Freitag, 14. November 2014

RIO GRANDE (1950 John Ford)


Kurz nach der Ankunft seines Sohnes zur Soldatenausbildung erscheint auch die Frau des Kavallerieoffiziers Yorke in dessen Fort. Immer wieder kommt es zu Auseinandersetzungen mit Indianern. Und nach langer Zeit der Diplomatie bekommt Yorke den Auftrag die bislang eingehaltene Grenze, den Rio Grande, zu durchqueren. Indianer haben allerdings mittlerweile Frauen und Kinder in ihre Gewalt nehmen können...


Waschen, bügeln und ein Strauß Blumen...

Ich bin nicht sehr bewandert im Western-Genre und kenne auch nicht die beiden Vorgänger des hier besprochenen Streifens, welcher der Abschluss einer Trilogie von Regisseur John Ford und seinem Star John Wayne ist. Es mag also sein dass es mit meiner Unkenntniss einhergeht, wenn ich von „Rio Grande“ behaupte, dass er ein eher uninteressanter Beitrag seines Genres ist. Sicher, er bietet Liebe, Action, ein wenig Humor und jede Menge Pferde, aber letztendlich steht er doch all zu lang auf der Stelle, als dass das Treiben innerhalb seiner dünnen Geschichte mich wirklich interessieren könnte.

Dabei sind die Charaktere gar nicht mal so eindimensional gezeichnet, wie man aufgrund eines stillstehenden Filmes vermuten könnte. Und die Actionszenen sind gar nicht mal schlecht herausgearbeitet. Mancher Pferdestunt, ob per Kunststück vorgetragen oder während einer Schlacht, ist nicht von schlechten Eltern. Aber das sind alles qualitative Elemente in einem stockenden, bleidernden Sumpf von Story, welche die Protagonisten nur mit Mühe Schritt für Schritt leisten. Mag es auch reizvoll sein die zwischenmenschlichen Situationen einfangen zu wollen, und mag es auch interessant sein einen Western auch mal aus Militärsicht zu erzählen, „Rio Grande“ fehlt es an Tempo, und er kann über dieses Manko auch nicht mit seinem ewig monotonen Gesang hinwegtäuschen.

Klar, John Wayne ist ein Hingucker wie immer, und bis zu einem gewissen Grad hat mich auch die Dramatik zwischen ihm und seiner einstigen Frau interessiert. Aber inmitten ewiger Laufzeit wird doch nur viel zu vieles angedeutet anstatt tatsächlich angepackt, so z.B. die Ausbildung des Sohnes, eines Mannes der endlich einmal etwas bis zum Schluss durchziehen möchte, wenn es sein muss auch gegen den Willen seiner sturen Mutter.

Nach einiger Zeit hat mich diese gesamte Familien-Thematik nur noch angeödet und ich hoffte das militärische Treiben, wenn es denn mal losginge, würde mein Interesse an den Film zurück gewinnen. Aber als es endlich soweit war, dass den Indianern der Kampf angesagt wurde und Frauen und Kinder in deren Gefangenschaft gerieten, da merkte ich erst wie egal mir „Rio Grande“ mittlerweile geworden war, und dass ein höheres Tempo nun auch nichts mehr auszurichten vermag.

Das finde ich eigentlich schade, meinen Respekt hat der Streifen nämlich sehr wohl gewonnen bei seinen guten Darstellern, seiner professionellen Optik und seinen Schwerpunkten in einer Geschichte, die für den Standard-Western nicht zwingend hätten sein müssen. Die Qualität der Beteiligten vor und hinter der Kamera stimmt also. Die eigentliche Atmosphäre dieses Westerns ist mir jedoch zu monoton. Und ich habe mich in dieses Genre noch nicht weit genug hineingearbeitet, um mich mit einem solch halbgaren Ergebnis zufrieden zu stellen. Dafür fühle ich mich in diesem Genre noch nicht heimisch genug.


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