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12.12.2020

PRETTY IN PINK (1986)

Ein Jahr bevor das Duo, bestehend aus Produzent und Drehbuch-Autor John Hughes, sowie Regisseur Howard Deutch, seinen sympathischen "Ist sie nicht wunderbar?" ablieferte, drehten die beiden "Pretty in Pink", der theoretisch gesehen inhaltlich das selbe in Grün erzählt, wenn auch versehen mit anderer Finalentscheidung, letztendlich ansonsten aber die gleiche romantische Tragikomik zwischen Arm und Reich bietet. Die Vorurteile der reichen Schicht gegenüber lassen sich dort leichter ertragen (auch wenn sie dort bereits sauer aufstoßen), was daran liegt, dass der nachgeschobene Film weit besser ausgefallen ist, als der hier besprochene. Zwar ist "Pretty in Pink" mit Molly Ringwald in der Hauptrolle stammbesetzt, spielte sie doch bereits Hauptrollen in John Hughes eigenen Regie-Arbeiten "Das darf man nur als Erwachsener" und "Der Frühstücksclub", und weiß zwar auch sie taff und niedlich zu überzeugen (im Deutschen versehen mit der Synchronstimme von Mary Stuart Masterson aus dem Vergleichsfilm), viel mehr Trümpfe bietet der Film jedoch nicht. Andrew McCarthy besitzt noch einen gewissen Charme, der mimisch jedoch etwas zu aufgesetzt wirkt, und Andys Vater wirkt realistisch als gesellschaftlich abgestürzter Alleinerziehender, doch er schafft es nicht, die nötige Sympathie auf den Zuschauer zu übertragen. 

Damit steht er nicht alleine da. Der Sidekick Duckie, mit dem man mitleiden soll als der langjährige Freund Andys, in die er heimlich verliebt ist, ist derart flippig charakterisiert, dass er einen penetrant nervt und man keineswegs auf ein Happy End mit ihm und Ringwalds Rolle hofft. Das ging dem Testpublikum wohl damals auch so, denn ursprünglich sollten die beiden am Ende des Streifens zusammen kommen, anstatt Blane und Andy, und ausnahmsweise stimme ich einmal mit der Entscheidung eines solchen, eigentlich unsinnigen, Testpublikums überein, welches besagten Schluss verhinderte (war dies der Gund für "Ist sie nicht wunderbar?"?). So schräg und flippig Duckie, gespielt vom "Two and a Half Men"-Alan Jon Cryer, auch in Szene gesetzt wird, dies ist nichts im Vergleich zur älteren Freundin Andys, die selbst inmitten eines Filmes übler 80er Jahre-Moden Frisuren-technisch noch jede angesagte (?) Übertreibung überbietet. Klar, das ist so gewollt, aber ebenso guckt es sich auch: zu gewollt. Und das trifft auf den Komplettfilm zu. Da entsteht kein Schwärmen für die Außenseiter, dafür lernt man sie nicht intensiv genug kennen und mögen, dafür ist der komplette Plot zu verkrampft und gewollt ausgefallen und dafür fehlt das Herz am rechten Fleck.

Es mag sein, dass die deutsche Synchronisation Teilschuld dran hat, ich weiß es nicht, aber viele Dialoge wirken unsinnig, widersprechen vorher Miterlebtes oder hören sich an als rede man aneinander vorbei. Wenn z.B. Duckie enttäuscht die Reißleine zieht, erwähnt er der Hauptfigur gegenüber ganz selbstverständlich wie verliebt er immer in sie war, obwohl er es ihr nie gestanden hat. Verstehe das wer will. Wenn zudem noch der übliche Trumpf von Arschloch-Rollen, James Spader ("Wolf"), ebenfalls aufgrund zu überzogener Charakterisierung, nicht wirken will, dann läuft tatsächlich etwas schief mit einem an sich doch gut besetzten Film in theoretisch nettem Szenario. Howard Deutchs Regie-Debüt kann man somit wohl als nicht sonderlich geglückt bezeichnen, sein "Ist sie nicht wunderbar?", "Ferien zu dritt" und "Keine halben Sachen 2" sind deutlich besser ausgefallen. Es liegt daran, dass man mit dem Herzschmerz Andys mitfühlen kann und an der sympathischen Art, mit der man sie charakterisiert, dass "Pretty in Pink" mit seinen gravierenden Problemen nicht zum Totalausfall wird. Inmitten der sonst so gelungenen Teenie-Filme aus dem Hause Hughes stinkt er jedoch gewaltig ab.  OFDb

10.12.2020

FERRIS MACHT BLAU (1986)

"Ferris macht blau" gehört zusammen mit "Das darf man nur als Erwachsener" und "Der Frühstücksclub" zu den drei wichtigsten John Hughes-Teenie-Komödien, die man gesehen haben sollte (als Produktion sei noch "Ist sie nicht wunderbar?" zu dieser Auflistung zu ergänzen). Das erstaunliche an seinem Talent die Jugend so treffsicher und einfühlsam zu verstehen, ist die Unterschiedlichkeit mit welcher jeder der drei Filme erzählt ist. Nach einer romantischen Komödie rund um einen großen Familienwirrwarr inmitten vieler kleiner Geschichten mit allerhand Randfiguren und nach dem dramatischer orientierten Nachsitzfilm kommt Ferris als zuletzt gedrehter der drei als eine Art Party-Streifen daher, der uns nahe bringen will die Zeit, die man besitzt, positiv zu nutzen, anstatt zu engstirnig lediglich der Pflicht nachzugehen, zeitlich passend thematisiert, bei der in der Realität gerade aufgekommenen Leistungsgesellschaft. Fern der bisherigen Teen-Besetzungen eines Hughes-Films weht hier in angenehmer Besetzung genau jener frischer Wind, den man von einem Werk dieses Mannes auch erwartet, und es tut gut festzustellen, dass er nach dem schlichteren, wenn auch dennoch amüsanten, "L.I.S.A. - Der helle Wahnsinn" mit seiner letzten klassischen Teenie-Komödie wieder auf jenem Hoch ist, für welches man bereits seine anderen beiden Vorzeige-Filme so liebte. 

Man muss es gesehen haben, wie Ferris mit allerhand Tricks und Tücken allen weiß macht krank zu sein und, wichtiger noch,  zu Hause zu sein, während es ihn in Wirklichkeit in die Großstadt zieht. Erstaunlicher Weise ist der mit Matthew Broderick so passend besetzte Ferris nur oberflächlich gesehen der Star des Streifens. Die wahre Magie machen andere Figuren aus. So lebt "Ferris Bueller's Day Off" (Originaltitel) eigentlich wesentlich mehr von dem tiefer gehenden Charakter des kränklichen und sorgenvollen Cameron, den Alan Ruck sehr gekonnt zu verkörpern weiß. Und Jeffrey Jones als eine Art Road Runner-Koyote zieht alle Lacher auf sich, so gekonnt wie er als real lebende Comicfigur seine Grimassen schneidet und so ideal wie das Drehbuch ihn von einem Schlamassel ins nächste schliddern lässt. Passend zur typischen Hughes-Komik, die auch absichtlich gerne mal optisch und im Dialog künstlich konstruiert in Szene gesetzt wird, bevölkern zudem allerhand aufheiternde Rand- und Kleinstfiguren das Geschehen. Der dröge Lehrer im Klassenzimmer, der faule Sportlehrer, die dämliche Sekretärin des Rektors, die neidische Schwester, der bescheuerte Restaurantmanager, Charlie Sheen als heruntergekommener Jugendlicher auf der Polizeiwache, selbst die erfolgreichen Eltern Ferris' sind mit wunderbaren Eigenarten gesegnet, so dass wirklich fast jede Figur zum Spaß, welchen der Film noch heute so frisch entfacht wie vor 34 Jahren, etwas beiträgt. Einzig Mia Fara als Ferris Freundin darf lediglich hübsch aussehen, was ihr aber immerhin gelingt (zumal sie eine glaubwürdige Freundin eines Typs wie Ferris ist). 

