"Bloody Murder" ist einer dieser nicht funktionierenden Nachahmer von "Freitag der 13.". Mangelndes Schauspieltalent, oberflächliche Charaktere, dünne Story, das darf man alles auch Beiträgen der Vorbild-Reihe vorwerfen, der hier besprochene Film macht noch einmal den Unterschied deutlich warum das Original dennoch recht intensiv zu wirken wusste und sein Plagiat nicht. Wenn die Killerbesetzung sich in ähnlicher Maskierung an vergleichbarem Spielort nicht bedrohlich bewegt, Drehbuch und Regie keine Spannungsmomente aufkommen lassen, Kamera und Musik nicht unterstützend zum angesetzten Ziel beitragen, dann ist auch nicht mehr die deutsche Synchronisation schuld am Scheitern und mag sie noch so billig ausgefallen sein wie geschehen.
Der Aufhänger des titelgebenden Killerspiels hilft, aufgrund inkonsequentem und zu banalem Aufgreifens dieser Idee, ebenso wenig das Ganze aufzuwerten, wie manch augenzwinkernder Verweis auf das Vorbild, z.B. dann wenn ein Aufseher namens Jason der möglichen Morde verdächtigt wird, und eine Kollegin ihn namentlich benennt, wenn sie sich äußert, sie könne sich ihn nicht als Psychokiller vorstellen. Meist ist "Scream Bloody Murder" (Alternativtitel) ansonsten ernst gemeint und stolpert mit dem Unvermögen der meisten Beteiligten stets über seine eigenen Füße, sogar an Stellen, die nicht so schwer umzusetzen gewesen wären. Selbst der warnende Alte, ein typischer Standard der frühen Slasher-Welle, will so gar nicht wirken, besonders bei seinem zweiten Auftritt, wenn er nach warnenden Worten die zugequatschte Protagonistin nach einer Frage unbeantwortet stehen lässt und mit einer Schaufel in der Hand, frei von Mystik, unterschwelliger Bedrohung oder anderweitigem Effekt, von dannen zieht. In solchen Momenten wirkt "Bloody Murder" einfach nur lächerlich, in seinen besten Moment hinterlässt er Gleichgültigkeit. Den Stammfreund des Slashers beglückt Regisseur Ralph E. Portillo nicht einmal mit deftigen Tötungssequenzen, somit fällt der Streifen ebenso zahm aus wie der ebenfalls missglückte "Fever Lake", den er vier Jahre zuvor inszenierte. OFDb
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