Donnerstag, 26. Juli 2012

CHUCKY 2 - DIE MÖRDERPUPPE IST ZURÜCK (Child's Play 2 1990 John Lafia)


Nach den mysteriösen Vorfällen aus Teil 1 wird der kleine Andy seiner für verwirrt erklärten Mutter entrissen und kommt bei Gasteltern unter, die öfters elternlose Kinder bei sich aufnehmen. Als Chucky wieder auftaucht, um Andys Körper zu ergattern, glauben die Gasteltern, dass auch Andy psychisch gestörter ist, als sie es tragen könnten. Nur die Waisengöre Kyle hält zu ihm...


Schlechte Freunde wird man schwer los...

Chucky - Die Mörderpuppe“ war dank des für sein Thema unerwartet hohen Spannungsaufbaus ein Film, der nicht zwingend nur für den eingefleischten Horror-Fan von Interesse war. Teil 2 ist nun das, was ich bereits dem Erstling zugetraut hätte: ein Film für den Genre-Freund und noch dazu ein ziemlich guter. „Chucky 2“ ist so flott erzählt, dass man am Ende noch einmal auf die Uhr schauen muss, um sich zu vergewissern, dass die Zeit auch wirklich so schnell vergegangen ist. So etwas spricht immer für gute Popkornunterhaltung.

Im Vergleich zu Teil 1 fällt so einiges auf: die Puppenanimation hat sich verbessert, insbesondere die Mimik, deren verändernde Gesichtszüge schon ein echter Hingucker sind. Nun ab Teil 2 haben wir Deutschen es in unserer Sprachversion auch mit einer strengeren Stimme zu tun. Die Zeiten sind vorbei als Charles Lee Ray noch wie eine Puppe klang. Mit der neuen Stimme darf er noch mehr fluchen und böse Sprüche bringen als im Vorgänger. Ein Versuch mit dieser Verstärkung in Freddys Fußspuren zu steigen ist deutlich erkennbar. Glücklicher Weise sind Chuckys Sprüche über den Film hin gut verteilt und fallen nie negativ auf.

Positiv fällt zudem auf, dass die Geschichte gut auf seinen Vorgänger aufbaut und dessen Logik weiter befolgt, was später bei "Chucky und seine Braut" leider nicht mehr der Fall sein sollte. Mit Alex Vincent ist auch eine Originalbesetzung zurückgekehrt, und zusammen mit seiner deutschen Synchronstimme lässt der kleine, leidende Junge auch erneut alle Herzen mit ihm fühlen. Nein, was ist er süß, und was tut er einem leid. Damit bilden die ersten „Chucky"-Filme einen Gegenpol zu den gerade in den 80er Jahre aufkommenden Sympathien der Killer gegenüber, die unsympathische Charaktere abmurksen durften.

Sehr überrascht war ich über das flotte Fortschreiten der Geschichte. Die neuen Stiefeltern sind schneller tot als vermutet, ein ewiges Hinhalten gibt es nicht. Selbst der Junge weiß sehr früh, dass Chucky zurück ist. Dadurch fehlen zwar Elemente die zu mehr Gruselstimmung verholfen hätten, andererseits wird es aber auch nie langweilig. Neben den Stiefeltern (den Papa spielt übrigens Gerrit Graham, der Schauspieler des Dr. Norman Pankow aus "Parker Lewis"), die eher Nebensache sind, wird die Figur der Teenagerin Kyle mit eingebaut. Diese wird ebenso wie Andy schnell zum Sympathiecharakter beim Zuschauer und darf dem kleinen Jungen im Finale in allen Bedrohlichkeiten zur Seite stehen.

Dort trumpft der Film mit dem Spiel der Massenware unserer heutigen Industrie auf. Schon zuvor wurde zum in die Irre führen eine weitere Good Guy-Puppe in die Geschichte eingebaut, das Finale geht noch einen Schritt weiter und spielt schließlich in jener Fabrik, die besagte Puppen herstellt. Und was in diesen Räumen mit Chucky so alles angestellt wird, ist ein Spaß für sich. Der Bösewicht darf nun mindestens ebenso leiden wie der kleine, geplagte Andy, den es 8 Jahre später in „Chucky 3“ in eine Militärakademie verschlagen wird.

Die Synchronisation ist etwas zu schwach geraten, besonders negativ fallen die Stimmen der Stiefeltern auf. Aber ansonsten steht einer flotten, wenn auch eher anspruchslosen, Unterhaltung nichts im Weg. Die Klasse des ersten Teils ist nicht mehr vorhanden, aber für eine Horrorfortsetzung ist dieser zweite Teil überraschend gut ausgefallen.


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