Sonntag, 9. September 2012

TRANSMORPHERS (2007 Leigh Scott)



Seit vielen Jahren lebt die Menschheit unterirdisch, da eine außerirdische Roboterrasse sie fast komplett ausgelöscht hat und nun über den Planeten herrscht. Eine Gruppe Rebellen zieht in die Schlacht gegen die metallenen Ungeheuer, um die Erde zurück zu erobern...


Überirdischer Blechschaden...

Die Produktionsschmiede The Asylum ist immer dann zur Stelle, wenn Amerika einen neuen Blockbuster plant, um den jeweiligen Film in kostengünstiger Variante noch im selben Jahr als DVD-Premiere herauszubringen. Als 2007 „Transformers“ ins Kino kam, da tauschten die kreativen Köpfe besagter Firma einfach das M gegen das F, machte aus dem F lieber ein PH, dann kann man des Plagiats nicht mehr bezichtigt werden, und nun fehlte zu diesem Titel nur noch ein Film, der von Robotern handeln musste.

Im Gegensatz zu manch anderen dieser sogenannten Mockbuster hat „Transmorphers“ bis auf die außerirdische Herkunft der Feinde und einer Verwandlungssequenz eines Roboters in der erzählten Geschichte wenig mit dem großproduzierten Vorbild zu tun. Wo „I Am Omega“ noch sehr parallel zu „I Am Legend“ und dessen Vorgängern erzählt war, da reichte im hier besprochenen Film der Titel. Die Geschichte erinnert eher an den zwei Jahre später erschienenden „Terminator 4“, haben die Roboter die Erde doch längst erobert und kämpfen letzte Rebellen doch über die starke Übermacht.

Ein Asylum-Film wäre kein Asylum-Film wenn er sich nicht jeglicher Logik verweigern würde. Da ist auch „Transmorphers“ keine Ausnahme, darf man sich doch zu Recht fragen, wie es diese Maschinen je geschafft haben die Menschheit zu besiegen, so blind wie sie durch die Gegend ballern und so schnell wie sie mit ein paar Schuss zur Strecke zu bringen sind. Wer die höchst billige Herangehensweise einer solchen Nachahmer-Produktion kennt, wird darüber freilich nicht überrascht sein. Aber es gibt sicher so manchen nach Action lechzenden Film-Fan, der nicht ahnte worauf er sich bei einem Mockbuster einlässt.

Die Computeranimationen sind lächerlich und würden bereits seit Jahren nicht einmal Platz in einem Computerspiel finden. Das Weltbild der Helden ist faschistisch hoch zehn, ertränkt in Pathos und Klischees ohne je nach Luft zu japsen. Das Drehbuch ist löchrig, das Geld war knapp, die Drehorte wechseln sich kaum ab. Gerade letzter Punkt nervt gewaltig, schauen wir doch meist Proleten und Zicken dabei zu, wie sie sich in irgendwelchen unterirdischen, monotonen Fabrikgebäuden streiten, und dabei beleidigen sie sich auf Grundschulalter-Niveau.

Für einen unfreiwillig komischen Schrottfilm-Abend ist „Transmorphers“ ein zweischneidiges Schwert. In den Nicht-Roboterszenen ist er etwas arg monoton ausgefallen, um wirklich über die Idiotien lachen zu können, in den Kampfsequenzen geht die Post ab, was aber nicht halb so lustig ausfällt wie Unfug der aus Dialogen und Charakteren entsteht. So lahm wie ein „Alien vs. Hunter“ ist er nicht ausgefallen, so lustig wie ein „Mega Piranha“ ist er jedoch auch nicht.
Dass es bei einer finanziell so erfolgreichen Kinoreihe wie „Transformers“ nicht bei nur einem „Transmorphers“-Teil bleiben sollte, scheint geradezu logisch. Und da der deutsche Asylum-Vertrieb in der Titelgebung schon immer etwas dreister war als der amerikanische („Der Tag an dem die Erde stillstand 2“ anstatt „The Day The Earth Stopped“), gab man im Erscheinungsjahr von „Transformers 3“ den zweiten Teil von „Transmorphers“ auch gleich als „Transmorphers 3“ aus. Also, liebe Sammler: wer verzweifelt Teil 2 sucht dem sei gesagt, dass es diesen gar nicht gibt.

Ähnlich albern verhielt sich der Vertrieb bei der Veröffentlichung der „Krieg der Welten“-Version von The Asylum. Als in Deutschland damals „Krieg der Welten 2“ erschien, dachten viele es handle sich um die Fortsetzung von Spielbergs Kinofilm. Dabei kam in dessen Erscheinungsjahr auch eine Asylum-Version heraus, die einige Jahre nie in Deutschland erschien. Als man sich im Zuge des erfolgreichen Verkaufs der Plagiate doch dazu entschied ihm eine deutsche Veröffentlichung zu bescheren, da brachte man ihn dreister Weise auch gleich als „Krieg der Welten 3“ heraus. Aua! Aua!

Aber dieses kindische Marketing-Verhalten dürfte einhergehen mit der Frage wer das Zielpublikum dieser billig zusammengeschusterten Werke ist. Neulich ist mir eingefallen, dass es in Amerika wahrscheinlich gar nicht die Erwachsenen sind, die sich diesen Schund anschauen. Durch anderen Umgang mit Gewalttaten im TV sind es sicher die jüngeren Jugendlichen im Alter zwischen 10 und 14, die sich in den USA für diesen Mist begeistern dürften. In den 90er Jahren zeigte ein „Der Rasenmähermann 2“ wie ein billiges, geradezu plumpes Action-Konzept für ältere Kinder ausfallen würde, ein Film der in Deutschland die FSK 16 beschert bekommen hat. Dem stehen die Werke der Asylum-Schmiede in nichts nach. Leider beantwortet sich mit Blick auf diesen Gedanken jedoch nicht die Frage, wer denn dann das Publikum in Deutschland sein könnte, welches solche Werke ernsthaft gut finden könnte.


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