Neben der Wirkung der Figuren und den vom Drehbuch lustig vorgegebenen Situationen ist der Inszenierungsstil von Hughes zudem so unglaublich humorfördernd. Die gekonnte Aneinanderreihung der Szenarien, die Nutzung der Musik als Komik-förderndes Stilmittel, die eben erwähnte absichtliche künstliche Entfremdung von Dialogen oder Personenanordnungen im Bild zur Erzeugung der ganz eigenen Hughes-Komik (die er in "Allein mit Onkel Buck" auf die Spitze trieb), das alles lässt einen völlig vergessen wie oberflächlich Ferris eigentlich ist, wie asozial er seine Beliebtheit auf dem Mitgefühl seiner Mitschüler ausnutzt und wie wenig tatsächliche Geschichte der Film eigentlich bietet. Aber er lebt ein Lebensgefühl dem Zeitgeist seiner Entstehung geschult, und er nimmt sich inmitten seines Zelebrierens von Freiheit und Schadenfreude Zeit für die besonderen Momente, die kurz die Ernsthaftigkeit des Teenagerempfindens thematisieren. Mein liebster Moment in diesem Streifen ist dann auch keine lach-fördernde Szene, sondern jene großartige Bildabfolge, in welcher Cameron im Museum zu wunderschöner Musikuntermalung ein Kunstwerk betrachtet. Mein persönlicher humoristischer Höhepunkt inmitten eines Werkes, das einen ohnehin immer wieder zum lachen bringt, ist die Oma im Finale, die so wunderbar schrullig von der Maske zurecht gemacht im Auto vor Buellers Vater fährt und tüddelig lahm herumeiert. 

Aber da wären letztendlich so viele Momente zu nennen. Fast jeder Kommentar der Sekretärin ist ein Lacher für sich, Camerons Mimik, seine Wortspiele beim Football-Spiel, der Schlüssel in der Autotür des gerade abgeschleppten Wagens, das Pfützengeräusch beim Wegwerfen der Brieftasche des Direktors, die Anwesenheitskontrolle in der Schule, der Begrüßungskuss von Sloanes angeblichem Vater, die Liste an Sternstunden der Komödienkunst des hier besprochenen Streifens könnte man endlos fortsetzen. Selbst der Abspann gehört zu den Höhepunkten des Films und ist ein gutes Beispiel dafür, dass man den Film im Heimvideo gucken sollte, anstatt im Fernsehen, wo die demütigende Szene des Rektors im Schulbus leider meist weggeschnitten wird. Kurzum: "Ferris macht blau" ist eine Teenie-Komödie die man gesehen haben muss. Sie ist frisch, zeitlos, hoch amüsant und einfach charmanter Natur, egal welch fragwürdiges Weltbild in kurzen Momenten auch aufblitzen mag.  OFDb

15.05.2020

L.I.S.A. - DER HELLE WAHNSINN (1985)

"L.I.S.A. - Der helle Wahnsinn" ist eine sympathische kleine, kurzfristige Selbstbewusstseins-Hilfe für nicht angesagte Jugendliche, davon zu träumen per Magie aus sich herauszukommen und es allen zu beweisen. Im Vergleich mit den anderen Teenie-Komödien, bei denen John Hughes Regie geführt hat, und einigen zu denen er das Drehbuch verfasst hat, ist der im selben Jahr von "Der Frühstücksclub" entstandene Film jedoch kein überdurchschnittliches Werk seines Genres geworden. Zwar beweist Hughes auch hier ein gutes Verständnis für die Gefühlswelt der Teenager, viel zu sehr geht es ihm hier ausnahmsweise jedoch um den Effektbereich, und das nagt sowohl am Niveau des Streifens, als auch an seiner Überzeugungskraft das Thema ernst zu nehmen. Nicht falsch verstehen, "Weird Science" (Originaltitel), der neun Jahre später als TV-Serie fortgesetzt wurde, ist amüsant und kurzweilig ausgefallen, aber ich vergleiche ihn hier mit der Qualität großer Werke selbigen Erschaffers, und da kann man im direkten Vergleich definitiv von einer kleinen Enttäuschung sprechen.

Seine Stärken besitzt "Cooler Zauber mit Lisa" (Alternativtitel) meist in den eher stilleren Momenten, in denen Platz für wahre Gefühle und eher hintergründigem Humor geschaffen wird. Hauptsächlich will der Film jedoch ein gute Laune Partykracher sein, was Hughes ein Jahr später mit "Ferris macht blau" und ein Jahr zuvor mit "Das darf man nur als Erwachsener" wesentlich besser gelang. Diese benötigten weder viele Spezialeffekte, noch besaßen sie Erklärungsnot. In "Lisa - Der helle Wahnsinn" (Alternativtitel) hat man zu Gunsten des Wahnsinns-Trips der Außenseiter vieles einfach zu akzeptieren. Das kann mit Kopf aus durchaus Laune machen und ist auch, typisch Hughes, tatsächlich angereichert mit allerhand charmanter Einfälle im Zentrum und am Rande, vernachlässigt aber eben das womit sich der Autor und Regisseur so besonders gut auskennt: dem Gefühlsleben der Teens. Dementsprechend fällt auch auf, dass die Lösung der Probleme zum Ende des Streifens zwar sympathische Kino-Magie bieten, den echten Außenseitern unter den jungen Zuschauern aber keine Lösungsmöglichkeiten offenbaren. Sympathisch besetzt, auch mit einer zukünftig prominenten Überraschung in einer Nebenrolle, wusste mir die Komödie abseits der Vergleiche in ihrer einfallsreichen und flotten Art jedoch zu gefallen. Etwas intensiver hätte ich mich aber schon gern in die Probleme der Protagonisten einfühlen wollen.  OFDb

23.11.2017

MAMA, ICH UND WIR ZWEI (1991)

Nachdem Chris Columbus seinem Produzent John Hughes mit „Kevin - Allein zu Haus“ einen riesen Hit beschert hat, schien er mit „Mama, ich und wir zwei" von diesem einen Freifahrtsschein erhalten zu haben zu drehen was immer er möchte, immerhin baut die Romantikkomödie weder auf den typischen Hughes-Formeln auf, noch garantiert sein eigenwilliges Erscheinungsbild einen Erfolg bei einer bestimmten Gruppe Filmfreund.

