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17.09.2023

ANOTHER DEADLY WEEKEND (2015)

"Another Deadly Weekend" heißt im Original eigentlich "Muck" und ist keine wirkliche Fortsetzung des meiner Meinung nach missglückten "Deadly Weekend". Stilistisch kommt die Fake-Fortsetzung zwar anders daher, besser ist das Ergebnis jedoch nicht ausgefallen, so wirr wie letztendlich alles erzählt ist, und so psychologisch unlogisch hier jede Figur zu interagieren scheint. Zwar versteht sich Steve Wolshs Werk als Satire auf das Horror-Genre, es entschuldigt die unausgegorene Erzählweise des Streifens jedoch nicht, welcher zunächst lobenswert mitten im Geschehen einsetzt, ohne uns die Vorgeschichte zu erzählen. "Another Deadly Weekend" richtet sich an das Stammpublikum des Genres, und dieses soll nicht nur die Anspielungen auf die Gesetzmäßigkeiten des Horrorbereichs verstehen, welche hier eher verzweifelt, anstatt treffsicher, ad absurdum geführt werden, es soll auch die Geschichte derartiger Stoffe kennen, so dass jeder weiß was passiert ist, auch wenn es mittendrin losgeht. Abgesehen von dieser Ausgangsidee enden die tatsächlichen Pluspunkte auch sogleich, wenn wir nicht zusammen passenden Klischeefiguren, trotz der Parodie auf eben solcher, beim ewigen Streiten miteinander zusehen müssen, verkörpert von austauschbaren Mimen, so dass weder deren mögliches Charisma, noch der Autor in der Lage ist, sie uns für die Zeit ihrer Verwendung als atmende Menschen zu präsentieren. So fällt der Film ziemlich nervig aus, ist wie erwähnt zerfahren inszeniert und langweilt schneller, als es einem lieb ist. Da auch die Aggressoren nicht in der Lage sind Sympathie und Stimmung dem augenzwinkernden Treiben beizufügen, wird das Ergebnis zum Rohrkrepierer.  OFDb

26.07.2022

13 FANBOY (2021)

Wenn man bedenkt wie viele Underground-Filme auf "Freitag der 13." und seinen Fortsetzungen, mal offen, mal nicht, zurückgreifen, klingt es nach einer konsequenten Idee, wenn sich einmal die ehemaligen Mitwirkenden dieser Kino-Reihe auf eben gleichem Produktionsniveau an die Sache heran wagen. Regie übernahm "Freitag der 13. 5"-Star Deborah Voorhees und wirkte auch am Drehbuch mit, und von Kane Hodder (Jason ab "Freitag der 13. 7") über Dee Wallace ("Cujo", "Critters") bis hin zu Corey Feldman ("Freitag der 13. 4" und 5) sind namhafte Mimen ebenso dabei wie Eintagsfliegen, und die meisten kennen sich ohnehin durch die Horrorfilm-Conventions, in denen man sich auch untalentiert von Fans für Geld feiern lassen kann. Es dürfte also nicht schwer gewesen sein die Truppe zusammen zu trommeln. 

In "13 Fanboy" geht ein irrer Fanatiker der Filmreihe um und ermordet die Mitwirkenden. Die spielen sich alle selbst, mit Ausnahme von Corey Feldman, was ein netter Gag ist. Weitere sucht man fast vergebens. Was nach einen augenzwinkernden Produkt klingt, ist humoristisch kaum verspielt ausgefallen, nimmt sich für ein derartiges Treiben also viel zu ernst, und verspielt damit schon einmal seinen ersten möglichen Trumpf. Dass private Hintergründe beim Meucheln doch mitfließen, anstatt den Fan einfach nur frustriert sein zu lassen (wie z.B. in der Auflösung von "Scream 5"), halte ich ebenfalls für eine Fehlentscheidung. Ärgerlich mutet ganz besonders die Darstellung des Killers an. Hier hätte man nun wirklich von Jason, einem der wichtigsten maskierten Killer im Slasher-Bereich, lernen können, der uns zeigte wie wirksam Stille und Langsamkeit sind. Der Killer hier mutet nicht mystisch an, kommt all zu menschlich daher und besitzt somit keinerlei Wirkung während seiner Auftritte. Das teilt er sich mit den meisten Darstellern an Bord, die mit ihrem mangelhaften Spiel zu einem guten Teil beweisen, warum es zu keiner Filmkarriere nach den Auftritten in besagter Horror-Reihe kam.

Das ist ein Makel, das man in einem Underground-Film leicht verzeihen würde. Aber "13 Fanboy" besitzt einfach keine Trümpfe. Die Geschichte ist uninteressant erzählt und zudem lahmarschig inszeniert, die Morde machen nur bedingt was her, und wie gesagt geht das Spiel mit dem Bezug zur Original-Reihe auf die Art wie hier dargeboten baden, dabei wäre hier so viel Potential zur Verbeugung und Parodie vorhanden gewesen, was viele andere Werke ("Hands of Death Part 25", "Behind the Mask", "You Might Be the Killer") damals wie heute unter Beweis stellten. So lustlos und unkreativ wie abgegeben schaut sich die Zusammenkunft der "Freitag der 13."-Mitwirkenden so verzweifelt zusammengewürfelt an wie die "Police Academy"-Mannschaft in "Lavalantula - Angriff der Feuerspinnen", wo man mit der Zusammenkunft Ehemaliger einer Film-Reihe ebenfalls nichts anzufangen wusste. Und selbst dieses müde, in typisch Billig-CGI für das TV produzierte Fließbandprodukt, guckt sich noch besser als der völlig uncharmante "13 Fanboy". Chance vergeigt, sehr schade!  OFDb

09.08.2020

CHARLIE'S FARM (2014)

Ob nun Australien oder aus den USA, abgesehen von den leeren Weiten macht es keinen Unterschied aus welchem Land dieser Slasher kommt, kommt er doch frei von neuen Ansätzen daher und präsentiert uns somit das ewig Gleiche. Das muss nichts Schlechtes bedeuten, ein spannend, oder zumindest atmosphärisch inszenierter Beitrag dieses Sub-Genres ist auch beim Abspulen der ewig gleichen Nummer herzlich willkommen, "Charlie's Farm" fällt jedoch eher bescheiden und frei dieser Ergebnisse aus. Die Hintergrundgeschichte zur Farm und somit zu Charlies Schicksal hätte man sich sparen können, da der brachial agierende Totgeglaubte, wenn er denn endlich einmal in Aktion tritt, wie ein Elefant durch den Porzellanladen trampelt und dabei Mystik und jegliches unheimliches Flair vermissen lässt. Er agiert hart, da gibt es zahmere Horrorfilme um degenerierte Psychokiller, das ausführliche Splatterfest bleibt aber ebenso aus. 

