Samstag, 24. Dezember 2016

SNAKE PEOPLE (La muerte viviente 1971 Juan Ibanez u.a.)


Der Offizier Pierre Labiche kommt auf die Insel Korbai, auf welcher die Eingeborenen noch immer Voodoo-Rituale zelebrieren. Im Kampf gegen Aberglaube und Menschenopfer bekommt es der Realist schnell mit übernatürlichen Phänomenen zu tun, u.a. mit Zombies...


Prohibition als Weltenretter...

In seinen letzten Jahren drehte Boris Karloff aus Geldnöten heraus diverse Filme für den Mexikaner Juan Ibanez, der von Kollege Jack Hill Karloff-Szenen in Amerika anfertigen ließ und den Rest des Streifens in seiner Heimat Mexiko persönlich umsetzte. Das Verfahren verrät bereits die Kostengünstigkeit und dass man nicht mit Meilensteinen der Filmgeschichte rechnen muss, „Totentanz im Schreckenschloss“, eines dieser Produktionen, wusste aber zumindest auf sympathisch schundige Weise zu gefallen, so dass ich mich nicht völlig unmotiviert an „Snake People“ heranwagte, den man oftmals als „Cult of the Death“ auf DVD antrifft.

Leider ist die Geschichte um Voodoo, Magie und wiedererweckte Tote nicht so reizvoll ausgefallen wie der Vergleichsfilm, reiht er doch eigentlich nur mit diesem Thema einhergehende äußerliche Reize aneinander, um im wilden Bildermeer so etwas wie eine Geschichte vorzugaukeln. Da wird fleißig getrommelt, mit Schlangen herumgefuchtelt, getanzt, bizarr in die Kamera geglotzt (allen voran der kleinwüchsige Voodoo-Prister, der zu Beginn ewig dämlich lachen darf), da verschwinden Personen kurzfristig aus dem Bild um wieder eingeblendet zu werden, ewig passiert alles und nichts zugleich.

Wo ein Lucio Fulci aus diesen Zutaten einen hypnotischen, surrealen Bilderrausch gezaubert hätte, da verkommt „Todeskult“ (Alternativtitel) zum Zeit zögernden optischen Hokuspokus, der einen von Beginn an langweilt, anstatt einen in seinen Bann zu ziehen. Die deutsche Synchronisation macht es einem ohnehin schwer fair mit dem Film umzugehen, aber außer unmotivierter schwarzer Zeremonien und Wortgefechten zwischen Gläubigen und Ungläubigen gibt es nichts zu holen, und selbst diese beiden Eigenschaften wissen in ihrer Art der Umsetzung nicht zu gefallen.

Nebenbei gibt es einige skurille Einfälle, so wie die Mission der wichtigsten weiblichen Rolle, die glaubt sie könne die Erde retten, indem sie den Alkohol verbietet, der laut ihrer eigenen Studien über 99 Prozent allen Unheils in der Menschheitsgeschichte verursacht hat. Und der völlig lustlos spielende, greise Boris Karloff, der bei der deutschen Uraufführung 1971 bereits zwei Jahre tot war, darf in einer Doppelrolle auftreten, was seiner müden Darbietung leider keinen Zusatzreiz beschert.


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