Die von Chris Columbus selbst verfasste Geschichte um ein fast 40jähriges Muttersöhnchen, das sich in eine ähnlich alte, schüchterne Frau verliebt, wurde geradezu untypisch mit dem sonst eher auf charmanten Trottel abonnierten John Candy besetzt, den man aufgrund seiner körperlichen Proportionen wohl nie in einer Romantikkomödie erwartet hätte - zumindest nie in einer, in welcher das Körpergewicht nicht zum Thema werden würde. Aber genau dies ist hier der Fall, und so darf Candy seine stillen Töne und schauspielerischen Fähigkeiten beweisen, die in anderen Filmen sonst inmitten von chaotischen Handlungssträngen unterzugehen drohen.

Besetzungstechnisch agiert viel mit, was zu dieser und anderer Zeit im Hause Hughes unterwegs war. John Candy spielte bereits zwei Jahre zuvor die Hauptrolle in „Allein mit Onkel Buck“ (was längst nicht seine erste Rolle in einem Hughes-Film war), Kevin-Darsteller Macaulay Culkin taucht zusamen mit seinem Bruder Kieran in einer Minirolle als Sohn von Dannys Bruder auf, James Belushi, der im selben Jahr von „Only the Lonely“ (Originaltitel) in Hughes hauseigenem Kevin-Nachzügler „Curly Sue - Ein Lockenkopf sorgt für Wirbel“ die Hauptrolle mimte, ist in einer Nebenrolle als Dannys Partner vertreten, und Ally Sheedy durfte bereits in Hughes legendärem „Der Frühstücksclub“ mitspielen und hat seither nichts von ihrer Niedlichkeit und ihrem Schauspieltalent verloren.

Trotz amerikanischer Handschrift in der Inszenierung und einem kanadischen Iren, sowie einem amerikanischen Italiener, wirkt das Milieu, in welchem der Film spielt, treffsicher. Mit irischer Hintergrundmusik versucht man auf Nummer Sicher zu gehen, und auch wenn dem eigentlichen Film das typisch irische Flair fehlt, welches beispielsweise „The Guard“ so wundervoll zu versprühen weiß, so wissen die Figuren mit ihrer Bissigkeit doch den Ton des jeweiligen Herkunftlandes zu treffen, so dass „Mama, ich und wir zwei“ keineswegs nur als blauäugiges Stück Kinofilm funktioniert, welches versucht andere Kulturen zu imitieren.

Ohnehin ist es Columbus geglückt ein sehr gelungenes Stück tragikomische RomCom gepaart mit Familienthematik abzuliefern. Die Dialoge sind treffsicher und interessant geraten, trotz aller überzogener Comicartigkeit wirken sie gar oftmals authentisch. Die Geschichte weiß zu bewegen, da sie es versteht die Figuren individuell und menschlich wirken zu lassen, so als würden sie tatsächlich existieren - gleichzeitig verlässt Columbus immer wieder den nötigen Realitätsgehalt, um uns auf Kino-art zu verzaubern. Er weiß wann er welche von beiden Seiten abliefern muss, und ein sensibler Grundton, sowie eine oftmals überraschend großartige Besetzung, hilft ihm dabei „Mama, ich und wir zwei“ zu einem kleinen Geheim-Tipp werden zu lassen, der leider nie genügend Beachtung geschenkt bekommen hat, was man spätestens John Candy gewünscht hätte, der teilweise atemberaubend spielt, wenn man einen Blick dafür hat auf winzige Details zu achten.

Leider wirkt er in der ansonsten sehr geglückten deutschen Synchronisation manches Mal eine Spur zu soft, z.B. bei seiner Reaktion darauf, dass Theresa ihn heiraten möchte. Auch die Verantwortlichen für Candys Make-Up arbeiten ein wenig gegen die nennenswerte Arbeit, die der Komiker hier leistet, ist er, gerade gegen Ende, oftmals doch etwas zu dick aufgetragen geschminkt und verliert dadurch seine authentische Ausstrahlung. Die gefühlvolle Geschichte weiß solche kleinen Fehler jedoch sowohl durch ihre ehrliche Fröhlichkeit, ihren stimmigen schwarzen Humor, als auch über die romantischen und tragischen Gefühlsmomente bestens aufzufangen, ein sympathisch schwermütiger Soundtrack hilft in besagten Gefühlsmomenten dabei ungemein.  OFDb

12.11.2017

FERIEN ZU DRITT (1988)

In der Erfolgswelle der Griswold-Filme sind einige weitere Urlaubskomödien mitgeschwommen. „Ferien zu dritt“ kommt aus dem Hause Hughes, von dem die Originalreihe stammt. Der Produzent schrieb das Drehbuch höchst persönlich, und anstatt Chevy Chase dürfen hier seine Komikerkollegen John Candy und Dan Aykroyd im Zentrum der abenteuerlichen Geschehnisse stehen. Während ich mit den Griswold-Filmen nie wirklich warm wurde, auch mit dem recht unterhaltsamen Erstling namens „Die schrillen Vier auf Achse“, hat mir „Ferien zu dritt“ eigentlich schon immer recht gut gefallen. Als Aykroyd-Fan seit frühen Jahren war es ohnehin eine Pflicht den Steifen zu sichten, auch wenn ich allgemein den familientauglichen Urlaubsfilmen nur bedingt etwas abgewinnen kann. Aber mag auch hier manches Gefühl zu weichgespült und die Tristessen des Spießeralltags zu sehr gefeiert werden, „The Great Outdoors“ (Originaltitel) hat das Herz am rechten Fleck und besitzt einen stimmigen, humorvollen Unterton, der manche Entgleisung vergessen macht.

So sei es einmal dahin gestellt, ob es tatsächlich für irgendein Teenager-Publikum den Sehwert erhöht hat eine Teenager-Love Story zu integrieren, welche den Sohn Chets zwar diesbezüglich in den Mittelpunkt stellt, dieser aber innerhalb der Gesamtgeschichte jedoch so unnötig ist wie die peinlich untertitelten Waschbär-Sequenzen, die „Ist sie nicht wunderbar?“-Regisseur Howard Deutch stets zwischendurch einstreut, um einen Übergang vom Vor- zum Folgetag herzuleiten. Tatsächlich stehen aber nun einmal Chet und Roman und ihr unterschiedlicher Blick auf die Welt im Zentrum. Die Familie ist lediglich Beiwerk. Chet hat unter Roman zu leiden, was John Candy allerhand Möglichkeiten bietet sein humoristisches Können mit komplettem Körpereinsatz unter Beweis zu stellen. Aykroyd darf sich erst im Finale während eines Kampfes mit einem Bären austoben, sein Humor als arroganter Kaufmann ist ansonsten stiller ausgelegt, hindert Aykroyd aber freilich nicht daran gekonnt Grimassen zu ziehen.

Sicherlich ist die grundlegende Geschichte Banane, die Botschaft urkonservativ und typisch Hughes auch voller Vorurteile der reichen Gesellschaftsschicht gegenüber, aber die Pointensetzung innerhalb dieses bieder angehauchten Szenarios weiß zu stimmen. Die Episodenhaftigkeit des Filmes wird nicht zum Nachteil, wie man eigentlich meinen sollte, sondern wird ganz im Gegenteil zum Vorteil, um von einer chaotischen Situation zur nächsten zu springen. Ob da klassisch beim Wasserskifahren herumgeblödelt wird oder etwas mutiger pointiert mit einem toten alten Mann oder einem Riesensteak, meist trifft Deutch den richtigen Ton der zum Schmunzeln anregt, ohne große Lacher am Stück zu benötigen.