Zugute halten muss man dem Film, dass er die zentralen Charaktere ausführlich präsentiert, wenn auch nicht frei von Eigennutz zur Laufzeitstreckung. Wie so oft, so fallen jedoch auch hier die Nebenfiguren weit interessanter aus, als die Hauptdarsteller. Gerade der dickliche Sidekick, der zwischen Ekel und tragischer Rolle gekonnt hin und her pendelt, schenkt Chris Suns dritter Regiearbeit die interessantesten Momente. Selbst diese fallen bescheiden aus, so richtig interessieren tut man sich für kein Schicksal der Figuren, aber inmitten allem bereits Bekannten wertet seine Anwesenheit den Film bereits ein wenig auf. Hübsch ist zudem die Kameraarbeit ausgefallen, welche die Landschaften in einem stimmigen Farbfilter packt, und das Drehbuch ist zumindest bemüht darin das Aufeinandertreffen der verschiedenen Figuren halbwegs abwechslungsreich zu gestalten. Wer aufgrund der prominenten Anwesenheit von Kane Hodder darauf hofft, dass dieser den Charlie mimen darf, der wird enttäuscht. Etwas verwundert es schon, denn Nathan Jones, der stattdessen diesen Part übernimmt, wird optisch ähnlich präsentiert wie Hodders Killer-Rolle aus der "Hatchet"-Reihe. Bereits dort fand ich die extreme Redneck-Mutations-Aufmachung des Aggressors zu übertrieben, derartiges wirkt bei mir nicht. Mir persönlich sind die stillen, unheimlichen Serienkiller, die im Dunkeln lauern oder maskiert brachial zu Werke gehen, wesentlich lieber.  OFDb

04.08.2018

HATCHET 4 - VICTOR CROWLEY (2017)

Seit "Hatchet" 2006 unter Fan-Kreisen für Begeisterung als Wiederauflebung des Slasher-Films, besetzt mit dem beliebtesten Jason-Darsteller Kane Hodder, von sich Reden machte, hat sich an der Reihe eigentlich herzlich wenig geändert. Humoristisch angehaucht in einem Mix aus Spukfilm und Psychopathen-Terror schlachtet ein derart mutierter Massenmörder, dass er optisch keine Mystik auszustrahlen vermag, mit harten Methoden Menschen in einem Sumpf, gerade so dass es Party genug macht um vergnügt dran zu bleiben, aber nie Party genug, als dass aus dem Ergebnis ein nennenswerter Film werden würde. Das war bei "Hatchet 2" nicht anders, änderte sich auch nicht beim leicht schwächeren "Hatchet 3", in welchem Adam Green die Regie an wen anderes übergab, und so bleibt es auch bei seiner Rückkehr auf dem Regiestuhl in seiner eigens erdachten Horrorfilm-Reihe nun bei Teil 4.

Kleinere Makel und ein Gesamteindruck der "Victor Crowley" (Originaltitel) nun noch x-beliebiger erscheinen lässt als die Reihe ohnehin schon immer wirkte, lassen Teil 4 erneut eine Spur schwächer erscheinen als seine Vorgänger. Letztendlich weiß er durch gut gesetzten Humor, einem kurzweiligen Horrortreiben und blutreich getricksten, wenn auch nicht sonderlich innovativen, Tötungsmethoden aber gut genug zu unterhalten, so dass man nicht wirklich über das Ergebnis nörgelt. Zumindest baut die Geschichte auf den tatsächlichen Geschehnissen der Vorgänger auf, inklusive des Einbauens des angeblich einzigen Überlebenden und lässt aus den Vorgängern bekannte Mimen hierfür wieder auftreten. Aufgrund des Titels hatte ich zunächst einen Neuanfang vermutet, schön dass der Streifen stattdessen eine echte Fortsetzung wurde. Aber noch nie fühlte sich ein Teil der Reihe wie ein halber Film an, und dies tut "Hatchet 4 - Victor Crowley" diesmal, dessen Schluss derart plötzlich und relativ kurz nach Crowleys Erweckung stattfindet, dass der Abspann gefühlte 20 Minuten zu früh erscheint.

Da der Film in dieser Zeit eigentlich nur vom Festsitzen in einem Flugzeug gelebt hat, in das Crowley nicht hinein kann, und von dem Gag dass der Sumpf zur Touristenattraktion mit Themenpark verkommen ist, ist das insgesamt inhaltlich recht wenig zu nennen, zumal die Geschichte aus beiden Faktoren herzlich wenig herauszuholen weiß, gerade Victor Crowley betreffend. Hier hätte ich mir etwas mehr Kreativität gewünscht. Die findet diesmal "nur" in der Pointierung des Humors statt, der läuft dafür treffsicherer denn je ab, was die Eingangssequenz bestens beweist. Ein unglaubwürdiges Geschehnis, der eigentlich sympathische Fakt per Unwissenheit und Dummheit jemanden ganz langsam im Flugzeug ertrinken zu lassen, sorgt inmitten eines Filmes, der eigentlich nicht glaubwürdig sein muss, erstmals für ein echtes Ärgernis diesbezüglich, immerhin kommt niemand auf naheliegende Ideen, wie das Verwenden eines Atemröhrchens. Das ist eine Spur zu viel Ignoranz und schadet dem an sich nett gemeinten schleichenden Gag.

