Dienstag, 5. August 2014

LIEBESGRÜSSE AUS DER LEDERHOSE 7 - KOKOSNÜSSE UND BANANEN (1990 Gunter Otto)


Fridolin bekommt nach nur wenigen Jahren Ehe von seiner Frau mitgeteilt, dass sie sich zukünftig Sex mit anderen anstatt mit ihm wünscht, wohnen könne man ja trotzdem noch zusammen. Mit Hilfe eines Freundes organisiert er sich eine Prostituierte, die so tun soll als sei sie Fridolins neueste Herzensdame...


Was ist schon Beischlaf ohne dabei zu jodeln...

Man macht schon so einiges mit wenn man große Brüder hat. Naiv mit einem von ihnen zum Flohmarkt verabredet saßen wir zwei Stunden später bei ihm zu Hause, weil er die DVD „Kokosnüsse und Bananen“ erstanden hat. Zusammen mit ihm und seiner Freundin erhofften wir uns ein unfreiwillig komisches Trash-Erlebnis, auch wenn unsere Vorfreude schon gravierend gebremst wurde, als wir auf dem Cover zu spät entdeckten einen Streifen aus den 90er Jahren erwischt zu haben anstatt aus den Trash-kompatibleren 70er Jahren. Nun gut, die Hoffnung stirbt zuletzt, scheinbar aber nicht die Gehirnzellen so mancher Filmschaffender, denn was jemand mit (dem auf dem Cover im Titel unterschlagenen) „Liebesgrüße aus der Lederhose 7“ anfangen soll, ist mir ein Rätsel. Erst recht jetzt wo ich weiß, dass er auch als Schundfilm jedweger Art nichts taugt.

Zachi Noy spielt abgesehen davon dass er offiziell erwachsen und verheiratet ist, das was er schon immer in der „Eis am Stiel“-Reihe verkörpern durfte, mit dem einzigen Unterschied dass seine Unterhose diesmal nicht das liebestötende weiße Feinripp ist. 9 Jahre bevor er mit „Crossclub“ mit seinem Untalent sogar in den Bereich des Amateurfilms abgerutscht ist, macht er sich noch einmal auf die übliche Art zum Affen - lustig ist da nur gar nichts mehr, erst recht wenn er gefühlte Ewigkeiten den völlig fertigen Ehemann spielen darf, der über die geschriebenen Worte seiner Frau aus einem Brief nicht hinweg kommt. Es sollte einem Geschichtenerzähler doch eigentlich bewusst sein, dass man einen komisch erzählten Film automatisch ausbremst, wenn man es mit dem ewigen Jammern übertreibt.

Aber in „Liebesgrüße aus der Lederhose 7“, dessen sechs Vorgänger ich glücklicher Weise nicht kenne, ist ohnehin Hopfen und Malz verloren, so ur-bieder sich der Streifen gibt und so verzweifelt er verstaubte Gags noch einmal aufzuflammen versucht. Die 70er Jahre mit ihren Kalauerbeiträgen waren längst tot, die Erotik schon um Meilen weiter als alles was der Film gerne als provokant verkaufen will, und da man einzig auf nackte Brüste setzt, kann man da nur scheitern.

Zumindest kann man dem Film zugestehen, dass er keine Püppchen im Eva-Kostüm präsentiert. Die Frauen sind Frauen von nebenan, nicht gerade attraktiv anzusehen, aber zumindest echt. Leider machen die längst aus der Mode gekommenen aber immer noch im Film getragenen 80er Jahre-Frisuren der Damen auch diesbezüglich jegliches Wohlfühlen zunichte, so dass selbst der Freund realitätsnaher Erotik nichts Erfreuliches zu erblicken bekommt. Damit ist auch der letzte mögliche positive Blick auf dieses Werk Chancen-los zunichte gemacht.

Dass eine groß angekündigte erotische Show im Bordell eine hochgradig gelangweilte Stripperin zeigt, ist zumindest auch aus dem Leben gegriffen, wenn ich so an meinen Ausflug an die Reeperbahn zurück denke, bei welchem ich mir frustrierte Tabledancerinnen angucken durfte, bei denen nur noch die allergeilsten Zuschauer nicht bemerkten wie unglücklich die Damen in ihrem Job waren. „Liebesgrüße aus der Lederhosen 7“ ist somit nah an seinem anvisierten Publikum dran - nur lustig ist das alles nicht, weder freiwillig noch unfreiwillig.

Und weil uns das dann alles irgendwann zu doof und vor allen Dingen viel zu langweilig war, haben wir nach besagtem Show-Element im Bordell ausgeschaltet - noch weit von der eigentlichen Geschichte entfernt, in welcher Fridolin sich eine Prostituierte kaufen wird zu anderen Zwecken als üblich. Etwa 30 - 40 Minuten Laufzeit waren trotzdem schon rum, eben weil die Geschichte nie zu Potte kommt und man lieber zum 100. Mal auf den Brief der Ehefrau schimpft, den Namen des Hundes erwähnt oder Alkohol trinkt, anstatt irgend etwas halbwegs interessantes zu erzählen. Dies ist somit die Review eines angebrochenen Filmes. Über den Rest will ich schon gar nichts mehr wissen.


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