„Big Country“ (Alternativtitel) mag in seinem Herzen recht bieder und konservativ sein, das muss er letzten Endes aber auch, immerhin geht es um das Thema Familienurlaub und Zusammenhalt der Familie. Und während die Firma Disney zu dieser Zeit damit ein unerträglich triefendes Stück Kitsch abgeliefert hätte, beherrscht Hughes den Kunstgriff daraus ein spaßiges Happening zu zaubern, ohne die anvisierten Grundprinzipien zu verraten. Dass er sein Fach auch selbst dann beherrscht, wenn es tatsächlich einmal kitschiger wird, bewies er später mit seiner Produktion „Der Giftzwerg“. Hughes mag mit „The Great Outdoors“ keine mutigen Wege beschreiten, immerhin kopiert er lediglich seine eigenen Griswold-Filme, während Dan Aykroyd seine Rolle aus „Die verrückten Nachbarn“ für die gegnerische Seite ummodelliert und John Candy seine Rolle aus dem themenähnlichen „Ein total verrückter Urlaub“ wiederholen kann, aber das Ergebnis gibt den Komödienprofis schließlich recht.  OFDb

27.08.2017

DER GIFTZWERG (1991)

Zwei Menschen, die sich nicht ausstehen können, reisen zur Erntedankfestfeier gemeinsam quer durch Amerika. Als das Auto mit dem man unterwegs ist kaputt geht, greift man in der Not auf allerlei Alternativen zurück um vorwärts zu kommen. Auch wenn diese Alternativen ebenfalls lediglich die Straßen benutzen, so erinnert das Szenario doch stark an John Hughes brillanten „Ein Ticket für zwei“, der mit Steve Martin und John Candy besetzt war. Auch „Der Giftzwerg“ ist ein John Hughes-Film. Der übernahm zwar nicht die Regie, aber als Autor und Produzent trägt das Werk dennoch ganz deutlich seine Handschrift.

Der Kampf zwischen Arbeiterklasse und den bösen Reichen wird ebenfalls nicht zum ersten Mal in einer Hughes-Produktion thematisiert. Ob eher zweitrangig in „Allein mit Onkel Buck“, versöhnlich in „Pretty in Pink“ und „Der Frühstücksclub“, oder angreifend in „Ist sie nicht wunderbar?“, Hughes benötigt dieses Thema ähnlich stark wie das Arbeiten mit jungen Menschen, in „Dutch“ (Originaltitel) wird das Thema gar aggressiv wie in letztgenanntem Vergleichsfilm betrieben. Die Reichen sind die Bösen, die körperlich Arbeitenden die Guten. Das ist etwas klischeeüberladen, aber das ist „Driving Me Crazy“ (Alternativtitel) ohnehin, darf doch auch der Festtagsschmalz ebenso wenig fehlen, wie das Hineinschnuppern in die Armut zur obligatorischen charakterlichen Läuterung am Schluss.

Wer jedoch die Bücher von John Hughes kennt, der weiß, dass seine Filme stets trotzdem gourtierbar sind, und so ist es freilich auch mit „Der Giftzwerg“, der sicherlich nicht zu den Höhepunkten von Hughes Schaffen gehört, allein schon weil er sich ständig an seinen eigenen Werken bedient, aber ein gut aufgelegter Ed O‘Neill, der sowohl gegen sein Al Bundy-Image anspielt, als auch diverse Zutaten aus dieser Rolle für seinen Dutch verwendet, und ein wie immer sympathischer, wenn auch diesmal auf unausstehliche Art, agierender Ethan Embry (der sich hier noch Ethan Randall nennt) machen aus dem motralinsauren Stück ein routiniert nettes Unterhaltungsfilmchen, das man sich durchaus mal geben kann, wenn man denn nichts Besonderes erwartet.

Hughes tendiert diesmal überraschend stärker zur Tragik anstatt zur Komik, bietet in beiden Bereichen jedoch simple Routine, im Tragikbereich leider auch allzuoft Kitsch, was aufgrund der ohnehin schon starken Tendenz zu Stereotypen und Vorurteilen gegenüber Besserverdienenden dem ein oder anderen nicht schmecken wird. Wahre Höhepunkte hat „Der Giftzwerg“ nicht zu bieten. Ein zweiter „Kevin - Allein zu Haus“ ist mit diesem Werk nicht entstanden. Dass dies die Idee hinter dem Projekt war, erkennt man sofort. Aber wer die Nachteile des Stücks übersehen kann, wird ohnehin nicht all zu streng mit einem Werk umgehen, dass, typisch Hughes, das Herz am rechten Fleck hat. Damit ergeht es dem weniger kritischen Publikum ähnlich wie Doyle mit Dutch: am Ende sympathisiert man mit dem was (angeblich) fehlerhaft war.  OFDb

26.08.2017

ALLEIN MIT ONKEL BUCK (1989)

Die Komödie des Teenagerverstehers John Hughes kam trotz dessen Erfolge mit „Ferris macht blau“ und „Der Frühstücksclub“ zunächst nicht in die deutschen Kinos. Erst der Erfolg von „Kevin - Allein zu Haus“ sorgte dafür, dass der eigentlich zuerst gedrehte „Allein mit Onkel Buck“ hinterhergeschoben wurde, da hier ebenfalls Macaulay Culkin, wenn auch in einer wesentlich kleineren Rolle, präsent war, was schließlich auch den recht unnötig formulierten deutschen Titel erklärt (der im Vergleich zu „Kevins Cousin allein im Supermarkt“ jedoch noch recht harmlos ausfiel). Dass man zuvor nicht wirklich an einen Erfolg des Filmes in deutschen Lichtspielhäusern glaubte, muss nicht verwundern. Das Drehbuch wirkt unausgegoren, der typische Hughes Teenageraspekt wird durch allerlei Nebenhandlungsstränge verwässert, und die Kernaussagen sind ur-bieder ausgefallen in ihrer arg extremen Pro-Familien-Mentalität.

Wenn man nun noch manche unfein gesetzten, ruckartigen Zwischenpointen sichtet, die den diesbezüglich sonst vorhandenen Feinsinn John Hughes‘ vermissen lassen (oft gut zu vergleichen mit von ihm gedrehten oder produzierten Filmen, die ähnliche Sequenzen enthalten) und im Vergleich zur zuvor getätigten Zusammenarbeit zwischen Hauptdarsteller und Regisseur („Ein Ticket für zwei“) auch auffällt, dass John Candys Chaoskomik nicht so ausgeklügelt eingebracht wird wie dort, dann kann man langsam verstehen, warum man einen Film, dessen vordergründig einziger Inhalt aus dem Parodieren amerikanischer Familienkrankheiten besteht, dem deutschen Publikum nicht gerade im Kino präsentieren wollte.

Betrachtet man aber nur diese eine, recht theoretische Seite von „Allein mit Onkel Buck“ wird man ihm nicht gerecht. Wenn auch nicht Hughes‘ Vorzeigefilm verkörpernd, so hat er doch trotz aller Kritikpunkte das Herz am rechten Fleck. Zudem tauchen einige der geäußerten Kritikpunkte nur aufgrund der Vergleiche anderer Werke des Regisseurs auf der Negativliste auf. So ist John Candy als Zugpferd z.B. immer noch ein Hingucker, auch wenn nicht jedes Chaos, welches er anstiftet, ein humoristischer Treffer ist. Der Mann ist trotzdem noch immer saukomisch und füllt mit Onkel Buck eine Rolle aus, die ihm auf den Leib geschrieben ist.

