Mittwoch, 3. September 2014

ICH BIN EIN BERLINER (2005 Franziska Meyer Price)


Als der Gauner Felix erfährt, dass seine Tante ein Verhältnis mit John F. Kennedy hatte, fälscht er Papiere und gibt sich als Sohn seiner Tante aus und somit als Sohn Kennedys. Nun will er seine Story an die Zeitung verkaufen. Die Journalistin Nina ist zunächst kritisch, lässt sich letztendlich aber doch überzeugen, da ihre Recherchen beweisen, dass Felix‘ geglaubte Lüge die Wahrheit ist. Felix, der sich durch seine Zuneigung zu Nina immer schuldiger fühlt diese anfangs belogen zu haben, genießt das Leben im Rampenlicht nicht wirklich, da er von ominösen Männern beobachtet wird - Männer des CIA?...


Ich bin kein Betrüger...

Die Idee einen Betrüger versehentlich die Wahrheit sagen zu lassen und diese in Begleitung einer kritischen Journalistin erfahren zu müssen ist nicht ohne Reiz, auch wenn der Zufall dass eine solch dick aufgetragene Lüge sich als wahr herausstellt auch arg zufällig ist. Seltsamer Weise stört das in „Ich bin ein Berliner“ keineswegs, in welchem Thomas Heinze gewohnt sympathisch schurkisch spielen darf, einfach so wie ihn das Publikum gerne sieht. Zwar ist die Sat 1-Produktion nicht ganz so charmant ausgefallen wie der viel zu unbekannte „Ein Zwilling zuviel“ und Heinzes damaliger Hit „Allein unter Frauen“, aber da es relativ still um diesen deutschen Mimen geworden ist, ist es schön überhaupt noch brauchbare Werke mit ihm in der Hauptrolle sichten zu dürfen.

Es hat mich zwar ein wenig überrascht, dass diese unbekannte TV-Produktion den Weg auf eine öffentlich zu kaufende DVD geschafft hat, versehen mit der Original-Rede Kennedys unter den Specials, aber so kam es für mich zumindest seit der Ausstrahlung auf Sat 1 zu einer Zweitsichtung, die mir auch gleich besser als die damals etwas ernüchternde Erstsichtung gefallen hat. Okay, gegen Ende geht dem Stoff schon ein wenig die Luft aus, zumal die Journalistin ruhig auf romantische Art die Wahrheit darüber hätte erfahren können, warum die Rolle Heinzes sie fallen gelassen hat, aber die Stunde zuvor wusste so gekonnt routiniert zu unterhalten, dass ich mit dem letzten schwächeren Drittel dieser von Heinze mitproduzierten Komödie trotzdem gut leben kann.

Wer gerne seichte Unterhaltung genießt, Thomas Heinze mag und eine Schurken-Story gerne gemischt mit einer Liebes-Komödie konsumiert, der kann mit „Ich bin ein Berliner“ nicht wirklich etwas falsch machen. Von einer deutschen TV-Produktion der 00er Jahre erwartet man ohnehin nicht all zu viel. Und wer Werke wie „Was ist bloß mit meinen Männern los“ gesehen hat, weiß schließlich dass eine solche Produktion mit Heinze als Zugpferd in sicheren Händen liegt. Wann gibt mal wieder jemand dem guten Mann eine Chance für eine Hauptrolle im Kino???


Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen