Samstag, 25. August 2012

BEAST FROM HAUNTED CAVE (1959 Monte Hellman)



Eine Diebesbande verschanzt sich auf ihrer Flucht nach dem Coup in einer Skihütte. Nach und nach fallen sie einem spinnenartigen Monster zum Opfer, das in einer Höhle in der Nähe haust...


Autsch!...

Ich bin ständig auf der Suche nach lustigen Monsterfilm-Klassikern. Und auch wenn man anderes vermuten sollte, die Geschichte um ein paar Gauner, die einem Höhlenmonster zum Opfer fallen, bietet so gut wie nichts was dem Schundfilm-Fan gefallen könnte. Schade, der Titel klingt nett, das Covermotiv fällt charmant aus (könnte man sich als Poster in die Wohnung hängen), und der Name Roger Corman besitzt im von mir gesuchten Bereich seinen Ruf. Leider ist „Beast From Haunted Cave“ schlichtweg schlecht, womit er sowohl als nostalgischer Spaß ausscheidet, als auch als sehenswerter Vollschrott.

Zugegeben, in gewisser Hinsicht ist dieser Film von Regisseur Monte Hellman (was ein Name) Vollschrott, aber leider nicht jene Variante mit Unterhaltungswert. Dafür wird im Film einfach viel zu viel leergeschwätzt, und dabei bekommen die gelangweilten Darsteller kaum ihre Lippen auseinander, nuscheln sich einen zurrecht, so dass der ohnehin schon geplagte deutsche Zuschauer sich auf das englische Geschwafel noch mehr konzentrieren muss um irgendwas zu verstehen als ohnehin schon. Richtig vermutet: auf deutsch gibt es dieses zu Recht vergessene Werk nicht zu sichten. In unsere Breitengrade hat er es nie geschafft, viel hätte er damals hier sicherlich ohnehin nicht eingespielt.

Es wird also wie erwähnt viel geredet, meist uninteressantes Zeug, zudem wird noch häufig Ski gefahren, und wenn es nicht die Bretter im Schnee sind, ist es der Skilift, der fahren darf. Klingt nicht sonderlich aufregend? Ist es auch nicht. Wenn der erste Mensch endlich die Höhle betritt, wird das Monster wie üblich zunächst nur angedeutet. Nach diesem ersten „Auftritt“ kommt es jedoch kaum noch vor. Wahrscheinlich wollte Hellman nicht diese wundervoll einschläfernden Dialog- und Skifahrszenen unterbrechen.

Erst zum Ende hin kommt endlich die Schundatmosphäre auf, die schon viel früher erwünscht war. Zu diesem Zeitpunkt ist man als Zuschauer jedoch selbst in fröhlicher Runde schon derart unmotiviert, dass die Spätentschädigung auch nichts mehr zu retten weiß. Aber immerhin: endlich bekommen wir das Monster zu Gesicht, und das ist wirklich außergewöhnlich hässlich ausgefallen. Es fällt mir schwer das Vieh zu beschreiben, aber neben der Kreatur von "Creature From The Haunted Sea" gehört das "Beast From Haunted Cave" zu den schrulligsten und schlecht zusammengeschustertsten Monstern der Filmgeschichte. Und das muss schon was heißen in diesem Sub-Genre.

Es ist groß wie ein Mensch, hat lange, starre Spinnenärmchen (nicht so gelenkig wie das Poster vermuten lässt), es hat kein Gesicht, zumindest wird es, falls vorhanden, von filzigen Haaren verdeckt (auch hier schwindelt das Poster), überhaupt ist es ein sehr haariges Wesen. Insgesamt ist dieser Look so schrullig skurril, dass diese Beschreibung das wahre Aussehen nur streift. Das Monster selbst wirkt sehr wackelig. Ich denke es wurde außerhalb der Kamerasicht mit Stöcken bewegt, ähnlich dem Spiel vergangener Tage mit den Muppet-Puppen. Da waren demnach also nicht nur im Puppendesign Amateure am Werk, sondern auch im Puppenspiel.

Das liest sich sehr lustig, ist es aber wie erwähnt kaum, dafür kommt das Monster dann doch viel zu spät und viel zu kurz zum Einsatz. Wenn es zum Schluss mit einer Signalpistole erschossen wird und das Vieh in Flammen aufgeht, wartet nicht einmal mehr der Regisseur bis die Kreatur ausgebrannt ist. Sehr schnell erscheint der Schriftzug "The End", und die Frage, ob das Ungetüm noch einmal aufsteht, erledigt sich von selbst.

Nicht lustig, nicht spannend, nicht nostalgisch (nicht einmal die Musik, die im Gegensatz zur üblichen Herangehensweise dieser Art Film überraschend zurückhaltend erklingt)! Trotz aller Billigkeit wird Hellmans Werk nicht einmal ein unfreiwillig komischer Partykracher.


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