Samstag, 6. Juni 2015

ZOMBIE NIGHTMARE (1987 Jack Bravman)


Auf Wunsch seiner Mutter erweckt eine Voodoo-Priesterin einen jungen Mann, der von einer Gruppe rücksichtsloser Teenager überfahren wurde. Nun darf er Rache an seinen Mördern nehmen, bevor er selbst für immer tot ist...


Hardrock-Zombie...

Zu meiner jungen Videotheken-Zeit Anfang der 90er Jahre habe ich mir „Zombie Nightmare“ nie ausgeliehen, weil ich es als langweilig empfand, dass der Film nur von einem einzelnen Zombie handeln soll. So lächerlich wie diese Haltung entpuppte sich zwei Jahrzehnte der Reife später der Film selbst als ebenso lächerlich und somit als ein Genre-Beitrag, bei dem ich seinerzeit nichts verpasst habe. Hardrock-Fans mit niedrigsten Erwartungen könnten Gefallen an dem Film finden, zumindest wenn sie diese Musik zu jeglicher Bilduntermalung egal welcher Art immer noch geil finden. Denn letztendlich ist der Film ein Horrorbeitrag von Hardrockern für Hardrocker.

Sich fast einzig auf den Musikgeschmack auszuruhen empfinde ich im Filmgeschäft meist als ziemlich stumpfes Erlebnis. Und wenn wir es dann noch mit einem Musikbereich zu tun haben, deren Anhängern Coolness und Härte irre wichtig ist, ebenso wie der Wunsch kein Mitläufer zu sein (was sie ironischer Weise in Anbiederung an die eigene Hardrock- und Metalszene ja trotzdem sind) und alles arg Emotionale als peinlich zu empfinden, dann kann auf der Grundlage einer solchen Mentalität in meinen Augen kein Film funktionieren, distanziert man sich dafür doch zu sehr von dem Element der Dramatik, die einer Geschichte erst die nötige Würze beschert und greift man doch auf arg oberflächliche und damit uninteressante Charaktere zurück, die keinen Film tragen können.

Wenn dann noch der auferstandene Zombie von der Maske her wie von einem Horror-Plattencover besagter Szene entsprungen aussieht und mit muskulösem Körper recht lebendig herumeiert um mit einem Baseballschläger den Feinden eins auf die Mütze zu geben, dann fehlt jegliche Mystik eines Rächers und Wierkehrers aus dem Jenseits. Stattdessen bekommt man das plumpe Bild eines Proleten nicht aus dem Kopf, blendet der Verstand die Zombieherkunft und die friedliche Metalszene doch automatisch weg, wenn man einen prügelgeilen Muskelidioten mit Baseballschläger sieht.

Dank eines sich schlecht schlagenden Schauspieler-Ensembles (mit dem alten „Batman“ Adam West um eine Nicht-Hardrock-Prominenz ergänzt) und in der Deutschfassung einer dazu passend schlechten Übersetzung, will „Zombie Nightmare“ so gar nicht funktionieren, auch nicht als nostalgisches Filmchen meiner Videotheken-Zeit aus der Jugend. Der Film ist peinlich an den Stellen an den er cool sein will und (ausnahmsweise einmal) leider im typischen 80er Jahre-Stil gedreht, sodass aufgrund mangelnder interessanter Ereignisse und mangelndem Gefühl für Atmsphäre alles viel zu lahm erzählt ist mit Blick auf heutige Sehgewohnheiten. Und auch wenn der Streifen lediglich ein kleiner, augenzwinkernder Party-Spaß sein möchte, so wirkt er doch trotzdem nur lieblos hingeschludert und auf eine gewisse verzweifelte Art irgendwie fertiggestellt.

Es braucht also sicher nicht verwundern, dass Regisseur Jack Bravman über drei Filme nicht hinaus kam. Das Cover zu seinem letzten Werk namens „Night of the Dribbler“ sieht eigentlich recht reizvoll aus, aber die Bewertungen auf diversen Filmdatenseiten lassen vermuten, dass das Niveau von „Zombie Nightmare“ in allen von ihm inszenierten Streifen zu wünschen übrig lässt. Schade! Andererseits, was soll man schon von einem Film erwarten, der die Bandnamen des Soundtracks im Vorspann vor all den anderen Beteiligten nennt, die üblicher Weise im Vorspann stehen?

Das ist schon sehr verdächtig, und wie in diesem Falle bereits eine Warnung für alles Kommende. Wer Hardrock (im Mix mit manch anderer Musikrichtung) in einem guten Film erleben möchte, der sollte zu „Hesher“ greifen. Vergleicht man beide Filme tut sich eine Wahrheit auf, die ich schon lange für mich entdeckt habe: der Mix macht‘s. Sich einer Gruppenkultur anzuschließen ist ein eher armseliger Versuch verlorener Seelen auf der verzweifelten Suche nach Individualität, der oftmals zum falschen Ergebnis führt - nämlich zum Mitläufertum und zur Oberflächlichkeit. Ausnahmen bestätigen die Regel.


Weitere Reviews zum Film: 

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen