Donnerstag, 1. Oktober 2015

AUTOMATA (Autómata 2014 Gabe Ibáñez)


Ein Versicherungsagent, der in einer Endzeit-artigen Zukunft für den größten Roboterhersteller der Welt arbeitet, entdeckt dass sich einige Roboter entgegen einer der zwei unabdingbaren Vorschriften verhalten, die tief in ihrer Programmierung enthalten sein sollten...


Sand im Getriebe...

Als geistloser Science Fiction, der seine widersprüchlich erscheinende Zukunft nie erklärt oder im Ansatz rechtfertigt, könnte „Automata“ zunächst noch funktionieren, ist er doch anfangs flott erzählt, setzt uns putzige Maschinenmenschen vor, und der gealterte Antonio Banderas schlägt sich mimisch wackerer als ich es erwartet hätte. Geistreich sieht anders aus, aber wenn Roboter in einem Film vorkommen, und diese sich auch noch fern ihrer Programmierung verhalten, kann ich nicht widerstehen. Heimlich hoffte ich auf rebellierende Maschinen, welche Menschen töten, aber von diesem Gedanken sollte man schnellstens abweichen, sonst wird man von Ibáñez Werk völlig enttäuscht.

Aber das wird man als Freund gut funktionierender Science Fiction früher oder später so oder so, selbst wenn man sich damit abfinden kann dass Roboter hier friedlich rebellieren und ein Film zum x-ten Mal der Frage nachgeht ob Maschinen ab einem gewissen Grad Perfektion und eigenem Willen menschlich sind oder nicht. „Ghost in the Shell“, „Blade Runner“, „her“ und viele andere Werke wussten mit diesem Gedanken zu trumpfen, eben weil sie durchdachte Werke waren und ihre Geschichte nicht nur stumpf herunterleierten. „Automata“ versucht selbiges jedoch einzig über den emotionalen und esoterischen Weg und wird von Minute zu Minute immer schlechter und peinlicher, weil hier wirklich nur der Bodensatz denkender Zuschauer angesprochen wird.

Vielleicht könnte ich noch mit einem ehrlich mitfühlenden Film sympathisieren, dann würde die mangelnde Logik nur zweitrangig stören. Aber „Automata“ ist so sinnlos und aufgesetzt tiefsinnig erzählt, dass es unglaublich nervt, mal ganz davon abgesehen, dass sich ab dem Zeitpunkt wenn die radioaktive Wüste betreten wird, die bis dahin nicht vorhandene Langeweile plötzlich über den immer dünner werdenden Plot legt, bis sie den kompletten Film für sich einnimmt.

„Automata“ ist ein Film für geistlose Ökos, welche auf menschliche Gefühle außerhalb rationalem Denkens setzen, und mit diesem Zielpublikum wird er gerade heutzutage genügend Anhänger finden. Dass er nur unreflektiert andere Werke zitiert und nachahmt, ohne diese begriffen zu haben, verstehen freilich nur jene, die erkennen dass es an psychologischem Verständnis für die Zusammenhänge mangelt. Für das weibliche Publikum gibt es gegen Ende des Streifens übrigens noch so eine Art roboterartiges Kitsch-Haustier zu sehen, quasi das Gegenstück zu Wuscheltomate aus „Die Rückkehr der Killertomaten“, mit dem Unterschied dass dieser humorvoll gemeint war, „Automata“ sich jedoch fern jeglichem Augenzwinkerns, im Glauben hoch philosophisch und poetisch zu sein, vollkommen ernst nimmt.


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