Montag, 7. Juli 2014

RED LIGHTS (2012 Rodrigo Cortés)


Zwei Wissenschaftler widerlegen den Budenzauber von Scharlatanen, die von sich behaupten übernatürliche Fähigkeiten zu besitzen. An dem seit Jahrzehnten bekannten Simon Silver beißen sie sich jedoch die Zähne aus...


Die getarnte Münze...

Magie und Zaubertricks gibt es tatsächlich. Man findet sie tagtäglich vor, als Cineast häufiger als andere Menschen. Erst kürzlich berichtete „Die fantastische Welt von Oz“ von den Taschenspielertricks eines Scharlatanes, und pries ihn gerade weil er lügt zum Zauberer. Warum? Um hinten herum das Kino zu ehren, den Lichtspielzauber dem wir seit Generationen verfallen sind. Von daher ist es ein bisschen schade, dass der Autor von „Red Lights“ mit dem Erwähnen einer zuvor plazierten Münze Licht auf seinen eigenen Budenzauber wirft. Betrachtet man die Täuschung von Filmen als Zauberei, verrät der Autor damit seinen eigenen Zaubertrick. Ich habe als mir dies beim Sichten auffiel zwar auf eine andere Münze gesetzt, die Pointe wird durch diesen Lichtblick also nicht verraten, aber dass man durch diese Erwähnung sensibel für das Einbringen einer zuvor gesetzten Fährte wird, beraubt „Red Lights“ ein klein wenig von seiner Täuschung.

Wirklich schlimm ist das nicht. Rodrigo Cortés, der mit „Buried Alive“ einige Jahre zuvor bereits eine andere interessante Geschichte verfilmt hat, ist ein guter Genrebeitrag gelungen. Interessanter Weise setzt er in seiner Geschichte auf das Gehirn, sprich Spinnereien müssen durch Logik enttarnt werden, die Stärke damit der Film funktioniert besitzt er jedoch im Manipulieren der Gefühle des Zuschauers. Die Story ist nicht sonderlich gewitzt, letztendlich ist sie bei Licht betrachtet sogar nur eine olle kleine Kriminalstory, von der man sich lediglich Antworten auf zuvor gesetzte Lücken erhofft. Aber die teilweise recht düstere Atmosphäre, das Einbringen von Dramatik und Rachegefühlen, das macht „Red Lights“ erst zu dem Hingucker, der er wirklich ist.

Somit verzaubert uns ein Film, während er gleichzeitig von dem Aufdecken von Schwindel getarnt durch Zauber erzählt. Und als Legitimation hierfür setzt er sich eine Pointe, die nicht wirklich durchdacht ist, aber die - schon wieder - aufgrund der Emotionen die sie mit einher trägt, vom Zuschauer als angenehm empfunden wird. So wie es im Kino üblich ist funktioniert dieser Zaubertrick, den wir schließlich als angenehme Unterhaltung wahrnehmen, nur deshalb so gut, weil technisch und schauspielerisch gesehen alles professionell umgesetzt wurde. Hier waren ausgebildete Fachleute am Werk, um uns nach etwas über 100 Minuten ein zufriedenes Lächeln aufs Gesicht zu zaubern. „Red Lights“ ist Kino. Kurzweilig, nicht tiefsinnig und eigentlich nur Ablenkung vor dem schlichten Kern, aber optisch und emotional gut verpackt.

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