Sonntag, 16. August 2015

THE RIFFS 3 - DIE RATTEN VON MANHATTAN (Rats - Notte di terrore 1984 Bruno Mattei u.a.)


Nach einem Atomkrieg leben kaum noch Menschen. In New York des Jahres 2025 streift eine Gruppe Rocker durch das zerstörte Manhattan und stößt auf ein verlassenes Labor, in welchem sie noch essbare Lebensmittel entdecken. Hier vor Ort haben sich aber auch Ratten breit gemacht, und die mögen es gar nicht dass jemand in ihr Territorium eindringt...


Verstrahlt gegen intelligent...

Hat man „Willard“ und „Ben“ gesehen, hat man alle zwei Möglichkeiten gesehen was mit der Thematik Ratten-Horror herauszuholen ist. Alle anderen Filme zu dem Thema bedienen sich bei ihnen, mal mehr mal weniger gut, und ich bin meist dabei, machen mir diese Filme doch auch im schlichten Gewand Spaß. Dass man auch mit Blick auf die Verlagerung des Aufhängers in eine Endzeit-Welt mit keinem großen Unterschied zu den beiden populären Werken des Rattenfilms rechnen sollte, dürfte klar sein. Der Herkunftsort Italien lässt schon erahnen, dass lediglich der Gewaltpegel etwas hoch gesetzt wird. Und wer jetzt noch Regisseur Bruno Mattei kennt, der wird ohnehin nicht mehr mit einem ernstzunehmenden Beitrag rechnen.

Bruno Mattei übernahm Lucio Fulcis angefangenes „Zombie 3“-Projekt, er drehte „Die Hölle der lebenden Toten“ und in der neuen Zombiewelle auch „Zombies - The Beginning“ und dessen Vorgänger, alles hohle und reißerische Schundfilmchen, ohne großes Talent umgesetzt, oft unfreiwillig komisch ausgefallen, aber in erster Linie geistlos erzählt. Zugegeben, „The Riffs 3“ ist nun sein erster von mir gesichteter Film von ihm, in dem es einmal nicht um Zombies geht. Meine bisherige Erfahrung seiner Werke war bislang somit recht einseitig zu nennen. Aber auch ein Blick auf seinen Science Fiction-Rattenhorror bestätigt all das was ich von ihm kannte und halte.

Harte Kerle und hysterische Weiber stiefeln obercool durch eine kostengünstige, schlicht auf postapokalyptisch getrimmte Endzeitwelt, eine Location die sehr schnell gegen die des Labors eingetauscht wird, wo fast der komplette Rest des Streifens spielen soll. Die Protagonisten sind so schlau wie die Autoren, so dass sich unsere Helden nicht nur fortlaufend unsinnig und irrational benehmen, sondern dieses Tun auch aus einem keine Zusammenhänge begreifenden Blickwinkel erzählt wird. Dies alles eingekleidet in einen reißerischen und für den brutalen Effekt lebenden Stil, erweist sich als kurzweiliges Happening für den Trash-Fan.

Der amüsiert sich u.a. über die gar nicht so bedrohlichen Ratten und ihre angebliche Intelligenz von der man nichts mitbekommt. Mattei dachte sich sicher, solange nur immer wieder wer erwähnt dass sie es sind, wird man es als Zuschauer sicherlich irgendwann als Fakt annehmen. Viele Viecher standen Mattei zur Realisierung seiner Vision nicht zur Verfügung, was er erbärmlich zu kaschieren versucht, so dass von einer spürbaren Bedrohung bei „Rats - Notte di terrore“ (Originaltitel) wahrlich nicht gesprochen werden kann.

Freunde der ersten beiden „The Riffs“-Filme sollten im übrigen wissen, dass Teil 3 eine Mogelpackung ist, also keine tatsächliche Fortsetzung, was auch erklärt warum er der einzige Teil mit Horror-Thematik ist. Ob zufällig vorhanden oder nicht fällt die Spiegelung der Protagonisten mit ihrem Feind auf. Der Mensch ist nach Resten im Schmutz lauernd selbst so etwas wie eine Ratte geworden. Nun versuchen gleich und gleich intelligent einander zu bekämpfen, und ein überraschender Schluss-Gag der ganzen Chose lässt vermuten dass auch Brachial-Filmer Mattei diese Spiegelung bewusst war. Trotzdem braucht man diesbezüglich nun nicht mit intelektueller Tiefe und wahrer Gesellschaftskritik rechnen. Diese wird an anderer Stelle zu einem anderen Aspekt fast Gottesdienst-artig gepredigt. Bei Bruno ist halt alles reißerisch und aufgesetzt inszeniert, selbst die in anderen Filmen stillen Töne.

„Die Ratten von Manhattan“ (Alternativtitel) ist ein Werk der Quantitäten, irgendwie auf 90 Minuten zurecht gebastelt, dies aber auf eine recht flotte Art, bei welcher die unfreiwillige Komik sich nicht irgendwann in Langeweile verwandelt. Ein wenig nackte Haut hier, zwischenmenschliche Differenzen unter Vollidioten da, Actionszenen dort und jede Menge Ekeleffekte machen aus „Rats - Night of Terror“ (Alternativtitel) ein sympathisches Werk für den anspruchslosen Schundfilm-Fan, an dem auch jene dieser Gattung ihren Spaß haben werden, die sich nicht an unfreiwilliger Komik aufgeilen können oder wollen. Andere Schauwerte sind genügend vorhanden. Trash bleibt der olle Streifen aber so oder so.


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