Witzchen, die auf Charakterzeichnungen abzielen, dominieren das Treiben, ohnehin erschien mir der Humorgehalt ein wenig angehoben, aber das tut dem Film gut, eben weil er sich nicht wie ein vollwertiger Beitrag guckt. In seiner halben Art ist er freilich bei kurzer Laufzeit flott inszeniert, dass Langeweile keine Chance bekommt, und ein Auftritt Danielle Harris' nach dem Abspann spielt auf eine Fortsetzung an, die man sich wegen ihr tatsächlich trotzdem wünscht, auch wenn einem die Reihe auf angenehme Art eigentlich ziemlich egal ist. Dank handgemachter Effekte und gut gesetzter Gags werden unterhaltungstechnisch wichtige Bereiche besonders gepuscht, während an anderer Stelle aufgrund von Desinteresse an einer tatsächlichen Handlung und Weiterentwicklung der Geschehnisse an noch wichtigeren Bereichen gespart wird, diese Bereiche gar derart penetrant ignoriert, dass sich der Film etwas arg des schnellen Geldes wegen gedreht guckt. "Hatchet 4 - Victor Crowley lebt" (Alternativtitel) krankt unter diesen Bedingungen, bekommt aufgrund seiner quantitativen Pluspunkte für ein anspruchsloses Publikum aber trotzdem noch einmal die Kurve. Knapp an totaler Gleichgültigkeit vorbei!  OFDb

15.01.2015

DARKWOLF (2003)

Es ist ja schön und gut wenn man als Filmemacher bei einer solch oft gebrauchten Thematik wie die über Werwölfe versucht dem ganzen andere Seiten abzugewinnen, indem man eine Mystik um den Werwolf-Kult entwickelt. Laut „DarkWolf“ wird also nun unterschieden zwischen Halbwerwölfen und ganzen (obwohl ein Werwolf ohnehin bereits halb Mensch und halb Wolf ist), es wird eine Obergattung vorgestellt, einen Werwolfsprinzen und es gibt Lehrer, die zur Stelle sind wenn ein Mensch entdeckt, dass auch er ein Werwolf ist. Das könnte alles ein wenig die Teen-Variante zu diesem Thema sein, wie es „Twilight“ für die Vampire war, aber zumindest erschien Richard Friedmans Werk bevor der Kult um die Bücher und Filme Nachahmer weckten.

Dem Kitsch und Teenie-Kult geht man sogar aus dem Weg. Ganz im Gegenteil, man möchte einen harten, dreckigen Horrorfilm vorlegen. Auch das hört sich in der Theorie zumindest noch okay an. Man muss dem Film jedoch keine fünf Minuten folgen, um jede gute Absicht direkt als Perlen vor die Säue zu erkennen. Der Werwolfs-Prinz ist ein Asi von Motorrad-Rocker. Der bald sterbende Werwolfslehrer eine wenig mystische Obdachlose und der Kopf einer Spezialeinheit der Polizei zur Bekämpfung der Bestien ein junger, harter Cop, der von einem blonden Neuling seiner Abteilung begleitet wird. Blondie ist dann auch gleich der Tiefpunkt in der Besetzung, was schon was heißen muss, denn schlecht spielt hier so ziemlich jeder.

Man kennt das: man erwischt einen Film mit einer schlechten deutschen Synchronisation, also greift man, mittelmäßiges Schauspiel hin oder her, falls vorhanden zum Originalton mit deutschem Untertitel, und selbst magere Durchschnittskost schaut sich dadurch angenehmer. Bei „Dark Wolf“ (Originaltitel) ist es egal was von beidem man schaut. Der Deutschton mag zwar schlecht sein, aber im Original klingt jeder „Schauspieler" so, als würde er seinen Text ablesen, was perfekt zur äußeren Darstellung passt, da jeder völlig steif und untalentiert daher kommt, selbst die berühmten Namen im Film (Kane Hodder und Tippi Hedren), die lustlos in dieser Billigproduktion mitspielen, wie auch immer sie da reingeraten sind.

Dass der Film trotz seines Engagements inhaltlich mehr bieten zu wollen auf völlig überholte Spezialeffekte setzt, ist ein weiteres Hindernis zu einem brauchbaren Ergebnis. Gerade wenn das Wesen sich komplett sichtbar als Wolf fortbewegt, könnte die Computeranimation kaum schlechter sein. Auch der Werwolf an sich weiß optisch nicht zu gefallen. Meist sieht man jedoch ohnehin nur Stoffarme oder rote Augen.

Dass die ganze unmystische Werwolf-Mystik nur billiger Aufhänger ist, merkt man spätestens mit Blick auf die Inszenierung, die lediglich darum bemüht ist ein dreckiger Actionreißer mit harten Helden, wilden Verfolgungsjagden und blutigen Morden zu sein. Wofür dann all das Erfinden verschiedener Werwolfs-Arten weiß der Geier, ist aber so egal wie die Absicht ein billiger Schundreißer zu sein, denn ein völlig fehlbesetzter Hauptdarsteller und Sparmaßnahmen in den Goreszenen, die meist im Off geschehen, lassen nicht einmal dieses triviale Ergebnis zu. Eine FSK 16 halte ich dennoch für unpassend. Mögen die Morde auch im Off geschehen, die zerfetzten Leichen in längeren Nahaufnahmen sehen schon so heftig aus, dass eine FSK 18 trotzdem sinnvoller gewesen wäre.

Andererseits: ungeschulte, naive Blicke eines 16jährigen, der noch auf Schauwerte anstatt auf inhaltliche setzt, sind die einzige Chance auf ein tatsächliches Publikum, das eventuell nicht vorzeitig ausschaltet, ohne cineastische masochistische Tendenzen aufzuweisen. Wenn ich rückblickend entdecke was für einen Scheiß wir in dem Alter damals super fanden, ist es tatsächlich möglich, dass zumindest Jugendliche an „DarkWolf“ irgendetwas toll finden könnten. Ach, was weiß ich!  OFDb

20.12.2014

FREITAG DER 13. 7 - JASON IM BLUTRAUSCH (1988)

„Freitag der 13. 7“, der Teil mit dem reißerichsten deutschen Beititel, hätte einer der besten Episoden der kompletten Reihe werden können. Durch seine minimalen Veränderungen des ansonsten immer gleichbleibenden Grundkonzeptes wurde viel Grundpotential erreicht über den Vorgängern und Nachfolgern zu stehen. Es ist allerdings schwierig objektiv über ein Werk zu schreiben, das für einen Film seines Kalibers derart schlecht synchronisiert wurde. Das ganze ist nicht so übel ausgefallen wie manche Vertonung für Streifen, die direkt für den DVD-Markt produziert wurden, für einen Kinofilm ist sie allerdings als echt übel zu bezeichnen.

