Montag, 5. September 2016

DAS GEHEIMNIS DER FLIEGENDEN TEUFEL (Without Warning 1980 Greydon Clark)


Vier Teenager verreisen zusammen in die Einöde Amerikas. Zwei von ihnen werden von wem Unbekanntes getötet. Die anderen Beiden entdecken ihre Leichen und die anderer Opfer und merken recht bald, dass sie von einem Außerirdischen gejagt werden. Zwei der Ortsansässigen glauben ihnen - zu dumm nur dass einer von ihnen den Verstand verloren hat und selbst zur Gefahr für die Eingeweihten wird...


Der Sieben Zonen-Plan...

Gerne wird Greydon Clarks Werk „Das Geheimnis der fliegenden Teufel“ der Lächerlichkeit Preis gegeben und als reiner Trash-Film abgestempelt. Und sicherlich ist der Film bereits für seine Entstehungszeit ein wenig altbacken ausgefallen. Aber ein bisschen mehr Respekt sollte man dem Ideengeber des berühmten „Predator“ ruhig entgegen bringen, ist es doch eine innovative Idee nach etlichen Jahrzehnten der verhinderten Invasionen einmal damit zu überraschen, dass ein Alien sich auf Erden lediglich auf der Jagd befindet anstatt unseren Planeten erobern zu wollen.

So wie der Vorgänger von „Alien“ namens „It - The Terror from Beyond Space“ nicht an den späteren Kinoerfolg, der sich seiner Idee bediente, heranreicht, so weiß auch „Alien Shock“ (Alternativtitel) nicht die Größe eines „Predator“ zu erreichen. Dafür tritt der gar nicht mal so schlecht erzählte Film dann doch zu oft auf der Stelle und hätte ruhig an mancher Stelle Kürzungen vertragen können. Wenn man bedenkt wie schnell die zwei Teenager erstmals von den fliegenden, biologischen Waffen der Kreatur angegriffen werden, wird doch ein wenig zu arg mit der Geduld des Zuschauers gespielt, wenn sie immer wieder aufs Neue flüchten müssen, bis es im Finale endlich zum entscheidenden Showdown kommt.

Allerdings überrascht „Es geschah ohne Warnung“ (Alternativtitel) sowohl zu Beginn als auch am Ende mit manchem unerwarteten Tod, und ein durchgedrehter Verbündeter sorgt für eine zusätzliche Bedrohung. Zwar neigt Martin Landau in besagter Rolle etwas arg zum Überagieren, zu gefallen weiß sein Spiel trotzdem, während der wie immer sympathisch trocken wirkende Jack Palance seinen Gegenpart übernimmt, ohne dabei zu einer tatsächlichen Sympathiefigur zu werden. Das ist ohnehin das Faszinierende an dem eigentlich auf gewöhnlichen Pfaden wandernden Film: die moderne Jugend und die Hinterwäldler bilden nie eine Einheit. Immer wenn man glaubt sie würden endlich zusammenarbeiten, kommt wieder etwas dazwischen. Erst im Finale kommt es zu Gemeinschaftstaten, und hierfür muss sich eine Seite zum Wohle der anderen opfern.

„It Came Without Warning“ (Alternativtitel) geht kompromissloser vor als man ihm zutraut, und allein deswegen ist es reiner Spott, frei von reflektiven Schauen, den Streifen als Trash herunter zu machen. Dafür ist er zu einfallsreich in seiner Erzählung und zu stimmig und düster inszeniert. Man darf schon überrascht sein wie gut „Without Warning“ (Originaltitel) so nah am Schundfilm orientiert doch noch funktioniert, auch wenn er sich nie zur vollen Größe entfaltet. Dafür stehen ihm dann doch die zu reißerischen Szenarien im Weg und das schlechte Spiel der weiblichen Hauptrolle, die derartig extreme Grimassen schneidet, wenn sie Angst verkörpern soll, dass man kaum glauben kann, dass sie für solch eine große Rolle besetzt wurde.

Zwei Jahre vor seinem Folgefilm „Wacko - Da wackelt die Bude“, der eine Art 80er Jahre-Version des später so erfolgreichen „Scary Movie“ ist, im Gegensatz zu diesem aber so gar nicht funktionieren will, zeigte Greydon Clark, dass er das ernste Genre besser beherrscht. Sicherlich hat „The Warning“ (Alternativtitel) einiges an Staub angesetzt, kommt relativ konservativ daher und besitzt manche Länge, aber als kleiner sympathischer, Irnoie-freier Genre-Beitrag seiner Zeit weiß er für ein aufgeschlossenes Publikum, welches sich von cineastischen Vorurteilen frei machen kann, gut genug zu unterhalten, ohne dass man sich einzig an den durchaus vorhandenen Schwächen humoristisch aufgeilen muss.


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