Samstag, 19. März 2016

LAKE PLACID (1999 Steve Miner)


Ein Sheriff, ein Wildhüter, ein reicher Krokodilexperte und eine Paläntologin entdecken dass hinter dem mysteriösen Todesfall eines Tauchers ein übergroßes Krokodil als Täter steckt. Sie versuchen es möglichst lebendig einzufangen...


Wie ein Hubschrauber zum Gefängnis werden kann...

Steve Miner, ich mag seine Filme, gerade jene aus dem Horror-Bereich. Deswegen wollte ich nach vielen Jahren der Vernachlässigung noch einmal den semi-bekannten „Lake Placid“ sichten, der ebenso wie Miners „House“ das Genre humoristisch nutzt. Interessanter Weise ist dem guten Mann das theoretische Hauptaugenmerk, das Krokodil, ziemlich egal. Hauptsächlich geht es in dem Streifen um die Wortgefechte innerhalb der aus unterschiedlichsten Menschen zusammengewürfelten Gruppe, und glücklicher Weise sind auch genau sie der Motor der den Film zum Laufen bringt. Die Kabbeleien untereinander sind sympathischer Natur. Wer keift wird nicht zum Nervfaktor des Zuschauers wie in anderen Filmen. Und mögen die meisten Figuren auch egoistisch gezeichnet sein, so wachsen sie einem doch alle ans Herz, auch wenn mit keinem von ihnen eine intensive Charakterstudie durchgeführt wird.

Humor hin oder her, Miner hat von Spielberg scheinbar etwas gelernt, denn er lässt uns das Krokodil nur sehr selten sehen, und wenn ist es auch schnell wieder verschwunden. Damit kann man zwar auch über technische Schwächen hinweg täuschen, für sein Erscheinungsjahr ist das Krokodil jedoch glaubwürdig animiert, so dass der Grund der raren Erscheinung entweder in der Kostenfrage zu suchen ist, oder das spärliche Einsetzen des Aggressors atmosphärisch gewollt war, um Szenen möglichst effektiv einfangen zu können und im Zuschauer eine Erwartungshaltung aufzubauen. Was auch immer tatsächlich der Grund war: die Krokoszenen sind geglückt, in ihrer Population gut über den Film verteilt ohne all zu lange Durststrecken vom ungeduldigen Part der Zuschauer abzuverlangen, und sie lassen der Gruppe Menschen in ihren Pausen genügend Raum sich entfalten zu können.

Dabei wird der Schlagabtausch untereinander nie zur Königsübung der Komödienkunst. Man verlässt sich einfach darauf dass die Figuren auf den Zuschauer zu wirken wissen, und bei jenem Teil bei dem das der Fall ist ist dies für das Endergebnis auch die halbe Miete. Wer keine Freude mit den Charakteren hat wird sicherlich auch dem kompletten Film wenig abgewinnen können, folgt die Geschichte doch bis auf wenige Ausnahmen eher überraschungsarm dem typischen Verlauf einer solchen Geschichte, inklusive der obligatorischen Love Story, die sich mit der Zeit langsam aufbaut.

Wer einzig auf Kroko-Action steht, dem werden nicht nur die Auftritte des Reptils zu selten sein und zu harmlos erscheinen, der wird auch mit dem Finale nicht viel anfangen können, das darauf verzichtet noch einmal für einen letzten Paukenschlag auszuholen, wenn alles zu Ende erzählt scheint. Bei „Lake Placid - Der Schrecken aus der Tiefe“ (Alternativtitel) ist mit der Gefangennahme des Krokodils die Geschichte tatsächlich zu Ende erzählt, und das ist in diesem Falle auch gut so, da diese Entscheidung konsequent zu nennen ist. Ein unnötiges, aber sympathisches Schlussgeplänkel zwischen den Liebenden gibt es noch kurz zu erleben, und dann folgt auch schon der Abspann, der ein Schlussbild präsentiert, welches manchen sicher staunen und/oder schmunzeln lässt.

„Lake Placid“ spielt nicht in der ersten Liga der gelungenen Reptilien-Horrorfilme mit. Da gefallen mir Werke wie „Black Water“, „Der Horror-Alligator“ und „Rogue - Im falschen Revier“ doch wesentlich besser. Aber einen Blick kann man durchaus riskieren, wenn man mit humoristisch untermalten Horrorbeiträgen etwas anfangen kann. Sympathische Darsteller bereiten in einem Nichts an Story genügend Freude um das Ende des Streifens nett unterhalten zu erreichen. Und auch die gelungene deutsche Synchronisation hilft dabei.


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