Jasons Outfit ist das Highlight von Teil 7 schlechthin. Er sieht wunderbar verfault aus, man sieht seine Wirbelsäule, sein Gang in diesem Zustand ist im Vergleich eher wackelig, insgesamt ist er aber nicht minder bedrohlich ausgefallen. Diese gelungene Arbeit der Verantwortlichen für die Maske könnte einen vorschnell glauben lassen die Entscheidung Jason häufig zu zeigen wäre eine gute, für die Wirkung des Films förderliche Idee gewesen. Ein Geheimnis ist die Identität des Killers schließlich noch nie gewesen wenn Jason der Mörder war, ein fröhliches Mörderraten hat es da bei „Freitag der 13.“ noch nie gegeben. Aber so oft wie man Jason diesmal durch den selbst in Billigoptik gut wirkenden Wald schleichen sieht, so sehr nervt es mit der Zeit dann auch. Toller Look hin oder her: weniger wäre diesmal mehr gewesen.

Die Morde sind großteils gelungen, sind natürlich eines der Highlights einer Filmreihe, die sonst auf wenig achtet. Aber die etwas weit hergeholte Idee Jason als Endgegnerin diesmal jemanden mit telekinetischen Fähigkeiten vorzusetzen zeigt dass man diesmal den Grad der Schauwerte erweitern wollte, und das tut dem Streifen sichtlich gut. Klar ist die Einleitung um die Geschichte in Gang zu kriegen weit hergeholt, aber wer sich einen Horrorfilm wegen eines guten Drehbuchs zu Gemüte führt, der wird schon nach Episode 1 aufgehört haben dieses Glück in einem „Freitag der 13."-Teil zu finden.

Der treue Fan der Reihe hat nun schon recht oft erlebt wie eine gewöhnliche Frau sich dem nicht totzukriegenden Killer stellt. Da tut es gut mal jemanden zu erleben, der Jason mit seinen übernatürlichen Kräften ebenbürtig ist. Es sorgt zudem für einen kleinen, angenehmen Humorgehalt, da der sehr debile Jason nicht versteht was da passiert. Umgekehrt ist es seinem begrenzten Verstand zu verdanken, dass er nicht lange darüber nachdenkt, sondern den Kampf sichtlich wütender werdend fortsetzt.

Was uns mit diesem Kampf präsentiert wird ist ein scheinbar endloses Finale, was ich keinesfalls negativ meine. Immer wieder ersteht Jason auf, immer wieder lässt sich die Heldin etwas neues einfallen, um über den Killer zu siegen. Sie lässt sogar ein komplettes Haus über den Massenmörder einstürzen. Je weiter sich „Freitag der 13. 7“ Richtung Ende vorarbeitet, um so radikaler werden die Ideen der telekinetisch veranlagten Frau. Das guckt sich flott und will einfach nicht langweilig werden.

Bis John Carl Buechlers Werk zu diesem schwungvollen Finale kommt haben wir es außerhalb des paranormalen Storyaspektes mit dem immergleichen System eine Geschichte zu erzählen zu tun. Die Figurentiefe bleibt so flach wie gehabt, Klischeeabziehbilder dienen lediglich als Zielscheibe für den mordgeilen Jason und dem nicht minder mordgeilem Publikum. Eine bösartige Teenagerin ragt aufgrund ihres negativen Verhaltens und der wirklich ätzend gewählten Synchronstimme hervor, was ihr Ableben um so mehr zur Herzenssache für Freunde der Reihe macht. Der Rest an anwesenden Teenagern bleibt blass. Der zwielichtige  Professor, der Tina angeblich heilen möchte, gespielt von Terry Kiser, der im „California Clan“ den Dr. Niclas gespielt hat, ist ein wunderlicher Charakter, den es so wohl nur in Filmen geben dürfte. Die naive Mutter wirkt glaubwürdiger, aber auch nerviger.

Man sieht, wirklich zu holen gibt es da nichts. Und da darf es schon wundern, dass bei solch leeren Charakteren und der fast immergleichen Geschichte noch immer Interesse beim Zuschauer bestehen bleibt. Hartnäckige Freunde der Reihe, so wie ich, lassen sich davon nicht abschrecken, genießen es bereits Bekanntes noch einmal abzugrasen (sowohl bei der Ersichtung als auch bei zig Folgesichtungen). Einen Innovationspreis gewinnt ein solcher Streifen jedoch nicht. Und die meisten Filmbegeisterten werden der monotonen Filmreihe schon viel früher den Rücken gekehrt haben, spätestens mit dem trockenen und etwas langatmigen Teil 4.

Für den treuen Fan wird „Jason im Blutrausch" jedoch immer ein besonderer Teil der Reihe bleiben, und dies nicht aufgrund der in der Review erwähnten inhaltlichen Unterschiede zu den Vorgängern, sondern aufgrund dessen, dass hier erstmals Kane Hodder den Jason spielt, der erst bei „Freddy vs. Jason“ nicht mehr als der Killer auftauchte. Ich persönlich empfand ihn nie als den besten Jason-Darsteller, zumal ich bis heute nicht weiß was es da zu schauspielern gäbe. Seine Vorgänger und der Nachfolger im erwähnten Zusammentreffen mit Freddy agieren in meinen Augen gleich gut.

