Von einem der daheim blieb, um die weiten Welten des Films zu entdecken...
29.12.2023
MORTDECAI - DER TEILZEITGAUNER (2015)
29.12.2022
BRADBURYS GRUSELKABINETT - DIE BRADBURY TRILOGIE (1985)
Ebenso reizvoll wie der Auslöser des Ungewissen hier, trumpfen von der Idee her die beiden anderen Geschichte. Von der einen ist die Idee nicht wirklich neu, da bekommt ein genervter Ehemann die Chance einen Roboterdoppelgänger die Frau bespaßen zu lassen, während er endlich all das tun kann, was er außerhalb der gelebten Routine schon immer wollte. Wirklich großartig ist die Idee der dritten Geschichte, in welcher ein Verunglückter eines Autounfalls auf das unheimliche Rätsel stößt, dass die Menschentraube bei Unfällen dieser Art immer wieder aus den selben aus dem Nichts auftauchenden Menschen besteht. Wer Kurzfilme dieser Art kennt, Serien a la "Twilight Zone" oder eben Episodenfilme, kann sich denken wohin das führt, wenn relativ schnell eine Auflösung her muss, hier hätte man der Geschichte doppelte Laufzeit gewünscht. Aber so funktionieren Produktionen dieser Art nun einmal nicht, also was soll's. Wer derartiges mag, und dies gerade auch mit 80er Jahre Retro-Feeling, kann jedoch ruhig einen Blick riskieren. Das Grundlagenprogramm wird schließlich geboten, langweilig wird es nie, ganz im Gegenteil wissen die Geschichten Neugierde zu wecken. Außerhalb ihrer Schlusspointen und Aufhänger besitzen sie jedoch zu wenig Zusatzpotential, um mehr als die kleine, banale Geschichte für zwischendurch zu sein. Aber sie unterhalten, und mit einem kleinen versöhnlich Blick zurück kann ich das großzügig auch für meine Wenigkeit behaupten, auch ich wurde amüsant und nicht frei von Sympathie unterhalten. OFDb
10.02.2019
INDEPENDENCE DAY 2 - WIEDERKEHR (2016)
Eine wirkliche Gefahr scheinen die Außerirdischen nicht mehr zu sein. Sie zerstören zwar wieder allerhand, etliche Menschenleben werden eingefordert, und doch ist "Independence Day: Resurgences" (Originaltitel) in eine Gleichgültigkeit getaucht, die den Angriff der Invasoren wie ein sich wöchentlich wiederholendes Ärgernis anfühlen lässt, aber nicht gerade, wie es trotz aller Schwächen selbst das Original schaffte, wie das Womögliche Auslöschen der kompletten menschlichen Rasse auf diesem Planeten. Emmerich interessiert sich mehr für Selbstzitate, das Erschaffen von Ritualen für mögliche kommende Fortsetzung irgendwann und für das Wiedererkennen von Figuren. Die Rolle Bill Pullmans ist zumindest halbwegs interessant ausgefallen, aber auch er spielt in diesem unaufgeregten Werk nur mit halber Backe, bis sein Charakter endlich ableben darf. Der Rest, ob bekannt oder nur an bekannten Figuren des Erstlings orientiert, interessiert so wenig die Bohne wie der komplette Stoff.
Zwar ist das Ganze irgendwie trotzdem so kurzweilige inszeniert, dass man bis zum Schluss dran bleibt, aber gerade in Zeiten sich stets überbietender Blockbuster ist am Ende diese Ernüchterung da. Aha, das war es also. Hätte man mir vorher vom Zustand der Fortsetzung erzählt, ich hätte mich gefreut, klingt doch in Zeiten von zu viel Schauwerten im Popkornfilm ein Zurückfahren nach dem typischen weniger ist mehr. Aber in einer Figuren- und Klischeewelt Emmerichs braucht man scheinbar diese Schauwerte, um die eigentliche Leere zu überschatten. Und die offenbart sich in "IDR" (Alternativtitel) geradezu erschreckend.
