Freitag, 30. November 2012

TRACK OF THE MOON BEAST (1976 Richard Ashe)


Ein Geologe wird während seiner Arbeit von einem Stück Mondstein getroffen und verwandelt sich nun des öfteren in ein Echsenmonster, welches Menschen tötet. Die Polizei ermittelt gemeinsam mit einem Indianer, der durch Legenden seines Volkes einiges über die Kreatur weiß...


Es muss nicht immer Werwolf sein...

Lust sich mal wieder etwas zu langweilen? Darf es diesmal auch auf englisch sein? Prima, dann habe ich für solche Wünsche den perfekten Streifen. „Track Of The Moon Beast“ ist langweilig, in Deutschland nie erschienen (warum wohl?) und zudem unglaublich anstrengend zu gucken. Und dies nicht nur wegen dem fehlenden Unterhaltungswert, sondern auch weil der Englischslang, der uns hier vorgesetzt wird, für einen Deutschen wirklich schwer zu verstehen ist. Und wie man bereits herausliest, wird die Mühe den Worten zu folgen nicht einmal belohnt.

Es gibt in diesem Streifen nicht einen einzigen Darsteller, der die Motivation hatte gut zu spielen. Alle agieren lustlos und manch einer verkrampft. Warum sollten sie es auch besser machen? Wer, wie es sich für einen Schauspieler gehört, zuvor das Drehbuch gelesen hat, weiß, dass der dafür zuständige Autor es nicht schaffte, die 08-15-Geschichte, die in ähnlicher Form schon oft brauchbar erzählt wurde, mit irgend etwas aufzuwerten. Im Gegenteil, so ziemlich alles zieht die Routine der groben Geschichte ins unterirdische herunter.

Unlogiken häufen sich ohne dabei das Zwerchfell zu kitzeln, und ewiges Gelaber hält dauerhaft von Aktionen fürs Auge ab, und das selbst im Finale, wo spätestens in anderen mageren Genrebeiträgen die Post abgeht. Warum sollte sich bei einem solchen Rezept noch irgendwer Mühe geben? Das Monsterkostüm ist ein Witz, das in seiner Art schon 20 Jahre zuvor im Kino zu sichten war (Typ im Gummikostüm), belustigt nicht einmal wirklich, da es ewig im Dunkeln auftaucht und man bei Angriffen ominöse Filmschnitte ertragen muss. Kaputtes Filmmaterial? Aus Kostengründen so geschnitten? Eine geschnittene Fassung? Alles möglich!

Natürlich kommt das Vieh auch viel zu selten vor, und von den Metamorphose-Spezialeffekten sollte man besser gar nicht erst sprechen. Der Trick der Überblende, bei still liegenden Personen, wurde schon Jahrzehnte zuvor wesentlich gekonnter, da flüssiger, umgesetzt. Und ich rede hier von wirklich vielen Jahrzehnten zuvor. Weitere Spezialeffekte wurden gemalt und ins Filmmaterial hineingeritzt.

Am allerübelsten ist allerdings das Talent des Regisseurs zu nennen. Wie man bereits herauslesen konnte, war er nicht in der Lage seine „Schauspieler“ dazu zu motivieren, ihre Rollen glaubhaft zu verkörpern, bzw. sie überhaupt dazu zu bringen sich mit ihren Figuren zu identifizieren. Nein, er schien ihnen ohnehin recht wenig Hinweise zu geben, wie der fertige Film später aussehen sollte (vielleicht weil er es selber nicht wusste?).

Für diese Behauptung gibt es ein wirklich tolles Beispiel im Finale des Filmes. Wenn der Mondstein-Echsenmann irgendwann dahinstirbt, passiert dies in einem rotflackernden Licht (für seine Zeit auch mehr als plump getrickst), welches selbstverständlich erst später in den Film eingefügt wurde. Den Schauspielern wurde dies wahrscheinlich nicht mitgeteilt, denn alle starren in die Richtung des sterbenden Ungeheuers, keiner kniept die Augen zu, guckt angestrengt oder hält sich gar die Hand vor die Augen. Herrlich! Die besagte Szene ist wie erwähnt am Ende des Filmes zu begutachten, da überrascht ein so fataler Fehler freilich nicht mehr. Zu diesem Zeitpunkt ist man bereits abgehärtet und weiß, dass man nichts zu erwarten hat.

Dümmliche Klischees über die Indianerkultur dürfen übrigens auch nicht fehlen. Und natürlich schießt der hier auftretende Ureinwohner Amerikas noch mit Pfeil und Bogen. Immerhin darf er der ewig schwafelnde Held sein, denn die Kreatur kannten die Indianerstämme laut der Geschichte schon lange. Alleine schafft er es aber doch nicht. Also stößt die Polizei dazu, denn der Bürger von einst sollte, wie schon 20 Jahre zuvor, nach dem Kinobesuch beruhigt schlafen können, ruhigen Gewissens, dass die Polizei immer für Dich da ist und Dir hilft, wie aussichtslos die Lage auch scheinen mag. Na dann, gute Nacht! 


Trailer,   OFDb

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