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Freitag, 11. Juli 2014

2-HEADED SHARK ATTACK (2012 Christopher Ray)


Für einen zweiköpfigen Hai wird der Studienausflug hohler Amerikaner zum Festessen...


Zweiköpfig in einem Film ohne Köpfchen...

Fred Olen Ray bereichert (?) seit der 80er Jahre das Horror-Genre mit seinen Trash-Beiträgen, die bis auf „Supershark“ bei mir bislang nie gezündet haben, selbst bei solch drolligen Ideen wie „Evil Toons“ oder einer solch sicher klingenden Schundfilm-Rezeptur wie „Biohazard“. In diesem hat auch Christopher Ray mit 8 Jahren mitgespielt, Sohn von Fred Olen und mittlerweile selbst Regisseur diverser Billigfilme, darunter der von mir noch nicht gesichtete „Shark Week“ und der eher lahme „Mega Shark vs. Crocosaurus“. Seinen „2-Headed Shark Attack“, einen Film den man als Trash-Fan schon wegen des Titels gesehen haben muss, habe ich nun auch jüngst gesichtet, und der schaut sich schon wesentlich unterhaltsamer.

Nicht dass auch ihm zwischenzeitlich nicht die Puste ausginge bei einer Laufzeit von fast 90 Minuten, aber er hält sich im Vergleich zu „Mega Shark vs. Crocosaurus“ erstaunlich tapfer und bekommt immer wieder neuen Schwung wenn man glaubt die Power wäre aufgebraucht. Dass diese Asylum-Produktion zu den konsumierbaren gehört, verdankt sie interessanter Weise nicht wirklich der Kreatur, macht es im fertigen Film in der Praxis doch keinen Unterschied ob da nun ein Hai, mehrere oder gar einer mit zwei Köpfen über Bikini-Mädels herfällt. Wie für die Firma üblich ist das Vieh auch nicht sonderlich dolle animiert, die Haie aus „Sharknado“ waren da in ihrer schlichten Art schon liebevoller gestaltet. Aber was soll man klagen, weiß man das als erfahrener Asylum-Konsument doch bereits vor dem Sichten.

„2-Headed Shark Attack“ macht Spaß und das macht er hauptsächlich aufgrund seiner dümmlichen Figuren, meist Studentinnen auf Hauptschulniveau, die ihre zwei Vorzüge immer gut ins Bild gerückt vor sich her tragen, ab und an sogar den Bikini dabei weglassen. Der Nerd der Gruppe zeigt sich als solcher, weil er der einzige Student ist der Interesse am studieren zeigt. Seine angebliche Intelligenz präsentiert er durch wiedergekäuertes Wissen, also Aufsagen von Gelesenem, quasi das was Amis selbst in besseren Filmen gerne als intelligent und gebildet preisen, diese ahnungslosen Narren. Nun ja, wollen wir sie mal im Glauben lassen, dass das bloße Ansammeln von Wissen für Intelligenz steht, damit wir Europäer weiterhin genug zu schmunzeln kriegen.

Und davon bekommen wir auch in anderen Bereichen jede Menge präsentiert, z.B. wenn ein Profi für eine Reperatur unter Wasser mindestens einen Tag benötigen will, eine dusselige Teenagerin Richtung Finale jedoch nur geschätzte 15 Minütchen braucht. Schön auch dass es eine Betreuerin für unverantwortlich hält mit den Studenten auf eine Insel zu reisen während das Schiff droht zu sinken und lieber an Bord bleibt, so dass der Prof sich alleine um alle Studenten kümmern muss. Das nenne ich mal Irrsinns-Idealismus.

Dass sie freilich vom Drehbuch Recht geschenkt bekommt, allein schon weil die Insel keine Insel ist und kurz vor ihrer Zerstörung steht, ist typisch Asylum und sorgt gleichzeitig dafür, dass es an Widersprüchen nur so hagelt. Auf der anderen Seite bleibt Ray da konsequent, zieht das Szenario bis zum Untergang der „Insel“ durch, was inmitten von Irrsinn für einen winzigen Hauch Spannungspotential sorgt. Dass dieser nicht wirklich entsteht, liegt daran dass die finale Idee den Hai zu beseitigen nur unsinnig sein kann, weswegen es auch egal ist wie der finale Sieg errungen wird. Dass der Hai am Ende siegen könnte, erwartet man ohnehin nicht, auch wenn Ray in einer herrlich pseudo-romantischen Szene zwei Charaktere ihren Tod erleben lässt, von denen man dachte sie würden das Filmende lebend erreichen.

Für kleine Überraschungen ist somit trotzdem gesorgt, aber selbst die können nicht über eine übersättigte zum x-ten Mal erzählte Story hinwegtäuschen, die von einem Opfer zum nächsten hüpft, und sich deswegen trotz all der unfreiwilligen Lustigkeit, die nur selten wirklich unfreiwillig ist, teilweise recht anstrengend guckt. Freunde cineastischen Mülls kann es die Mühe jedoch wert sein. Mag „2-Headed Shark Attack“ auch nicht auf dem Niveau eines „Supershark“ oder „Sharknado“ sein. Spaß genug um sich dem Kampf gegen die Monotonie zu stellen bietet dieses kleine Schundprodukt durchaus.

Kommentare:

  1. Noch so ein Rohrkrepierer, wobei ich den tatsächlich zweimal gesehen habe. Zwei Köpfe - ein Hai ist für mich nicht doppelt so gut, weil das ganze Konzept schon vollkommener Blödsinn ist und eine Konfrontation mit den theoretischen Problen einer solchen Kreatur deutlich sinnvoller gewesen wären. Mit Verstreichen des Films offenbaren die Mädels genauso ansteigend ihre Makel wie die Macher, weil sie selbst eine simple Eskalation im Umfeld einer einsamen Insel nicht auf die Reihe bekommen. Noch blöder als die Erwartung eines einfachen Schlachtfestes zu werden ist schon übel, zumal auch hier die Effekte wieder nicht sonderlich überzeugend sind.

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  2. Und ich kann Dir in keinem Punkt widersprechen. Hat mir aber Spaß bereitet. :)

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