Und auch wenn die Teenagerthematik sich diesmal nicht so echt anfühlt wie in Hughes großen Erfolgen, auch die konstruiert wirkende Kinovariante des Einfühlens in die Probleme erwachsen werdender Kinder weiß humoristisch wie emotional zu punkten, zumal die provokative Tia mit Jean Louisa Kelly wahrlich gut besetzt ist, erst recht wenn man bedenkt, dass dies ihr allererster Auftritt in einem Film ist. Hughes mixt das sonst im Vordergrund stehende Teenagerelement mit besagter Chaoskomik Candys und verwirrt den Zuschauer ein wenig damit nun extremste Spießereien gemixt mit irren Comicsituationen ebenfalls hinzuzugießen.

Das lässt „Uncle Buck“ (Originaltitel) gelegentlich etwas desorientiert wirken, da Spießerdenken manches Mal radikal der Kampf angesagt wird (Elterngespräch mit Schuldirektorin) und manches Mal der Spießer als Vorzeigemensch präsentiert wird, den es zu immitieren gilt, wohingegen dessen Vorurteile am Ende zur Versöhnung nicht konsequent genug über Bord geworfen werden. Eine Spur ehrlicher hätte die Geschichte in Bezug auf die Beziehung zwischen Bruder/Schwägerin und Onkel Buck ruhig schließen können, auch wenn der Film lediglich ein Feel-Good-Movie sein soll, der analytisch nicht sehr tief geht.

Letztgenanntes ist jedoch auch der Grund dafür, warum man mit „Allein mit Onkel Buck“ nicht all zu streng umgehen sollte, zumal er zu unterhalten weiß und uns gut aufgelegte (Nicht)Stars präsentiert, die fast schon eher episodenartig spaßige Momente versprühen. So braucht es auch nicht verwundern, dass ein Jahr später anders besetzt eine Fernsehserie folgte, das Konzept war letztendlich ideal für eine solche. Im Kino wäre ich sicherlich ein wenig enttäuscht gewesen, da erwartet man von einem Film mehr, zumal „Allein mit Onkel Buck“ mit zu wenig tragischen Elementen ein wenig auf den Pfaden eines „Eine Wahnsinnsfamilie“ wandelt ohne dessen Niveau zu erreichen, bzw. dies überhaupt zu wollen. Buck ist die Komödienvariante dieser Art Film ohne nennenswerten Tiefgang oder tatsächlicher Ursachenergründung. Er ist ein oberflächlicher Spaß mit manchen nicht funktionierenden Pointen und einigen sehr spaßigen. Ich mag ihn, auch wenn mich nach wie vor die unnötig eingebrachte, zu konservativ wirkende Familienmoral stört.  OFDb

25.12.2015

SCHÖNE BESCHERUNG (1989)

Der allseits beliebte „Schöne Bescherung“ ist der dritte Teil der 4-teiligen Griswold-Reihe mit Chevy Chase in der Hauptrolle und gehört zu jenen Ausnahmen, in welchen eine Fortsetzung besser ausgefallen ist als ihr Original. Das ist auch nicht weiter schwer zu bewerkstelligen gewesen, sind doch die Vorgänger „Die schrillen Vier auf Achse“ und „Hilfe, die Amis kommen“ ähnlich mittelmäßig ausgefallen wie der Nachfolger „Viva Las Vegas“. In Amerika wurden die Griswolds dennoch zum Kult, so sehr sogar dass sie es zu diversen Spin-Offs brachten und 2015 ein Mix aus Remake und Fortsetzung mit den Abenteuern von Clark Griswolds Sohn als Familienvater ins Kino kam.

Auch „Schöne Bescherung“ pendelt irgendwo im Mittelmaß, ist wie gesagt besser ausgefallen als der Rest der Reihe und hat auch viele gelungene Gags und schräge Ideen mit an Bord. Letztendlich guckt sich der Streifen aber ein wenig zu gewollt, meist dann wenn Slapstick auf dem Programm steht. Ein wenig verwundern darf das schon, ist das doch Teil einer fast jeder von John Hughes produzierten Komödie. Doch was in „Ein Ticket für zwei“ und „Kevin - Allein zu Haus“ rund läuft wirkt hier teilweise zu inszeniert, was sehr schade ist, da Zugpferd Chevy Chase ein begnadeter Komiker ist, der mit seiner subtilen Mimik bis hin zu seinen übertriebenen Grimassen keine Schuld an der mangelnden Wirkung seiner Chaos-Szenen besitzt. Ein Mitwirken von 21 Stuntmännern zeigt zudem dass das Problem auch kein finanzielles gewesen sein kann.

Also darf man den Schwachpunkt wohl in der Regie suchen. Der hauptsächlich für das TV arbeitende Jeremiah S. Chechik hat mit seinem sanften Folgefilm „Benny und Joon“ ein wesentlich besseres Werk abgeliefert. Stille Momente scheinen ihm mehr zu liegen, Momente die in „Hilfe, es Weihnachtet sehr“ (Alternativtitel) rar gesät sind. Dass auch diese nicht wirklich funktionieren wollen liegt am unsensiblen, da zu konservativ und spießigem, Drehbuch, welches selbst das finale Problem mit Griswolds Chef trotz diverser Möglichkeiten nicht kreativ zu nutzen weiß und anstatt nun vollends zur schwarzen Komödie zu werden sich feige und frei von Charme und Nachvollziehbarkeit aus der Affäre zieht.

„Christmas Vacation“ (Originaltitel) ist nun einmal nur ein zahmer Weihnachtsfilm für die ganze Familie, da darf man weder Anarcho-Gehalt noch große Komödienkunst erwarten. Verglichen mit dem was sonst diesbezüglich auf dem Markt ist, hat „Schöne Bescherung“ dennoch die Nase vorn, und das erreicht er mit solch wunderbaren Momenten wie der Auto/LKW-Szene zu Beginn, dem Stürmen in Griswolds Haus durch eine Eliteeinheit der Polizei und durch allerhand kleiner, frecher Witzchen am Rande, welche meist treffsichere Sprüche von Vater und Mutter Griswold sind.

Ansonsten wird auf den typischen Festtags- und Familienklischees herumgeritten, nie zu flach, aber auch nie so gut dass „Schöne Bescherung“ seinem Ruf als einer der meist gegucktesten Weihnachtsfilme gerecht werden würde. Ein Hingucker ist in der Theorie zumindest die Besetzung. Die Griswold-Kinder, die erbärmlicher Weise pro Film nicht nur jedes Mal anders besetzt wurden, sondern deren Alter auch stets variierte, gehören mittlerweile zur Kino- und TV-Prominenz. So ist die ewig junge Juliette Lewis in einem diesmal tatsächlich jungem Alter vor der Kamera zu bewundern, und der als Leonard in „The Big Bang Theory“ berühmt gewordene Johnny Galecki spielt als ihr Bruder neben ihr. Leider wird beiden Jungdarstellern keine besondere Szene gegönnt. Sie sind lediglich besetzt um Kinder in der Familie vorweisen zu können, so dass die eigentlich interessante Besetzung dann doch nicht mehr als ein Achselzucken hervor bringt.

