31.10.2021

PLAYING WITH DOLLS 2 (2016)

Es ist nicht von der Hand zu weisen, dass "Playing with Dolls" schnell dahin geschludert war und eher zufällig rund lief, anstatt gekonnt zu funktionieren. Nach "Volcano Zombies" beweist nun auch "Playing with Dolls 2", dass Rene Perez, der noch mit anderen Tätigkeiten außer Regie und Drehbuch den Film fast im Alleingang fertigstellte, kein guter Geschichtenerzähler ist. Zwar liefert er letztendlich mit kleinen Veränderungen versehen noch einmal das selbe wie Teil 1 ab, aber genau diese Kleinigkeiten sorgen dafür, dass das alles nicht so charmant und verspielt amateurhaft abläuft, wie noch im Erstling. Das beginnt mit der Zwangssituation zu Beginn, die nicht gleichermaßen hoffnungslos ausfällt und die zukünftige Heldin eher als Rabenmutter, anstatt als verzweifelte Person darstellt, das geht weiter mit dem Grund im besagten Haus zu sein, zeigt sich zudem in der unsinnigeren, da theoretisch schneller zu entdeckenden, erneuten Anwesenheit des Psychopathen mit im Haus, und selbst kurze Stationen der Handlungsabfolge, wie das heimliche Heranschleichen des Killers, während die Helden schläft, inklusive der Körperberührung, wird leicht verändert wiederholt, ohne dabei das halbwegs wirksame Ergebnis des Originals zu erreichen. 

Besonders dreist erwischt es das offene Ende, das in Teil 1 an einer reizvollen Stelle angesetzt wurde. "The Asylum Killer - They Made him do it" (Alternativtitel) bricht die Erzählung einfach nach weit unter 90 ungekürzten Minuten unerwartet an einer x-beliebigen Stelle ab, ohne das irgend etwas tatsächlich zu Ende erzählt wäre. Die Behausung des Killers im Wald und seine viel häufigere Anwesenheit dort, wirkt nun lächerlich, anstatt leicht verstörend, eben weil er sich dort so harmonisch heimisch zu fühlen scheint. Und auch der Bewegungsablauf des immer noch treffsicher anzuschauenden Maskierten ist nicht mehr so wirkungsreich und zitierfreudig eingesetzt, wie im Vorgänger. Einzig der Aufenthaltsort des Strippenziehers ist diesmal reizvoller ausgefallen, haust er doch in einer großen Höhle, anstatt in einer ollen leer stehenden Lagerhalle. Dummer Weise entschied man sich erneut dafür, dass er sich unsinniger Weise in der Nähe des Tatorts befindet und aus noch unerklärlicheren Gründen als zuvor diesen Schutzort verlässt und sich den Überlebenden offenbart (für einen besonders blödsinnigen Grund). Dass es diesmal bei zwei Leuten am Ende des Streifens ums Überleben geht, wird als große Überraschung serviert, obwohl bereits die Art der Einführung der zweiten Person zu Beginn, als auch die Tatsache, dass sie als einziges nicht brutal ermordet, sondern lediglich kurz erschlagen wurde, darauf verweisen. 

Zumindest fallen die Morde diesmal wieder recht hart aus und sind auch in ihrer Anzahl häufiger anzutreffen. Auch auf den Schauwert Nacktheit wird diesmal nicht verzichtet. Dass sich "Bloodlust - Playing with Dolls 2" (Alternativtitel) trotz seiner Defizite alles andere als öde schaut, liegt jedoch nicht an derartigen quantitativen Schauwerten, sondern daran, dass die ungewöhnliche Besetzung, trotz ihrer dämlichen Charaktere und untalentierten Mimen, auf wundersame Art zu funktionieren weiß und damit eine Unschuld ausstrahlen, die dem tolpatschigen Gesamtwerk gut tut. Dies nicht in einer solchen Extreme, dass das ganze Unterfangen gleich zur unterhaltsamen Kurzweile verkommt, aber immerhin genießbarer bleibt als so manch andere ähnliche Produktion. Was genau diesen Unterschied ausmacht, bei so viel vorhandenem Unvermögen, und dies ohne einzig über unfreiwillige Komik zu funktionieren, bleibt auch in "Playing with Dolls - Bloodlust" (Originaltitel) ein Rätsel.  OFDb

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