Dienstag, 24. Juli 2012

PAASHAAT (2011 Bouke Mekel)


Der Osterhase wird erschossen, aber nachdem sein Leichnam mit einem Gift in Berührung kommt, erwacht er als mordlüsterner Zombie-Hase zu neuem Leben und bedroht das Leben des geistig behinderten Timmie und dessen Familie...


Osterhase 2.0 ...

Wenn der Osterhase als Zombie wiederkehrt, dann braucht man nicht mehr darüber diskutieren ob ein Film augenzwinkernd erzählt sein will oder nicht, und man braucht erst recht nicht über freiwillige oder unfreiwillige Komik diskutieren, wenn kleine Gimmicks, wie eine Karotten-Harpune, die ohnehin schon so bescheuert klingende Grundgeschichte zusätzlich bereichern.

Der aus Holland stammende, halbstündig laufende Kurzfilm klingt in seiner Rezeptur jedoch eine Spur ausgeflippter als er sich letztendlich guckt. Zwar ist die eigentliche Geschichte so kaputt wie ihr Aufhänger, und die in ihr agierenden Figuren sind es ebenso, aber vom Storyverlauf her orientiert man sich doch stark am klassischen Horrormuster, so dass „Paashaat“ nicht zu einem individuellen Alternativerlebnis wird oder zu einer wilden Splatterorgie verkommt. "Paashaat" nimmt sich Zeit für seine Figuren und Situationen und lässt sein Monster erst nach der Hälfte der Laufzeit auferstehen. Weitere 5 Minuten vergehen bis der untote Osterhase einem nach dem anderen umbringen darf.

Freilich machen die letzten 10 Minuten am meisten Spaß. Die Puppe sieht herrlich billig aus und ist ähnlich professionell bewegt wie die kostengünstigen Puppenfilme eines Charles Band. Die Goremomente sind hart, auf Underground-Filmebene jedoch harmlos und zurückhaltend zu nennen. Der Spaß am Nonsens sollte im Mittelpunkt stehen, und da blieb man diesbezüglich konsequent.

Ein Film mit solch einer Story funktioniert freilich nur, wenn er direkt erzählt ist ohne das Publikum in Watte zu packen, und so verwundert es auch nicht, dass dies bei „Diseaster“ (internationaler Titel) der Fall ist. Im Mittelpunkt steht ein geistig behinderter junger Mann, den man gar nicht erst versucht ernst zu spielen. Gnadenlos blödelt sein Darsteller drauf los, was einigen sicher nicht schmecken dürfte. Aber genau das gibt dem Film sein unverkrampftes Flair, was er durch sein Einhalten des konventionellen Handlungsablaufs an anderer Stelle wieder einbüßt.

So ist „Paashaat“ auf der einen Seite zwar sehr konsequenter Unsinn, er wirkt jedoch nicht so mutig wie ein „Terror Toons“ oder ein „Nudist Colony Of The Dead“. Würden wir hier nicht von einer derart abgedrehten Geschichte sprechen, das Wort konservativ könnte passen.


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