Kurz noch einmal zusammengefasst haben wir es bei „Freitag der 13. 7 - Jason im Blutrausch“ mit einem üblichen Slasherfilm zu tun, der mit einer blöder Synchro bestraft wurde und von seiner bescheuerten Geschichte lebt, die ihn tatsächlich vom Rest der bisherigen Reihe abhebt. Ein optisch sehr gelungener und oft zu sehender Jason und ein Feuerwerk von einem nicht enden wollenden Finale lassen die Herzen von Filmfreunden, die mit wenig zufrieden zu stellen sind, höher schlagen. Inmitten der Gattung Slasher ist „Freitag der 13. 7“ so wenig Höhepunkt wie jeder andere Teil der Reihe. Ein spaßges Stück Unterhaltung ist er jedoch schon.  OFDb

10.08.2014

HATCHET 3 (2013)

„Hatchet“ geht in die dritte Runde und es ist noch alles beim alten? Nein, nicht wirklich. Nicht nur dass hinter den Kulissen „Hatchet“-Erfinder und Regisseur der ersten beiden Teile Adam Green Regie-Neuling und Darsteller aus Teil 2 BJ McDonnell das Ruder überlässt und den Streifen selbst nur produzierte, auch an den Unterhaltungsschwerpunkten wurde ein wenig herumgeschraubt. Auch „Hatchet 3“ ist noch immer eine Horror-Komödie, aber der Humor kommt großteils unterschwellig daher und nicht mehr mit dem Holzhammer bearbeitet wie in den Vorgängern. Wer auf Gore und Gewalt steht muss nun jedoch nicht mehr bis zum letzten Drittel warten, Crowleys Greueltaten sind diesmal über den kompletten Film gut verteilt worden.

Wer jedoch hauptsächlich wegen des Blutgemetzels einschaltet sollte gewarnt sein, ist „Hatchet 3“ in der DVD-Veröffentlichung Deutschlands doch nicht nur heftigst geschnitten, sondern auch noch so schlecht dass man die Lücken ständig bemerkt. Hier ist jemand tot der es zuvor nicht war, dort bricht die Hintergrundmusik plötzlich ab. Die Sittenwächter haben mit dem Filmmaterial ein ähnliches Massaker angerichtet wie Victor Crowley im Film selbst, aber das ist für Freunde des Genres ja nur ein altes Stück traurige Geschichte Deutschlands, einem Land das keinen Zugang zu moderner Kunst zu haben scheint.

Durch den Mangel an wirklich lustigen Charakteren und spritzigen Dialogen, meiner Meinung nach die Haupttrümpfe der Vorgänger, schaut sich Teil 3 nicht mehr ganz so kurzweilig wie seine beiden Vorgänger, und auch eine teilweise recht lustlos betonte Synchronisation arbeitet zusätzlich kontraproduktiv gegen ein besseres Ergebnis an. Horror-Ikone Danielle Harris kommt trotz Erstnennung im Vorspann viel zu kurz und darf lange Zeit nur mürrisch vor sich her schimpfen, und Richtung Finale ärgern einige unglaubwürdige Verhaltensweisen, obwohl der restliche Streifen für einen Fun-Horrorfilm versucht seine Handlung relativ logisch zu halten und gerade unsinniges Verhalten auf irgendeine Weise zu rechtfertigen. Schade dass es solche Bemühungen nicht bis zur Ziellinie geschafft haben.

Insgesamt ist aber noch immer ein solides Werk für die Dauergäste im Horror-Genre entstanden, eines zu einer Reihe an die man ohnehin nicht größte Erwartungen hegt. Die „Hatchet“-Filme machen Spaß, nicht mehr und nicht weniger. Aber ähnlich wie die asiatische „The Call“-Reihe, so ist auch in dieser Trilogie bemerkbar wie sehr sich Teil 3 stilistisch von den Vorgängern unterscheidet, wohingegen „Hatchet 2“ eher wie ein Zwillingsbruder von Teil 1 wirkte.  OFDb

31.12.2013

CHILLERAMA (2011)

Ein "Godzilla"-ähnliches Monster-Sperma, Hitler der einen Toten wiedererweckt und ein schwuler Werwolf, das klingt alles ziemlich lustig und kultig, ist aber nicht die Art Trash geworden, die meinem Geschmack entspricht. Mal ganz davon abgesehen dass die dritte Idee vom besseren „Curse Of The Queerwolf“ abgeguckt ist, schaut sich „Chillerama“ trotz Genre-Kenntnis und sogar häufig geglückter Verweise selbst auf seine Ideen hin gesehen viel zu infantil. Da werden falsche Schwerpunkte gesetzt, welche die beim Massenpublikum sicherlich ankommen, aber weder bei mir noch bei meinen mitleidenden Stammzuschauern in vertrauter Trash-Runde. Mit Sex- und Fäkalwitzchen wird es derbst übertrieben, die Rahmenhandlung nervt extremst, und der Tiefpunkt nach der als solchen vermuteten Schwulenstory ist die glücklicher Weise kürzeste Episode, in der es um Scheiße im wahrsten Sinne des Wortes geht. Ziemlich gelungen ist hingegen der vor einfallsreichen Einfällen sprudelnde Hitler-Kurzfilm, an dem es kaum etwas zu meckern gibt. Der Rest ist jedoch derart unterirdisch, dass ich auch mit Wohlwollen keine netteren Worte über "Chillerama" äußern kann. Übler Schund!  OFDb

09.08.2013

METAL BEAST (1994)

So weit ist es mit Barry Bostwick gekommen: zog er sich zur freiwilligen Belustigung in den 70er Jahren noch Strapsen an, um mit viel Spielfreude den Antihelden zu mimen ("Die Rocky Horror Picture Show") so spielt er 20 Jahre später bierernst in einem Horrorfilmchen mit, das mit seiner bescheuerten Grundidee in einem Genre das ohnehin schon häufig bekloppte Ideen ausbuddelt, seinesgleichen sucht. Das muss man sich erst einmal bewusst machen: ein Werwolf bekommt eine Metallhaut beschert mit welcher er unverwundbar ist, bzw. so gut wie. Dieser krude Plot ist echt nur bescheuert zu nennen, hat aber Potential für ein lustiges Trash-Happening.

