2018/06/15

SAMEN DES BÖSEN (Inseminoid 1981 Norman J. Warren)


Während der Forschungsarbeiten auf einem fremden Planeten wird ein weibliches Mitglied der Crew von einem Außerirdischen vergewaltigt und läuft von nun an schwanger als mordende Bestie umher...


Rosemarys Space Baby Blood...

Während die ersten Aufnahmen einen weiteren "Alien"-Nachzügler in fremder Planetenkulisse vermuten lassen, haben andere Filme weit mehr Einfluss auf "Samen des Bösen" gehabt. So forscht die Weltraum-Crew zunächst auf ähnlichem Gebiet wie seinerzeit jene aus dem abenteuerlichen "Alarm im Weltall", und wenn recht spät die Alienbrut zum Einsatz kommt, dann erinnert das Outfit der Monsterbabys doch arg jenem aus dem kleinen Horror-Erfolgsfilm "Die Wiege des Bösen". Mit Blick auf "Baby Blood" und "Entity - Es gibt kein Entrinnen vor dem Unsichtbaren, das uns verfolgt" schien Warrens Werk wiederum inhaltlichen Einfluss auf andere Filmprojekte gehabt haben, was aber freilich auch alles nur Zufall sein kann.

Denn so wirklich berühmt, nicht einmal ansatzweise, ist "Inseminoid" (Originaltitel) eigentlich nicht geworden. Hierzulande kam er ohnehin nur geschnitten heraus, schaffte es aber seinerzeit zumindest in unsere Lichtspielhäuser. Von der extrem schundigen Qualität und skurrilen Machart seines "The Destructor" ist Warrens drei Jahre später entstandener Film weit entfernt, klassisch Mainstream ist aber auch der hier besprochene Science Fiction-Beitrag nicht ausgefallen, sind seine Effekte für die damalige Zeit doch recht extrem geartet, weswegen der Streifen auch von einem kleinen Randpublikum bemerkt wurde. Mit der Härte heutiger Streifen kann er aber selbstverständlich nicht mithalten.

Das muss er auch gar nicht, denn auch wenn hier Gedärme und mancherlei Blut zu sehen ist, so konzentriert sich "Horror Planet" (Alternativtitel) doch nicht sonderlich darauf, sondern viel mehr auf sein etwas zu monoton ausgefallenes Geschehen. Immer wieder gibt es Gründe, dass irgendwer aus der Crew sich der vom Bösen besessenen Person nähert. Der für alle Mitmenschen gefährliche Zustand des einst friedlichen Forscher-Team-Mitglieds ist immerhin eine Information, welche die Weltraumcrew überraschend schnell in Erfahrung bringt, was manche Teile ihres Handelns nicht gerade sinnvoll erscheinen lässt. Da die mordende Schwangere aber ohnehin erst nach der ersten Filmhälfte loslegen darf, ist dies trotzdem die bessere Entscheidung, um dem Treiben zur zweiten Hälfte hin das nötige Tempo verleihen zu können, welches die Wiederholungen in der Handlung ein wenig aufzufangen weiß.

"Horrorplanet" (Alternativtitel) ist recht kostengünstig ausgefallen, letztendlich versucht man aber mit simplen Mitteln recht brauchbar optisch dagegen zu halten. Das Alien wird wohldosiert im Halbdunkeln eingesetzt, die Höhlen des Planeten sind halbwegs atmosphärisch gestaltet. Erst wenn man eine marode Wand sichten darf, welche unübersehbar mit Alufolie beklebt wurde, gibt es am simpel getrickstem Spielort wirklich etwas zu spotten. Und wenn die weibliche Kreatur in einem Wutanfall mit links ein Objekt umwirft, das eigentlich ein schwerer, großer Computer sein soll, dann weiß aufgrund der fehlenden Kabel auch erstmals das Inventar Lacher auszulösen, vorausgesetzt man ist den klassischen Nonsens, den solche Filme üblicher Weise bereit halten, bereits gewöhnt. 

"Samen des Bösen" reißt nicht vom Hocker, ist aber interessant genug ausgefallen, um beim einmaligen Gucken ordentlich genug unterhalten zu werden. Leicht dröge ist das Ergebnis dennoch ausgefallen, und dass die vom Fötus besessene Frau nicht gerade gut den Amokläufer und die aggressive Bedrohung verkörpern kann, hilft auch nicht gerade dabei ein intensives Filmerlebnis zu sichten. Die weinerliche Blondine bekommt sie schon eher gespielt, was zumindest in jener Phase zu helfen weiß, in welcher die Wissenschaftler noch Mitleid mit der vergewaltigten Frau haben. Dass der Film gegen Ende nach dem eigentlichen Schluss noch zusätzliche Passagen einbringt, die der Geschichte bis auf die vorhersehbare Schluss-Pointe nichts neues beizufügen haben, hemmt den Sehwert gegen Ende ein wenig zu stark, zumal das dort auftauchende Rettungskommando nur aus jungen Milchgesichtern besteht und somit nicht gerade zu jener Gattung Mensch zählt, der man zutraut mit der Gefahr fertig zu werden. Nun, das wird sie auch nicht, was besagten Kritikpunkt nicht so wichtig erscheinen lässt und außerdem jene pessimistische Härte fortsetzt, mit der auch die im Zentrum stehende Weltraumcrew bis zum letzten Mann konfrontiert wurde.


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