Freitag, 18. Juli 2014

HÄNSEL UND GRETEL (Hansel & Gretel 2013 Anthony C. Ferrante)


Als Hänsel und Gretel nach einem Unfall hilfesuchend auf Gretels Chefin in einer Hütte im Wald treffen, ahnen sie noch nicht, dass die hilfsbereite alte Dame ganz andere Pläne mit ihnen hat...


Kinderpastete...

Es war einmal... eine Filmfirma namens The Asylum, die drehte stets billige Werke thematisch passend zu aktuellen Kinofilmen und hatte trotz mieserabelster Ergebnisse damit auch noch Erfolg. Wirklich gelungener Durchschnitt wie „Krieg der Welten 3“ gelang ihnen so gut wie nie, aber oftmals wenn das Original nur wenig taugte, wusste manche Billigverfilmung zumindest gleichzuziehen, so geschehen bei „I Am Omega“, der im Zuge von „I Am Legend“ erschien, und auch der Fall bei „Hänsel und Gretel“, der im Zuge von „Hänsel und Gretel - Hexenjäger“ erschien.

Im Gegensatz zum letzten Menschen auf Erden wird nicht versucht das tatsächliche Konzept des Originals zu kopieren. Die Namensgleichheit durch den nicht geschützten Namen „Hänsel und Gretel“ reicht bereits aus, und so erzählt der hier besprochene Streifen das Märchen sehr frei und modernisiert ein wenig nach. Wie jede Asylum-Produktion ist das Drehbuch von der Logik her löchriger als ein Schweizer Käse, Sinn macht da wenig, aber etwa 50 Minuten lang weiß der Streifen eigentlich recht nett zu gefallen ohne dabei etwas besonderes zu sein. Auf 90 Minuten wird er aufgrund seiner Belanglosigkeit dann doch etwas zu zäh, besser als „Das Hänsel und Gretel Massaker“ ist er jedoch definitiv ausgefallen.

Freilich musste die deutsche Fassung wieder einiges an Federn lassen. Ungekürzt soll teilweise echt die Post abgehen, völlig ohne Blut kommt die geschnittene Fassung jedoch auch nicht aus. Um den ollen Gore geht es aber ohnehin nicht, „Hänsel und Gretel“ soll einfach augenzwinkernd Spaß auf Schundfilm-Niveau machen, und dank passabler, teilweise sogar recht stimmiger Umsetzung und einem herrlich kranken Genre-Mix aus „Muttertag“, Grimms Vorlage um die beiden titelgebenden Bälger und Hoopers „Texas Chainsaw Massacre 2" ist das Ziel eigentlich auch erreicht worden. Allerdings tut es ein bisschen weh mit ansehen zu müssen, dass „Cujo“-Legende Dee Wallace bei The Asylum gelandet ist. Das hat etwas von den Z-Promis Deutschlands die seinerzeit ihr Karriere-Ende als Moderator einer 9live-Sendung erlebt haben. The Asylum ist für viele auch eine Art Endhaltestelle. Viel Glück, Dee, gib nicht auf!


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