Mittwoch, 20. August 2014

GHOSTS (The Shadow Within 2007 Silvana Zancolo)


Das Dorf ist durch den Krieg fast frei von Männern. Kinder sterben häufig an Krankheiten. Der kleine Maurice ist nicht nur gesund, scheinbar kann er auch mit Toten kommunizieren, so z.B. mit seinem seit der Geburt verstorbenem Bruder. Da seine Mutter wegen diesem Verlust noch immer trauert, bekommen Frauen aus dem Dorf sie überredet mit Maurice eine Seance abzuhalten, um Kontakt zu ihren verlorenen Kindern aufbauen zu können. Das hätten sie besser nicht gemacht...


Verräterische CGI-Schatten...

Auf simple Art werden alte, depressive Tage zum Leben erweckt. Das Dorf wirkt urig, sein europäisches Flair schwappt über, was dem Film eine angenehme Grund-Atmosphäre verleiht, und so kann man sich „Ghosts“ erst einmal optimistisch nähern, zumal es zu gefallen weiß, dass die Zeit in der „The Shadow Within“ (Alternativtitel) spielt, tatsächlich Teil der Geschichte ist und nicht zufällig gewählt.

Schwarze Augen und schwarze umher huschende Geisterschatten aus dem Computer machen die kostengünstige Herkunft des Streifens leider doch noch deutlich, und gerade die CGI-Herkunft der Trickeffekte wirkt kalt, künstlich und billig. Aber dank eines interessanten Handlungsablaufes stört dies nur geringfügig, zumal Regisseur Silvana Zancolo, der später die Zeichentrickserie „Gormiti“ drehte und mit „Ghosts“ gerade mal seine zweite Regie-Arbeit ablieferte, sich stark der Dramatik des Stoffes zuwendet, ohne dabei den Horroraspekt aus den Augen zu verlieren.

Richtig gruselig wird es nicht, auch wenn Zancolo durchaus versucht eine unheimliche Atmosphäre entstehen zu lassen. Aber es gelingt ihm nicht. Der Horror bleibt zu theoretisch, während die Dramatik zu funktionieren weiß in einem interessanten Storygeflecht verschiedener Handlungsstränge als Erweiterung um das Kernthema herum. Mit dem Einbringen zweier Gebildeter im Dorfe wird nicht nur der Verdachtsmoment von Kindesmissbrauch mit in die Geschichte integriert, dieser Sub-Plot ist auch eine ideale Ergänzung um die Stimmung im Dorf deutlich zu machen, ein wichtiger Bestandteil um den Dramatikaspekt richtig fruchten lassen zu können.

Im letzten Drittel fällt „Ghosts“ dann leider doch etwas zu gewöhnlich aus, so dass das Ergebnis dann doch zu schlicht ist um ihn als kleinen Geheim-Tipp a la „XMas Tale“ weiter empfehlen zu können. Die Geschichte hat um die Spukvorkommnisse nie ein großes Geheimnis gemacht, so dass in dieser Phase der Geschichte eigentlich nur das passiert was passieren muss. Somit folgt man eher nüchtern den zu erwartenden Ereignissen in einer Umsetzung die sich in dieser Phase Grusel-Feeling vom Zuschauer erhofft. Aber da müsste man schon ein sehr sensibles Persönchen sein, um hier zu zittern.

Es ist schade um so manch theoretisch gute Idee und manch gelungener praktisch umgesetzter, aber „Ghosts“ weiß trotz eines gewissen Charmes nicht wirklich zu überzeugen, auch wenn gute Voraussetzungen gegeben waren. Man kann sicherlich mal aus Langeweile einschalten, wenn man seine Erwartungen schön niedrig hält, Zancolos Werk ist jedoch keine Erfahrung die man als Horror-Fan wirklich gemacht haben muss. Und an das 70er Jahre-Flair, das so viele Genre-Beiträge Italiens so ansprechend wirken ließ, kommt eine moderne Produktion bei ähnlich kostengünstiger Umsetzung leider nicht heran - selbst dann wenn eine solche Produktion seine Geschichte nicht im Jetzt spielen lässt.

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