STACY - ANGRIFF DER ZOMBIE-SCHULMÄDCHEN (Stacy 2001 Naoyuki Tomomatsu)


Eine neue Seuche lässt Mädchen zwischen 15 und 17 Jahren zu Zombies mutieren. Eine Spezialeinheit soll die Gefahr eindämmen...


Zombies in Uniform...

Sicherlich ist es nicht unbedingt förderlich für ein Werk aus dem Bereich des um Spezialeffekte bemühten phantastischen Film extremst kostengünstig hergestellt zu sein, aber das bedeutet noch lange nicht, dass Produkte dieser Art nicht auch funktionieren könnten. "Megalodon" entführte in eine phantasievolle Welt, während er gleichzeitig eine Killer-Hai-Geschichte erzählte, "Day X" überraschte mit interessanten Ansätzen in Zombie-ähnlicher Thematik, und der beste Vergleich zu "Stacy" findet sich wohl im ein Jahr zuvor entstandenen "Junk - Resident Zombie", der ebenfalls aus Japan stammt und von Zombies erzählt. Auch er nutzt den humoristischen Bereich und kann seine Kostengünstigkeit nicht wirklich verschleiern. Warum erreicht "Stacy" nicht dessen wunderbar kurzweiliges Ergebnis? Meiner Meinung nach beginnt die Suche auf die Antwort zu dieser Frage bereits in der Einleitung des Streifens. Was nutzt das herrlich klingende Szenario der Geschichte, wenn es einem im Schnellverfahren lediglich per Off-Kommentar vorgetragen wird, anstatt all das faszinierend Klingende als Zuschauer auch wirklich erleben zu dürfen? Zugegeben, manche Werke sparen damit Zeit um effektiv auszuholen, andere setzen solch schräger Theorie eine Erweiterung entgegen, die den Zuschauer umhauen soll, aber die Verantwortlichen des hier besprochenen Streifens nutzen ihn lediglich um Geld zu sparen, so dass den tollen Aufhängern der Geschichte schlicht umgesetzte Beispiele folgen, die nicht die Erwartungshaltung der Vorfreude zu erfüllen wissen.

Das ist schade zu nennen, denn "Stacy - Angriff der Zombie-Schulmädchen" strotzt vor tollen eigenen und entliehenen Ideen, so z.B. von einer Vorphase vor der eigentlichen Zombiemutation erzählend, in welcher die betroffenen Teenagerinnen ein euphorisch albernes Verhalten entfalten bevor sie zur Gefahr werden. Auch die an Zombie Squad aus "The Dead Next Door" erinnernde Spezialeinheit, oder das Schönreden übler Vorgehensweisen, wie wir es später auch in "Fido" ausgereift erleben durften, sind nicht von schlechten Eltern und hätten in einer funktionierenden Inszenierung den ohnehin schon einfallsreich klingenden Plot aufwerten können. Aber im zu episodenhaft ausgefallenen Film des "Rape Zombie"-Regisseurs will das alles nicht fruchten, dafür ist der Streifen zu unmotiviert und zu theoretisch ausgefallen. Das Setzen humorvoller Pointen läuft ins Leere, die Figurenzeichnung ist missglückt, und die teils ordentlichen, teils zu billigen Spezialeffekte können den mageren Rest nicht auffangen. "Stacy" versprüht weder Stimmung noch Atmosphäre, konfrontiert den Zuschauer unübersehbar mit seinen Unzulänglichkeiten, nicht nur aufgrund des mageren Budgets, sondern auch aufgrund des Unvermögens des Regisseurs interessante Theorie in kurzweilige Praxis umzuwandeln.

Ähnlich wie bei "The Happiness of the Katakuris" verrennt man sich zudem in zu extrem beachtete Nebensächlichkeiten, so z.B. wenn uns ein eigentlich handwerklich nett anzuschauendes Puppenspiel präsentiert wird, das aber aus der Sicht des andere Szenarien erwartenden Zuschauers einfach kein Ende nehmen will. Dass dieses Beispiel zudem in einen Handlungsstrang eingebettet ist, der mit der Idee, dass eine zukünftige Stacy sich in wem Nettes einen zukünftigen Bereiniger aussucht, erneut beweist dass gut klingende Theorie in diesem Streifen nie zu praktischem Gelingen führt, macht den krampfhaft eingeführten Zusatzschauwert nur um so unangenehmer. Dabei ist es gerade der Aspekt der Puppentechnik, der "Stacy" nicht nur einen interessanten Zusatzkick hätte geben können, sondern auch einen Blick hinter die Kulissen erlaubt, wie der Film augenzwinkernd und verspielt an einem Beispiel demonstriert, wenn kurz nach dem Präsentieren eines Filmpuppen-Doubles ein solches in einer Parallelszene blutig in die Mangel genommen wird. In solchen Goreszenen wird der Streifen, ebenso wie in seinem restlichen Szenario, trotz morbider Story, blutigen Effekten, abgedrehten Ideen und Humor unter der Gürtellinie nie zu der Art kranken Genre-Beiträgen, für die ein Ausnahmepublikum Japan mittlerweile feiert. "Stacy" ist kein "Machine Girl", kein "Big Tits Zombies", sprich einfach kein Werk dieser Art, dafür ist er nie krank und effektiv genug, nie abgedreht genug und nie treffsicher genug. Gerade in Sachen Tempo und Kurzweile kann Tomomatsus Horror-Komödie nicht in dieser Liga mitspielen, bzw. wird aufgrund seiner Defizite gar nicht erst zu einem Werk dieser Art. Auch als zurückgeschraubtes Alternativprogramm will er nicht funktionieren. Kurz gesagt ist "Stacy" leider einfach aus jedem Blickwinkel betrachtet einfach nur ein Reinfall.


Weitere Besprechungen zu Stacy:


Trailer,   OFDb

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen