopfschmerzklinik) und Lehr-Filmen (Leben ohne Zinkoxyd), „The Kentucky Fried Movie“ holt pointensicher aus, weiß exakt wie der Humor zur besten Entfaltung gesetzt werden muss und hält sich nie zu lange an einem Sketch auf, nicht einmal in dem einzig größer ausgefallenem, 35 minütigen Kurzfilm „Für eine handvoll Yen“, in welchem sich ausgiebig über die Schwächen des asiatischen Kampfkunst-Kinos lustig gemacht wird, freilich nicht ohne den Amerikaner und sein Medium ebenfalls der Lächerlichkeit preiszugeben.

Der Mix aus einem raffiniertem, analtytischem Blick auf die elektronische Medienlandschaft der 70er Jahre und dem Hang zum hemmungslosem Herumalbern, geben „The Kentucky Fried Movie“ das gewisse Etwas, wird doch nie stillos herumgealbert, aber doch recht gewagt. Wenn die Alarmsirene in einem großen Gebäude nach Ausbruch einer Katastrophe daraus besteht dass ein Mann mit Flüstertüte für das Geräusch besagtem Alarms verantwortlich ist, anstatt ein elektronischer Ton, dann mag mancher Humormuffel die Augen verdrehen und dies als infantil bezeichnen, der Mensch mit Humor im Herzen muss über solchen Nonsens jedoch laut lachen, und dies selbst noch bei der x-ten Sichtung.

„The Kentucky Fried Movie“ hüpft von einem Höhepunkt zum nächsten, bietet keine missglückte Episode, schaut sich mit Augen von heute aber freilich medial überholt, was ihm aber Retrocharme beschert anstatt Desinteresse. Wer das Fernsehen und das Kino einst so miterlebte wird ebenso viel Freude an Landis Episodenfilm haben wie es junge Generationen haben. Ob es die Rohölgewinnung per Abzapfung des Fettes von Teenagergesichtern ist, der herrlich absurde Trailer des fiktiven „Katholische Schulmädchen in Not“ oder der Running Gag um durch ein Horoskop hervorgesagte Überraschung für Zwillinge, „The Kentucky Fried Movie“ sprüht nur so vor Witz im Zeitgeist, hemmungslos albern, aber auch genau wissend was wieso parodiert gehört.  OFDb

04.10.2015

DIE UNGLAUBLICHE REISE IN EINEM VERRÜCKTEN FLUGZEUG (1980)

„Die unglaubliche Reise in einem verrückten Flugzeug“ gehört für mich neben „Die nackte Kanone“ u.a. zu den besten Komödien die je gedreht wurden. Dieser wunderbare Mix aus flachen Witzen und intelligentem Humor ist eine Wucht für sich. Ich liebe den Film für beides, und bin den Verantwortlichen des Drehbuchs dankbar dafür, dass trotz der hohen, fast schon sekündlichen Gag-Dichte die Charakterzeichnung der einzelnen Figuren nicht vernachlässigt wurde.

Ich kenne keinen der direkt parodierten Werke, und habe trotzdem meine Freude mit „Airplane“ (Originaltitel), der hauptsächlich Filme über Flugzeugkatastrophen veräppelt und dabei auf allen Ebenen arbeitet. Die Schrift im Vorspann ist in totaler Übertreibung extrem groß ins Bild gesetzt. Die Musikuntermalung ist stets völlig überzogen. Entweder ist sie hochgradig reißerisch, extremst kitschig oder im Finale gar unübersehbar bescheuert, wenn ein Frauenchor sich derart hochschaukelt, dass die letzten Töne nur noch gekrächzt werden.

Die beiden Zucker-Brüder und Abrahams, die alle drei auch für das Buch von „Kentucky Fried Movie“ und später auch für „Die nackte Kanone“ und „Die unglaubliche Entführung der verrückten Mrs. Stone“ verantwortlich waren, stürzen sich auf jegliches Klischee, enttarnen die Schwächen solcher Filme durch völlige Übertreibung, wissen aber auch die Stärken der Vorbilder lächerlich aussehen zu lassen, stets den Respekt vor dem was man verarscht im Blick, verkörpert von vielen guten Schauspielern, denen man die Freude daran dass sie hier komplett überagieren dürfen, regelrecht ansieht.

Leslie Nielsen, der erst zur zweiten Hälfte wichtig wird, sticht hierbei ganz besonders hervor, muss er in jeglicher Situation doch mit komplett ernster Mimik auftreten und selbst in den unsinnigsten Dialogen mit unerschütterlichem Selbstbewustsein und einer Sachlichkeit in der Stimmlage agieren, dass man sich vor Lachen kaum noch halten kann. Ich habe einmal gehört, dass Nielsen während des Drehs nicht verstanden haben soll, warum er in einer Komödie so spielen soll. Als er den fertigen Film sah verstand er was an seiner Rolle so witzig war. Und mich würde es nicht wundern, wenn diese Anekdote der Wahrheit entspricht.

Das Regie-Dreiergespann ist sich keiner Witzchen zu schade, seltenst rutscht man auch mal knapp an Peinlichkeiten vorbei, aber das verzeiht man einem Film, der an fast jeder anderen Stelle beste Komik serviert, die punktgenau da eingesetzt wird, wo sie am besten zu wirken weiß. In „Die unglaubliche Reise in einem verrückten Flugzeug“ wird das Spiel mit der Komik zur Kunst, wobei flache Witzchen einem direkt vor die Nase gesetzt werden, wohingegen man den nicht minder vertretenen intelligenen Humor meist selbst entdecken muss.

So ist das nun einmal bei Filmen mit Köpfchen. Man muss sein eigenes ebenfalls einschalten, sonst funktioniert solch ein Werk nur auf der plumpen Ebene. Und das wäre trotz wunderbarer Flachköpper doch viel zu schade drum, steckt doch viel Herzblut in der hier dargebotenen Komik und könnte der Vorwurf billigem Klamauks, wie er z.B. für die „Police Academy“-Reihe oder spätere Leslie Nielsen-Filme typisch war, doch nicht ferner der Wahrheit liegen, so analytisch gut beobachtet wie der Streifen ausgefallen ist in seiner geradezu pingeligen Perfektion was Pointensetzung betrifft.

Ich mag es immer sehr wenn niveaulos und niveauvoll Hand in Hand gehen. In einem solchen Mix verliert sich das Handicap eines Tunnelblicks der Vorurteile meist von selbst, so dass ein ehrlicher Grundton entsteht. Die Macher reißen Witze über die sie selber lachen. Hier wird nichts vorgetäuscht, hier wird nicht für schnelles Geld geheuschelt oder auf gut Glück ein Witzversuch gestartet. Und das sieht man diesem Meisterwerk der Komödie in jeder Minute an.  OFDb