Glücklicher Weise mag ein gewisser Grad unfreiwilliger Komik zusätzlichen Sehwert bescheren. So konzentriert sich zwar das erschaffene alternative Weltbild nach dem Alienkrieg auf den technischen Fortschritten die aufgrund außerirdischer Technik seit dem gemacht wurden, aber trotz aller herben Verluste und Zerstörungen der ersten Invasion ist man gesellschaftlich so dekadent geraten wie heute üblich in den USA, und die Bevölkerungsdichte entspricht auch nicht gerade dem, was sich nach Teil 1 hätte fortpflanzen können. Kurzum ist das Amerika hier im Film das glattgebügelte, aber technisch weiterentwickelte Amerika von heute, zumindest aus der Sicht naiver Menschen. Selbst bei geringer Erwartungshaltung habe ich tatsächlich mehr erwartet. Mit seinem mickrigen, fast gleichgültig bekämpften zweiten Invasionsversuch hat mich der Schwabe überraschend negativ überrumpelt. OFDb
15.07.2018
DIE FLIEGE (1986)
23.05.2018
VERGESSENE WELT - JURASSIC PARK 2 (1997)
16.09.2012
DIE KÖRPERFRESSER KOMMEN (1978)
Der Klon-Effekt...
Sie ging langsam vorbei, die Zeit in welcher der Spezialeffekt sich der Geschichte unterzuordnen hatte und Figuren individuell geprägt waren anstatt einem Klischee folgend. "Die Körperfresser kommen" erweist sich bei näherer Betrachtung als eine Art Bastard, 1978 lebend zwischen dem niveauvollerem Stil des 70er Jahre Kinos und dem simpleren Unterhaltungskino der 80er Jahre. Denn bis auf bessere Spezialeffekte und einer Versimpelung der eigentlichen Grundidee von "Die Dämonischen" hat Kaufman der ersten Verfilmung nichts hinzuzufügen.
Ich möchte über die Spezialeffekte gar nicht meckern, das sind wundervolle handgemachte Momente ihres Genres. Aber wenn man sie inmitten eines sich immer nur wiederholenden Szenarios zu sichten bekommt in einer Geschichte in welchem einem die Figuren halbwegs egal sind, dann bleibt bis auf das Staunen nicht mehr viel übrig. Dann wird auch der letzte übrig gebliebene Pluspunkt des 70er Jahre-Kinos, die ruhige Erzählweise, zu einem eher ungeliebten Begleiter der Geschichte, so dass man verstehen kann, dass in den 80er Jahren für die neuen Schwerpunkte ein flotterer Stil zum Standard werden musste.
Toll und gleichzeitig schade ist die Veränderung in der Verhaltensweise der Klone. Die Doppelgänger in Don Siegels Original, welches auf einer Romanreihe einer Zeitschrift basierte, tarnten sich innerhalb der menschlichen Gesellschaft perfekt. Außenstehende konnten selbst in Gesprächen mit ihnen keinen Unterschied ausmachen. Erst die nahestehenden Personen, welche ihr Gegenüber in- und auswendig kannten, konnten Aufgrund von Eigenarten und Ritualen eine Emotionslosigkeit feststellen um zu dem Schluss zu kommen, dass ihr Gegenüber ein Fremder anstatt der geliebte Mensch war.
Dies schaut sich besonders unheimlich und wäre verglichen mit dem eher schlichten Kino der 50er Jahre genau der Anreiz gewesen wo das tiefer greifende 70er Jahre-Kino hätte ansetzen müssen, um näher am Gefühl des Zuschauers zu arbeiten, als es das Original fest sitzend in seiner Zeit überhaupt konnte. Stattdessen wird nun eine ähnlich unheimliche, aber auch simplere Idee aufgegriffen, in welcher die Doppelgänger noch emotionsloser sind, so sehr, dass selbst ein Außenstehender die Fremdartigkeit der Wesen bemerken kann. Das ist sicherlich nicht ohne Reiz, verstärkt es doch die Paranoia der Protagonisten und führt zu dem wundervollen Erzählkniff sich schauspielerisch unter den Invasoren tarnen zu müssen.
Damit entsteht zudem ein Spannungspotential, welches seine Stärken auch im viel späteren "Equilibrium" fand, nämlich die Idee, dass man aufgrund unmenschlicher Beobachtungen die emotionslose Fassade nicht mehr aufrecht erhalten kann und sich somit selbst verrät. Eine vollwertige Beachtung bekommt diese Idee innerhalb des Body Snatchers-Universum erst in der 00er Jahre-Version "Invasion" beschert, eine Verfilmung die wesentlich besser ausgefallen ist als ihr Ruf. Solche Ideen bleiben in "Die Körperfresser kommen" aufgrund ihrer Neuartigkeit noch im Ansatz stecken.
Darf man bemerken wie sehr sich gerade in der zweiten Hälfte des Streifens die Geschichte im Erzählen der Flucht und des entdeckt werden sich zu sehr in einer Wiederholungsschleife befindet, kann man es schon als schade empfinden, dass man manch gute im Ansatz steckende Idee nicht schon seinerzeit als etwas erkannt hat, was man tiefer hätte thematisieren können. Aber ein Film ist nun einmal immer nur ein Kind seiner Zeit, und allein schon das Bereichern solcher Zusatzideen im Vergleich zu einem Original sind freilich bereits als Pluspunkt zu bewerten.
Als Kind seiner Zeit hat "Die Körperfresser kommen" auch andere Beweggründe eine solche Geschichte zu erzählen, als es der 50er Jahre-Film "Die Dämonischen" hatte. Spielte dieser noch mit der politischen Kommunisten-Paranoia geht es in den 70er Jahren viel mehr um die persönliche Entfremdung. Die Anonymität der in immer größeren Städten lebenden Menschen schien dem damaligen Publikum genügend Angst zu bescheren, sich für eine solche Thematik zu interessieren. Gerade das Science Fiction-Genre seiner Zeit spielte sehr häufig mit der Idee ausgetauschter Menschen ("Futureworld", "Die Frauen von Stepford", ...). Während die 90er Jahre-Verfilmung "Body Snatchers" in einer Zeit entstand, in welcher eine neue, kühlere Moral in der Gesellschaft aufkam, scheinen die Beweggründe der 70er Jahre mit Blick von heute schlichter, um mit einer derartigen Thematik aktuelle Ängste zu verarbeiten. Andererseits sind wir es heute gewohnt isolierter miteinander zu leben, gerade in Zeiten des Internets. In wie weit wir uns da überhaupt noch in die Ängste der damaligen Bevölkerung hineinversetzen können, sei einmal dahin gestellt.
"Die Körperfresser kommen" ist kein schlechter Film. Er besitzt eine wundervolle Pointe, ist stellenweise spannend erzählt, er besitzt tolle Spezialeffekte und verbeugt sich würdevoll vor seinem Vorgänger, was am deutlichsten in der Anfangssequenz zu sehen ist, welche mit dem Schluss des Originals spielt (gibt es einen tolleren Cameo-Auftritt von Stars der Originale im Remake?). Verglichen mit der bereits so geglückten ersten Verfilmung und mit Blick der sich zu sehr wiederholenden zweiten Hälfte und solch mittelmäßigen bis nervigen Nebenfiguren wie jene gespielt von Leonard Nimoy und Jeff Goldblum darf man trotzdem etwas enttäuscht vom Ergebnis sein. "Invasion Of The Body Snatchers" (Originaltitel) ist sympathisches Unterhaltungskino, aber eines mit Schwächen, welche die großen, vorangegangenen Genrebeiträge dieses Jahrzehnts nicht besaßen. OFDb