Freitag, 1. August 2014

THE BOOK OF ELI (2010 Albert Hughes u.a.)


In einer Welt, in der es vor Jahrzehnten zu einer solch großen Katastrophe kam, dass die Zivilisation unter ging, wandert ein Fremder Richtung Westen, im Besitz ein Buch für das so mancher töten würde. Der mächtige Carnegie, der dabei ist ein eigenes kleines Reich mit allerhand Untergebenen zu errichten, weiß dass es sich im Besitz des Fremden befindet. Er unternimmt alles um an das Buch zu gelangen. Doch der Fremde ist nicht so leicht klein zu kriegen...


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„The Book Of Eli“ ist ein nicht ganz ungefährlicher Film, verkauft er doch eingepackt in das allseits beliebte Endzeit Science Fiction-Genre die Worte Gottes, ist also nicht einzig dafür geschaffen um zu unterhalten, er soll auch missionieren. Der kritischen Worte werden zwar auch geäußert, so z.B. dass die Bibel, jenes Buch von welchem der Fremde das letzte Exemplar bei sich trägt, seinerzeit eine Teilschuld an jenem Krieg trug, der die menschliche Zivilisation schließlich vernichtete und die Natur weitestgehenst zerstörte. Aber das ist nur Teil einer der Hauptaussagen dieses Filmes. Religion wird gerne von falschen Predigern ausgenutzt. In den richtigen Händen würde sie jedoch Wunder bewirken und den Menschen neue Hoffnung geben.

Das wird Christen gefallen. Menschen wie ich, die lieber der Wissenschaft und dem sozialen Miteinander verbunden sind, bemerken den faden Beigeschmack der Manipulation. Ich mag es nicht missioniert zu werden, und ich mag es erst recht nicht aus einer Richtung die so viel Unheil über die Menschheit brachte. Deswegen ist ein Werk wie „Book Of Eli“ meiner Meinung nach mit Vorsicht zu genießen. Im Gegensatz zu meiner üblichen Grundüberzeugung solchen Dingen aus dem Wege zu gehen muss ich jedoch gestehen, dass ich den Film der Hughes Brüder durchaus mag und finde, dass er einen Blick wert ist. Die Art wie er erzählt ist, ist geradezu packend angegangen. Auch als Atheist wird man zart von der Atmosphäre des Streifens berührt, während einem gleichzeitig die bedrohlichen, warnenden und traurigen Bilder einer untergegangenen Welt faszinieren.

Psychologisch recht schlicht gestrickt beginnt der Film mit einem Farbfilter nahe dem Schwarz/Weiß und wird im Laufe seiner Erzählung immer bunter, wenn auch passend zur Welt noch recht dreckig gehalten. Aber was ein so simples Stilmittel ist, weiß gekonnt zu wirken dank großartig eingefangener Bilder, einem stimmigen, fast meditativen Soundtrack und allerhand talentierter Mimen vor der Kamera. Mila Kunis und Denzel Washington habe ich nur selten besser erlebt, trotzdem stehen sie im Schatten des großartigen Spiels von Gary Oldman. Die Regie baut jedoch nicht nur auf sie, sondern auch auf die Kraft der Ruhe. „The Book Of Eli“ ist langsam erzählt, und selbst seine überzeugenden Actionszenen wirken sanfter als in anderen Filmen, wahrscheinlich auch weil Spielereien wie unnötige Schnittgewitter gemieden werden.

Die Hughes Brüder verlassen sich voll und ganz auf die Charaktere ihrer Geschichte und auf die Wirkung der erweckten Endzeitwelt, irgendwo pendelnd zwischen Motiven des klassischen Western-Genres und der Inspiration aus der „Mad Max“-Trilogie. „The Book Of Eli“ zieht einen in seinen Bann und könnte damit ein wirklich großartiger Film sein - wenn, ja wenn er nicht christlich missionieren würde. Eli, Teil der Worte Religion und selig, ist leider kein neutraler Charakter der glaubt eine Mission zu haben, was den Streifen wesentlich vertrauenswürdiger gestaltet hätte, er wird geradezu von Gott auf seiner Reise beschützt. Seine übernatürliche Erfahrung mit der Stimme die er einst empfing wird im Finale bestätigt. Gott existiert. Die Bibel kann weiter leben.

Von daher kann ich verstehen, dass mancher Nicht-Christ keinen Gefallen an „Book Of Eli“ finden wird und jemanden wie mich, der den Kompromiss wagt, als Paradebeispiel nennt wie es Religion immer wieder schafft Leute derart zu manipulieren, dass sie beginnen zu glauben oder Teilaspekte des Glaubens anzunehmen. Immerhin fühlte ich mich von der Handschrift der Hughes-Brüder tatsächlich zärtlich berührt. Aber das empfinde ich nur auf rein cineastischer Ebene so, und auf dieser lasse ich es auch all zu gerne zu.

Es wäre zu schade „Book Of Eli“ rein aus Prinzip aus ideologischen Gründen komplett zu ignorieren. Dafür ist er einfach zu stark erzählt, düster und emotional zugleich, staubig und trocken und doch optimistisch. Der Mix stimmt. Und die Botschaft des Streifens kann man durchaus annehmen, teilen und leben: Tu für andere mehr als Du für Dich selbst tust. Das ist ein schöner Leitsatz. Aber man sollte nicht so naiv sein zu glauben, dass dieses Motto erst mit dem Beginn des Christentums oder dem Schreiben der Bibel entstanden ist. Soziale Menschen gab es schon immer, und die ehrlichen und geistig gesunden findet man sicherlich nicht in der Kirche.

Kommentare:

  1. Hmmm, spricht es eigentlich für den Film, wenn ich mich nicht mehr so wirklich daran erinnern kann? Ich weiß, das die Bibel eine zentrale Rolle im Film einnimmt, aber kann mich partout nicht mehr an das Ende und gewisse Parts dazwischen erinnern. Mila Kulis hat da mitgespielt? Ich glaub, ich muss den Film doch noch mal schauen. Zu viele Lücken... ;)

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    1. Dass man "Book Of Eli" inhaltlich wieder verdrängt wundert mich nicht, er ist eher visuell und atmosphärisch großartig erzählt. Als ich den Film gesehen habe war mir vorher übrigens gar nicht bewusst dass Kunis mitspielt. Aber nach ihrem positiven Mitwirken hier werde ich nun besonders neugierig auf "Black Swan", da wird sie für ihr Spiel in den Medien ja so oft gelobt. Ich lasse mich mal überraschen.

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