Montag, 3. Oktober 2016

DIE SCHADENFREUNDINNEN (The Other Woman 2014 Nick Cassavetes)


Als die Anwältin Carly ihren neuen Freund überraschend besucht, trifft sie statt auf Mark auf dessen Ehefrau Kate, von der Carly nichts wusste. Nachdem die beiden unterschiedlichen Frauen gemeinsam herausfinden, dass sie nicht die einzigen Menschen sind die von Mark verarscht wurden, entwickeln sie einen Racheplan und werden ganz nebenbei beste Freundinnen...


Nicht jeder weiß, dass er eine Firma besitzt...

Cameron Diaz ist schwer einzuordnen. Einst war sie mit Werken wie „Very Bad Things“, „Verrückt nach Mary“ und „Last Supper“ die Skandalnudel Hollywoods, die in Stoffen mitspielte an die sich manch einer nicht heranwagte, dann wurde sie zum Star, bewies sich in verschiedensten Rollen und Genres mit Filmen wie „In den Schuhen meiner Schwester“, rutschte währenddessen aber auch immer weiter in den Mainstream ab. Und nun scheint sie auf massenkompatibler Basis zurück zu ihren Wurzeln gekehrt zu sein. Während „Bad Teacher“ tatsächlich recht böse ausfiel und zu gefallen wusste, war „Sex Tape“ eine eher maue Angelegenheit, da er wesentlich braver ausfiel als es zunächst klang. Auch „Die Schadenfreundinnen“ ist keine schwarze Komödie a la „Heathers“ und „Der Rosenkrieg“ geworden, sondern doch wieder nur netter, massentauglicher Durchschnitt ohne Mut zur Provokation.

„The Other Woman“ (Originaltitel) verlagert das Thema der Teenie-Komödie „Rache ist sexy“ in die Erwachsenenwelt und greift zudem auf Elemente aus „Die Teufelin“ und „In Sachen Liebe“ zurück. Man kann es typisch Hollywood nennen, dass ein um realistische Gefühle bemühter Film vor hübschen Kulissen spielt, nur die finanzielle Elite ins Zentrum rückt und in eine Geschichte um Frauen, die sich aufgrund der sexy Konkurrenz nicht hübsch fühlen, nur gut aussehende Stars in den wichtigsten Rollen besetzt. Das sind Eigenschaften, die bereits deutlich machen wie sehr „Die Schadenfreundinnen“ aufs weibliche Zielpublikum schielt. Eine weitere wäre das schrille Spiel Leslie Manns, das trotz mancher Grenzüberschreitung allerdings trotzdem zu gefallen weiß und sie zum eigentlichen Star des Streifens macht.

Grenzüberschreitend ist auch manche Komik, die inmitten der Restinszenierung nicht hinein passen will. Auf einen kotenden Köter kann ich ebenso verzichten wie auf dumme Sprüche, wie jener über das Ohrfeigen per Hundehoden. Das ist vulgär und plump, nur leider nicht auf die charmante Art wie sie ein Steve Martin in seinen Filmen zu nutzen wusste, sondern anbiedernd ans Idioten-Publikum gerichtet, um auch bloß für jeden Zuschauertyp etwas im Programm zu haben.

Kaputt macht dies „Drei sind zwei zu viel“ (Alternativtitel) aufgrund der geringen Dosierung nicht. Hat man erst einmal erkannt wie schlicht und durchschnittlich das Konzept des Streifens ganz typisch Hollywood-Frauenfilm ausgefallen ist, geht man ohnehin mit geringen Erwartungen an den Restfilm heran, und mit dieser Grundhaltung darf man sich darüber freuen zumindest passabel unterhalten zu werden. Manche Slapstick-Nummer ist wahrlich lustig (die Stretchübungen im Gebüsch, oder der Scherben-freudige Abgang Marks in der Kanzlei), und die Grundstimmung ist angenehmer Natur.

Allerdings habe ich mich darüber gewundert, dass Cameron Diaz in ihrer Rolle so gar nicht glaubwürdig agierte. Eine schlechte Schauspielerin ist sie ja nun wirklich nicht. Zudem wirkte sie selten so unsexy auf mich wie in diesem Streifen, obwohl die Attraktivität eigentlich ein wichtiges Merkmal ihrer Rolle sein soll. Das mag aber auch viel am ungüstig geschminkten Make-Up liegen, das mir bei den meisten Gesichtern in diesem Film negativ aufgefallen ist, was mich schon verwundert, da ich auf diesen Aspekt sonst nie achte. „Die Schadenfreundinnen“ mag also etwas zu gewollt daher kommen und in einer mir etwas zu entrückten elitären Frauen-Welt spielen, aber er hat das Herz am rechten Fleck und weiß kurzweilig zu unterhalten und dies immerhin bei über 100 Minuten Laufzeit.


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