Samstag, 31. Oktober 2015

WOLFCOP (2014 Lowell Dean)


Der heruntergekommene Cop Lou wird nachts während einer okkulten Zeremonie bei Vollmond in einen Werwolf verwandelt, eine Veränderung die ihm beim Jagen von Verbrechern durchaus von Vorteil ist, so dass der einst versoffene und lustlose Gesetzeshüter fast schon eine überschwängliche Motivation entwickelt seinem Job nachzugehen. Begleitet wird er dabei vom Freak der Stadt, der einzigen Person die sein Geheimnis kennt. Mit dem tierischen Ich seines Kumpels hat er kein Problem, die brutale Art des WolfCops beunruhigt ihn aber dann doch...


Ein stark Behaarter in Uniform...

Zugegeben, ich bin kein sonderlicher Fan der Werwolf-Thematik in Horrorfilmen, kann über diverse Naschy-Auftritte angenehm schmunzeln, mag den Klassiker „American Werewolf“ und den überraschend sympathischen „Ginger Snaps“ und dessen Fortsetzungen, aber da hört es bei mir auch schon so langsam auf mit positiven Beispielen. Da mir der Zombiefilm „13 Eerie“ von Lowell Dean gut gefallen hat und „WolfCop“ hin und wieder lobende Worte auf von mir geschätzten Filmseiten im Internet erhalten hat, habe ich mich trotzdem an den hier besprochenen Streifen gewagt, den man wohl als einen Mix aus „RoboCop“ und „Teen Wolf“ bezeichnen könnte, der sich nach dem alles einläutenden Rituals zunächst an „Wolf“ orientiert, wenn Lou seine geschärften Sinne entdeckt, um sich von da an aber von diesem großartigen Nicht-Werwolf-Film auch schnell wieder zu entfernen.

„WolfCop“ beginnt recht sympathisch wenn wir den versoffenen Versager Lou kennen lernen. Eine lockere Art liegt im Inszenierungsstil, eine die mich zunächst ein wenig an „Grabbers“ erinnerte, einen humoristischen Horrorbeitrag den ich sehr zu schätzen weiß, so dass ich beim ebenfalls auf Komik setzenden haarigen Polizisten erst einmal guter Dinge war. Das Umfeld der nett herausgearbeiteten Hauptfigur ist allerdings weniger innovativ ausgefallen, besteht nur aus Klischees, was aufgrund des ironischen Grundtons jedoch auch noch halbwegs zu funktionieren wusste.

Wie die Geschichte jedoch ausfällt nachdem Lou bei einem seiner wenigen tatsächlich ausgeführten Arbeitseinsätzen Opfer eines okkulten Rituals wird, ist weniger lobenswert zu nennen. Zunächst nerven nur die ewigen Flashbacks, die dem Hauptcharakter Erinnerungen bescheren, dem Zuschauer aber keine weiteren Infos als die bisherigen liefert. Was noch unnötiges Nörgeln auf hohem Niveau ist, wird mit weiter voranschreitender Laufzeit aufgrund diverser anderer Negativpunkte zu einem berechtigten Nörgeln, denn ab da wo Lou weiß was mit ihm nicht stimmt, geht es mit dem Film immer mehr bergab.

Ein ewig Sprüche klopfender Sidekick des WolfCops nervt nicht nur in seiner pseudo lockeren Art, er wird vom Drehbuchautor auch als Erklärbär missbraucht für Filmfreunde welche der einfachen Handlung nicht von alleine folgen können. Diese könnte eigentlich als Horror-Komödie bestens funktionieren, wenn „WolfCop“ nicht so bemüht darin wäre trotz allem Augenzwinkerns cool sein zu wollen, was spätestens ab dem Designen eines WolfCop-Mobils über das Ziel hinaus schießt. Wenn der tierische Gesetzeshüter auf Verbrecherjagd geht darf es zwar auch mal recht blutig werden, inklusive eines nett getricksten Gesichtabziehens, auf welches Dean so stolz war, dass er immer wieder davon reden lässt, die eigentliche Geschichte vernachlässigt man jedoch extremst.

Zwar werden die Kollegen Lous nun aufmerksam auf den sich keinesfalls versteckt haltenden Werwolf-Cop, aber nachvollziehbar ist die Handlung warum der Cop so lange seinem wilden Treiben freien Lauf lassen kann keineswegs. Absichtlich grotesk oder realitätsfern schräg ist der Stil des Streifens alternativ jedoch auch nicht ausgefallen, so dass die Art der Erzählung in ihrer Unglaubwürdigkeit scheitert, da sie nur den simplen Kawummeffekt und die Coolness der dem Film zugrunde liegenden Idee im Blickfeld hat, damit zwar sicherlich simpelste Gemüter und Jugendliche glücklich machen kann, den Freund verspieltem Trashs oder erwachsenem Mitdenkens jedoch nicht. Es ist schade dass vom Niveau des Vorgänger-Films Lowell Deans hier in dieser Gurke nichts mehr zu spüren ist.


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