Auf simpler Ebene funktioniert John Hughes Weihnachts-Produktion. Der Humor ist auf Nummer Sicher gesetzte Massenkomik, der Film somit typischer, aber solider Mainstream. Wer nichts individuelles und besonders aufregendes erwartet, wird nicht enttäuscht. „Schöne Bescherung“ ist ein schlichter Film für schlichte Gemüter. Wieviel mehr man aus einer Weihnachtskomödie herausholen kann bewies John Hughes mit Hilfe von Chris Columbus nur ein Jahr später mit dem wesentlich sympathischeren und treffsicheren „Kevin - Allein zu Haus“.  OFDb

23.11.2014

DER FRÜHSTÜCKSCLUB (1985)

Mit europäischem Blick mag sich „Der Frühstücksclub“ etwas fremd und klischeelastig schauen, haben wir doch nicht ein solch getrenntes gesellschaftliches Kastensystem wie die Amis und nicht so viele sich von Generation zu Generation wiederholende Rituale, so dass wir auch die im Film geäußerte Angst nur zum Aufguss der Eltern zu werden nicht wirklich nachvollziehen können. Das kann gestelzt wirken und wie gesagt klischeehaft. Aber was „Schule“ für die Deutschen ist, ist „Breakfast Club“ (Originaltitel) für die Amerikaner: ein lebens- und gefühlsechter Film, der die Teenager und ihre Sorgen ernst nimmt und dabei sehr sensibel vorgeht.

Der Film präsentiert uns sechs Hauptfiguren, davon fünf Teenager, und alle sind sie hervorragend besetzt. Von den Jungstars war es einzig Judd Nelson, der es trotz Folgewerken wie „St. Elmo‘s Fire“ und „Karriere mit links“ nicht schaffte kurzfristig eine Filmkarriere aufzubauen. Dabei hätte man es ihm mit seiner Darstellung des John Bender noch am ehesten zugetraut. Manchmal ist die Welt ungerecht. Aber das passt schon irgendwie zum Film, denn die Last die Erwartungshaltung der Eltern tragen zu müssen, ist ebenso ungerecht und ist der Hauptanteil dessen, warum sich die so unterschiedlichen Teenager hinter ihrer Fassade nicht wirklich wohl fühlen. Wie unterschiedlich auch ihre Mentalität und die Schicht aus der sie kommen sein mag, jeder trägt seine eigene Last mit der er fertig werden muss mit sich herum. Erwachsen werden ist eine harte Herausforderung.

Schrittchenweise und damit sehr glaubwürdig bringt John Hughes die jungen Protagonisten näher. Er nutzt ihre altersgerechten Methoden der Konversation, um einander näher kennen zu lernen und sich schlussendlich mit dem Gegenüber und sich selbst offen auseinander zu setzen. Wenn recht zögerlich gemeinsam gekifft wird, erkennt man die 80er Jahre am deutlichsten, waren es doch damals die Freaks, die Außenseiter die solche Rauschmittel konsumierten. Gesellschaftlich akzeptiert wie heute war es nicht, und mitzuziehen war eine gewagtere Sache als heutzutage. Spätestens beim kiffen lockern sich endgültig die Hemmungen sich zu offenbaren. Und jede Figur bleibt rein menschlich glaubwürdig. Welch erstaunliche Leistung!

So nah man sich auch kommt, das im Film angesprochene Problem ob man aufgrund der gesellschaftlichen Umstände auch kommenden Montag noch miteinander befreundet ist, bleibt absichtlich unbeantwortet und gehört damit zu den größten Stärken des Streifens, spielt dieser doch wirklich nur bis zur Verabschiedung vor der Schule nach dem Nachsitzen. Wir durften nur fünf liebenswerte junge Charaktere kennen lernen und müssen uns selbst damit auseinandersetzen wie ihr weiterer Lebensweg und das Wiedersehen am nächsten Schultag wohl aussehen mag.

John Hughes ist ein ehrlicher gefühlsintensiver Film gelungen, versehen mit einem Minimum an Geschichte, das durch seinen konsequenten Blick auf die Charaktervertiefung ein Maximum an Ergebnis herausholt und dabei witzige wie traurige Momente auf wundervolle Art in Einklang bringt. Was nicht über Worte vermittelt wird, wird über die Mimiken der talentierten Schauspieler deutlich, ohne dass das Drehbuch uns diese noch einmal erklären muss. Es wäre ja auch traurig, wenn ein Film der das Teenageralter so ehrlich und sensiblel versteht, den Zuschauer nicht für mündig genug halten würde Kleinigkeiten selbst zu erkennen.

Das Sahnehäubchen bilden die Momente des Lehrers, dessen Gefühlsleben nicht weniger sensibel und ehrlich eingefangen wurde und dessen Randerlebnisse inhaltlich konsequent im Zusammenhang mit den Erkenntnissen und Erlebnissen der Jugendgruppe steht. „Der Frühstücksclub“ ist ein wichtiger und einzigartiger Film und zusammen  mit „Hart auf Sendung“ wohl auch der beste US-amerikanische Teenie-Film, der je gedreht wurde. Mag John Hughes auch mit „Ferris macht blau“ und „Das darf man nur als Erwachsener“ noch zwei weitere gelungene Teenie-Komödien gedreht haben, so treffsicher und sensibel wie „Breakfast Club“ waren selbst die nicht, vielleicht einfach weil sie keine Tragikomödien waren, wer weiß.  OFDb

03.10.2014

EIN TICKET FÜR ZWEI (1987)

„Ein Ticket für zwei“, im Deutschen so genannt weil „Solo für Zwei“ ein großer Erfolg war, gehört zu den besten Werken mit Steve Martin, der diesmal den für die Rolle der stillosen Nervensäge ideal gecasteten John Candy zur Seite gestellt bekommen hat, während Martin vom Grund-Typ her noch einmal den relativ konservativen Menschen spielen darf, wie er bereits in „Solo für Zwei“ angedeutet wurde. Während beide Komiker jeweils ihr persönliches Ding durchziehen, sprich ihren speziellen, individuellen Humor einbringen dürfen, trägt das Gesamtwerk die klassische Handschrift von Regisseur John Hughes, der mit „Planes, Trains and Automobiles“ (Originaltitel) sein Ausnahmewerk schuf, nachdem er ansonsten nur Filme mit Teenagern und jungen Erwachsenen gedreht hat.

Sein Humor funktioniert auch in der Erwachsenenwelt (und wie spätere Produktionen des guten Mannes zeigen sollten auch in der Kinderwelt), und wer „Ferris macht blau“ kennt, der darf sich auf ein Wiedersehen drei bekannter Gesichter freuen, von denen zwei eigentlich den selben Typ Mensch verkörpern wie in der berühmten Teenie-Komödie um den Schulschwänzer. Aber John Hughes-Produktionen gucken sich ohnehin immer wie kleine Familienzusammenkünfte, lediglich Steve Martin kehrte nie wieder in einem Film aus dem Hause Hughes zurück, dabei passt er hervorragend in dessen Welt.

