Samstag, 2. April 2016

VARAN - DAS MONSTER AUS DER URZEIT (Daikaijû Baran 1958 Ishirô Honda)


Urplötzlich taucht eine Riesenechse auf, tötet Menschen und ruft damit das Militär auf den Plan, welches völlig überfordert ist, scheint es doch keine Waffe zu geben die das Ungetüm aufhalten kann...


Ein Monster das Feuerwerke liebt...

Mag die Geschichte auch sehr stark an „Godzilla“ erinnern und „Varan“ nicht zu den beliebtesten klassischen Monsterfilmen aus Japan zählen, so muss ich doch sagen dass mir der Streifen vom Ur-“Godzilla“-Schöpfer Ishirô Honda, der immer wieder betonte „Varan“ wäre nur eine Auftragsarbeit gewesen, recht gut gefallen hat. Sicherlich kann man solch einen putzigen Monsterfilm nicht wirklich ernst nehmen, das lassen allein schon die Miniaturfahrzeuge des Militärs nicht zu, die einfach viel zu sehr nach Spielzeug aussehen, „Daikaijû Baran“ (Originaltitel) bereitet Filmfreunden mit kindlichem Gemüt jedoch genügend Freude, um nicht all zu streng mit seinen Unzulänglichkeiten umzugehen.

Und davon gibt es zugegebener Maßen genügend. Dümmliche Sprüche in der (recht neuen, aber auf alt getrimmten) Deutschvertonung, eine Monotonie an Story und ein Monster welches an Land aufgrund seiner Bewegungen immer ein wenig wie ein Riesenbaby wirkt, sprechen nicht wirklich für den Streifen. Aber dem gegenüber steht eine kurzweilige, actionreiche Umsetzung, ein wirksames Schwarz/Weiß obwohl der Farbfilm damals längst die Lichtspielhäuser heimsuchte, und ein sympathisches Monster, welches zwar eher charmant anstatt gruselig aussieht, die Szenen in denen es auftritt jedoch bereichert.

Es gibt eine alternative US-Fassung, in welcher das Ungetüm nicht mehr so oft vorkommen soll wie in der hier besprochenen Version. Ohnehin haben die Amerikaner in dieser wohl mehr Szenen nachgedreht als vom Originalstoff beibehalten. Aber da alle bislang in Deutschland veröffentlichten DVD-Fassungen das japanische Original enthalten, interessiert das auch nicht wirklich, dürfte es doch die ursprüngliche Fassung sein, die einen Cineasten erstrangig interessiert und nicht eine Mogelpackung, die sich jemand aus dem Urmaterial zusammengebastelt hat.

Frei von unfreiwilliger Komik ist „Varan - Das Monster aus der Urzeit“ sicherlich nicht erzählt, aber sowohl Trash-Liebhaber die sich auf Werke mit besagter unfreiwilliger Komik stürzen, als auch respektvollere Filmfreunde, die eine solche höflichst übersehen können, werden mit dem fertigen Produkt angenehm unterhalten werden, welches erst 2011 erstmals den Weg nach Deutschland fand.

Zu sehen wie das Ungetüm dem See entsteigt, umgeben von brodelndem Wasser, welches zuvor auch sein Auftauchen atmosphärisch vorbereitet, ist trotz billigster Umsetzung angenehm zu schauen, ebenso die Zerstörungsorgie der Bestie, der Hingucker eines fast jeden asiatischen Monsterfilm-Klassikers. Etwas mehr hätte man aus der Thematik sicherlich ernten können. Ganz besonders jener Zeitpunkt, wenn die Kreatur überraschend davon fliegt, hätte die Verantwortlichen des Filmes dazu ermutigen können nun einige Zeit mit Stille zu arbeiten, schließlich kann das Monstrum überall untergetaucht sein, und das Ungewisse hätte dem Streifen eine gewisse Phase lang unheimliche Momente bescheren können.

Leider sollte „Varan“ trotzdem „nur“ Monster-Action werden, ursprünglich fürs japanische Fernsehen gedreht, was das Setzen auf eine bewährte Modewelle im Filmbereich verständlicher macht, der Film kann sich also nicht wirklich frei entfalten und fristet somit zu Recht ein Dasein im großen Schatten von „Godzilla“. Aber das heißt nicht dass Ishirô Hondas Blaupause seines eigenen Erfolgsfilmes nicht ebenfalls Spaß bereiten kann. Ich zumindest kann die eher negative Meinung, die man hin und wieder über „Varan“ hört, nicht teilen, habe ich mich doch angenehm unterhalten gefühlt, zumal ich nicht all zu viel von einem solchen Stoff erwartet habe.


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