Donnerstag, 13. November 2014

KILLER-TRUCK (Haine 1980 Dominique Goult)


Auf der Durchreise durch ein französisches Dorf macht sich ein Motorradfahrer nicht gerade beliebt, als er mit der Freundin eines Truckfahrers herumturtelt. Dieser sieht rot und attackiert von nun an den Fremden. Nicht nur dass dieser keine Hilfe erhält, der Einheimische schafft es andere Dorfbewohner davon zu überzeugen, dass der Fremde Schuld am Tod eines kürzlich verstorbenen Kindes ist...


Weißes Leder...

Wahrscheinlich inspiriert von Spielbergs neun Jahre zuvor entstandenem „Duell“, und falls ja, dann nichts von ihm gelernt, ist „Killer-Truck“ ein übel zusammengeschustertes Machwerk, welches den Eindruck hinterlässt man hätte um vorhandene Filmfragmente noch einige Zusatzszenen gedreht, um das ganze irgendwie zu einem Spielfilm zusammen zu basteln, was auch die mehr als merkwürdigen Schnitte erklären würde, die das einzig sehenswerte an „Haine“ (Originaltitel) sind.

Auch die Verfolgungsjagd Truck gegen Motorrad ist noch halbwegs vernünftig umgesetzt, reißt aber auch nicht wirklich vom Hocker, zumal sie nach etwa einer Stunde Laufzeit viel zu spät kommt und man schon jegliche Hoffnung verloren hat mit „Killer-Truck“ doch noch so etwas wie eine Geschichte erzählt zu bekommen. Wird einem das niemals wirklich zusammenwachsende Lückenhafte des Streifens bewusst, weiß eine Actionszene wie besagte Verfolgungsjagd auch nicht mehr zu interessieren.

So konfus der Film, so unklar auch seine Position und seine Mentalität. Der Bürgermeister ist involviert, dann ist er wieder machtlos gegen den Pöbel. Der Pfarrer hält zum Fremden, hat aber noch weniger Einfluss und Macht schon gar nicht. Einzig die Position des in weißen Leder (welch plumpe Symbolik) gekleideten Fremden als der Kinder- und Frauen-freundliche Gute kommt klar herüber, allerdings muss man sich mit der vergangenen Mentalität der Streitgesellschaft ein wenig auskennen. Jungen Gemütern, welche nur die Political Correctness gewohnt sind, wird der Gute arg ruppig erscheinen.

Wie auch immer, „Killer-Truck" dümpelt fast ereignislos vor sich hin, und wenn man schon fast den Grad der Lethargie erreicht hat, auf den Bildschirm starrend ohne überhaupt noch dem Werk folgen zu wollen, dann fällt sie auf, die völlig idiotische Musikuntermalung in einem Film, in welchem der Ton ohnehin nicht die beste Qualität besitzt.

Gegen Ende gibt es ein paar Actionszenen mehr. Inhaltlich hat sich so etwas wie ein Fremder gegen Mob-Szenario entwickelt, was das Maximum an einem roten Faden darstellt, und da macht das Gucken wenigstens wieder ein wenig Freude. Spaß genug um von einem fröhlichen Trash-Happening zu sprechen allerdings auch wieder nicht. Kinski-Allesseher werden sich nicht abhalten lassen. Der Rest sollte lieber die Finger von „Hate“ (Alternativtitel) lassen, einem zu Recht vergessenen Selbstjustiz-Schmuddel-Actioner.


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