Samstag, 8. August 2015

22 JUMP STREET (2014 Phil Lord u.a.)


Schmidt und Jenko ermitteln diesmal auf einem College, um einen Drogendealer dingfest zu machen...


Vom Runterziehen und Festhalten...

Wenn man nichts Großes erwartet und inhaltlich schlicht mit viel Bummbumm drumherum unterhalten werden will, dann war „21 Jump Street“, der Kinoableger zur erfolgreichen 80er Jahre Serie, der richtige Film. Und wem dieser gefallen hat, der kann mit der Fortsetzung nichts falsch machen, folgt sie doch dem bewährten Rezept, sich sichtlich darüber bewusst seiend, dass eigentlich nur der Vorgänger kopiert und mit leichten Veränderungen angereichert wird. Aber das ist nur ein Seitenhieb von vielen kleinen Insider-Gags und Metaebenen-durchbrechenden Spielereien, die der Streifen zu bieten hat.

Vieles davon geht in der viel zu flotten Umsetzung flöten, der es insgesamt am wahren Charme fehlt, auch wenn vieles für den Film spricht. Aber das waren bereits die Probleme des ersten Teils, die Teil 2 in ihrer Ähnlichkeit nun einmal ebenso in sich trägt. Meiner Meinung nach hätte man sich an manchen Stellen ruhig etwas Zeit für das Zwischenmenschliche nehmen können, gerade im halbwegs romantischen Sub-Plot um Schmidt. Hin und wieder auf die Bremse zu treten hätte beiden Streifen gut getan, dann würde nicht die Hälfte der guten Ideen durch Überreizung flöten gehen.

Mag sein dass junge Menschen den Film durch andere Sehgewohnheiten anders verfolgen können und meine Synapsen nur nicht so schnell schalten können. Vielleicht können Heavy Metal-Fans aus der schnellen Abfolge an Geschehnissen, Sprüchen und Nebenverweisen mehr herausholen als ich, der ruhige Musik bevorzugt. Aber selbst dann ist nicht alles Gold was glänzt, mangelt es doch an wahrlich innovativen Momenten oder wahrlich großen Gags. Aber letztendlich orientiert man sich ohnehin am Teen-Publikum, und das wird vieles von dem altbackenen Kram erstmals sichten und deswegen für irre einfallsreich halten.

Spaß macht „22 Jump Street“ durchaus. Im Gegensatz zu dem was die Story vorgaukelt entwickeln sich die Charaktere allerdings überhaupt kein Stück weiter, zumal es keine Probleme zwischen den beiden Helden gibt, die es nicht auch schon im Vorgänger gegeben hätte. Aus diesem absolvieren aber so manche Gesichter einen Gastauftritt, was durchaus zu gefallen weiß. Auch Jonah Hills Busenkumpel Seth Rogen lässt es sich nicht nehmen einen Gastauftritt zu absolvieren, aber dazu muss man bis zum Abspann Geduld besitzen.

Der krankt ebenfalls unter seinem Tempo wie der Restfilm, bietet aber so einige lustige Ideen bei seinem Angriff auf den Fortsetzungs- und Remake-Wahn Hollywoods und dem Product-Placement großer Blockbuster. Wirklich ehrlich schaut sich die Kritik nicht. Sie ist aber ohnehin viel eher als Party-Gag gedacht, anstatt als echte ernstzunehmende Satire, und auch damit fügt sich der Abspann perfekt zum Restfilm. Phil Lords und Christopher Millers „22 Jump Street“ soll Party im Action-Komödien-Gewandt sein, und für dieses Anliegen ist er kurzweilig genug ausgefallen. Sicher kann der Film es nicht mit großen Partystreifen wie „Das ist das Ende“ oder „Ich kann‘s kaum erwarten“ mithalten, aber eine Fete muss ja nicht immer zum größten Event werden um geistlos Spaß zu machen.


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