Freitag, 1. Februar 2013

THEY MUST EAT (2006 Tommy Brunswick)


Der von allen unterdrückte Sanford kommt notgedrungen im Haus seines Onkels Carpenter unter, als er eines Tages von seiner Freundin aus der gemeinsamen Wohnung geschmissen wird. Zufällig entdeckt er eines nachts wie der Onkel eine Leiche zerstückelt, um sie an Ghule zu verfüttern. Als er stirbt kümmert sich Sanford um die düsteren Geschöpfe. Dabei findet er heraus, dass er sie gegen seine Peiniger abrichten kann...


Düstere Verbündete...

Ghule gehören wohl mit zu den seltensten klassischen Geschöpfen im Horrorfilmbereich, dabei sind sie spätestens seit der Schriften von H.P. Lovecraft auch in Europa bekannt, die Leichen fressenden Dämonen, die in der Dunkelheit lauern, ein Szenario das auch Jason Dark nur all zu gern in seiner „John Sinclair"-Reihe einbaute, beispielsweise in der Ausgabe „Der Keller“.

Im Vergleich zu anderen Dämonen sind sie eher passiv zu nennen, zumindest in den wenigen Werken in welchen sie mir über den Weg liefen. Das könnte ein Anhaltspunkt für ihre seltene Verwendung sein. Zumindest hat sich Regisseur Brunswick („Mr. Jingles“) ihrer nun angenommen, und ich muss sagen, dass er sie genau so präsentiert, wie ich sie mir immer vorgestellt habe. Selbst äußerlich trifft dies zu, sind die Wesen doch für eine Produktion, die nah am Amateurfilm zu nennen ist, recht gelungen umgesetzt, sicherlich kostengünstig und schlicht, aber doch recht wirksam.

Das war es aber schon fast der positiven Worte, denn „They Must Eat“ (müssen das nicht alle?) ist leider nicht sonderlich originell ausgefallen. Dass er sich fast komplett dreist bei der Geschichte von „Willard“ bedient, mag noch verziehen sein, aber seine ewige Monotonie ist einfach unerträglich, so dass positive Aspekte wie eine langsame Einführung in die Geschichte zur Charaktervertiefung in den Negativbereich abrutschen.

Fast geradezu unerträglich wird der Streifen zudem durch seine grottenschlechte Synchronisation, die anspruchsloser nun wirklich nicht mehr umzusetzen geht. Das ist schon recht schade, denn für einen so billig heruntergekurbelten Independent-Streifen sind die Darsteller eigentlich recht brauchbar ausgefallen, was gerade in der Besetzung der Hauptrolle auffällt, die zudem von der Maske wunderbar als glaubhafter Versager zurecht gemacht wurde, ohne in ein klassisches Klischee hinab zu rutschen.

Dass es an blutigen Szenen relativ wenige zu sehen gibt, darf bei einer Produktion dieses Kaliebers verwundern, interessiert mich aber ohnehin nicht wirklich, brauche ich den roten Lebenssaft doch nicht so dringend wie manch anderer Horror-Fan. Zahm ist  „They Must Eat“ nicht gerade, andererseits zelebriert er seine Gewalttaten kein bisschen, rutscht gerne ins Zurückhaltende ab, dies jedoch auf gleiche monotone Art wie der Rest der Erzählung.

Brunswick gibt sich alle Mühe die Geschichte möglichst glaubwürdig zu halten, aber sein ewig selbst ausbremsendes Tempo macht ihm trotz aller guter Absichten einen Strich durch die Rechnung. Dass die deutsche DVD-Veröffentlichung zudem ohne deutschen Untertitel erschienen ist, bricht Leuten, die im englischen nicht so bewandert sind (ja, die gibt es noch) endgültig das Genick, wird es doch nur wenige Menschen auf diesem Planeten geben, die es schaffen die unerträgliche Deutsch-Vertonung bis zum Schluss durchzuhalten, so wie ich sie heldenhaft durchgestanden habe. Wo bleibt mein Orden für Durchhaltevermögen, Tapferkeit und unbelehrbare Dummheit?

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