„Ein Ticket für zwei“ lebt jedoch nicht nur vom kompatiblen Zusammenfinden der drei individuellen  Humor-Richtungen dreier Profis ihres Fachs, Hughes komponiert einen Großteil der Szenen gar bis zur Perfektion durch, ob sie nun zur untermalten Musik passen oder ohne solche ihren idealen Rythmus finden. Zudem gesteht er dem Film lange Szenen zu, z.B. jene in welcher Page ausrastet und sich nach einer nervigen Nacht Luft macht, indem er seinen Reisebegleiter aufs Übelste beleidigt, wenn auch nicht völlig grundlos. Gleichzeitig steht diese Szene Pate für das gelungene Zusammenspiel von zum lauten Lachen einladender Komik und dem Tiefgang, der immer wieder mit einhergeht, gefühlvolle Szenen jenseits von Kitsch, zumindest wenn es um den Haupterzählstrang geht.

Unangenehm fallen lediglich die völlig unnötigen, da nicht einmal einen Kontrast bildenden, Szenen auf, in welchen die auf Neal wartende Ehefrau gezeigt wird. Nicht nur dass sie den mit heutigen Augen so unterkühlten Frauentyp repräsentiert, bei dem jede Sympathie flöten geht, jegliche Szene mit der Frau und den Kindern wäre nicht nötig gewesen. Man hätte die Geschichte komplett ohne sie erzählen können. Eine Frauenrolle am Telefon hätte durchaus gereicht, und den Schluss hätte man einige Minuten vor dem eigentlichen Schluss stattfinden lassen können. Der ganze Hickhack im trauten Heim ist unnötig, zumal der Zuschauer sich denken kann was dort passiert. An anderer Stelle baut Hughes auf das Mitdenken des Zuschauers. Das macht den völlig unlustigen und unsentimentalen Schluss um so unnötiger. Lachend gemeinsam den Koffer tragen und Ende, damit hätte der Film meiner Meinung nach perfekt geschlossen.

Diese Kritikpunkte sind für den Hauptfilm jedoch nicht wirklich von Bedeutung, schwächeln das Werk darunter doch nur minimalst, und eine Flut an skurrilen Figuren, geistreichen Witzen, herrlich flachen (aber niemals stillosen) Albernheiten, amüsante Dialoge und die Charakterzeichnungen, sowie das Spiel mit und die Entwicklung von ihnen, all das und vieles mehr macht „Ein Ticket für zwei“ so unglaublich sehenswert und lässt besagte Negativpunkte bestens verkraften.

Selten traf eine amerikanische Großproduktion so genial den Lachmuskel und die Gefühlswelt des Zuschauers zugleich. John Hughes Komödie ist ein Evergreen, auch wenn man ihm die 80er Jahre all zu gut ansieht, und eine der größten Empfehlungen was familientaugliche Komödien der 80er Jahre betrifft. Ein schöner Soundtrack rundet die Sache ab, selbst der wird erst in besagter letzter Szene schlecht, aber auch damit kann ich ganz gut leben. „Planes, Trains & Automobiles“ kann ich immer wieder gucken. Schön wenn geistreich und albern, sowie lustig und gefühlsbetont in so großartiger Harmonie Hand in Hand gehen.  OFDb

26.04.2014

DAS DARF MAN NUR ALS ERWACHSENER (1984)

Wenn es um „Ferris macht blau“ und „Der Frühstücksclub“ geht, wird man bei Nichtsichtung geradezu schräg angeguckt, so populär und beliebt sind beide Streifen. Wenn es jedoch um John Hughes erste Regiearbeit geht, die ebenfalls aus den Bereich der Teenie-Komödie stammt, dann beginnen alle zu rätseln. „L.I.S.A. - Der helle Wahnsinn“, der ist unter Umständen noch als bekannt in den Hinterköpfen gespeichert, aber „Das darf man nur als Erwachsener“ ist in Deutschland, im Gegensatz zu Amerika, völlig unbekannt, auch unter seinem Original- und DVD-Titel „16 Candles“.

Im direkten Vergleich zu den zwei berühmten Hughes-Filmen fällt „16 Candles“ auch ein wenig ab, aber er ist zu gut um ihn zu ignorieren, obwohl ich durchaus verstehen kann, dass er es ein wenig schwer hatte sich durchzusetzen. Hughes Regie-Debut ist ein merkwürdiger Mix aus Familien-Komödie, Teenie-Romanze und Partyfilm. Es tummeln sich jede Menge mal mehr mal weniger schräge Charaktere um Hauptaugenmerk Samantha, aber selbst die darf im Mittelteil des Streifens pausieren, wenn andere Blickwinkel wichtiger werden.

Eine Geschichte erzählt „16 Candles“ durchaus, allerdings wird sie dominiert von den vielen liebenswerten Figuren, die alle ihre besonderen Momente erleben und von denen man keinen missen mag, egal ob es nun Samanthas Großeltern sind, die große Schwester, der kleine Bruder, oder Kultgestalten wie Long Duk Dong oder der Geek, eine Art König der Schul-Loser und verkörpert von Anthony Michael Hall, der den Streber im „Frühstücksclub“ gab und auch die männliche Hauptrolle in „L.I.S.A. - Der helle Wahnsinn“ spielte. Hughes hielt scheinbar viel von ihm, zu einer Berühmtheit wurde Hall jedoch nie.

Ganz anders Molly Ringwald, die später das Prinzesschen im „Frühstücksclub“ spielen sollte und in der Hughes-Produktion „Pretty In Pink“ eine arme Teenagerin verkörperte, die sich in einen reichen Jugendlichen verliebt. Hughes versammelt hier also das ein oder andere Gesicht, mit dem er später die gemeinsame Arbeit vertiefen sollte. Dass er bei all der Schar talentierter Jungmimen ausgerechnet John Cusack in den Hintergrund schob und scheinbar unterschätzte (immerhin tauchte der nie wieder in einem Hughes-Film auf), ist schade, aber seine nerdigen Szenen machen trotzdem viel Spaß.

John Hughes schafft es den Film in seinen jeweiligen Phasen jeweils hervorragend wirken zu lassen. Da trifft die Sehnsucht nach der großen Liebe emotional ins Schwarze, obwohl Momente vorher und hinterher herzhaft gelacht werden darf, wenn wieder irgend etwas (nicht selten skurriles) passiert. Hughes lässt nicht nur Teenager trotz völliger Übertreibungen lebensecht erscheinen, er weiß auch Klischees der Großfamilie liebevoll zu veralbern und den Zuschauer trotz comichaftem Ausdehnen der Situationen des öfteren über etwas schmunzeln zu lassen, was dieser aus eigener Erfahrung kennt.

Dass inmitten von Charme und Irrsinn auch der Romantikaspekt zu wirken weiß, wenn dieser endlich einmal in die Gänge kommt, ist ebenso wichtig wie großartig. Überraschen tut der Streifen jedoch gegen Ende, wenn in einer Substory zwei Randfiguren der Geschichte ebenfalls nicht völlig unromantisch zueinander finden. „Das darf man nur als Erwachsener“ ist ein toller Teen-Film für die ganze Familie und bekam nur deshalb einen solch amurös klingenden Titel, weil er in der Zeit der Teen-Sex-Komödien a la „Eis am Stiel“ und „Ich glaub‘ ich steh‘ im Wald“ entstanden ist. Kein Wunder dass er mit diesem Fake im Namen in Deutschland scheitern musste.