Das traurigste zuerst: der Werwolf sieht eigentlich recht geglückt aus. Das spätere Vieh in metallenem Outfit nicht. Zu Trash-Zwecken soll uns das auch nicht weiter stören, zumal einige der typischsten Klischees uns wieder mal durch die 90 Minuten begleiten. Da gibt es eine Forscherin, die von einem Püppchen gespielt wird, die nicht mal wie eine Forscherin wirken würde wenn sie schauspielern könnte. Da wird ein Fuß durchbohrt und nach Entfernen des Fremdkörpers lediglich mit einem Tuch verbunden, freilich über die Stöckelschuhe gleich mit gebunden, und mit dieser perfekten Verarztung muss das „Opfer" den Rest des Streifens nur noch leicht humpeln, und fertig ist die typische Realitätsnähe in Billigfilmchen.

Aber so soll es sein, wenn man einen Film dieser Art gucken möchte. Wer hier auf ein echtes Horrorerlebnis hofft ist entweder sehr naiv oder hat nicht gewusst um was es geht. Und im Gegensatz zu manch anderen Trash-Werken ist es in „Metal Beast", dem Folgewerk von De Gaetanos „Bloodbath In Psycho Town" (1989), so dass das letzte Drittel am unterhaltsamsten ist, genau jener Part, in dem vergleichbare Werke wie „Mega Piranha“ gerne mal am unerträglichsten sind. Kombiniert mit der Aussage dass der Werwolf zu Beginn mehr wirkt als seine metallene Erweiterung ist es somit der Mittelteil der, auch aus Trash-Sicht, zu erdulden ist um am Rest seinen Spaß zu haben.

Ein blutiges Szenario sollte man übrigens nicht erhoffen. Wie die meisten Schrottfilmchen dieser Art kommt „Metal Beast" recht zurückhaltend daher, rutscht sogar leicht in den konservativen Horrorbereich ab, was sich mitsamt der schrägen Geschichte um so ungewöhnlicher guckt. Aber der niedrige Bodycount interessiert nicht weiter, hat „Project: Metalbeast" (Originaltitel) dafür doch noch den nötigen 90er Jahre Charme zu bieten und ist damit quasi noch eines jener Produkte, die vor der günstigen Computeranimations-Schwemme entstanden sind und damit noch handgemachte Effekte bieten.

Also, wer Spaß an unfreiwillig komischen Trash und dem Charme der prä-Computertrick-Ära hat (welch herrlicher Mix), der kann trotz einiger Durststrecken im Unterhaltungsbereich seinen Spaß mit dem metallenen Werwolf haben. Neben Bostwick ist anbei Kane Hodder mit an Bord, der ab dem siebten Teil der „Freitag der 13."-Reihe den Jason spielte und in der „Hatchet"-Reihe eine neue Heimat als Serienkiller im Horrorsektor gefunden hat. Wenigstens ist er wieder in einem interessanten Projekt gelandet. Denn so wenig er und Bostwick auch zur obersten Schauspieler-Riege gehören, dass sie mal so tief abrutschen würden, um bei solchem Unsinn wie dem hier besprochenen mitzuwirken, ist schon recht erschreckend. Zumindest mit den Augen von damals betrachtet, als noch nicht jeder B- und C-Star in C-Filmen verwurstet wurde.  OFDb

20.03.2013

HATCHET (2006)

In den Sümpfen geht der irre Victor Crowley um, der als Kind fast verbrannt wäre und sich seit dem selbst groß zog. Wer in sein Revier kommt muss sterben...
 
Und wieder mal Kane Hodder...
 
„Hatchet“ ist ein blutiges Werk, aber nur für die Art Genre-Fan einen Blick wert, die auch die humorunterlegten Beiträge des Schlitzerfilms gucken. Auch das Stammpublikum dieser Filmgattung sollte nicht mit all zu hohen Erwartungen herangehen, denn insgesamt ist der fertige Film doch zu sehr das was man schon kennt, auch wenn er besonders frech und frisch sein will, und am Anfang auch so wirkt.

Nett ist in der ersten halben Stunde beispielsweise der kleine Anteil Tierhorror, der bei der Thematik „Irrer im Wald“ ja immerhin keine Pflicht gewesen wäre. Da der eigentliche Horrorpart aber ohnehin erst zur zweiten Hälfte beginnt, ist ein derartiger Bonus hilfreich, damit das Werk nicht in Langeweile abdriftet. Auch die Charaktere mit ihren lustigen Dialogen helfen über die erste Filmhälfte hinweg, haben dabei aber dennoch nicht die selbe schwungvolle Wirkung wie die Figuren aus „Monster Man“ oder „Lake Placid“.

In der zweiten Hälfte sichten wir eine ähnliche Geschichte wie die von Jason (nicht dem Argonauten sondern dem Killer mit der Eishockeymaske). Dieser mordet sehr blutig (herrlich abartig getrickst) und einfallsreich. An den Mordszenen gibt es nichts zu meckern. Nichtgenre-Erfahrenen dürfte die ein oder andere Szene dem Kotzen näher bringt, dem Horrorfan hingegen wird gerade in diesen Szenen das Herz höher schlagen.

Leider fehlt der Killerfigur trotz kurzem Anriss der Ursprungsgeschichte (die ähnlich lückenhaft und unlogisch ist wie die von Arbeitskollege Jason) die Mystik. Und ähnlich unpassend wie bei „Wrong Turn“ ist seine Deformierung viel zu übertrieben um unheimlich zu wirken. Victor Crowley, so sein Name, ähnelt stark dem „Atomic Hero“, sieht dabei aber auch für einen Spaß-Horror viel zu albern aus.

Die Hauptrollen sind passabel ausgewählt, lediglich die auf witzig getrimmte Blondine nervt mehr als dass sie belustigt. Der Hauptdarsteller sieht aus wie der Freund von „Scooby Doo“, und der Rest fällt durch nichts besonders auf. Kane Hodder darf wie in „Freitag der 13. 7“ bis 10 den entstellten nicht tot zu kriegenden Killer spielen. Darin hat er Erfahrung, schauspielern braucht man dafür kaum. Robert Englund segnet das zeitliche bereits vor dem Vorspann in einer belanglosen Rolle, und Tony Todd wirkt in seinem kurzen Gastauftritt peinlich, was durch die dumme deutsche Stimme noch verstärkt wird.

