Samstag, 11. Juli 2015

MEGA SHARK VS. MECHA SHARK (2014 Emile Edwin Smith)


Aus dem ewigen Eis befreit sich ein Megalodon, der fortan für die Menschen zur Gefahr wird. Doch diesmal ist das Militär vorbereitet. Wissenschaftler haben einen mechanischen Hai als Gegenwaffe konstruiert, der allerdings noch in der Testphase steckt...


Haie die rosten bellen nicht...

Bei Filmen der Produktionsschmiede The Asylum weiß man nie was einen erwartet. Dafür ist die Reihe um den Mega Shark, die einige Jahre vor der Erfolgs-Reihe „Sharknado“ entstand, ein gutes Beispiel. War „Mega Shark vs. Giant Octopus“ noch ein fröhlich dämliches und sehr kurzweiliges Stück Trash, so entpuppte sich die Fortsetzung „Mega Shark vs. Crocosaurus“ als zähes Etwas, in dem zu viel geschwafelt wurde und der jegliche positiven Elemente zurückschraubte, welche den Vorgänger so überraschend lustig werden ließ. Dieses Jahr erscheint die dritte Fortsetzung „Mega Shark vs. Kolossus“, was ein Grund mehr war, endlich einmal Teil 3 der Reihe zu sichten: „Mega Shark vs. Mecha Shark“.

Die Regie übernahm Neuling Emile Edwin Smith, der im selben Jahr des Mecha Shark auch den Science Fiction „Eiszeitalter - Age of Ice“ inszenierte. Aber wer Asylum-Filme kennt, der weiß dass die Regie fast egal ist. Entweder funktioniert der absichtliche Billigst-Wahnsinn oder er langweilt zu Tode. Und glücklicher Weise ist im Fall von „Mega Shark vs. Mechatronic Shark“ (Alternativtitel) erstes der Fall. Das darf eigentlich verwundern, ist das was im Titel im Vergleich wie die Thematik eines ollen japanischen „Godzilla“-Duells klingt im Wasser als solche Schlacht doch so gar nicht möglich, zumindest nicht auf die aufregende Kawumm-Art, so dass der Schrotthaufen von künstlichem Hai doch theoretisch gesehen der bis dahin uninteressanteste Gegner des Megalodon wäre.

Aber dank einer gehörigen Portion widersprüchlichem und falsch (bzw. gar nicht) durchdachtem Schwachsinn und einer temporeichen Inszenierung (trotz zwischendurch eingestreutem Leergeschwätz) macht „Mega Shark vs. Mecha Shark“ für Freunde primitiver Schundfilme tatsächlich Spaß, und da waren wir uns gestern in trauter Runde dreier Trash-Liebhaber sogar einig. Als dritten Film am Abend gesehen, jene Position in der ein schlechter Film besonders schnell nerven kann, wurde uns zu keinem Zeitpunkt langweilig, obwohl Charaktere und Handlung mal wieder so tief gehen wie eine kleine Schramme im Boden.

Was man dem Film zugute halten muss, ist sein Abwechslungsreichtum und die für Asylum-Verhältnisse bessere Computeranimation der Viecher. Natürlich steht der unfreiwillig komische Faktor an erster Stelle. Da kann ein Hai mittlerweile so hoch springen, dass er einem Flugzeug gefährlich werden kann, und selbiges gilt fast für einen Motorradfahrer, der die Schwerkraft außer Gefecht zu setzen scheint, so hoch wie der springt. Und auch die Parallelen zu berühmteren Filmvertretern geben wieder einiges an Sehspaß her. So durfte „Iron Man“ seinen elektronischen Helfer mal kurz an die steif agierende Pilotin des Mecha Shark abgeben, dessen Programm im deutschen mit ähnlicher oder gar gleicher Stimme spricht. Herrlich!

Natürlich verhält sich hier ein Programm höchst menschlich anstatt wie ein Programm, und selbst diese Verhaltensweisen orientieren sich nie an einer Norm und sind widersprüchlicher Natur. Aber genau so etwas macht einen Film dieser Art ja auch aus. Und wenn der mechanische Hai im Laufe der Story dann außer Kontrolle gerät und auch an Land wüten darf, wird es richtig lustig, denn dann strahlt das Stahlvieh keinerlei Bedrohung aus, sondern wirkt wie der Wagen eines Karnevalszuges, der zwar hin und wieder eine Häuserfront beschädigen darf, im großen und ganzen aber wenig Schaden anrichtet, damit die Chose für Asylum nicht zu teuer wird.

„Schauspieler“ die ihre Texte abzulesen scheinen, Actionsprüche der untersten Schublade und der Mangel von Darstellern und Drehbuch sich in irgendeine Lebenslage der Geschichte hineinfühlen zu können, sorgen für zusätzliche Kurzweile, so dass aus „Mega Shark vs. Mecha Shark - Monster vs. Metall“ (Alternativtitel) keine miese Filmerfahrung wie „Transmorphers“ oder „Körperfresser 2“ geworden ist, sondern jene Art leichter Stumpfsinn, den man sich bei der Firma Asylum erhofft, auf den man aber nur bei geschätzten 30% der Filme stößt. Von daher: Glück gehabt!


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