Sonntag, 4. August 2013

KRONOS (1957 Kurt Neumann)


Ein Roboter aus dem All wandert auf der Erde umher nach Energiequellen suchend, die er nach Aufspüren anzapft und dabei an Größe gewinnt. Hilfe bekommt der immer größer werdende Roboter von einem Wissenschaftler, der unter Fremdeinfluss steht und nicht mehr Herr seiner selbst ist. Die Menschheit muss handeln, zumal sich der Koloss immer näher auf eine Großstadt zu bewegt...


Der Klotz aus dem All...

Dieser kleiner Roboter-Film schaffte es bislang nicht nach Deutschland. Dabei ist er eigentlich recht putzig umgesetzt. Zu seiner Zeit mag er vielleicht sogar recht gut gewirkt haben, wer weiß. Das Design des Roboters ist schlicht und ungewöhnlich und damit eigentlich als richtig gelungen zu bezeichnen. Passende Vergleiche fallen mir nicht ein, es scheint einzigartig zu sein. Kein Wunder, Konkurrenzprodukte versuchen stets einem Roboter einen gewissen Charakter zu bescheren. Der Apparat aus „Kronos“ ist lediglich ein Klotz, eine sich bewegende Maschine. Mehr soll es nicht sein.

Die Spezialeffekte sind simpler Natur, wie für eine derartige Produktion zur Entstehungszeit geradezu üblich. Deswegen schaut sich „Kronos“ trotz an sich gelungener Umsetzung mit den Augen von heute recht humorfördernd. Wenn ein unbewegliches Metallgebilde sich fortbewegt, indem man ihm Zeichentrick-Beinchen ins Bild malt, die sich auf und ab bewegen, dann ist das schlichtweg zum schreien komisch. Da kann man noch so viel Respekt vor vergangenen cineastischen Zeiten haben.

Explosionen und die Schüsse die Kronos abfeuert sind ebenfalls charmant simpel umgesetzt. Es wäre allerdings traurig, wenn Neumanns Werk nur durch seine unfreiwillige Komik wirken würde. Denn trotz aller unübersehbaren Naivität ist es dem Regisseur durchaus gelungen seinem Werk eine gewisse Atmosphäre zu bescheren, innerhalb einer gar nicht mal uninteressanten Geschichte, die sich ein Emmerich heutzutage auch nicht entgehen lassen würde, um es auf der Leinwand ordentlich krachen zu lassen.

Nur leider geht „Kronos“ hin und wieder mal die Puste aus. Dann wird es kurz langweilig. Solche Momente halten zwar nicht lang genug an um den Film ein schlechtes Ergebnis zu bescheren, aber mit diesem Defizit driftet er in die Mittelmäßigkeit ab.

Wie naiv dieses kleine Filmchen ist und was für Effekte man zu erwarten hat wird direkt zu Anfang geklärt, wenn ein putziges kleines Ufo umherfliegt und nachher nur noch ein kleiner weißer Punkt ist, dass man sich an die urigsten Telespiele zurückerinnert fühlt: Tennis und Tontaubenschießen versimpelt auf ein wanderndes weißes Viereck. Da braucht also niemand am Ende des Films zu meckern, hätte man, wenn einem dies wichtig zur Erfüllung eines gelungenen Filmabends ist, doch schon nach dieser Sequenz ausschalten können. Die elektrischen Töne, die man hin und wieder hört, erinnern übrigens, wo wir thematisch schon bei vergangenem Elektrospiel-Vergnügen sind, an die im Vergleich etwas moderneren C64-Spielgeräusche, der Blick durch ein Teleskop gar komplett an ein Spiel auf dem Niveau dieses Computers.

Ja, ja.... „Kronos“ ist schon ein Filmchen für sich. Reduziert man die Story auf das was sie eigentlich ist und vergleicht man dies mit dem was man aus dem Alltag kennt, könnte man spöttisch sagen der Film handle von einem wandernden Akku. Vielleicht sollte man mal eine Parodie drehen mit einem Akku aus heutigen Zeiten, der so gar nicht mehr kolossal aussieht. Aber dafür ist Neumanns Science Fiction-Beitrag dann doch zu unbekannt.

Also, Trash-Freaks und Science Fiction-Nostalgiker können ruhig einen Blick riskieren. Für die wird der Film keine kleine Perle wie „Colossus“ sein, aber zumindest ein kurzweiliges interessantes Erlebnis. Mir persönlich war „Kronos“ eine Spur zu lahm umgesetzt, auch für einen Film aus seiner Zeit.


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