Montag, 1. September 2014

WAS NICHT PASST, WIRD PASSEND GEMACHT (1997 Peter Thorwarth u.a.)


Der Tod eines polnischen illegalen Hilfsarbeiters wird auf einer Baustelle vertuscht...


Was nicht lang, wird kurz gemacht...

Den Langfilm „Was nicht passt, wird passend gemacht“ habe ich schon einige Male gesehen, den Kurzfilm bislang jedoch noch nicht. Doch das habe ich gestern nun nachgeholt, und man darf schon erstaunt sein, dass es Regisseur und Drehbuchautor Peter Thorwarth geschafft hat solche Prominenz mit an Bord eines so kleinen Projektes zu holen, eine Prominenz die ich in dieser Anzahl erst für den Langfilm engagiert erwartet hätte. Mit dabei sind schon Ralf Richter und Willi Thomczyk, und Dieter Krebs darf den Wiesenkamp spielen, hier noch Willi anstatt Werner heißend, und den guten Mann sieht man doch immer wieder gerne vor laufender Kamera agieren.

Was soll man sagen? Wenn man den Langfilm, der zum zweiten Teil von Thorwarths Ruhrpott-Trilogie nach „Bang Boom Bang“ wurde, schon fast auswendig mitsprechen kann, kommt die Kurzversion aus unfairer Sicht schon etwas fade daher. Viele Ideen sind schon mit an Bord, aber Storyaufbau und Pointe finde ich selbst für einen Kurzfilm zu unaufgeregt gesetzt, so dass ich mir das ganze als Langfilmversion mit Unkenntniss des Nachfolgers wohl nicht hätte vorstellen können.

Einige nette Gags tauchen bereits hier auf, aber man bemerkt deutlich die Lernerfahrung Thorwarths, wenn man beide „Was nicht passt, wird passend gemacht“ miteinander vergleicht, sind doch alle im Langfilm übernommene Pointen wesentlich besser gesetzt, und gerade dem Anschiss, den der Student von Ralf Richter an den Kopf geknallt bekommt, fehlt es an der mimischen Perfektion, die Richter erst im Mittelteil der Trilogie so genial hinbekam.

Ohne seinen großen Bruder wirkt „Was nicht passt, wird passend gemacht“ einfach zu banal um ihn wirklich zu beachten. Viel Lebenszeit vergeudet man beim Sichten nicht, man kann ruhig einmal ein Auge riskieren, aber verpasst hat man definitiv nichts - im Gegensatz zur Langfilm-Version, die man als Fan deutscher Komödien unbedingt gesehen haben muss, finde ich den zweiten Teil der Trilogie doch besser als das ebenfalls geglückte prominente Erstling „Bang Boom Bang“.

Zumindest macht es Spaß den Stars in der belanglosen Handlung zuzusehen. Das gewisse Flair, das der Ruhrpott-Trilogie den richtigen Reiz gab, ist hier aber leider noch nicht zu spüren. Schade, aber egal, denn ich lebe ja nicht mehr im Jahr 1997, als es noch keinen Langfilm zum Kurzfilm gab.


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