Dass ausgerechnet der Love Interest von Samatha, Jake, am unauffälligsten agiert und eher langweilig besetzt ist, stört interessanter Weise recht wenig, passiert um ihn herum doch immer etwas, das von seiner 08/15-Besetzung ablenkt und ist er mit der eher langweiligen Charakterzeichnung doch der ideale Fels in der Brandung, den die sich nach Normalität sehnende Samantha inmitten der chaotischen Menschen um sie herum benötigt.

Schmunzeln, mitfühlen und herzhaft lachen, „16 Candles“ schafft alles auf einmal in einer holprigen Geschichte, bei der man nie weiß was als nächstes passiert und was von den drei Aspekten sie als nächstes ansteuert. Das macht den Streifen unberechenbarer als Hughes Erfolgsfilme „Der Frühstücksclub“ und „Ferris macht blau“. Man sollte meiner Meinung nach alle drei völlig unterschiedlichen Filme einmal gesehen haben, wenn man Spaß mit Teen-Filmen der 80er Jahre hat.  OFDb

24.04.2014

IST SIE NICHT WUNDERBAR? (1987)

Howard Deutch hatte gerade erst vor einem Jahr den völlig unterkühlten und unsentimentalen „Pretty In Pink“ für Produzent John Hughes fertiggestellt, da lieferte er ihm bereits die nächste Romantikkomödie mit Teenagern im Zentrum ab. „Ist sie nicht wunderbar?“ schaut sich auch schon wesentlich mehr wie ein John Hughes-Film, als es im Vorgänger, trotz Stammbesetzung mit Molly Ringwald, der Fall war. Ja, Hughes eigene Regiearbeiten im Teenie-Bereich mit „Das darf man nur als Erwachsener“, „Der Frühstücksclub“ und „Ferris macht blau“ boten nie den romantischen Aspekt im Zentrum, aber auch sie könnten bereits untereinander kaum unterschiedlicher vom Stil her sein, ein Vergleich ist also durchaus trotzdem angebracht. Und mag „Ist sie nicht wunderbar?“ im Vergleich zu diesen Werken auch besonders brav und ernst ausgefallen sein, der Humor des Produzenten funkelt trotzdem immer wieder durch.

Ob das die frechen Kindersprüche jüngerer Geschwister sind, die eher in späteren Produktionen wie „Kevin - Allein zu Haus“ und „Allein mit Onkel Buck“ dominanter zelebriert werden sollten, oder ob es das Spiel mit comichaften Mimiken in Großaufnahmen ist (im hier vorliegenden Falle z.B. zu entdecken in jener Szene, in welcher der Herr Papa vor der Klassentür von Keiths jüngerer Schwester steht), der Humor schwimmt in einem Strom mit besagten Teeniefilmen mit, aber auch im Strom von Hughes einzigem Film, in welchem er Erwachsene zu seinen Hauptdarstellern machte. Die Rede ist von „Ein Ticket für zwei“.

Es spielt keine Rolle dass Hughes in „Ist sie nicht wunderbar?“ offiziell nur Produzent war. Seine Handschrift schimmert so dominant durch, dass Deutch wohl kaum viel Freiraum genossen haben dürfte. Scheiß drauf! Denn falsch kann dieses Vorgehen nicht sein, wenn es ein Ergebnis wie im hier vorliegenden Fall hervorbringt, einen Film der in seiner Geschichte theoretisch genauso wenig originell ist wie das arg Klischee-hafte Herumreiten auf dem Arm/Reich-Konflikt von dem er erzählt, ein Thema welches Hughes aber scheinbar stark beschäftige, so später auch in „Der Giftzwerg“ oder zuvor im bereits erwähnten „Pretty In Pink“.

Das gute Ergebnis ist in der Besetzung, der sympathischen Charakterzeichnung, der Maske und dem zeitlosen Soundtrack zu suchen. Eric Stoltz, einige Jahre zuvor aus der Produktion „Zurück in die Zukunft“ gefeuert und durch Michael J. Fox ersetzt, spielt den Naivling sehr gelungen, auch wenn sein Charakter manchmal etwas arg wenig von dem versteht was um ihn herum passiert. Lea Thompson weiß schauspielerisch zu überzeugen, ist aber nicht halb so niedlich wie die mit kurzen Haaren agierende Mary Stuart Masterson, die seinerzeit zu den talentiertesten Jungmimen Amerikas gehörte und später durch „Benny und Joon“ und „Grüne Tomaten“ auch der Masse mit ihrem Können auffallen sollte.

Eigentlich soll Amandas Schönheit über der Ausstrahlung Watts stehen. Doch das funktioniert so gar nicht, und auch wenn es vom Drehbuch anders gewollt ist: es ist gut so, fiebert man doch damit umso mehr dem vorhersehbaren Happy End entgegen, während man zuvor mit Watts und ihrem Liebeskummer mitleiden darf. Keith steht im Zentrum, aber die Gefühle hängen an Watts, gehen sie doch wesentlich tiefer als Keiths Konflikt mit dem Papa, oder dem Wunsch von Amanda akzeptiert zu werden. Ja, sie gehen sogar tiefer als Keiths finaler Plan, der in der letzten halben Stunde zelebriert wird und dem Film damit wenigstens einen Hauch Handlung beschert.

Liest sich alles sehr negativ? Ist es aber keineswegs. Denn die Chemie stimmt, ob es nun Zufall ist oder nicht. Sich mit Witzen zurückhaltend, wenn diese einsetzend, dann aber auch gerne überzogen eingebracht, erzählt der Film seine Klischee-hafte, dünne Geschichte mit sehr viel Empathie, mit dem nötigen Gefühl für ansteckende Romantik und einem Soundtrack, der wie der komplette Film zwar mitten in den 80er Jahren badet, trotzdem aber recht zeitlos in seiner Wirkung ist. Das schönste Beispiel für das perfekte Zusammenspiel aller drei Faktoren ist jene kribbelnde Szene, in welcher Watts mit Keith das Küssen übt. Für Momente wie diese liebt man diesen Streifen.

Unvergessen bleibt auch die allerletzte Szene, die jedes Herz erweichen lässt und mit einem süßen humoristischen Spruch endet, um daraufhin auf ein Abspannlied überzublenden, welches zu den wenigen Songs gehört, die ich auch beim x-ten Gucken des Films den kompletten Abspann lang zu Ende höre. Auch wenn der Song in seinem schönsten Moment aufgrund des Endes des Vorspanns ausgeblendet wird (es wird also empfohlen sich das Lied „Can‘t Help Falling In Love" der Band Lick The Tins zu Hause mal komplett anzuhören), so schließt der Film mit ihm doch perfekt.

Es gibt einige Dialoge, die sich im Deutschen wunderlich übersetzt anhören, ansonsten gibt es aber auch über die Synchronisation nichts zu meckern, die gerade mit ihrer idealen Stimmauswahl bis in die kleinsten Rollen hinein zu überzeugen weiß. Auch wenn ich Mastersons Schauspielkunst sehr zu schätzen weiß, dieser Film hat mich seit meiner Jugend derart intensiv geprägt, dass sie in meinem Kopf eigentlich Watts ist und einfach an die Seite von Keith gehört. Dass mir Eric Stoltz nie wieder positiv auffiel, war zusätzlich hilfreich um diesen Zustand in meinem Schädel aufrecht zu erhalten.  OFDb