Der Humor pendelt zwischen sympathisch pubertären Peinlichkeiten und treffsicheren Genre-Parodien. Hin und wieder verläuft sich auch ein Rohrkrepierer ins Drehbuch, aber das lässt sich wohl grundsätzlich nicht vermeiden. Wichtig ist, dass der Hauptanteil der Gags stimmt, und dies ist bei „Hatchet“ der Fall. Besonders pfiffig ist die Komik allerdings nur selten.

Die Location ist ähnlich stimmig wie die aus „Black Water“. Die Farben wurden sehr wirkungsvoll eingefangen/bearbeitet. Die Musik fällt nicht sonderlich auf, ebenso wie Schnitt und Regie.

Für Genrefans ist „Hatchet“ ein spaßiger Ausflug in eine Story die es schon 1000 mal gab, mit Ekelszenen die innerhalb des Subgenres Slasher seinesgleichen suchen. Einfallsreich sind hier nur winzige Kleinigkeiten, da der Streifen insgesamt aber handwerklich gelungen ist, erlebt man hier positive Routine aus einem Bereich, aus dem nur all zu oft Schrott wie „A Crack In The Floor“ oder „Lovers Lane“ zu sichten ist. In seiner Gesamtheit ist „Hatchet“ wohl am ehesten zu vergleichen mit dem recht unbekannten „Club Mad“. Nur für Fans, und diese sollten wirklich mal ein Auge riskieren.  OFDb

30.11.2012

FREITAG DER 13. 8 - TODESFALLE MANHATTAN (1989)

Killer Jason nistet sich auf einem Schiff nach New York ein und tötet munter alle Anwesenden, bis auf diejenigen, die in New York angekommen Richtung Innenstadt flüchten...

Salz- anstatt Süßgewässer...
 
In Teil 8 schlägt Jason zum 6. Mal zu, und geändert hat sich eigentlich wenig. Drei Änderungen fanden im negativen Sinne statt: Jason sieht nicht mehr so herrlich vergammelt aus wie im Vorgänger, und seine wenn überhaupt vorhandene unheimliche Ausstrahlung ist reduziert worden, da nun die Maske wieder komplett vor das Gesicht passt. Und das hat einfach nicht das selbe Flair wie der aufgeblähte Kopf hinter der zerbröselten Maske als Alternative.

Die andere wichtige Änderung wird bereits im Beititel erwähnt: Jason verlässt seine holde Heimat. Allerdings treibt es ihn nur kurz nach Manhattan, in der Hauptlaufzeit mordet er Teens und Teenbetreuer auf einem Schiff. Ansonsten sichtet man die typisch dünne Story, die meiner Meinung nach lieber wieder am Crystal Lake hätte spielen sollen. Untalentierte Teens spielen dünne Rollen, und der Blutgehalt wirkt diesmal etwas reduziert. Ganz schlimm ist er in der alten VHS-Fassung, die wohl von allen geschnittenen Videoveröffentlichungen der Reihe die meisten Federn lassen musste.

Was an diesem 7. Aufguss der selben Story wundert ist, dass er erstaunlich positiv routiniert funktioniert. „Freitag der 13.“ ist grundsätzlich Schund, auch in den besonders guten Teilen. Das faszinierende an dem simplen Rezept ist einfach, dass selbst ein routinierter Teil wie dieser Nummer 8 zu unterhalten weiß. Für den 08-15-Cineasten oder TV-Glotzer hat der banale Film keinen Reiz. Er ist einfach etwas für Fans der Reihe. Und selbst für die ist er nur triviale Unterhaltung für zwischendurch. Wer viele oder alle Vorgänger nicht mochte und sich dennoch Teil 8 antut, ist selber schuld wenn er enttäuscht wird. „Freitag der 13. 8“ bietet das was man nach Sichtung der Vorgänger erwartet. Wegen der am Anfang der Review erwähnten schlechten Änderungen ist dennoch ein leichter Qualitätsabstieg zu verbuchen.

Im Kino war Teil 8 nicht der erwünschte Hit. Jason an einen anderen Ort zu verfrachten allein reicht nun einmal nicht aus, um wieder das Interesse der Masse zu wecken. Mit Teil 9 sollte es noch einmal besonders schlecht werden bevor mit Teil 10 wieder ein guter Teil produziert wurde. Zurück an das klassische Muster wagte man sich allerdings nie wieder. Damit war mit Teil 7 Schluss, trotz des mäßigen Erfolges von Teil 8.

Die in Teil 6 aufkommende Komik wird auch in „Todesfalle Manhattan“ wieder aufgegriffen. Das ist immer Geschmackssache, aber spätestens wenn Jason ein paar Punker verschreckt, in dem er ihnen nur kurz sein Gesicht zeigt, ist ein Lacher garantiert. Dass dieser auf Kosten der Logik des typischen Jason-Charakters geht würde nur dann sauer aufstoßen, wenn man es mit dieser Reihe mit etwas anspruchsvollerem zu tun hätte. Freitag der 13. war für mich allerdings immer nur die Groschenheft-Reihe des Kinos. Da ist eine niedrige Erwartungshaltung von Beginn an gegeben. Wie kann ein Teil 8, der sich im groben so strikt an das bewährte Muster hält, da ernsthaft enttäuschen? Er ist eben nur Spaß für Fans!  OFDb

04.09.2012

HATCHET 2 (2010)

Die einzig Überlebende des Massakers von Crowley kehrt einen Tag später an den Tatort zurück, um ihre toten Verwandten mit zu nehmen. Zur Seite steht ihr Reverent Zombie, der sich mit der Legende um den umher wandernden Verstorbenen am besten auskennt. Allerdings verfolgt der gute Mann ganz andere Interessen...

Candyman vs. Jason...
 
In Zeiten in denen Filmemacher mit Neuverfilmungen wie „Freitag der 13.“ und „Nightmare on Elm Street“ längst überholte, vor sich hinstaubende Slasher drehen, servierte Regisseur Adam Green schon einige Jahre zuvor das was man als die konsequente, zeitgemäße Weiterführung der Ur-Väter des Sub-Genres bezeichnen kann. Ohne gleich ein Meisterwerk abzuliefern, erkannte er, dass ein Slasher der 00er Jahre humoristisch angehaucht sein sollte und besonders derbe Mordszenen bieten sollte. Dass nicht beides zwingend sein muss, bewies zwar der wesentlich bessere „Cold Prey“, aber der war auch ein Ausnahmefilm. Das Horrorpublikum ist heutzutage eher dort zu finden, wo ein Slasher Party machen soll. Und genau da fand sich „Hatchet“ wunderbar ein.

