Samstag, 16. August 2014

STAUNTON HILL (2009 G. Cameron Romero)


Als ihr Auto auf der Tour zu einem Konzert den Geist aufgibt, landet eine Gruppe Studenten in der Einöde bei einer Schlachterfamilie mit morbidem Nebeneinkommen...


(Das selbe Schicksal wie ein) Schwein gehabt...

Die Söhne sind los! Mario Bavas Sohn Lamberto ist schon seit der 80er Jahre aktiv und gehört spätestens mit seinen „Dance Of The Demons“-Filmen zu den Junior-Größen im Genre-Bereich. Mit „2-Headed Shark Attack“ erkundete Christopher Ray den Schundbereich des Horrorfilms wie sein Vater Fred Olen Ray, und nun ist G. Cameron Romero an der Reihe, Sohn des legendären George A. Romero, dem wir die bislang in seinem Gebiet unübertroffene „Zombie“-Trilogie zu verdanken haben.

Cameron greift nicht zu den Zombies, was sicherlich ganz gut ist, da nicht nur sein Vater im Zuge der aktuellen Zombie-Welle nichts Brauchbares zustande brachte, ohnehin ist der Bereich allein mit den ganzen DVD-Produktionen komplett überflutet, da wartet niemand auf einen Beitrag vom kleinen Romero. Der Bereich für den sich Sohnemann entschieden hat ist jedoch auch nicht gerade selten betreten. Er drehte mit „Staunton Hill" einen Backwood-Horror wie ihn insbesonders Tobe Hooper geprägt hat, und das kommt dem Dauergast im Genre auch schon langsam aus den Ohren raus.

Gleich vorweg: Cameron hat diesem Sub-Genre nichts hinzuzufügen, grast bewährtes Terrain ab, hält sich dabei brav an den klassischen Ablauf, und die paar wenigen Abweichungen die der Streifen doch noch besitzt sind nicht wirklich der Erwähnung wert. Mit einem gekonnten Erzählstil oder zumindest einer flotten Umsetzung wie „Wrong Turn“ kommt man auch ohne große Innovationen zu einem unterhaltsamen Ergebnis, „Staunton Hill“ besitzt solche Vorzüge jedoch nicht. Zumindest kann man anhand der hier vorliegenden Arbeit noch keine Spur wahren Talentes erblicken, was nichts heißen muss, zumal George A. Romero qualitativ auch sehr wechselhaft in seinen Filmen ist.

Die Geschichte lässt sich sehr viel Zeit bis es zum eigentlichen Horrorpart kommt, was in der Regel eher positiv zu werten ist. Aber bei mangelnder Charaktervertiefung und keinerlei erzählenswerten Storysträngen ist eine Stunde Vorgeplänkel definitiv zu lang zu nennen, zumal selbst in den besten Momenten dieser Aufbauphase alles viel zu mittelmäßig umgesetzt ist.

Ein Splatter-Fest braucht niemand erwarten, einen fesselnden Film mit Spannungsgarantie ebenso wenig, und als kleiner, kranker Terrorfilm fehlen dem Streifen Provokationen die es woanders noch nicht gab. Somit ist „Staunton Hill“ ein Beitrag unter vielen, austauschbar und leider auch für Horror-Fans nicht der Rede wert. Es gibt schlechteres, gerade im Bereich des Backwood-Horrors, aber auch sehr viel besseres. Romeros Ausflug in dieses Sub-Genre ist weit entfernt von dem Ergebnis eines „Wolf Creek“, und selbst der war nicht mehr als der kleine Film für zwischendurch.

„Staunton Hill“ ist gerade mal Camerons erster Film nach seinem mir unbekanntem Debüt "The Screening", da darf man nicht all zu streng sein. Aber auch ohne den großen Schatten, den Papa George wirft, macht „Staunton Hill“ nicht gerade neugierig auf mehr. Wenn es Cameron schaffen sollte ein nennenswerter Regisseur des Genres zu werden, würde es mich doch stark wundern. Vielleicht sollte er wie Christopher Ray lieber den trashigen Schundbereich abgrasen, da kann man auch ohne großes Talent kurzweilige Ergebnisse erzielen.


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