Sonntag, 13. Juli 2014

VIER FÄUSTE GEGEN RIO (Non c'è due senza quattro 1984 Enzo Barboni)


Zwei reiche Industrielle engagieren zwei Doppelgänger, weil ihnen ein Unbekannter nach dem Leben trachtet. Wenn die beiden Doppelgänger herausfinden wer der Feind ist, winken ihnen pro Nase 1 1/2 Millionen Dollar...


Was ist mit die Kohlen?...

Entweder war es Zufall oder ein Bedürfnis der Zeit seine Stars in Doppelrollen auf der Leinwand herumstolpern zu sehen, denn im selben Jahr von „Didi - Der Doppelgänger“ kam „Vier Fäuste gegen Rio“ in die Kinos, der über einen ähnlichen Plot verfügte, mit der Ausnahme, dass die Doppelgänger von Anfang an wissen, dass ihnen jemand ans Leder will. Ansonsten gibt es der Übereinstimmungen so einige, inklusive dem Auflauern der Täter im schnieken Auto der Reichen.

Vom Niveau her hinkt „Vier Fäuste gegen Rio“ dem gekonnt gewitzten Hallervorden-Film hinterher. Aber wenn man bedenkt dass die große Zeit der Spencer/Hill-Filme deutlich vorbei war und der Film um die zwei Doppelgänger eigentlich im Nachhall des großen Erfolges entstanden ist, darf man schon überrascht sein was für einen guten Streifen die beiden kurz vor dem endgültigen Ende des Zuschauerinteresses fertiggestellt haben. Mag vieles der funktionierenden Komik auch der Verdienst der sympathischen deutschen Synchronisation sein, man sieht den beiden Mimen die Spielfreude an, die am Set herrschte, auch wenn sie streng genommen nur einen der besten Gags von „Vier Fäuste für ein Halleluja“ auf Spielfilmlänge strecken: Unzivilisierte tarnen sich als Edelmänner und fallen mit ihrem unflätigen Verhalten auf.

Regisseur E.B. Clucher, der mit Bud Spencer und Terence Hill schon so einige Filme abgedreht hatte, inklusive ihrer besten Arbeit namens „Die rechte und die linke Hand des Teufels“, der den Kult um die beiden überhaupt erst auslöste, experimentiert nicht viel, setzt die beiden Charaktere so ein wie man sie sehen will und übertreibt es glücklicher Weise nicht mit den Prügelszenen. Auf die erste darf man eine halbe Stunde lang warten, und wenn geprügelt wird, dann auch gleich richtig mit viel Sehwert für den Zuschauer.

In ihrer Doppelrolle als sanfte Reiche sind die beiden Haudegen hingegen absichtlich gegen den Strich besetzt, und das weiß einfach zu belustigen, eben weil sie sich durch all ihre Filme gleichen Musters als Prügelknaben beim Publikum eingebrannt haben. Letztendlich nutzt man das was den Werken gerne vorgeworfen wird, das endgültige Widerkäuern ein und der selben Idee, um daraus die Wirkung zu erzielen.

Das weiß zu gefallen und wird auf Seiten der Sanften auch ordentlich ausgeschlachtet mit lustigen kleinen Macken im Verhalten und Rückgrat-losen Sprüchen wie dem Highlight um die Verteidigung einer Walderdbeere. Wenn auf der umgekehrten Seite dem dicken Haudegen ein Diät-Menü serviert wird oder per Hypnose versucht wird geheime Informationen zu entlocken, bleibt kein Auge trocken. Ohnehin scheint es Bud Spencer zu sein, der die besseren Szenen zugeschrieben bekommen hat, wenn auch nur im direkten Vergleich.

„Vier Fäuste gegen Rio“ will nichts Großes sein, lebt mit viel Spielfreude seine simple Idee aus und setzt damit eigentlich auf Nummer sicher, zum Glück auf die gelungene Art, so dass die Bewunderer von Spencer und Hill ihre beiden Stars noch einmal in einem für Fans rundum gelungenen Film sehen durften, bevor nur noch Magerkost oder Alternativprogramm mit ihrer Teilnahme in die Kinos kam. „Vier Fäuste gegen Rio“ kann man als den letzten großen und echten Film der beiden betrachten. Der bereits recht witzarm ausgefallene Folgefilm „Die Miami Cops“ besaß nichts mehr vom Charme der so endlos scheinenden Reihe um die Spencer/Hill-Prügelkomik-Filme.

1 Kommentar:

  1. Ich kann gar nicht sagen, wie oft ich den damals gesehen habe. Aber eigentlich jeden Spencer/Hill-Film. Ebenso "Miami Cops" und alle anderen. Hatte damals auch nicht so das Qualitätssystem und mochte jeden Film mit ihnen sehr :)

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