Samstag, 25. August 2012

THE SNOW CREATURE (1954 W. Lee Wilder)


Im Himalaja entdeckt man einen Schneemenschen, den man recht schnell eingefangen bekommt. In Kalifornien kann die Bestie jedoch entkommen, und sie ist nicht gerade gut gelaunt...


Behaarte Menschen sind Yetis...

Es gibt Filme, da hat man so eine Vermutung warum sie damals nie den Weg nach Deutschland fanden. Wen hätte dieses langweilige Stück Zelluloid schon interessieren sollen? „Snow Creature“ handelt in der ersten halben Stunde davon wie eine Gruppe Menschen durch die Berge stampft. Und sie stampfen und stampfen. Hin und wieder erscheint die titelgebende Schneekreatur um lahmen Schrecken zu verbreiten, dem sich selbst herzkranke Zuschauer bedenkenlos stellen könnten. Aber hauptsächlich stampft man.

Im Laufe der Handlung wird die Kreatur eingefangen, sie wird in die Stadt gebracht und bricht dort aus. Von nun an geht das Stampfen wieder los, wenn auch diesmal nicht im Schnee. Das Biest geht umher, die Menschen gehen umher, dann rasten sie zur Abwechslung mal, beraten sich, und dann stampfen sie wieder.

Der Schneemensch selbst ist in diesem ganzen Herumgestampfe kaum zu sehen. In seinen Szenen spielt der Film stets im Dunkeln, ein Fakt der nie genutzt wird um eine gewisse Atmosphäre einzufangen oder eventuell mit Licht und Schatten zu spielen. Die Dunkelheit ist lediglich Vorwand dafür die Kreatur nicht so gut erkennen lassen zu müssen, damit man sich für das Kostüm keine große Mühe geben musste. Zu erkennen gibt es da ohnehin nur recht wenig, mehr als einen großen Mann mit starkem Bartwuchs und einer Mütze, der einen öden Filzanzug trägt, gibt es nicht zu erkennen. Klingt nicht gerade erschreckend? Ach was!

Das dunkle Filzfell erleichterte Regisseur W. Lee Wilder, der auch den unterhaltsameren „Killers From Space“ inszenierte, das Versteckspiel in düsteren Bildern. Stimmung kommt dadurch so gar nicht auf. Langeweile und die Hoffnungslosigkeit dass sich daran nichts ändert, kommt stattdessen nun endgültig beim Zuschauer auf. Häufig amüsiert es in Filmen, wenn das Monster vor sich hingrunzt oder anderweitige Laute von sich gibt. Unsere Schneekreatur jedoch bleibt lautlos wie Jason. In diesem Falle hätte ein unheimlicher Laut vielleicht noch ein Wunder bewirken können, aber still wie der Yeti ist, erlebt man ihn nicht anders als einen menschlichen Kriminellen, der vorzugsweise über Frauen herfällt und hin und wieder auch Männer umschupst. Mit diesem Verhalten schaut sich „The Snow Creature“ harmloser als jeder Kinder-Krimi.

Ja, der Film ist langweilig und schlecht, aber immerhin gibt es noch ein paar amüsante Hinweise zum Inhalt zu verkünden. So wird beispielsweise eine Rarität wie der Schneemensch nach dem Einfangen dem nächstbesten Sheriff in Obhut gegeben, so als sei die Kreatur in der westlichen Welt finanziell nicht wertvoll. Sieht man jedoch im Gegenzug, wie stinknormal der Gesetzeshüter auf die bislang für Hirngespinste gehaltene Kreatur reagiert, braucht einen das wiederum doch nicht zu wundern, könnte man doch meinen so ein Yeti gehöre zum Alltag.

Die zweite Hälfte des Streifens spielt in Kalifornien. Da ist es schon etwas wärmer als im Himalaja. Aber macht dies der Kreatur etwas aus? Nein, die Möglichkeit hier im Drehbuch etwas pfiffiger zu arbeiten wird gar nicht erst bedacht. Der an sich interessante Wechsel dieser beiden unterschiedlichen Regionen war scheinbar nie der gedankliche Auslöser zum Spiel mit Stärken und Schwächen von Jägern und Gejagtem.

Alles in allem ist mit „The Snow Creature“ nichts Gutes und nicht Spaßiges gedreht worden. Selbst Szenen wie jene, in welcher eine puschelige Yeti-Hand geradezu sanft aus einem Sack heraus nach einem Menschen greift, wissen nicht genügend zu amüsieren um wenigstens von unfreiwillig komischem Nonsens zu sprechen. Schade dass wir eigentlich nur Menschen beim Umherstampfen beobachten dürfen, denn gelungene Filme mit bösen Yetis gibt es leider viel zu selten. Da schien mir ein solches Werk aus den 50er Jahren geradezu ein Hoffnungsschimmer zu sein. Aber falsch gedacht!


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