Sonntag, 14. September 2014

JAGD AUF EINEN UNSICHTBAREN (Memoirs of an Invisible Man 1992 John Carpenter)


Nachdem Nick durch einen Unfall versehentlich unsichtbar wird, sind Mitarbeiter des zwielichtigen Agent Jenkins hinter ihm her, um ihn für seine Zwecke einsetzen zu können. Nach diversen Fluchtversuchen versucht es Nick mit Gegenwehr...


Das Auseinandersetzen mit Unsichtbarkeit...

„Jagd auf einen Unsichtbaren“ ist ein Bastard von einem Film. Er ist ein merkwürdiger Mix aus Komödie und Science Fiction-Thriller, kein typischer Chevy Chase, ebenso kein typischer John Carpenter, einerseits anspruchsvoll erzählt und durchdacht, andererseits ein wenig zu sehr vor sich hinplätschernd, den Spannungsbogen nicht immer richtig im Blick behaltend. Aber trotz all seiner Schwächen ist er ein durchaus sehenswerter Film, der nur durch kleinere Korrekturen ein wirklich großer Science Fiction-Beitrag hätte werden können, was mitunter an der Kombination großartiger Spezialeffekte in Verbindung mit den neuen Denkansätzen zum Thema Unsichtbarkeit liegt. „Jagd auf einen Unsichtbaren“ springt nicht einfach auf dem einst mit „Der Unsichtbare“ begonnenen Zug dieser Thematik auf, er weiß sich gekonnt mit dem Phänomen zu beschäftigen und um einige Ecken weiter zu denken.

Dank seines stimmigen Soundtracks, einem wie schon in „Valkenvania“ charismatisch wirkenden Chevy Chase, einer zum letzten Mal so wirklich positiv auffallenden Daryl Hannah und einem Sam Neill, dem man die Spielfreude seiner Schurkenrolle regelrecht ansieht, weiß „Jagd auf einen Unsichtbaren“ zu sympathisieren, so sehr sogar, dass dramaturgische Schwächen zwar enttäuschen aber nicht zwingend stören. Zwar passiert im Film immer irgend etwas, und Charaktere werden dabei nie vernachlässigt, aber zur zweiten Hälfte hin wirkt der Streifen ein wenig orientierungslos, arbeitet sich inhaltlich nie wirklich zu wahren Höhepunkten hin, und so begleitet man Nicks episodenhafte Abenteuer zwar amüsiert und interessiert, fiebert aber nie wirklich dem Finale entgegen, das es schafft ohne großes Feuerwerk die Geschichte gekonnt abzuschließen.

Warum es gerade Spannungs-Profi John Carpenter nicht versteht den Thrill-Gehalt ein wenig mehr nach oben zu schrauben ist mir unverständlich, zumal „Jagd auf einen Unsichtbaren“ gerade von diesem auch in „12:01“ angewendeten ungewöhnlichen Genre-Mix aus Komödie und Thriller lebt. Der Streifen ist ein recht eigenständiges Werk, das zwar mit zuvor nie angewendeten Spezialeffekten anzugeben weiß, diese aber nie über die Geschichte stellt. Im Gegenteil: die Effekte werden stets kompatibel in das aktuelle Geschehen eingebunden, ein Zustand den man sich heutzutage in Filmen wie „Man Of Steel“ oder „The Amazing Spider-Man 2“ wünschen würde.

Ich hege große Sympathien an „Jagd auf einen Unsichtbaren“, aber auch die mittlerweile x-te Sichtung macht mir wieder deutlich wie lückenhaft er in seiner letzten Konsequenz doch ist und wie sehr ihm der letzte Pfiff fehlt um ihn wirklich als Empfehlung anzupreisen. Theoretisch ist alles Nötige für dieses Ergebnis vorhanden, im Umgang mit seiner Rezeptur fehlt trotz großartiger Zutaten jedoch die nötige Würze. Schade ist das schon, denn sowohl Chevy Chase, als auch John Carpenter und Daryl Hannah wären sicherlich einen anderen Weg in Hollywood gegangen, wenn „Jagd auf einen Unsichtbaren“ ein Erfolg geworden wäre. Ich hätte es allen Dreien gewünscht - und dem Film auch.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen