Samstag, 25. August 2012

ALIEN VS. HUNTER (AVH: Alien vs. Hunter 2007 Scott Harper)



Nachdem zwei Aliens auf die Erde gekracht sind, versucht ein Reporter zusammen mit einer kleinen Gruppe Menschen seinen Arsch zu retten...


Die drögeste Alieninvasion seit langem...

The Asylum ist dem erfahrenen Schundfilm-Fan längst ein Begriff, verbirgt sich hinter diesem Namen doch eine Firma, die eine finanziell lukrative Lücke auf dem Markt der bewegten Bilder entdeckt hat: für wenig Geld dreht man ein billiges Plagiat eines größeren Kinofilmes. Das funktionierte schon bei den minderwertigen Disney-Klonen auf dem VHS- und DVD-Markt, und auch Sat 1 hat dieses Konzept längst für sich entdeckt. The Asylum macht im Vergleich zu diesen Beispielen mit ihren Kopien jedoch scheinbar den Reibach schlechthin, denn immerhin erreicht ein Großteil dieser US-amerikanischen Filme auch das olle Deutschland.

Eine Ausnahme bildete da die Asylum-Version von „War Of The Worlds“, die es erst spät nach Deutschland geschafft hat, obwohl sie eines der besseren Werke besagter Filmschmiede ist. Außerdem im Programm: „Transmorphers“ statt „Transformers“, „I Am Omega“ anstatt „I Am Legend“ und den hier besprochen „Alien vs. Hunter“ anstatt „Alien vs. Predator“. Okay, in diesen Fällen kann man auch beim Original nicht gerade von einem gelungenen Film reden, aber wer schon einmal eine Asylum-Prouktion gesichtet hat, der weiß dass Werke wie „Alien vs. Predator“ noch große Filmkunst sind im Vergleich zu dem Geschisse was bei besagter Firma üblicher Weise abgedreht wird. Da reden wir von so unglaublich dreisten Werken, dass man mir Worte wie Geschisse oder meine arg  plumpausformulierte Inhaltsangabe einfach verzeihen muss. Schließlich wird man als Filmkonsument von Werken dieser Produktionsfirma verarscht.
Ob man nun weiß was Asylum da so dreht oder nicht, man will Filme für den Schnellverzehr gucken, im besten Fall unfreiwillig komischen Blödsinn gemixt mit freiwillig komischen. Man will jedoch nicht verarscht werden wie bei „Alien vs. Hunter“, der anstatt amüsantem Schund einfach nur eine Magerversion eines C-Movies abgibt, ein Werk gequälter Langeweile, ein Produkt ohne Unterhaltungswert. Das ist schon schade, denn den Part des Giger-“Alien“ aus „Alien vs. Predator“ übernimmt ein außerirdischer Arachnid, etwas das ich im B-Film-Sektor eigentlich recht gerne sichte (z.B. in „Arachnid“ oder „Webs“). Den „Predator“-Part übernimmt dann ein optischer Predator für Arme, der zudem ein wenig an „Zeiram“ erinnert. Er ist Jäger, er macht sich zur Tarnung fast unsichtbar, hier kopierte man schon ein wenig offensichtlicher.

Dennoch ist die Übereinstimmung in einem Film wie „Alien vs. Hunter“ nicht mehr so intensiv wie bei „I Am Omega“ und „War Of The Worlds“. Damit wird der Streifen letztendlich doch zu einem eigenständigen Werk, welches man nicht wirklich mit dem „Original“ vergleicht, und damit geht auch einiges an Schundwirkung verloren. Genug anderweitige schundfördernde Elemente gäbe es dennoch zu genüge, hier greift Regisseur Scott Harper aber nun auf zu wenige zurück.

Zwar wird die menschliche Spezies in diesem Z-Movie nur bevölkert von Vollidioten, die unsinnig vor sich hinbrabbeln, sich ständig streiten und fragwürdige Ideologien vertreten, aber das wird niemals unfreiwillig humorfördernd eingefangen. Hierfür fehlt letztendlich das richtige Tempo, und das kann man suchen gehen in diesem Science Fiction-Horror, der versucht spannend erzählt zu sein, an dem aber niemand beteiligt war, der auch nur einen Hauch Talent besitzt.

Okay, vielleicht sollte man mit dieser Aussage etwas vorsichtiger umgehen, kleidet die Hauptrolle doch William Katt, ein Mann der immerhin in der Hauptrolle von „House“ zu überzeugen wusste. In „House 4“ war es damit aber auch schon wieder vorbei, also vergessen wir besser diese kleine Einschränkung der von mir aufgegriffenen Behauptung und kehren lieber wieder zur Uraussage zurück: hier besaß niemand einen Hauch Talent.

Auf fröhliche Ed Wood-Art werden hier Nachtszenen bei Tag gedreht. Selbst billigste Drehorte werden unnötig gestreckt (so wird ein und der selbe Tunnel immer und immer wieder als angeblich neuer Tunnel beschritten) und das lustigste an dieser Chose: einer dieser Tunnel endet (logischer Weise) irgendwann draußen, und wo kommt unser Trupp Helden heraus? Sie kommen aus einem Brückenbogen heraus, dessen anderes Ende man nicht vor der Kamera versteckt hat, so dass man sofort erkennt, dass sich hinter dem Bogen kein Tunnelsystem befinden kann, stattdessen aber hinten wie vorne saftige Wiesen. Eine Tür könnte sich an der Brückenmauer befunden haben, quasi im toten Winkel der Kameraperspektive? Gute Idee, aber nein, ein winziger Spaziergang der Protagonisten zeigt kurze Zeit später, dass auch diese letzte Möglichkeit nicht für Restlogik sorgen kann.

Da aber ohnehin nichts logisch ist in diesem Film, wundert ein solcher Nepp überhaupt nicht. Zumindest war die Brückensituation ein passendes Beispiel wie untalentiert und uninteressiert man dieses Werk angegangen ist. Schade, dass man nicht mehr auf Action und Monster gesetzt hat, dann hätte solch feiner Unsinn wie „Mega Piranha“ draus werden können. Aber wie erwähnt will Scott Harper nur all zu gern und all zu verkrampft einen Spannungsbogen erzeugen. Und dafür lässt er seine Helden ewig durch die Gegend stapfen und unwichtigste Inhalte in endlose Dialoge fassen.

Somit war dieser Ausflug in die Welt eines Asylum-Films einfach nur langweilig und damit keine Empfehlung wert. Dem Schundfilm-Freund sei, wenn schon unbedingt Asylum-Film, eher zu „Mega Piranha“ oder „Mega Shark vs. Giant Octopus“ geraten. Ich wünschte ich könnte im hier speziellen Falle auf das Original verweisen, aber ebenso wie bei „Transformers“ und „I Am Legend" ist „Alien vs. Predator“ nicht wirklich des Sichtens wert, auch wenn allein die finanziellen Möglichkeiten dafür sorgten, dass sich diese mageren Kinoerlebnisse besser gucken lassen als so etwas wie „Alien vs. Hunter“.


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