So ist es auch nicht anders mit „Hatchet 2“, der überraschender Weise nicht schon ein Jahr nach Teil 1 nachgezogen wurde, sondern immerhin erst ganze 4 Jahre nach dem Original folgte. Wer Teil 1 kennt, spart sich gleich die Frage ob dies bedeutet man würde eventuell eine pfiffigere Geschichte deswegen sichten. Die Fortsetzung bleibt von ihrer Story her so schlicht wie die ihres Vorgängers. Der bewies immerhin, dass ein solches Werk dennoch funktionieren mag. Und Glückwunsch: „Hatchet 2“ tut dies auch.

Ich würde ihn, ebenso wie seinen Vorgänger, nun nicht derart feiern, wie es scheinbar ein Großteil der Horror-Fans tut. „Hatchet 2“ ist schlichtweg der kurzweilige Film für den Schnellverzehr, der nie eine wahre Bedeutung in der Welt des Films spielen wird. Aber dank seiner unverkrampften Art und einigen anderen Pluspunkten hält er sich ohne Probleme über Wasser und wird nie langweilig.

Dafür sorgt u.a. die sehr kurze Laufzeit, die einem noch kürzer vorkommt, wenn man bedenkt wie spät Crowley erst loslegen darf. Ebenso wie Teil 1 guckt sich die lange Vorgeschichte unglaublich kurzweilig, so dass der eigentliche, recht kurz ausgefallene Horrorpart recht zügig vonstatten geht und damit nicht zum zähen Dauerflüchten verkommt wie manch vergangener Beitrag früher Tage.

Positiv fällt ebenso die Besetzung auf. Mit Danielle Harris (dem Mädchen aus „Halloween 4“ und „Halloween 5“ und der Laurie-Freundin aus dem Remake „Halloween“ und „Halloween 2“) ist die Hauptrolle sympathisch besetzt (was würde ich mir diese Frau als Hauptrolle in einem „Suspiria“-Remake wünschen). Ihr zur Seite steht Tom Holland, Regisseur der Filme „Fright Night“ und „Chucky - Die Mörderpuppe“, der recht glaubwürdig agiert. „Candyman" Tony Todd bekommt diesmal eine Hauptrolle, was sich glücklicher Weise als okay herausstellt, nachdem sein Gastauftritt als Reverent Zombie in Teil 1 den Tiefpunkt des Streifens darstellte.

Allgemein fällt positiv auf, dass wir es in der Besetzung mit Erwachsenen zu tun haben anstatt mit einem Haufen charakterloser Teenager, und dass viele Gesichter aus Teil 1 wieder auftauchen, wenn auch oft nur in kurzen Gastauftritten. Besonders schön war das Wiedersehen mit den zwei streitenden, dümmlichen Frauen des Erstlings, die wir, wie soll es anders sein, nur über Aufnahmen auf einem Camcorder wiedersehen dürfen. Für diese Art Humor lohnt sich das Reinschauen bereits.

„Hatchet 2“ lebt von den positiven Elementen seines Vorgängers, leidet aber auch an den negativen Seiten dieses. So sieht Victor Crowley, gespielt von Jason-Darsteller Kane Hodder, konsequenter Weise noch immer so aus wie in Teil 1, und das war einfach unpassend. Eben weil er wie eine Witzfigur a la „Atomic Hero“ aussieht, ist es auch eher unpassend Reverent Zombie ständig von einem Geist, einem Wiederkehrer, quatschen zu lassen. Das passt inhaltlich, aber eben nicht wirklich zu diesem Klotz von Monster und seinen Taten.

Diese sind derb wie eh und je, manchmal aber auch eine Spur zu konstruiert. Wenn der Geist mit mechanischen Geräten seinen Opfer zu Leibe rückt, passt es manches Mal eher in einen ernsten Slasher, verfehlt es seine Wirkung doch in dieser komödiantischen Variante seines Sub-Genres. Ganz anders der Moment mit der Kettensäge, der fügt sich wunderbar in das muntere, augenzwinkernde Treiben des Gesamtwerkes ein.

Ich weiß nicht ob es daran liegt, dass Rob Zombie als Horrorregisseur so erfolgreich ist, und Hauptdarstellerin Danielle Harris schon zwei Mal für ihn vor der Kamera stand, aber die paar wenigen Momente, in denen sie wie eine Ghetto-Schlampe herum flucht, also ganz im Sinne von Zombie, passen so gar nicht zum Rest ihrer Rolle. Das stößt allein deshalb sauer auf, da der Film auch mit einer solchen Sequenz schließt. Das hinterlässt dann einen besonders negativen Eindruck.

Ich gehöre zu der Art Zuschauer, die mehr Spaß mit der ersten Hälfte des Filmes hat. Das war schon in Teil 1 so, und auch die eigentliche zweite Slasher-Hälfte machte jeweils Spaß, aber lustigen Dialogen zu lauschen, sowie subtile Komik in schlichten Szenen zu schnuppern, bereitet mir einfach mehr Sehvergnügen als das muntere Herumgemetzel, zumal eine erste Filmhälfte Fährten legen darf und eine zweite das bieten muss, was der nimmersatte Horror-Fan sehen will.

Wem auch immer welche Filmhälfte am besten schmeckt, und welcher der beiden Teile nun der bessere ist, ist vollkommen egal. „Hatchet 2“ macht Spaß. Er funktioniert auf dem Niveau von Teil 1, zählt aber nicht zu den Höhepunkten seines Genres. Vergessen werden die beiden Filme sicherlich trotzdem nicht, dafür sind sie zu kurzweilig. Und gerade im Sumpf der oben erwähnten, müden Horrorbeiträge von Großproduktionen, tut es gut diese unverkrampften B-Film-Beiträge zu sichten, Teil 1 ebenso wie Teil 2.  OFDb